Archiv der Kategorie: 3 Infos aus aller Welt

Leben in einer Ausnahmesituation

Wir müssen heute die Ängste der Menschen ernst nehmen und die Coronakrise nicht schönreden. Wer einen persönlichen Halt hat, soll von diesem reden – doch nicht als Besserwisser, sondern als Mitleidender.

„Alle Wahrheit durchläuft drei Stufen. Zuerst wird sie lächerlich gemacht oder verzerrt. Dann wird sie bekämpft. Und schließlich wird sie als selbstverständlich angenommen.“ Arthur Schopenhauer (1788-1860)

Albert Camus beschreibt in seinem 1947 veröffentlichten Roman „Die Pest“, wie unterschiedlich Menschen auf Epidemien und den dadurch hervorgerufenen Ausnahmezustand reagieren. Trotz unmissverständlicher Warnungen wollen die örtlichen Behörden in der Erzählung die Seuche nicht beim Namen nennen und lehnen Vorsichtsmaßnahmen ab. Als sich die rasante Ausbreitung nicht mehr leugnen lässt, wird für die Kranken eine Quarantäne angeordnet und schließlich die komplette Stadt abgeriegelt.

„Wenn ein Krieg ausbricht, sagen die Leute ‚Das wird nicht lange dauern, das ist doch zu dumm‘. Und zweifellos ist ein Krieg mit Sicherheit dumm und doch dauert er lange. … Sie glaubten nicht an Plagen. Eine Plage … ist wie ein böser Traum, der vorübergehen wird. Aber Leben in einer Ausnahmesituation weiterlesen

Coronavirus (Covid-19)- ein Rätsel

1.4.20

Eine Studie des Imperial College in London hat gezeigt, dass die Präventivmassnahmen wie soziale Distanz oder Ausgangssperren in Europa dazu geführt haben, dass in 11 Ländern bisher rund 59’000 Tode verhindert werden konnte. Konkret soll in Italien das Ableben von 38’000 Personen und in Spanien von 16’000 Personen vermieden worden sein. Ausserdem behaupten die Forscher, dass die Infektionsrate in den meisten Ländern viel höher ist, als angenommen wird, da die meisten Fälle unentdeckt bleiben. So schätzen sie, dass in Italien bis zum 28. März 5,9 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert wurden. In Spanien sollen 15 Prozent der Bevölkerung betroffen sein. 

In Frankreich steht der Umgang der Regierung mit der Covid-19-Pandemie in der Kritik. Ärzteverbände, Infizierte oder andere Betroffene haben beim Gerichtshof der Republik Klage gegen die Regierung eingereicht.

In Grossbritannien ist ein 13 Jahre alter Knabe nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Über eine Vorerkrankung sei nichts bekannt gewesen. Ismail wurde künstlich beatmet und in ein künstliches Koma versetzt. Er verstarb dann am Montag 31.3.20.

In China ist die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen im Vergleich zum Vortag wegen einer neuen Zählweise deutlich gestiegen. Wie aus den Daten der Pekinger Gesundheitskommission vom Mittwoch hervorging, wurden erstmals auch solche Menschen in die offizielle Statistik aufgenommen, die zwar positiv auf das Virus getestet wurden, aber keine Symptome zeigten.

Forscher suchen im Abwasser von Kläranlagen nach Coronaviren. Sie hoffen, so eine Art Frühwarnsystem etablieren zu können. Im besten Fall könnten so schon eine Woche früher Massnahmen gegen eine Ausbreitung ergriffen werden, als dies bei der aktuellen Infektionswelle der Fall war.

Donald Trump hat die US-amerikanische Bevölkerung angesichts der Ausbreitung des Coronavirus auf «sehr harte zwei Wochen» mit steigenden Todeszahlen eingestimmt. Das Weisse Haus befürchtet nach einer Prognose trotz Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus zwischen 100’000 und 240’000 Tote. 

Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat seinen Ton im Hinblick auf das Coronavirus geändert. «Das Virus ist eine Realität. Wir stehen vor einer der grössten Herausforderungen unserer Generation», sagte er in einer Fernsehansprache am Dienstag.

Saudi-Arabien ruft Muslime als aller Welt auf, ihre Vorbereitungen für eine Pilgerreise nach Mekka vorläufig einzustellen. Die Gläubigen sollten warten, bis sich die Situation rund um das Coronavirus entspannt und geklärt habe, sagte der zuständige Minister im Staatsfernsehen. In diesem Jahr soll der Haddsch zwischen Ende Juli und Anfang August stattfinden.

Auch wenn es nur eine kleine Geste ist, die Freude bei den Kleinen ist riesig: Menschen in Europa, Neuseeland, Grossbritannien und den USA setzen Teddybären in ihre Fenster als Teil einer flauschigen Schnitzeljagd. Kinder können beim Spazieren durch die Nachbarschaft die Plüschteddys entdecken. Die Bären sind auf interaktiven Karten registriert. «Es macht einfach Spass», sagte Kommunikationsforscherin Tanya Ha aus Melbourne. Sie selber stellt jeden Tag Plüschtiere an ihre Fenster, oftmals mit einer kurzen Botschaft für die Kinder und den Eltern. «Die Kinder freuen sich, und auch für mich ist es eine gute Art, meinen Kopf inmitten dieser beängstigenden Pandemie, zu beschäftigen.»

Unter wachsendem Druck der Öffentlichkeit hat die italienische Regierung eine Auflockerung der Ausgangssperre für Kinder beschlossen. Nach Appellen von Eltern, Lehrern und Kinderärzten beschloss das Innenministerium, dass Spaziergänge von Kindern in Begleitung eines Elternteils möglich sind, sofern sie nahe der eigenen Wohnung stattfinden. Sportliche Aktivitäten sind nicht erlaubt.

Aktuelle Zahlen findet man unter www.worldometers.info/coronavirus   und  https://wuflu.live    (Achtung es ist völlig unklar was wie gezählt wird.)

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Prophetischer Ruf zur Umkehr

Auszüge aus dem Aufruf von Pater Winfried Abel.

Die Kirche hat den Auftrag, den Menschen zu deuten, was Gott uns mit dieser Heimsuchung sagen will. Ich halte es nicht für hilfreich, sondern im Gegenteil für schädlich, wenn die offiziöse Internetseite der Deutschen Bischofskonferenz feststellt, dass Gebete nichts gegen den Corona-Virus ausrichten, oder ein Bischof betont, in dieser Krisensituation von Strafe Gottes zu reden sei Zynismus!

Wie in allen großen Krisen wird wieder die Frage nach dem Handeln Gottes und Seiner Vorsehung gestellt.

Hier geht es nicht um himmlische Rache oder göttlichen Zorn, der sich an den Menschen austobt, sondern um einen Aufruf zur Umkehr, um einen Akt der Liebe und Barmherzigkeit.

Gott „leidet“, indem er straft! Daher ist das Kreuz die „Strafe“. Der einzige Schlüssel zum Kreuzesgeheimnis ist die Liebe.

Bei Hosea (6,1) findet sich der Aufruf: „Kommt, wir kehren zum Herrn zurück! Denn er hat Wunden gerissen, er wird uns auch heilen; er hat verwundet, er wird auch verbinden.“ Hier wird Gott im Bild eines hilfreichen Arztes oder Operateurs gesehen, der Wunden öffnen muss, um heilen zu können. Prophetischer Ruf zur Umkehr weiterlesen

Corona, Gott und die Kirche

Die beiden großen Kirchen in Deutschland wenden sich übereinstimmend gegen die These, das Coronavirus als Strafe Gottes zu sehen.

„Jesus steht für das Leben, und Gott ist ein Gott des Lebens“, so der Vorsitzende des Rats der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, in einem Video auf bild.de. Bedford-Strohm betonte, Christen glaubten, dass sich Gott in Jesus gezeigt habe. Es könne nicht sein, dass Gott ein Virus schicke, um Menschen zu töten, denn Jesus habe geheilt.

Der Hildesheimer katholische Bischof Heiner Wilmer betonte im Kölner Stadt-Anzeiger vom Montag 30.3.20, der Gedanke eines strafenden Gottes, der der Menschheit eine Quittung für Fehlverhalten präsentiere, sei „fürchterlich und auch vollkommen unchristlich. Die Corona-Krise ist keine Strafe Gottes.“ Er rief dazu auf, „ohne Verharmlosung, ohne Vertröstung“ mit Leid umzugehen.

Die Direktorin des Katholischen Bibelwerks, Katrin Brockmöller, sagte in einem Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA): „Gott straft nicht, sondern Gott rettet.“  mehr Informationen

Andere behaupten, dass bei diesem Virus unreine Geister des Teufels aktiv sind. Das sehen sie daraus, dass man Corona mit viel Phantasie zur Zahl 666 umformen kann.

Beim Studieren der Offenbarung ist mir auch aufgefallen, dass eine Parallele zwischen dem Auszug aus Ägypten und dem Buch der Offenbarung besteht.

Spannend ist auch, was Gott zu Salomo in 2.Chronik 7,13-14 sagte: „Wenn ich den Himmel verschließe und kein Regen fällt oder wenn ich der Heuschrecke gebiete, das Land kahl zu fressen, wenn ich die Pest in mein Volk sende und mein Volk, über das mein Name ausgerufen ist, sich demütigt und betet, mich sucht und von seinen schlechten Wegen umkehrt, dann höre ich es im Himmel. Ich verzeihe seine Sünde und bringe seinem Land Heilung.“

Pest meint in diesem Text, jede Art von schnell ausbreitender Seuche.

Nur wenige Regierungen haben zum Gebet aufgerufen. Die meisten Staaten haben die Haltung: Wir schaffen das selbst. Demut würde heißen, wir gestehen ein, wir brauchen Gottes Hilfe. Gottes Hilfe für die Politiker, Ärzte, Pflegende, Kranke und alle weiteren Betroffenen.

Gott möchte, dass die Menschen umdenken. und bei ihm Halt, Trost und das Heil suchen.

Ist nun Gott verantwortlich? So wie ich es verstehe, macht Gott nur, was wir als Gesellschaft von ihm erwarten. Nämlich, dass er sich zurückzieht. Wenn Gott nicht mehr aktiv, lebenserhaltend auf die Erde und uns einwirkt, dann nimmt das Zerstörerische seinen Lauf.

Gott wartet jedoch darauf, dass wir ihm wieder erlauben unter uns zu wirken. Jedoch nicht als Diener unserer Wünsche, sondern indem wir anerkennen, dass er Gott ist und wir seine Hilfe brauchen. Corona, Gott und die Kirche weiterlesen

Ablass angesichts der Corona-Krise

Der Aufruf des Papstes an Italiens Priester in Zeiten der Corona-Krise war unmissverständlich: „Mögen Sie den Mut haben, hinauszugehen zu den Erkrankten, um ihnen die Kraft des Wortes Gottes und die Eucharistie zu bringen“, sagte er zu Monatsbeginn.

Mehr als 50 Priester sind in Italien bereits an den Folgen der Viruserkrankung gestorben. Viele von ihnen waren dem Appell von Franziskus gefolgt und wollten den Gläubigen in schwerer Zeit beistehen. Nicht nur Ältere sind unter den Opfern; im Bistum Parma starb jüngst ein Seelsorger mit 55 Jahren. Angesteckt hatte er sich wahrscheinlich bei einer infizierten Seniorin, die er betreute.

Inmitten all dieser Not versucht die Kirche – trotz Ausgangssperren und Ansteckungsgefahr – eng an der Seite der Menschen zu bleiben. Einer, der diesem Engagement ein Gesicht gibt, ist der 84-jährige Aquilino Apassiti. Er ist Krankenhausseelsorger in Bergamos Hospital Giovanni XXIII. In mehreren Telefoninterviews schilderte er dieser Tage die dramatische Lage: „Die Menschen sterben allein, ohne dass jemand kommen kann, um Abschied zu nehmen.“

Er habe den Zweiten Weltkrieg miterlebt; bei einem Einsatz im Amazonasgebiet habe er sich mit Lepra und Malaria auseinandersetzen müssen – „aber ich habe noch nie solch schockierende Szenen erlebt wie jetzt“, so der Kapuziner. Ablass angesichts der Corona-Krise weiterlesen

Visionärer Glaube in Katastrophen

Im Römischen Reich wütete 165-180 n.Chr. die «Antoninische Pest». Vermutlich handelte es sich bei der Seuche nicht um die Pest im medizinischen Sinne, sondern um einen besonders virulenten Stamm entweder der Pocken oder der Masern. Pocken waren damals in Europa neu und in 15 Jahren starb ein Viertel bis ein Drittel der Bevölkerung. Der Historiker Cassius Dio berichtet von 2000 Toten täglich in Rom, jeder vierte Erkrankte sei verstorben. Siebzig Jahre später, 251 n.Chr., machte eine neue Seuche die Runde, möglicherweise die Masern. Wie reagierte die winzige Kirche auf diese Katastrophen? Rodney Stark ist überzeugt, diese Epidemien haben zur Ausbreitung des Christentums beigetragen.

Die Philosophien boten weder Sinn noch Trost; das Christentum konnte viel besser erklären, warum diese schrecklichen Zeiten über die Menschheit hereingebrochen waren, und es gab Hoffnung für die Zukunft. Der Glaube der Christen gab dem Leben einen Sinn, auch mitten in Todesgefahr. Die Christen kümmert sich umeinander und sie waren eng miteinander verbunden. Deshalb kamen sie in Katastrophen besser zurecht. Visionärer Glaube in Katastrophen weiterlesen

Tod als Erlösung vom Leben

Auszüge aus einem Interview mit Ethiker Theo A. Boer. Er trat für das Recht auf aktive Sterbehilfe ein. Doch was der Niederländer als Gutachter erfuhr, bereitete ihm schlaflose Nächte. 

Ursprünglich wollten wir den Menschen vor einem schrecklichen Sterben bewahren. Inzwischen wollen wir ihn von einem schrecklichen Leben erlösen.“

„Bei vielen Patienten kam ich zum Schluss: Die Sterbehilfe war hier nicht angebracht. „

„In den letzten Jahren häuften sich Fälle, bei denen deutlich wurde, dass wir auf eine schiefe Ebene geraten waren. Wenn zum Beispiel Druck von Verwandten ausgeübt wurde – explizit oder zwischen den Zeilen –, fand ich das höchst problematisch. „

„Ich habe feststellen müssen, dass das Angebot zum Teil tatsächlich die Nachfrage weckt.“

„In 97 Prozent der Fälle beendet der Arzt mit der Todesspritze das Leben des Patienten. Mich stört, wenn man da von der Selbstbestimmung des Patienten redet.“

„Wenn die Selbstbestimmung über das eigene Sterben ein Akt der Autonomie ist, soll der Patient so weit wie möglich diesen Suizid auch selbst organisieren und die ethische Verantwortung nicht an andere auslagern.“

Im Gegensatz zu den Katholiken und den Orthodox-Reformierten befürwortete schon 1972 die größte protestantische Kirche die Sterbehilfe. Das Credo dahinter: Gott ruft uns auf, dem Leiden aktiv zu begegnen. Inzwischen sehen sie das Gesetz etwas kritischer.

„Am Anfang der Entwicklung war der Leitbegriff noch die Barmherzigkeit. Sie wurde ab der Jahrtausendwende von Selbstbestimmung überlagert. Da sagten die Kirchen, das geht uns jetzt zu weit.“

In gewissen Regionen der Niederlande gehört die Sterbehilfe schon zu den wichtigsten Todesursachen. Erhalten wollen wir nur noch, was autonom ist, genießen kann, etwas zur Wirtschaft beitragen kann und was gesund ist. Alles, was dem nicht entspricht, gerät in eine Gefahrenzone. Diese Haltung wird auf uns selbst irgendwann wie ein Bumerang zurückkommen.

Ich habe tatsächlich viele Fälle gesehen, wo ein gewichtiger Teil des Leidens war, dass der Patient gedacht hat: Ich bin eine Last für meine Angehörigen.

Eine zunehmende Zahl der Ärzte sagt mittlerweile, wir wollen die aktive Sterbehilfe nicht mehr mitbetreiben. 2002 gaben 11 Prozent der Ärzte an, sie würden es nicht tun, 2016 waren es dann schon 19 Prozent. Dass also eine schwindende Zahl von Ärzten für eine steigende Zahl von Lebensmüden Sterbehilfe leisten muss, führt dazu, dass nicht mehr der vertraute Hausarzt die Todesspritze setzt, sondern die Mediziner in der Lebensende-Klinik. Mittlerweile sind das etwa 900 Menschen im Jahr.  mehr Informationen

Die meisten Evangelikalen sind keine Westler

Nach Angaben des französischen Soziologen und Historikers Sébastian Fath leben die meisten von ihnen in Lateinamerika, Asien und Afrika.

Von den weltweit rund 660 Millionen Evangelikalen leben laut Sébastian Fath 215 Millionen in Asien. Davon sind 66 Millionen in China ansässig, 28 Millionen in Indien, 16 Millionen in Indonesien, 13 Millionen auf den Philippinen und 9 Millionen in Südkorea.

Weitere rund 123 Millionen leben in Südamerika, hauptsächlich in Brasilien, Argentinien und Guatemala.

In Nordamerika gibt es vermutlich etwa 107 Millionen Evangelikale – 93 in den Vereinigten Staaten, zehn Millionen in Mexiko und vier Millionen in Kanada.

In Europa leben wohl nur rund 23 Millionen Evangelikale.

Viele Beobachter davon aus, dass China – wo die Christenverfolgung auf einem extrem hohen Niveau ist – bis zum Jahr 2035 das Land sein wird, das die höchste Anzahl an christlichen Einwohnern umfassen wird.  mehr Informationen

Wegen Missbrauchs-Klagen Insolvenz

Eine Gesetzesänderung in Pennsylvania ermöglicht es den Opfern von sexuellem Missbrauch, auch Jahre nach der Tat noch zu klagen. Das Bistum Harrisburg musste darum nun Konkurs anmelden – es kann die Entschädigungen nicht zahlen.

Vor Harrisburg ging im September 2018 die Diözese Rochester im Bundesstaat New York in Konkurs. Wegen Missbrauchs-Klagen Insolvenz weiterlesen

Quo vadis – Wohin gehst du?

Nach dem Vatikan-Kenner Marco Politi, möchte der Papst eine Kirche, die den Menschen im 21. Jahrhundert gerecht wird. Damit löst er viele Ängste und Widerstände aus. Man wirft ihm seine Offenheit gegenüber Christen anderer Konfessionen und Prägungen vor. Politi schreibt im Blick auf die Angriffe und Rücktrittsforderungen gegenüber Franziskus: «In der zweiten Hälfte seines Pontifikats scheint es völlig normal geworden zu sein, dass Kardinäle und Theologen den Papst öffentlich der Häresie beschuldigen und kein Hahn danach kräht.»

Der an der Universität Salzburg lehrende Theologe Gregor Maria Hoff sieht auch eine Woche nach der Veröffentlichung des Papiers «Querida Amazonia» «eine zunehmende Ratlosigkeit». Es dränge sich die Frage auf «Was will der Papst?». Hoff drückte seine Verwunderung über das Schreiben aus, das die Amazonien-Synode und dessen Schlussdokument lediglich kommentiere, jedoch nicht formell bestätige – und dadurch auch nichts entscheide. Weiter meint er: Die Rollenfestlegung der Frauen auf «die Kraft und Zärtlichkeit der Mutter Marias treibt Frauen aus der Kirche». Gleichzeitig offenbare die Argumentation, wofür der Papst stünde, nämlich «für den inneren Widerspruch einer vormodernen Kirche in einer nachmodernen Welt». Quo vadis – Wohin gehst du? weiterlesen

Power Women

Was passiert in einer Beziehung, wenn die Frau ungewollt schwanger wird? Wie reagieren Angehörige, Freunde und Experten? Wird Druck ausgeübt, gibt es Tabus und Klischees, besteht echte Wahlfreiheit in solch einer Situation? 

Der Film lässt Betroffene aus der Schweiz, Ruanda, Brasilien, Russland, China und Israel zu Wort kommen.

Jede Geschichte ist für sich eindrücklich und man kriegt einen Eindruck, wie das Thema «Ungewollte Schwangerschaft» in den einzelnen Ländern tabuisiert wird. Oft fehlt auch das Wissen über andere Alternativen und Unterstützungsangebote.

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Querida Amazonia als Inkulturation

Der Papst greift im Dokument „Querida Amazonia“ (Geliebtes Amazonien) die Notwendigkeit der Evangelisierung auf.

Der Direktor der vatikanischen Pressestelle, Matteo Bruni, erklärte, dass das nachsynodale apostolische Schreiben „Querida Amazonia“ lehramtlich sei – das Schlussdokument der Amazonassynode vom Oktober 2019 hingegen nicht. Alles im Schlussdokument muss unter der Lupe des apostolischen Schreibens gelesen werden.

Genau genommen hat sich der Papst nicht zur Möglichkeit geäußert, verheiratete Männer zu Priestern zu weihen. Er spricht einfach von geweihten Männern.

Kardinal Michael Czerny stellt an der Pressekonferenz Vatikan am 12. Februar 2020 fest: „Wenn es Dinge gibt, von denen Sie glauben, dass sie offen sind, oder die Kirche glaubt, dass sie offen sind, dann werden sie weiter debattiert, untersucht, man wird darüber beten und wenn sie reif sind, wird man sie der zuständigen Authorität präsentieren, um eine Entscheidung zu treffen.“ „Wenn sie einen Abschluss für ihren Artikel suchen, einen Paukenschlag, dann fürchte ich, diese Art von Abschluss gibt es nicht“. mehr Informationen

Hier einige Schwerpunkte aus dem offiziellen Apostolischen Schreiben von Papst Franziskus:

51.    Um für Amazonien zu sorgen, ist es gut, die Weisheit der Vorfahren mit den heutigen technischen Kenntnissen zu verbinden, wobei immer ein nachhaltiger Umgang mit dem Gebiet zu gewährleisten ist, der zugleich den Lebensstil und die Wertesysteme der Bewohner bewahrtQuerida Amazonia als Inkulturation weiterlesen

Professorin fordert Aussterben der Menschheit wegen Klimawandel

Eine Philosophieprofessorin an der britischen Anglia Ruskin Universität Cambridge hat im Kampf gegen den Klimawandel das Aussterben der Menschheit gefordert. Um dies zu erreichen, sollen Menschen schrittweise auf Reproduktion verzichten, schreibt Patricia MacCormack in ihrem Buch „The Ahuman Manifesto“, das das Nachrichtenportal CambridgeshireLive als „positiven Ausblick auf die Zukunft der Erde ohne Menschen“ feiert.

Selbst radikale Bewegungen wie „Extinction Rebellion“ gehen MacCormack nicht weit genug. Diese würden sich nur auf den Effekt konzentrieren, den der Klimawandel auf die Menschheit habe, „wo doch der Klimawandel etwas ist, was jedes Lebewesen auf dem Planeten angeht“.

Es brauche „radikales Mitgefühl“, um die „hierarchische Welt“ zu überwinden, wo „weiße, heterosexuelle und nichtbehinderte Männer erfolgreich sind und Menschen anderer Ethnien, Geschlechter und jene mit Behinderungen kämpfen“, ihren Teil abzubekommen. Diese weißen Männer seien auch verantwortlich für den Kapitalismus, der die Menschen in ein „Zombietum“ getrieben habe, das die Erde zerstöre. Professorin fordert Aussterben der Menschheit wegen Klimawandel weiterlesen

Holocaust Gedenkstätte Schweiz

Eine Holocaust-Gedenkstätte in der Schweiz. Ein Plädoyer. Das Wort zum Sonntag spricht der evangelisch-reformierte Pfarrer Simon Gebs. Samstag 8. Februar 2020

Während des Zweiten Welkriegs bot die Schweiz vorübergehend insgesamt knapp 300’000 Schutzsuchenden Zuflucht. Von den rund 60’000 sog. Zivilpersonen, die in der Schweiz aufgenommen wurden, waren etwas weniger als die Hälfte Juden. Ihnen als der zahlenmässig grössten Gruppe innerhalb aller Opfer der nationalsozialistischen Verfolgungs- und Vernichtungspolitik setzt die Gedenkstätte für jüdische Flüchtlinge in Basel-Riehen einen Stein des Nichtvergessens. Die Gedenkstätte widmet sich denjenigen jüdischen Flüchtlingen, die das Glück hatten, in der Schweiz Aufnahme zu finden. Besonders erinnert wird  aber auch an alle jüdischen Flüchtlinge, denen die Schweiz den Einlass verweigerte.  mehr Informationen