Corona 2022

Aktuelle Zahlen findet man unter www.worldometers.info/coronavirus   und Fallzahlen in der Schweiz , weltweite Vergleich

20.1.22

Die oft genannten Nebenwirkungen der Covid-19-Impfungen stellen sich laut einer US-Studie mehrheitlich deshalb ein, weil die geimpfte Person diese erwartet. Laut einer neuen Studie aus den USA sind vielmehr zwei Drittel davon auf den Nocebo-Effekt zurückzuführen, sind letztlich also nur eingebildet. Während bei den mit echtem Vakzin behandelten Personen 46 Prozent über Nebenwirkungen wie Kopfweh oder Müdigkeit klagten, meldeten auch 35 Prozent der mit einem Placebo injizierten Probanden negative Folgen. Dieser ist einfach gesagt das Gegenteil des Placebo-Effekts, bei dem mit einem wirkungslosen Mittel behandelte Menschen eine tatsächliche Besserung ihrer Leiden empfinden. Erkenntnisse aus der Forschung belegen, dass die Erwartungshaltung der Behandelten einen positiven oder eben negativen Effekt auf ihr Wohlbefinden haben kann.

19.1.22

Diese Anpassungen der Maßnahmen hat der Schweizer Bundesrat am 19.1.22 beschlossen: Die Quarantäne und Homeoffice-Pflicht gelten bis Ende Februar. Die 2G-(plus-)Regeln gelten vorerst bis Ende März. Ab dem 31. Januar wird zudem die Gültigkeitsdauer der Zertifikate für Geimpfte und Genesene von heute einem Jahr auf neun Monate verkürzt.

Die tschechische Folk-Sängerin Hanka Horká ist am Sonntag im Alter von 57 Jahren am Coronavirus gestorben. Sie stirbt nach einer absichtlichen Infektion mit dem Coronavirus, um als Genesene mehr Freiheiten zu haben. Den Entscheid gefällt habe seine Mutter, nachdem sich Mann und Sohn – beide geimpft – angesteckt haben. Im letzten Facebook-Post erzählte die Sängerin, dass sie die «heftige Erkrankung» mit dem Coronavirus überstanden habe. Dann kam aber alles anders. Innerhalb von zehn Minuten, nachdem sie sich mit Rückenschmerzen ins Bett gelegt hatte, sei sie erstickt. Horkas Sohn zieht nun Impfskeptiker in die Verantwortung. Er wisse, wer hinter den Ansichten seiner Mutter stecke – diese Personen hätten «Blut an ihren Händen». Es mache ihn zudem traurig, «dass sie Fremden mehr vertraute als ihrer Familie».

18.1.22

Der Schweizer Bundesrat hat vorerst auf eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen verzichtet. Die Kantone sind sich einig, dass die bestehenden Maßnahmen verlängert werden müssen. Allerdings vorerst nur bis Ende Februar, nicht wie vom Bundesrat vorgeschlagen bis Ende März. Die Dauer der Isolation und Quarantäne wurde auf fünf Tage verkürzt. Dies sei dadurch gerechtfertigt, dass die neue Variante weniger lang ansteckend sei. Für asymptomatische isolierte bringe die Verkürzung der Isolationsdauer eine Erleichterung. Symptomatische Personen müssten jedoch isoliert bleiben, bis sie 48 Stunden symptomfrei seien. Dadurch betrage die Dauer oft länger als fünf Tage. Der Bundesrat will die Gültigkeitsdauer der Covid-Zertifikate der EU anpassen. Die neue Dauer von 270 Tagen statt wie bisher 365 stößt auf keinen Widerstand. Die Omikron-Variante mache nun rund 90 Prozent der Corona-Fälle aus. Das Risiko eines Herzproblems sei bei einer Corona-Infektion wesentlich höher, als bei einer Corona-Impfung. Das Risiko sei aber bei jungen Männer und beim Moderna-Impfstoff leicht höher, deswegen sei für diese Gruppe der Biontech-Impfstoff zu bevorzugen.

Australien meldet die höchste Anzahl der Toten mit Coronavirus seit Pandemie-Beginn. In dem Land starben in den letzten 24 Stunden 76 Menschen.

Eine Berner Arztpraxis impft nicht gegen Corona – wegen der Sicherheit und Wirksamkeit. Laut dem Teamleiter zirkuliere im Moment «eine ‹gutartige› Variante». Die «Praxis im Hard» macht daraus kein Geheimnis. Auf der Website steht prominent: «Aus Überlegungen bezüglich Wirksamkeit/Sicherheit der zur Verfügung stehenden Impfpräparate» biete man keine Corona-Impfungen an. Gegenüber der «Berner Zeitung» begründet Christian Etter, Teamleiter der Praxis, den Entscheid mit «ernüchternden Fakten über die Wirkungsdauer der Impfung». Er schreibt von einer «problematischen Erhebung» der Nebenwirkungen und von «noch fehlenden Langzeitnebenwirkungen» der mRNA-Technologie. Auch zirkuliere aktuell «eine ‹gutartige› Variante» des Coronavirus. Die «Berner Zeitung» spekuliert, dass die Haltung Etters zur Impfung auch weltanschauliche Gründe haben könnte. Der Arzt ist gläubiger Christ. In diesen Kreisen stößt die Impfung auf viel Misstrauen.

62 Prozent der 9,4 Millionen Israelis gelten noch als vollständig geimpft. Dies sind zweifach Geimpfte bis zu sechs Monate nach der Zweitimpfung und Menschen mit Booster-Impfung. 30 Prozent der Bevölkerung sind gar nicht geimpft, bei acht Prozent ist die Gültigkeit der Impfung abgelaufen. Knapp 4,4 Millionen Israelis haben nach Angaben des Gesundheitsministeriums bereits die dritte Impfdosis erhalten, mehr als 537 000 schon die vierte.

Angesichts der sinkenden Corona-Infektionen in Großbritannien erwägt Premierminister Boris Johnson, die Notfall-Gesetze teils wieder außer Kraft zu setzen. Dies würde bedeuten, dass sich Personen, die mit Covid-19 infiziert sind, künftig nicht mehr in Selbstisolation begeben müssten.

Ungeimpfte Griechen über 60 werden von nun an zur Kasse gebeten: Wer sich die Corona-Impfung weiterhin nicht verabreichen lässt, wird im Januar mit 50 Euro Strafe belegt, von Februar an sind es dann 100 Euro monatlich. Die Regelung trat in der Nacht auf Montag in Kraft. Von der Maßnahme betroffen sind laut Staatsrundfunk rund 300’000 Menschen.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), die für die Zulassung der Impfstoffe in der EU zuständig ist, warnt: Regelmäßige Booster alle vier Monate könnten sich negativ aufs Immunsystem auswirken und es überlasten. Dadurch könnten die Menschen nicht nur ermüdet werden, sondern auch die Immunreaktion geschwächt werden. EMA-Impfchef Marco Cavaleri erklärte: «Die Verwendung zusätzlicher Auffrischungsimpfungen kann zwar Teil von Notfallplänen sein. Aber wiederholte Impfungen in kurzen Abständen wären keine nachhaltige Langzeitstrategie.» Die Ansicht teilt auch Infektiologe Huldrych Günthard vom Universitätsspital Zürich. «Es ist immer ein Abwägen zwischen Sicherheit und Nutzen. Bei der dritten Impfung respektive dem Booster überwiegt der Nutzen klar. Bei einer vierten Impfung muss das nicht zwingend der Fall sein – gerade bei einem kurzen Zeitintervall.» Derzeit hoffe man, dass sich die Situation wegen Omikron zur Endemie hin weiterentwickelt. «Durch eine Ansteckung erhalten dann auch Ungeimpfte einen partiellen Schutz gegen das Sars-Cov-2-Virus, und bei Geimpften wird die Immunantwort noch besser.» «In der Allgemeinbevölkerung würde sich dann das Sars-CoV-2 Coronavirus zu einem Erkältungsvirus ohne schwere Verläufe entwickeln, in Analogie zu den schon vier zirkulierenden humanen Coronaviren, die etwa 30 bis 50 Prozent unserer jährlichen Erkältungen ausmachen.»

17.1.22 Omikron zwingt zu einem Strategiewechsel, wie Experten sagen. Weil sie damit rechnen, dass sich ein großer Teil der Bevölkerung in den nächsten zehn Tagen anstecken wird, verliert auch das Mittel der Massentests und Quarantäne an Bedeutung. Aus epidemiologischer und wirtschaftlicher Sicht wäre es für Jürg Utzinger, Direktor des Schweizerischen Tropen- und Public-Health-Instituts, denkbar, Quarantäne und flächendeckende Tests vorübergehend zu reduzieren, bis die Fallzahlen wieder ein viel tieferes Niveau erreicht haben. Man dürfe die Selbsttests nicht vergessen, sagt Daniel Speiser, Immunologe und emeritierter Professor an der Universität Lausanne. Sie seien zwar weniger sensitiv als PCR-Tests, doch zeigten sie klar an, wenn jemand Covid-Symptome habe. In diesem Fall müsse man auf Distanz gehen. Selbsttests seien deshalb sehr nützlich. In der Phase des «Flächenbrands» wird offenbar die Selbstverantwortung wieder wichtiger. «Es ist nicht nur Selbst-, sondern auch Nächstenverantwortung», sagt Speiser. Er habe große Hoffnungen, dass Omikron die Rückkehr in die Normalität bedeuten könnte, sagt Speiser. So schnell werde die Variante nicht von einer anderen verdrängt. «Omikron ist dermaßen erfolgreich, ironisch gesagt, und damit schwer zu schlagen.» Utzinger gibt sich weiterhin «vorsichtig optimistisch»: «Ich gehe davon aus, dass wir den höchsten Punkt dieser Omikron-Welle schon sehr bald erleben und dass die Fallzahlen danach ebenso schnell wie sie gestiegen sind auch wieder sinken.» Philipp Walter, Präsident der schweizerischen Union für Labormedizin, meint, wenn so viele Leute angesteckt würden, gehe man am besten davon aus, dass jeder positiv sein könnte.

«Nur Idioten sterben an Corona», sagte Cirsten Weldon ihren Followern. Nun ist die bekannte US-Leugnerin selbst an den Folgen einer Infektion gestorben. Auf Instagram und Youtube hatte die ehemalige Schauspielerin und Innenarchitektin in Videos immer wieder das Coronavirus geleugnet. Auch zweifelte sie an der Wirksamkeit der Impfstoffe. Sie sagte etwa, dass sie sich nicht an die Corona-Massnahmen halte und impfwillige Menschen in Warteschlangen belästige. In einem Video warnte sie auch, dass die Vakzine töten würden und man sich deshalb nicht impfen lassen sollte. Weldon war zwischen 50 und 60 Jahre alt und starb in einem Krankenhaus in Kalifornien. Ihr letzter Social-Media-Beitrag war ein Bild von sich selbst in einem Krankenhausbett mit einer Sauerstoffmaske. Im Post behauptete sie, sie habe eine „bakterielle Lungenentzündung“ – aber die Ärzte bestätigten, dass sie sich mit Covid infiziert hatte. Ihr Tod wurde am Freitag, 7. Januar 22, bekannt gegeben.

Peking hat seinen ersten Fall der Omicron-Variante gemeldet. Es ist die erste lokale Übertragung in der chinesischen Hauptstadt. Die Entdeckung erfolgt weniger als drei Wochen vor den Olympischen Winterspielen in Peking. Der erste Omicron-Fall in Festlandchina wurde im Dezember entdeckt. Seitdem haben viele Städte in China die Einwohner aufgefordert, zu Hause zu bleiben, und Massentests gestartet. China hat mit seiner Null-COVID-Politik die Coronavirus-Fälle niedrig gehalten. China behauptet, der Virus sei über ein Packet von Kanada gekommen. Die Leute werden angehalten keine Packete mehr zu empfangen.

Der Genesenennachweis, den ehemals Infizierte nach ihrer Covid-Erkrankung erhalten, ist ab sofort in Deutschland nur noch drei Monate gültig. Die Änderung gilt bereits. Weiterhin gilt, dass der Genesenennachweis ab 28 Tagen nach dem positiven PCR-Test-Ergebnis greift und nach 90 schon wieder abläuft. Nach den 90 Tagen empfiehlt das RKI eine Auffrischungsimpfung.

Laut Angaben des BAG erscheinen die Langzeitfolgen bei erwachsenen Menschen in satten 20 Prozent der Fälle. Die Belastung würde für Betroffene und deren Umfeld meistens noch unterschätzt. In schlimmen Fällen seien Betroffene schließlich unselbstständig, beschreibt Dr. Bartosz Bujan. «Viele entwickeln daraufhin psychische Probleme wie Ängste oder Depressionen.» In solchen Fällen sei eine psychiatrische Betreuung wichtig.

14.1.22 In der Schweiz ist die Immunisierung um die 90 Prozent der Bevölkerung über 20 Jahre. Sie sind entweder geimpft oder genesen; eine gute Nachricht, was aber nicht bedeute, dass schwere Verläufe ausgeschlossen seien. Der Gesundheitsminister musste vor den Medien seinen Omikron-Vergleich mit der Grippe verteidigen. Für Geimpfte und Geboostete sei der Verlauf des Coronavirus ähnlich wie eine Erkältung oder leichte Grippe, argumentierte Berset. Das sei keine Verniedlichung der Krankheit.

Omikron-Tsunami Israel ist in Sachen Corona-Pandemie der übrigen Welt oft einen Schritt voraus – im Guten wie im Schlechten. Wissenschaftler der Hebräischen Universität Jerusalem prognostizieren, dass bereits in zwei Wochen der Höhepunkt erreicht sein werde – mit bis zu zwei Millionen Covid-Fällen.

Die gute Nachricht: Der Krankheitsverlauf bei Omikron ist deutlich abgemildert, vor allem bei den vollständig Geimpften. Professor Eran Segal vom Weizmann-Institute of Science urteilt, dass der Anteil der Omikron-Patienten im ernsten Zustand nur ein Fünftel von denen ausmacht, die in der Delta-Welle schwer erkrankt sind.

Die schlechte Nachricht: Die Krankenhäuser arbeiten trotz immer noch freier Behandlungsplätze bereits am Limit, weil immer öfter ärztliches Personal und Pflegekräfte auf den Intensivstationen wegen Infizierung ausfallen oder sich in Quarantäne befinden. Die gleiche Situation meldet die israelische Wirtschaft. Beschäftigte können wegen Corona nicht zur Arbeit kommen, sodass ein normaler Betrieb immer weniger zu gewährleisten ist. Nicht zuletzt deshalb wurde die Quarantänezeit von zehn auf sieben Tage verkürzt.

In Israel beträgt die Impfrate in der Bevölkerung 86 Prozent. Es sind eindeutig die 14 Prozent Ungeimpften, die das Gesundheitssystem belasten. Sie machen die überwiegende Mehrzahl der schweren Fälle aus. Der Expertenausschuss, der das Gesundheitsministerium und den Ministerpräsidenten Naftali Bennett berät, kommt zu dem Schluss, dass die Omikron-Welle nicht mehr durch einen Lockdown gestoppt werden könne. In einer landesweiten Ansprache sprach er von einem „Tsunami“. Das Testsystem in Israel ist dem Zusammenbruch nahe. mehr Informationen

Aktuell sei zwar die Anzahl der Fälle in der Schweiz sehr hoch, sagt Alain Berset im «RTS Forum». Doch die Zahl der Patienten auf den Intensivstationen sinke, die Hospitalisierungen seien «komplett unter Kontrolle». Die Omikron-Variante zirkuliere zwar sehr stark, doch die Impfung mache die Krankheit zu «etwas Überwindbarem». Der Bundesrat müsse die Maßnahmen auch immer wieder der Situation anpassen. Mit der Omikron-Variante sei die zehntägige Isolation und Quarantäne nicht mehr gerechtfertigt, so Berset. Denn mit der neuen Mutante des Coronavirus habe man gesehen, dass die Inkubationszeit und die Dauer der Ansteckbarkeit kürzer seien. Deshalb habe man sie verkürzt. Auch die Abschaffung der Quarantäne stehe zur Diskussion, erklärt Berset. Infizierte Personen liefen aber Gefahr, andere Menschen anzustecken. Deshalb soll die Isolation beibehalten werden.

13.1.22

Fake News – Eine besonders makabre Sprachnachricht macht im Moment die Runde. Darin schildert eine Frau den Fall eines Jungen (6), der kurz nach der Impfung kollabiert und verstorben sein soll. Die Informationen habe sie von einer Bekannten. Die Geschichte ist aber bloß erfunden. Dies haben das Rote Kreuz und die Polizei Kärnten der «Kleinen Zeitung», die sich dem Fall angenommen hat, bestätigt. Auch die Kärntener Landesregierung hat Ermittlungen aufgenommen. Sie kam ebenfalls zum Schluss, dass es den Vorfall nie gegeben hat. Pressechef Gerd Kurath bezeichnet die Behauptung, man habe versucht, den Betroffenen mit Schweigegeld mundtot zu machen, als «völlig absurd». Man habe nun sogar den Verfassungsschutz eingeschaltet. Die Urheberin der Audio-Nachricht hat zugegeben, dass es sich bei der Geschichte um eine Lüge handelte. Die Nachricht wird immer noch munter weiterverbreitet.

Frankreichs Senat hat die geplante Verschärfung der Corona-Regeln für Ungeimpfte in der Nacht zu Donnerstag, 13.1.22, mit Einschränkungen gebilligt. Um die fünfte Welle einzudämmen, erhalten Ungeimpfte damit schon bald keinen Zugang mehr zu Einrichtungen etwa der Gastronomie und Kultur und können keine Fernzüge und Flüge mehr nutzen. Bislang war dies noch mit einem aktuellen negativen Test möglich. Der Senat bestimmte aber, dass die 2 G Verschärfung nur solange gilt, wie sich mehr als 10’000 Corona-Patienten in französischen Kliniken befinden. Aktuell sind es rund 24’000 Patienten.

Dass die neue Variante mildere Verläufe verursacht, scheint sich zu bestätigen. Nun gibt es erste Hinweise auf den Grund dafür. Omikron ist schlecht darin, die Lunge zu befallen.

Djokovic gerät immer mehr in den Fokus der Justiz. Nun ermittelt auch Spanien gegen den ungeimpften Serben. Vom 31. Dezember bis am 4. Januar hielt er sich in Spanien auf, um zu trainieren und sich auf die Australien Open vorzubereiten. Doch dies soll nicht legal gewesen sein. So dürfen Personen aus Serbien nur noch geimpft nach Spanien reisen. Ausgenommen sind Personen, mit einer Ausnahmebewilligung, welche man bei einer Botschaft beantragen muss. Eine solche soll der Serbe aber nicht beantragt haben. Die offene Frage ist, ober er eine Aufenthaltsbewilligung hat, weil er ein Haus in Spanien hat und somit nicht als Tourist gilt. Die Spanien-Reise könnte dem 34-Jährigen auch im Visums-Streit in Australien zum Verhängnis werden. So wurde auf seinem Einreiseformular fälschlicherweise angegeben, dass er in den vierzehn Tagen vor der Einreise nicht reisen werde. Auch in Serbien steht Djokovic im Visier der Justiz: Er soll nach einem positiven Corona-Test gegen die Isolationsregeln verstoßen haben. Wie er ebenfalls zugegeben hat, gab er wissentlich Corona-positiv ein Interview. Dafür könnte ihm auch in seiner Heimat eine Haftstrafe drohen. Sein Visum in Australien wurde erneut entzogen. Der Einwanderungsminister hat sein persönliches Recht auf Aufhebung wahrgenommen. Die Anwälte des Serbens prüfen aber bereits rechtliche Schritte. Der Entscheid solle dann bis am Sonntag fallen. Am kommenden Montag beginnen in Melbourne die Australian Open.

Derzeit warten sechs Millionen Briten auf eine Operation oder eine Behandlung. Das entspricht dem höchsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen 2007. Mehrere Hunderttausende warten bereits länger als ein Jahr. Großbritannien hat etwa 67 Millionen Einwohner, in England leben rund 56 Millionen von ihnen. Wie bereits in vorherigen Corona-Wellen sind auch in den vergangenen Wochen wieder viele planbare Operationen verschoben worden, sodass sich der Rückstau weiter erhöhen dürfte. Die Zahl der Patienten, die länger als zwölf Stunden auf eine Notaufnahme warten mussten, hat im Dezember in England mit knapp 13’000 einen Rekord erreicht.

In Griechenland werden erneut freiberufliche Ärzte für einen Corona-Dienst aufgeboten. Sie sollen das wegen Omikron überforderte Gesundheitssystem entlasten. Die 90 Mediziner sollen schon von Donnerstag an in staatlichen Krankenhäusern vor allem in Nordgriechenland eingesetzt werden und ihre Kollegen dort entlasten.

12.1.22

Um der Lage Herr zu werden, schickt der schweizer Bundesrat nun eine Reihe von Massnahmen in die Konsultation. Diese dauert bis zum 17. Januar. Bereits beschlossen ist die Verkürzung der Quarantäne auf fünf Tage – diese tritt ab Donnerstag 13.1.22 in Kraft. Die 2G-Regel in gewissen Innenräumen, die Einschränkung privater Treffen (10 Personen oder 2G) und die Homeoffice-Pflicht sollen bis Ende März bestehen bleiben. Um die Isolation beenden zu können, muss eine Person weiterhin 48 Stunden ohne Symptome sein. Die Kontaktquarantäne wird ebenfalls auf fünf Tage verkürzt. Zudem wird die Quarantäne auf Personen beschränkt, die mit einer positiv getesteten Person im selben Haushalt leben oder in ähnlicher Weise regelmässigen und engen Kontakt hatten. Davon ausgenommen sind Personen, die ihre letzte Impfdosis vor weniger als vier Monaten erhalten haben oder vor weniger als vier Monaten genesen sind. Der Bundesrat will zudem die Gültigkeitsdauer vom Covidzertifikat von 365 auf 270 Tage reduzieren. Damit soll sichergestellt werden, dass das Zertifikat in der EU weiterhin anerkannt bleibt.

Der Bundesrat nutzt die Konsultation auch dazu, den Kantonen weitere Fragen zu unterbreiten – etwa zum Verbot des Präsenzunterrichts an den Universitäten, zur Kapazität im Bereich der Akutbetten, zur Testpflicht vor der Einreise für geimpfte und genesene Personen, zur Anpassung der Teststrategie wegen der starken Auslastung der Testlabors, zum Verzicht auf Antigen-Schnelltests oder zur kompletten Aufhebung der Quarantäneregeln. Diskutiert wird darüber hinaus die Ausweitung der Maskenpflicht im öffentlichen Raum.

In Graubünden müssen sich alle Pflegefachpersonen beim Kanton melden, um die Gesundheitsversorgung sicherzustellen. Sie könnten zu einem späteren Zeitpunkt zu einem Einsatz verpflichtet werden.

Die wissenschaftliche Taskforce des Bundes erwartet noch im Januar den Höhepunkt der Ansteckungen in der Omikron-Welle. Das Gremium rechnet mit mehreren tausend Spitaleinweisungen und 80 bis 300 zusätzlichen IPS-Patienten pro Woche, so Taskforce-Präsidentin Tanja Stadler an der BAG-Medienkonferenz.

Der „Wellcome Trust“, Großbritanniens größter unabhängiger Geldgeber für medizinische Forschung, forderte, das Coronavirus „wie eine Erkältung zu behandeln“. Nick Moakes, Chief Investment Officer des Trusts, sagte, dass Beschränkungen wirtschaftlich nicht mehr gerechtfertigt seien und es an der Zeit sei, mit dem Virus zu „leben“. Jedes Jahr bekommen die Verletzlichen einen Stoß durch die Viren. Der Rest von uns hat ein Maß an Immunität aufgebaut, das uns ausreichend schützt. Und wir leben damit.

Angesichts der rasanten Omikron-Ausbreitung könnte sich nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits in zwei Monaten mehr als die Hälfte der Menschen im Großraum Europa mit der Coronavirus-Variante angesteckt haben.

Im Kampf gegen die Omikron-Variante des Coronavirus gehen die Niederlande strikt vor: Seit drei Wochen gilt ein harter Lockdown. Nicht-essenzielle Geschäfte, Fitnessstudios, Kinos und Restaurants sind geschlossen, pro Tag darf man höchstens zwei Personen empfangen. Doch der gewünschte Effekt der einschneidenden Maßnahmen tritt bislang nicht ein. Das niederländische Gesundheitsinstitut RIVM meldete in den letzten sieben Tagen 200’000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus – ein neuer Höchstwert. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt damit bei 1147 Infektionen pro 100’000 Einwohner. Zum Vergleich: In Deutschland mit weniger strengen Maßnahmen beträgt sie 388, in der Schweiz 2017. Vor allem in der Altersgruppe von 18 bis 24 zirkuliert das Virus stark. So hat sich die Inzidenz im Vergleich zur Vorwoche auf über 3000 Fälle pro 100’000 Personen verdreifacht. Die niederländische Omikron-Welle schlägt sich zwar in den Fallzahlen nieder, macht sich in den Spitälern aber noch nicht bemerkbar. In Israel dagegen steigen die Spitaleinweisungen auf fast das doppelte von den Niederlanden.

Mexikos Regierung hat die Bevölkerung angesichts einer Rekordzahl neuer Infektionen mit Corona dazu aufgerufen, bei Symptomen nicht zum Testen zu gehen. «Anstatt zum Kiosk zu rennen, um sich testen zu lassen, ist es am besten, zu Hause zu bleiben. Somit kann man keine anderen Menschen anstecken.» Das sagte der mexikanische Gesundheitsstaatssekretär Hugo López-Gatell am Dienstag (Ortszeit). Die Verfügbarkeit der Tests sei für medizinisch notwendige Fälle vorgesehen. Demnach gebe es einen weltweiten Mangel an Tests. In Mexiko hat die Zahl der Coronavirus-Infektionen in den letzten Tagen deutlich zugenommen. In den vergangenen 24 Stunden wurde eine Rekordzahl von 33’626 Infektionen verzeichnet. Das Land gehört zu den am heftigsten von der Pandemie betroffenen Ländern. Insgesamt sind über 300’000 Menschen gestorben.

Eine Studie aus Großbritannien gibt im Kampf gegen das Virus nun aber Hoffnung. Wie jedes Jahr, wenn die Temperaturen sinken, landen viele mit einer Erkältung im Bett. Doch genau diese Viren könnten im Falle einer Covid-19-Infektion nun von großer Bedeutung sein. Zu diesem Ergebnis kommen die Forscher des Imperial Colleges in London. Ihre in der Fachzeitschrift «Nature Communications» veröffentlichte Studie zeigt nämlich, dass Personen nach einer Erkältung seltener an Corona erkranken. Die Wissenschaftler warnen jedoch, dass diese Daten nicht überinterpretiert werden sollten. «Es wäre ein großer Irrtum zu glauben, dass jeder, der kürzlich eine Erkältung hatte, gegen Covid-19 geschützt ist.»

11.1.22

Ausgerechnet in Tianjin 140 Kilometer südlich von Peking erlebt China nun seinen ersten lokalen Corona-Ausbruch der Omikron-Variante. Täglich pendeln Zehntausende von Tianjin nach Peking, denn der Hochgeschwindigkeitszug braucht für die Strecke nur 34 Minuten. Um eine mögliche Ausbreitung zu verhindern, wurde am Montag der Ticketverkauf für diese Strecke ausgesetzt. Im Gegensatz zu allen bisherigen in China gemeldeten Omikron-Fällen sind die beiden Infizierten nicht aus dem Ausland gekommen, sondern haben sich in Tianjin angesteckt. Durch Kontaktverfolgung und Massentests wurden bis Montag 39 weitere Infektionen identifiziert. Vor allem Schüler und ihre Eltern sind betroffen. Über einen Studenten, der am 28. Dezember von Tianjin in die 500 Kilometer entfernte Stadt Anyang gereist war, hat sich die Omikron-Variante nun außerdem in der Provinz Henan ausgebreitet. Anyang meldete am Montag 26 lokal übertragene Fälle und setzte den Fernverkehr in weiten Teilen aus. An zwei Universitäten in Tianjin wurde den Studenten laut einem Bericht der „Global Times“ untersagt, das Campusgelände zu verlassen. Weil 157 nicht null sind, nennt China seine Strategie inzwischen „dynamische Null“. In weniger als vier Wochen beginnen die Olympischen Winterspiele und in drei Wochen die Neujahrsferien, in denen traditionell Millionen Chinesen zu ihren Familien reisen. Bislang galt die Hauptsorge der Organisatoren der Frage, wie ein Entweichen des Virus aus der Olympia-Blase verhindert werden könne, in die sich Athleten, Betreuer und Berichterstatter aus aller Welt während der Spiele begeben müssen.  mehr Informationen

Die Fallzahlen des Coronavirus erreichen in der Schweiz neue Höchststände. Seit Freitag wurden 63’647 neue Fälle gemeldet. Hospitalisiert wurden in den vergangenen drei Tagen 233 Personen. Vor einer Woche waren es nur 150. Die Spitäler sind damit zu 73,2 Prozent ausgelastet. Insgesamt liegen 1859 Personen wegen dem Coronavirus im Spital, das entspricht 8,2 Prozent der Gesamtbelegung. Vor einer Woche waren die Schweizer Spitäler zu rund 67 Prozent belegt – sechs Prozent weniger. Der Anteil der Corona-Patienten lag derweil bei knapp über 7 Prozent. Trotz mehr Hospitalisationen liegen nicht mehr Patienten auf den Intensivstationen. So sind diese in der ganzen Schweiz zu 73,7 Prozent ausgelastet. Vor einer Woche lag die Auslastung bei 74,1 Prozent. 30,2 Prozent der Intensivbetten in der Schweiz sind aktuell von Corona-Patienten belegt. Vor einer Woche waren es noch 36,2 Prozent.

Im vergangenen Monat stellten laut der staatlichen Organisation DREES (Direction de la Recherche, des Études, de l’Évaluation et des Statistiques), „die Ungeimpften (8 % der Franzosen) 42 % der Krankenhauseinweisungen, 54 % der Intensivpatienten und 39 % der Sterbefälle dar“. Es gibt zwei Arten der Immunisierung gegen ein Virus: sich anzustecken (und zu überleben) und sich impfen zu lassen. Eckpfeiler des Anti-Impfdiskurses – „der Glaube an die Post-Wahrheit sowie die systematische Inanspruchnahme der Dramatisierung“ – trügen schließlich dazu bei, „die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit umzulenken, indem man ihr imaginäre Skandale präsentiert, gegen die man rebellieren müsse“.  mehr Informationen

Die Deutsche Evangelische Allianz (EAD) hat sich in einer Stellungnahme am Montag gegen eine Impfpflicht ausgesprochen. Diese sei „nicht zielführend“, heißt es in der Überschrift. Dennoch wolle die EAD Menschen ermutigen, sich freiwillig zu impfen und so die Pandemie zu bekämpfen. Die Impffrage dürfe zu keiner Bekenntnisfrage werden. Die Impfentscheidung liege in der Freiheit des Einzelnen. Dazu gehöre auch, Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen: Geimpfte müssten mit möglichen Nebenwirkungen, Ungeimpfte mit zusätzlichen Regelungen, zum Beispiel Testpflichten, im Alltag rechnen. Wer sich gegen eine Impfung entscheide, dürfe jedoch nicht pauschal vom öffentlichen oder kirchlichen Leben ausgeschlossen werden.

In Großbritannien wird der Ruf nach einem Ende von Impfen und Testen laut: Die Briten wollen Corona zu einer normalen Grippe machen. 150’000 Menschen sind in Großbritannien seit dem Pandemiebeginn an Corona gestorben. Das Königreich verzeichnet damit die meisten Covid-Toten in Europa – von Russland abgesehen. Im Sommer und Herbst des letzten Jahres lagen die Todeszahlen auf der Insel auf einem relativ niedrigen Niveau. Zuletzt gab es aber wieder täglich über 130 Opfer. Und die Zahlen steigen: Letzte Woche nahm die Zahl der Toten mit Corona gegenüber der Vorwoche um fast 40 Prozent zu.

Deshalb überrascht es, dass ausgerechnet jetzt prominente Stimmen in England eine völlige Strategie-Kehrtwende fordern. Es sei Zeit für «eine neue Normalität», sagte etwa der frühere Vorsitzende des Arbeitsstabs für Impfungen, Clive Dix, gegenüber dem britischen «Guardian». Er verlangt ein prinzipielles Umdenken im Umgang mit Corona. Der Experte meint, man sollte Covid-19 eher wie die altbekannte Grippe behandeln.

Auch Premierminister Boris Johnson ist überzeugt, man könne «einen Weg finden, um mit diesem Virus zu leben.» Nicht zuletzt scheinen sich auch die Medien in Großbritannien auf einen neuen Kurs einzustellen. So stellte die «Daily Mail» den Vergleich zu den jährlichen Grippetoten auf und kommt zum Schluss: «Mit Corona sterben halb so viele Menschen pro Tag als in einem schlechten Grippe-Jahr.» Das Boulevard-Blatt nennt dabei Zahlen der Regierung von der letzten starken Grippe-Saison 2017/18.

Der Experte für Infektionskrankheiten an der Universität von East Agnlia meint, dass Covid «mit ziemlicher Sicherheit» jedes Jahr schwächer werden würde. «Die Menschen werden eine natürliche Immunität entwickeln und das Virus schließlich zu einer Erkältung werden. Dann werden nur die sehr verwundbaren im weiteren Verlauf sterben

Alleine die traurige neue Rekordzahl an Todesopfern erinnere an den «tödlichen Ernst», der Lage, so der Vorsitzende des Britischen Ärzteverbandes, Chaand Nagpaul: «Wir dürfen die Wirkung Omikrons nicht zu einer milden Erkrankung verniedlichen. Insbesondere nicht, wenn die Zahl der Spitaleinweisungen weiter steigtmehr Informationen

10.1.22

Für die Einreise nach Deutschland gelten strengere Regeln. Etwa jedes zweite Land der Welt ist inzwischen von dieser Einstufung betroffen. Neben Luxemburg sind nun auch Schweden, Australien, Argentinien, die Vereinigten Arabischen Emirate mit dem Winterurlaubsziel Dubai, Israel und Kenia auf der Risikoliste. Von den Nachbarländern Deutschlands ist nur noch Österreich kein Hochrisikogebiet. Wer aus einem solchen Gebiet einreist und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne und kann sich frühestens fünf Tage nach der Einreise mit einem negativen Test davon befreien.

Israel gehen die PCR-Tests aus. Bisher galt das Land als Vorbild für restriktive Corona-Maßnahmen. Angesichts der hochansteckenden Omikron-Variante ändert Ministerpräsident Naftali Bennett, unterstützt vom Corona-Expertenrat, die Strategie nun komplett. Fast alle geltenden Beschränkungen wurden gelockert oder aufgehoben.

Die Fallzahlen steigen rasant. 30.000 PCR-Tests werden derzeit täglich in die Labore geschickt. Die arbeiten sieben Tage die Woche rund um die Uhr. Sie kommen schlichtweg nicht mehr hinterher. „Wir stoßen derzeit an die Grenzen unserer Möglichkeiten“, sagte etwa Doron Netzer, der für die größte Krankenkasse Clalit für die Testkapazitäten zuständig ist, der Tageszeitung Haaretz.

Israel und die Welt stünden vor einer Situation, die logistisch schwer zu bewältigen sei, sagte Ministerpräsident Bennett am Samstagabend in einer Stellungnahme, in der er die neue Strategie erklärte. „Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Sturm jetzt auf uns zukommt.“

„Da Omikron so ansteckend ist, sind unsere Bemühungen, seine Ausbreitung zu stoppen, wahrscheinlich ziemlich aussichtslos“, sagte etwa der Vorsitzende der israelischen Vereinigung der Ärzte für öffentliche Gesundheit, Hagai Levine, der Tageszeitung Jerusalem Post.

Deshalb ändert Israel nun seine Strategie: Impfe sich und bleibe am besten zu Hause, wer kann, bis der Sturm vorüber ist – so lässt sich die neue Taktik zusammenfassen.

„Die Zahlen müssten sehr hoch sein, um Herdenimmunität zu erreichen“, sagte Israels oberster Gesundheitsberater Nachman Ash in einer Stellungnahme am Samstag. „Das ist möglich, aber wir wollen es nicht durch Infektionen erreichen, sondern durch eine Vielzahl geimpfter Personen.“

Ab sofort dürfen nur noch Risikogruppen und Ältere PCR-Tests erhalten, die bisher etwa für Schulkinder verpflichtend waren. In Zukunft aber sollen Antigenselbsttests für alle Nichtrisikogruppen ausreichen, auch um sich aus der Quarantäne herauszutesten.  mehr Informationen

Salman Zarka (58), der Corona-Beauftragte der israelischen Regierung: „Wir müssen lernen, mit dem Virus zu leben.“ „Wir sind in einer komplizierten neuen Phase“. „Weil das Virus sich verändert hat“, sagt er. Die Omikron-Variante breite sich so rasend schnell aus, dass es keinen Sinn habe, einen Lockdown nutzen zu wollen, um mögliche Ansteckungsketten nachzuverfolgen: „Bevor heute ein Gesundheitsamt irgendjemanden warnen könnte, hat der Betroffene längst unzählige andere angesteckt.“

Erste israelische Studien zeigten dieser Tage, dass die vierte Dosis die Zahl der Antikörper anfangs sogar verfünffacht – dass aber schon bald danach deren Präsenz im Blut wieder sehr stark zurückgeht. Die vierte Corona-Impfung zeigt in israelischer Studie nicht erhoffte Wirkung.

Zarka sieht das pragmatisch: Die Zahl der Antikörper sei „nicht das entscheidende Thema“. Ihm sei nur wichtig: Wie sieht der klinische Verlauf aus im Fall der Erkrankung? „Nachdem die dritte Spritze uns gegen Delta geholfen hat, hoffen wir jetzt, dass uns die vierte Spritze gegen Omikron hilft.“

„Niemand weiß ja, was nach Omikron kommt.“ Zarka sagt, er sei einerseits optimistisch, mache sich andererseits aber auch keine Illusionen. „Ich glaube, es ist keine gute Idee, nun ganz einfach zu hoffen, das Virus möge bitte bald verschwinden, ein für alle Mal.“ Zarka plädiert für eine kluge Mixtur aus Zuversicht und Realismus, auch für eine größere Offenheit der Menschen für Uneindeutigkeiten. „Wir werden unser Leben zurückbekommen, allerdings nicht genau so, wie es vorher war.“ „Masken werden in manchen Situationen weiter eine Rolle spielen, Impfungen werden unverzichtbar sein.“ Nach einem glorreichen Sieg übers Virus hört sich das nicht an, eher nach „friedlicher Koexistenz“ – und nach fortgesetzter Anspannung. „Sehen Sie sich Israel an, wir sind es gewohnt, mit einem solchen Zustand zu leben. Ringsum haben wir Feinde. Dennoch geht es uns gut, wir haben eine dynamische Wirtschaft, ein gutes Gesundheitswesen, eine blühende Wissenschafts- und Kulturlandschaft.“

Der 58-Jährige gehört zu den wenigen Drusen, die es in Israel in hohe Regierungsämter geschafft haben. Für seine Arbeit, sagt er, spiele das keine Rolle: „Ach wissen Sie, wenn ich morgens in den Spiegel blicke, sehe ich eigentlich nur einen ganz normalen Menschen, einen Israeli. Ich teile mich selbst nicht in irgendwelche Kategorien ein, das mache ich auch bei anderen nicht. Ich habe eine wichtige Mission, die versuche ich zu erfüllen, mit vielen Kollegen, mit Drusen, Arabern, Juden. Wir strengen uns gemeinsam an und geben unser Bestes.“  mehr Informationen

Jetzt ist’s genug. Seit Sonntag sind die Grenzen in Israel wieder offen. Geimpfte Touristen dürfen einreisen – und vor allem dürfen Israelis wieder auf Auslandsreise. Obwohl Israel gerade die höchste Infektionswelle seit Beginn der Pandemie registriert. Die Hälfte der Schwerkranken sind Ungeimpfte – obwohl diese nur 14 Prozent der Israelis über 20 ausmachen. Über 60-Jährige erhalten nach drei Dosen des Biontech/Pfizer-Vakzins eine vierte Impfung mit Moderna. Es ist weltweit der erste Versuch dieser Art mit kombinierten Impfstoffen.  „Alles auf“, das bedeutet jetzt neben der Reisefreiheit auch Restaurantbesuche und Partys im großen Kreis, offene Schulen und die Verlegung des Testens in den privaten Haushalt und damit in die persönliche Verantwortung. Innerhalb von wenigen Wochen, so schätzen Expertinnen und Experten, könnte sich jeder dritte Israeli mit dem Virus infizieren. Man nimmt die sich bisweilen täglich ändernden Corona-Regelungen lethargisch bis gereizt auf und passt sie mehr oder minder seinem persönlichen Alltag an. Die Behörden verlieren den Überblick. Es besteht keine Meldepflicht. Die Regierung weiß also nicht mehr, wie viele Menschen tatsächlich infiziert oder diagnostiziert sind. Die Synagogen und Moscheen sind wieder voll. Die Kirchen waren es zu Weihnachten auch. Die Regierung kann schnell wieder ihre Haltung ändern: „Wer weiß, wie es in einer Woche aussieht.“  mehr Informationen

8.1.22

Die Schweiz hat im Gegensatz zu den ebenfalls stark betroffenen Ländern Dänemark, Spanien oder Frankreich eine offene Flanke: Bislang sind nur etwa 67 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpfteiner der niedrigsten Werte in Westeuropa. Auch die Booster-Kampagne für die breite Bevölkerung startete relativ spät in der Schweiz, bislang haben erst 24 Prozent der Einwohner ihre dritte Impfung erhalten. In Spanien liegt der Anteil bereits bei 28 Prozent, in Frankreich bei 33 und in Deutschland bei gut 38 Prozent. Expertinnen und Mediziner rechnen deshalb damit, dass sich die Lage in der Schweiz bald verschlimmern wird. Für Schweizer Verhältnisse gelten derzeit relativ strikte Regeln. Die Schweizer Regierung bleibt damit ihrer eher abwartenden, zurückhaltenden Linie in der Bekämpfung der Pandemie treu.

7.1.22

Im April 2020 äußerte sich der 34-Jährige Novak Djokovic erstmals öffentlich zur Impfthematik. In einem Livestream erklärte er: «Ich persönlich bin gegen Impfungen. Ich möchte nicht, dass mich jemand zwingt, einen Impfstoff einzunehmen, um reisen zu können.» Doch sehr viele Länder verlangen gewisse Impfungen, um einreisen zu können. Australiens Regierung hat dem Vorwurf von Novak Djokovics Vater Srdjan Djokovic widersprochen, der Tennisstar sei nach seiner Landung in Melbourne wie «im Gefängnis» eingesperrt worden. «Herr Djokovic wird nicht in Australien gefangen gehalten, er kann jederzeit gehen, und der Grenzschutz wäre dabei behilflich», sagte Innenministerin Karen Andrews dem Sender ABC News am Freitag. Vater Srdjan hat am Donnerstag in einer Pressekonferenz in Belgrad,  seinen Sohn zum «Freiheitskämpfer» stilisierte. Der 61-Jährige stilisiert seinen Sohn dabei schon fast zum Volkshelden hoch: «Novak ist das Herz von Serbien, Novak ist Serbien», sagt er an der Pressekonferenz. «Er ist nicht nur Serbien, er ist die ganze freie Welt.» Novak lasse aus seiner Unterkunft im Migranten-Hotel in Melbourne verlauten: «Gott sieht alles – mein Segen ist geistlich!» «Sie wollten Novak und ganz Serbien unterwerfen, auf die Knie zwingen. Jesus ist gekreuzigt worden – und jetzt wollen sie Novak auf die gleiche Weise kreuzigen.» «Er ist ein Gefangener dieser Schweine, sie haben ihm alles weggenommen ausser dem Telefon. Die freie Welt muss sich erheben!» Bei einer Demonstration in Belgrad schwenkten zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer serbische Flaggen oder trugen Banner, unter anderem mit der Aufschrift: «Sie haben Angst vor dem Besten, stoppt den Corona-Faschismus».

Im Mai 2020 hatte Djokovic bekanntgegeben, sich mit Covid infiziert zu haben. Allerdings akzeptieren die australischen Behörden eine überstandene Infektion nur dann als Grund, sich die geforderte zweifache Impfung zu ersparen, wenn sie weniger als sechs Monate zurückliegt. Andererseits war Djokovic offenbar sicher, einreisen zu dürfen, nachdem ihm der Staat Victoria, wo das Turnier stattfindet, in einem anonymisierten zweistufigen Verfahren „medizinische Immunität“ zugesichert hatte – ein Verfahren, dem auch alle anderen Spieler unterworfen wurden, die um Ausnahmegenehmigung ansuchen. Dieses Verfahren betraf allerdings nur die Spielgenehmigung für das Australian-Open-Turnier in Melbourne, nicht die Einreisegenehmigung nach Australien.

Auch in Tiroler Hotels ist Djokovic bereits dadurch aufgefallen, dass Covid-Regeln für ihn offenbar nicht gelten. Es erscheint normal, dass die Reichsten keine Steuern zahlen, dass die größten Vermögen anderen Regeln unterliegen als die kleinen, kurz, dass Demokratie mit Gleichheit ebenso wenig zu tun hat wie mit Brüderlichkeit. Djokovic behauptet von sich, er habe Kräfte, die Keime von ihm fernhalten, und zwar mit Emotionen.

2018 sorgt er bei einem Interview mit dem Magazin «Shortlist» für Aufsehen. Dort sagt Djokovic: «Ich glaube, dass es unsere Aufgabe ist, durch Selbstfürsorge eine höhere Frequenz zu erreichen.» Dafür müsse man seinen eigenen Avatar, den Körper erforschen, respektieren und dadurch die Schwingung des Planeten anheben.

Im letzten Jahr erstaunt der 20-fache Grand-Slam-Sieger mit Theorien. Er sei überzeugt, dass Wasser auf menschliche Emotionen und mentale Beeinflussung reagiere, sagt er damals. «Ich kenne Leute, die durch energetische Transformationen und die Kraft von Gebeten Wasser verwandelt haben. Aus dem vielleicht giftigsten Wasser wurde das Wasser mit der grössten Heilkraft, weil Wasser reagiert.»

Novak Djokovic kämpft weiterhin dafür, in diesem Jahr an den Australian Open antreten zu dürfen. Gerichtsdokumente bringen weitere Details ans Licht. Der serbische Tennis-Star wurde am 16. Dezember positiv auf das Coronavirus getestet! Nachdem Djokovic am 16. Dezember positiv getestet wurde, nahm der Tennisstar angeblich an diversen Veranstaltungen teil – ohne Maske. Auch am 17. Dezember sei der Serbe laut Journalist Ben Rothenberg an einem Event gewesen. Zudem soll der positive Test zu spät für eine Ausnahmegenehmigung erfolgt sein, um ungeimpft in Australien einreisen zu können. Die Frist für die Beantragung verstrich demnach bereits am 10. Dezember.

  • Novak Djokovic darf nach einem stundenlangen Prozess in Australien bleiben! Ob der Serbe nun an den Australian Open teilnimmt, bleibt vorerst unklar.

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Ungeachtet des rasanten Anstiegs von Infektionen mit dem Coronavirus in Indien hat ein Gericht die Absage eines der grössten Hindu-Festivals im Land abgelehnt. Zu dem am Samstag beginnenden jährlichen Festival Gangasagar Mela werden hunderttausende Pilger erwartet. Ein gerichtliches Verbot war von einem Arzt in Kolkata beantragt worden. Er sorgte sich, das sich über Tage hinziehende Fest könnte zu einem «Superspreader-Event» werden. Im April und Mai des vergangenen Jahres war Indien von einer verheerenden Infektionswelle überrollt worden, mehr als 200’000 Menschen starben. Angeheizt wurde sie damals von der tödlichen Delta-Variante, aber auch durch grosse Wahlkampfveranstaltungen sowie durch das hinduistische Kumbh Mela-Festival.

Die Philippinen haben wegen der Corona-Pandemie und aus Angst vor der hochansteckenden Omikron-Variante zum zweiten Mal in Folge eine der grössten Prozessionen der Welt abgesagt. Traditionell ziehen beim «Fest des Schwarzen Nazareners» Millionen Katholiken barfuss durch die Hauptstadt Manila und drücken ihre Verehrung für die gleichnamige schwarze Christusfigur aus.

4.1.22

Die neue Omikron-Variante sorgt für Corona-untypische Symptome. So wurden bei einzelnen Patienten auch blassgraue Lippen, Haut und Nagelbetten beobachtet. Wie die amerikanische Gesundheitsbehörde schreibt, seien sie ein Hinweis auf einen niedrigen Sauerstoffgehalt im Blut. In diesem Fall rät die Behörde betroffenen Personen, sich schnellstmöglich in medizinische Behandlung zu begeben. Auch Atemprobleme, andauernde Schmerzen und anhaltende Müdigkeit werden als Omikron-Symptome angegeben. Genauso wie Hautausschläge oder Nachtschweiß.

Die neue Variante des Coronavirus lässt die Fallzahlen in der Schweiz in die Höhe schnellen. Silvia Steiner, Präsidentin der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren, schließt einzelne Schulschließungen wegen hoher Fallzahlen mit dem Coronavirus nicht aus. Mit Personalengpässen rechnen auch die systemkritischen Bereiche. Unternehmen in der Lebensmittelversorgung, Telekommunikation oder dem Transportwesen sorgen deshalb laut der Agentur AWP vor. Bei den Lebensmittelhändlern heißt es, die Warenlager seien gut gefüllt. Die Versorgung der Schweizerinnen und Schweizer mit Lebensmitteln sei nicht gefährdet.

Stand 30.12.2021 wurden 299 Personen gemeldet, die im Zusammenhang mit einer SARS-CoV-2-Infektion in der Schweiz hospitalisiert wurden und bereits eine 3. Impfung erhalten haben. Angesichts der über 2,1 Millionen verabreichten Booster-Dosen sei die Zahl «sehr gering», so der BAG-Sprecher. Nur etwa 0,014 Prozent der seither geboosterten Personen mussten demnach hospitalisiert werden.

Österreich hat eine neue Hochburg des Coronavirus: Der Nobel-Ski-Ort Kitzbühel. Im Bezirk wurde mit 992,6 neuen Fällen auf 100’000 Einwohner sogar die höchste Sieben-Tage-Inzidenz des Landes gemeldet. Man könnte meinen, dass bei solch hohen Infektionszahlen die Party-Stimmung in den Kult-Lokalen des Skiortes getrübt wäre. Doch das Gegenteil ist der Fall. Laut einigen Gästen halten es die Clubs zudem nicht so genau mit den Corona-Regeln. Entgegen der Covid-Verordnung sei auch an der Bar ausgeschenkt worden.

In China ist in einer weiteren Millionenstadt wegen Corona-Infektionsfällen ein kompletter Lockdown verhängt worden. In Yuzhou in der zentralchinesischen Provinz Henan war es den Einwohnern seit Montagabend untersagt, ihre Häuser und Wohnungen zu verlassen. Die örtlichen Behörden kündigten an, dass die strikte Einhaltung der Ausgangssperre von Wachposten kontrolliert werden solle. In der nördlichen Millionenmetropole Xi’an gilt bereits seit zwei Wochen ein Komplett-Lockdown, nachdem es dort zu einem Coronavirus-Ausbruch gekommen war. Xi’an verzeichnete mehr als 1600 Infektionsfälle seit dem 9. Dezember, in den vergangenen Tagen waren dort die Zahlen der Neuinfektionen jedoch rückläufig.

1.1.22
Die Vereinigten Arabischen Emirate haben ein Reiseverbot für alle Bürger verhängt, die nicht gegen das Coronavirus geimpft sind. Ab 10. Januar dürften Ungeimpfte das Land nicht mehr verlassen, teilte das Außenministerium am Samstag mit.

Viele Menschen der chinesischen Millionenstadt Xi’an haben nicht genug zu essen – die Stadt mit 13 Millionen Einwohner ist seit fast zwei Wochen im Lockdown. Doch anders als in anderen Orten der Welt, dürfen Menschen ihr Zuhause nicht einmal zum Einkauf von Lebensmitteln verlassen. Zuvor war ihnen zwei Tage Zeit gegeben worden, um sich mit allem Nötigen zu versorgen, nun ist die Millionenstadt komplett abgeriegelt. Xi’an hatte die Corona-Beschränkungen verschärft, nachdem am 9. Dezember 1300 neue Corona-Fälle registriert wurden. Am Mittwoch meldete die Stadt 155 neue örtlich übertragene Infektionsfälle, insgesamt sind es dort inzwischen etwa 1000 Fälle.

Wegen der Ausbreitung des Virus und der Omikron-Variante beschloss die Regierung in Italien diese Woche neue Maßnahmen. Vom 10. Januar an gilt in Hotels, Kongresszentren, im öffentlichen Nah- und Fernverkehr, in Skiliften und auf Festen die 2G-Regel – man muss also geimpft oder genesen sein.

Die Zahl der Neuinfektionen in Südafrika war in den vergangenen Tagen um fast 30 Prozent im Vergleich zur Vorwoche gesunken. Die Zahl der Krankenhauseinweisungen wegen des Virus war in acht der neun Provinzen des Landes rückläufig. «Die Omikron-Variante ist zwar hochgradig übertragbar, aber die Zahl der Krankenhauseinweisungen war niedriger als bei früheren Wellen», erklärte das Präsidialamt.

Link zu den Berichten im Jahr 2021 Corona 2021

Vorhergehende Meldungen unter: Corona News

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