Christkönig

2021: Sonntag 21. November, letzter Sonntag im katholischen Kirchenjahr

Es ist nicht egal, wer auf dem Thron sitzt. Es geht um die Frage nach dem „wahren“ König und damit  was das eigene Leben eigentlich beherrschen soll

Franziskus fordert auf, alles auf Christus zu setzen.

Die Verlegung der Weltjugendtage auf das Christkönigsfest ermutigt zu einem neuen Autoritätsbewusstsein. Christus ist König der Kirche. Eher unbemerkt hat das römische „Dikasterium für Laien, Familie und Leben“ eine Vorgabe von Papst Franziskus umgesetzt und den diözesanen Weltjugendtag ab dem Jahr 2021 auf den Christkönigssonntag verlegt. 

Man mag fragen, ob seine Verlegung auf das Christkönigsfest nicht aus der Zeit gefallen ist. Können Jugendliche sich noch mit dem Begriff eines Königs identifizieren? Diese Frage konnte man sich übrigens schon im Jahr 1925 stellen, als Papst Pius XI. das Christkönigsfest mit seiner Enzyklika „Quas primas“ einsetzte. Die Kirche verkündete Christus, den König, als zur gleichen Zeit die Dynastien in Europa ihre Throne verloren. Außer in Großbritannien waren mit den großen Monarchien die wichtigsten bisherigen Garanten für die christliche Prägung des öffentlichen Lebens in West- und Osteuropa gefallen.

Antichristliche Ideologien wie Kommunismus und Nationalsozialismus waren im Auftrieb. In dieser historischen Stunde richtet Pius XI. die Kirche neu auf den Christkönig aus. Die Gesellschaften seien deswegen erschüttert, weil man die Autorität nicht mehr von Gott ableite.

Besonders in den deutschsprachigen Ländern rückte die Jugendbewegung den Christkönig ins Zentrum. Die Lehre vom Königtum des Herrn bezeugt den Glauben als Ernstfall. Es geht um mehr als um imaginäre christliche Werte und Traditionen, es geht um eine Person, die uns als Du gegenübertritt. In seinem Wort und Heilshandeln erhebt der Herr einen Anspruch, der unsere ganze Existenz fordert und von dem das Gelingen unseres Lebens abhängt.

Die Verehrung Christi als König war oft der entscheidende Ansporn, wenn sich katholische Jugendliche im deutschen Sprachraum gegen die Nationalsozialisten stellten.

Diese überzeugten Gläubigen widersetzten sich auch dem antiklerikalen mexikanischen Regime, das unter Präsident Plutarco Elías Calles die Freiheit der Kirche beschnitt, Orden verbot und eine eigene Nationalkirche förderte. Weil sie am Anspruch des Königtums Christi festhielten und dafür kämpften, wurden sie zu Tausenden hingerichtet und bezeugten ihren König durch ihr Blut.

Aber auch abgesehen von diesen dramatischen Zuspitzungen hat das Christkönigsfest etwa in Deutschland wesentlich beigetragen zu einem neuen und missionarischen katholischen „Selbstgefühl“ (Ph. Funk), das weit bis in die Nachkriegszeit Wirkung zeigte.

„Liebe junge Freunde, schreit es mit eurem Leben heraus, dass Christus lebt, dass Christus herrscht, dass Christus der Herr ist!“ (Predigt bei der Übergabe des Weltjugendtagskreuzes 2020). Franziskus fordert hiermit, alles auf Christus zu setzen, um so eine Erneuerung zu bewirken.

Die evangelische Kirche feiert an diesem Tag den Ewigkeits-Sonntag.

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