Das muslimische Aschura-Fest

10. Muharram  / 2017: 30.September

Mohammed schloss sich mit seinen Gefährten in Medina zunächst dem Aschura-Fest, dem Versöhnungstag der in Medina und dessen Umgebung sesshaften Juden an; man fastete an diesem Tag vom Sonnenuntergang bis zum Sonnenuntergang des nächsten Tages und nicht, wie im Ramadan, nur den Tag über. Nach dem islamischen Mondkalender fällt dieser Tag, an dem das Fasten auch im Islam eine empfehlenswerte Handlung geblieben ist, auf den 10. Muharram. Allerdings gilt das Fasten nur als Sunna, ist somit nicht bindend, sondern freiwillig. Das freiwillige Fasten wird oftmals mit einen Hadith – einer Überlieferung – begründet:
„Salim berichtete, dass sein Vater sagte: ‚Der Prophet sagte: Am Tag Aschura kann jeder fasten, der fasten will.’“

In Mekka wurden an diesem Tag – bis zum letzten Jahrhundert – die Tore des Heiligtums der Kaaba geöffnet.

Der 9. Muharram ist auch ein Festtag schiitischer Asketen; am 10. Muharram gedenken die Schiiten des Märtyrertods von al-Husain, dem Sohn des ersten Imams Ali. Somit blieb das Fasten am Aschura-Fest sowohl für die Sunniten als auch für die Schiiten Bestandteil religiöser Praktiken aus unterschiedlichen Gründen.

Der Monat Muharram, der erste Monat im islamischen Kalender, ist einer der vier heiligen Monate, in denen unter anderem jegliche Form der Auseinandersetzung untersagt ist und jeder zum Frieden aufgerufen ist.

Aschura ist für praktisch alle Muslime auf der ganzen Welt bedeutsam und wird verschiedentlich gefeiert.

Viele Sunniten fasten an Aschura. Außerdem bereiten sie eine Süßspeise zu, die an Nachbarn, Bekannte und Verwandte verschenkt oder gereicht werden.

An diesem Tag gedenken die Schiiten des Todes des dritten Imam Husain, in der Schlacht von Kerbela. Er gilt als Märtyrer, dessen Ermordung sowohl für die Schiiten, als auch in der Geschichte des Islams ein einschneidendes Ereignis darstellt, an welches sie mit verschiedenen Trauerfeiern gedenken. Husain war der Enkel des Propheten Mohammed. Meist bezeichnet Aschura den letzten Tag der jährlich zehn Tage dauernden schiitischen Trauer- und Bußrituale zu Ehren des Martyriums des dritten Imams Husain ibn ʿAlī. Während Aschura gedenken sie öffentlich der Schlacht von Kerbela im Jahr 680 im heutigen Irak. In dieser Schlacht wurden am 10. Muharram Husain ibn Ali sowie fast alle männlichen Verwandten getötet. Die Rituale des Aschura enthalten Erzählungen, Trauerprozessionen und Selbstgeißelung. Im Laufe der Rituale kommt es teilweise zu blutigen Verletzungen.

Bei den Aleviten wird nach 12-tägigem Fasten ebenfalls eine Süßspeise namens (Aşure) gekocht und als Symbol der Dankbarkeit unter Bekannten, Verwandten und Nachbarn verteilt und gemeinsam gegessen. Die Schiiten gedenken am zehnten Tag des Monats, während die Aleviten nach 12-tägigem Fasten also am dreizehnten Tag feiern. Hierdurch ergibt sich eine Verschiebung des Festtages um drei Tage; so wird bei den Aleviten stets drei Tage später gefeiert, als bei den Schiiten.

Nach ihrer Tradition strandete an diesem Tag nach der Sintflut Prophet Noah mit seiner Arche auf dem Berg Cudi.  Er und seine gestrandeten Gefährten wollten ein Festessen kochen, um die Erlösung von der Sintflut zu feiern, aber sie hatten nur wenig Lebensmittel zur Verfügung, und so haben sie alles, was sie noch hatten, in einen Topf getan und daraus die Aschura-Suppe gekocht. Die Suppe beinhaltet viele unterschiedliche Zutaten, wie Bohnen, Sultaninen, Walnüsse, Feigen, Weizen, Orangen, Granatäpfel, Kichererbsen, Datteln und Pfirsiche, so dass sie einen Eigengeschmack beinhaltet. Dennoch scheint man alle Zutaten einzeln herausschmecken.

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