Mohammeds Geburtstag – Nachahmung des Weihnachtsfestes?

Sunniten feiern im Jahr 2016 am 11./12. Dezember und Schiiten am 17. Dezember.

Vor rund 1450 Jahren wurde Mohammed Ibn Abd Allah Ibn Abd al-Muttalib Ibn Haschim Ibn Abd Manaf al-Quraschi geboren. Landläufig bekannt als Prophet Mohammed. Einige Muslime feiern diesen Tag im Kreis ihrer Familie und lesen Stellen aus dem Koran vor. Es handelt sich nicht um einen offiziellen Feiertag.

Der Geburtstag Mohammeds ändert sich von Jahr zu Jahr, weil jener nach dem islamischen Kalender gefeiert wird. Diese Zeitrechnung beginnt mit der Auswanderung Mohammeds aus Mekka (622 n. Chr.), richtet sich nach den Mondphasen.

Die Religionsbehörde in der Türkei hat den Geburtstag Mohammeds nach der Einführung des Gregorianischen Kalenders im Jahr 1926 allerdings auf den 20. April 570 n. Chr. festgelegt. Seither wird in der Türkei die Geburt des Propheten im April eine Woche lang zelebriert. Dies hat dazu geführt, dass sich viele Muslime weltweit dieser Entscheidung angeschlossen haben.

Über die Art und Weise des Feierns ist man sich in der islamischen Welt uneins. Während in einigen Regionen und Ländern ausgelassen gefeiert wird, lehnen dies zum Beispiel die Wahhabiten in Saudi Arabien ab. Hier wurden die Maulid-Feiern seit dem 20. Jahrhundert sogar mehrfach von Rechtsgutachten als unzulässig erklärt. Ähnlich sehen es die Ahl-i Hadîth und Deobandi, für die diese Feierlichkeiten eine unzulässige Neuerung darstellen.

Mohammed soll einerseits seinen Geburtstag gar nicht gefeiert haben. Andererseits heißt es, er habe ihn gefeiert, aber nicht als Fest, sondern mittels Fasten. Gegner argumentieren weiters, dass in der „reinen Schari’ah“, der islamischen Rechtslehre, nirgendwo eine Quelle über das Geburtstagsfest zu finden ist. Es steht der Vorwurf im Raum, dass die Geburtstagsfeier eine Nachahmung des christlichen Weihnachtsfestes sei.

Argumente gegen das ausgelassene Feiern an diesem Tag sind unter anderem, dass es sich dabei um eine Nachahmung des christlichen Weihnachtsfests handle. Andere Kritiker führen an, dass Mohammed und dessen Begleiter den Geburtstag mit Fasten und nicht mit Feiern begangen hätten.

Geburtstage nehmen in der islamischen Welt eine untergeordnete Stellung ein. Dennoch ist es mittlerweile nicht unüblich, bei Festen aus dem Koran zu rezitieren oder Gesänge auf den Propheten zu veranstalten.

Erstmalig wurde das Fest im 11. Jahrhundert begangen. Am damaligen schiitischen Hof wollte man damit die Abstammung der Dynastie vom Propheten hervorheben. Im 12. und 13. Jahrhundert übernahmen auch die sunnitischen Herrscher diesen Brauch und gegen 1190 wurde das Fest erstmals in Mekka begangen. Teilweise wurden die Feierlichkeiten zu diesem Tag recht prunkvoll ausgerichtet. So feierte der Begteginiden-Herrscher Muzaffar ad-Dīn Gökböri in seiner Residenz mit Konzerten und Banketten. Auch der merinidische Herrscher Abū Inān Fāris veranstaltete in der Nacht zum Geburtstag des Propheten Mohammed regelmäßig große Bankette.

Mohammed wurde in Mekka, im heutigen Saudi-Arabien, geboren. Quellen nennen den Zeitpunkt der Geburt als das „Jahr des Elefanten“, das zwischen 547 und 552 n. Chr. bestimmt wird.

Der Historiker und Genealoge Ibn al-Kalbi hat allerdings zu Anfang des neunten Jahrhunderts behauptet, Mohammed sei im 42. Jahr nach dem Herrschaftsantritt des Sassaniden-Herrschers Chosrau I. Anuschirwan geboren worden. Dies wäre dann eigentlich auf das Jahr 573 n. Chr. gefallen.  mehr Informationen

Vergleiche auch Artikel:

Muslime feiern Weihnachten

Weihnachtsgrüsse wünschen und Neujahr feiern für Muslime verboten

Weihnachtsgrüsse aus Saudi-Arabien

Shaikh Abu Anas sagte im Dezember 2014:  Gratulieren zu religiösen Feiern sind verboten. Jedes Mal wenn man sagt: „Frohe Weihnachten“ hat man Allah verleugnet. Am jüngsten Tag wird Allah ihn zu den Ungläubigen zählen.   mehr Informationen

Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterShare on LinkedInEmail this to someonePrint this page

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.