Droht ein neuer Ölkrieg?

Iran übe die volle Kontrolle übe den Persischen Golf aus, und die US-Marine gehöre nicht in den Golf. Das sagte am Montag General Alireza Tangsiri, der Marinechef der Iranischen Revolutionswache.

Die Bemerkungen kommen zu einem Moment, da Teheran hat durchblicken lassen, dass es militärische Aktionen im Golf unternehmen könnte, um die Ölexporte anderer Staaten der Region zu blockieren. Das wäre als Vergeltung für die amerikanischen Sanktionen gedacht, die darauf abzielen würden, die iranischen Ölverkäufe zu stoppen. Hochrangige amerikanische Offizielle haben in letzter Zeit mehrfach  gesagt, es sei ihr Ziel, die iranischen Ölexporte «auf null» zu reduzieren.

Die USA unterhält eine Flotte im Golf, welche die Routen der Öltanker beschützt. General Tangsiri meinte, Iran übe die Kontrolle sowohl über den Golf, als auch über die Meerenge von Hormuz selber aus. Die Blockierung der Meerenge wäre der direkteste Weg, zur Unterbindung des Schiffsverkehrs. «Wir können die Sicherheit des Persischen Golfs garantieren, und es bedarf keiner Präsenz vom Fremden wie den USA und Staaten, deren Heim nicht hier ist», sagte Tangsiri. Seine Worte erschienen in der Nachrichtenagentur Tasnim in englischer Übersetzung.

Inzwischen mehren sich die Anzeichen für einen weiteren Aufbau der Spannungen rund um Syrien, wobei nie ganz auszumachen ist, wo die verbale Eskalation endet und wo die faktische Provokation beginnt.

Laut Angaben eines russischen General-Majors sei die USS Ross, ein Zerstörer mit Lenkraketen, am 25. August ins Mittelmeer eingefahren, bestückt mit 28 Tomahawk-Cruise-Raketen, die jedes Ziel in Syrien treffen können.

Im Verlaufe der Woche haben bis zu 17 russische Kriegsschiffe den Bosporus in Richtung Syrien durchfahren haben.  mehr Informationen

Schon 2012 hat der Iran gedroht die Öltransporte im Persischen Golf zu unterbrechen.  Die Straße von Hormus gilt als zentral für die Weltwirtschaft. Ein Großteil der globalen Ölversorgung muss durch dieses Nadelöhr.

„Eine Sperrung der Straße von Hormus wäre ein Problem für jeden“, sagt Jakob, für Exporteure wie Saudi-Arabien, Irak und die Vereinigten Arabischen Emirate ebenso wie für alle Importeure. Denn durch die Meerenge werden rund 20 Prozent des weltweit vermarkteten Öls verschifft.
Orient-Experte Fürtig geht davon aus, dass es nicht einmal zu einer militärischen Sperrung des Wasserweges kommen müsste. „Es reicht, wenn der Iran sie glaubwürdig ankündigt. Dann übernimmt keine Versicherung mehr die Policen für einen Tanker. Die Schiffe bleiben im Hafen.“
Der Iran hat schon so oft mit einer Sperrung der Straße von Hormus gedroht, dass die anderen Länder Vorsichtsmaßnahmen ergriffen haben. Quer durch Saudi-Arabien vom Persischen Golf bis zum Roten Meer führt eine riesige Pipeline, außerdem gibt es eine vom Irak zum Roten Meer und eine vom Irak in die Türkei. Über die Kapazitäten dieser Pipelines kursieren unterschiedliche Zahlen. Sicher ist aber, dass sie den Seeweg nicht komplett ersetzen können. mehr Informationen

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