Erdogan strebte schon lange nach Bruch mit Israel

Die Razzia gegen die Gaza-Flottille im Mai 2010 war offenbar nicht der Auslöser für die massive Verschlechterung der türkisch-israelischen Beziehungen. Bereits drei Monate zuvor kündigte der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan an, „alle Brücken zu Israel und den Vereinigten Staaten zu verbrennen“. Dies geht aus der internen Korrespondenz einer US-Sicherheitsfirma hervor, welche die Enthüllungsplattform „Wikileaks“ am Mittwoch veröffentlicht hat.

Am 20. Februar 2010 schrieb George Friedman laut Wikileaks in einer Zusammenfassung seines Gespräches mit Henry Kissinger folgendes: „Erdogan hat ihm (Kissinger) klargemacht, dass er plant, irgendwann mit Israel zu brechen und sich zur islamischen Welt zu orientieren. Er hat vor, deren Führer zu werden.“

Friedman ging davon aus, dass Erdogan bei einem israelischen Angriff auf Iran ein Sprungbrett für die Stellung „des muslimischen Führers“ sehe.

Im September vergangenen Jahres hatte die Türkei ihre Beziehungen zu Israel größtenteils abgebrochen. Anlass war die Veröffentlichung des „Palmer-Berichtes“ über die Flottille und die israelische Razzia, bei der drei Aktivisten zu Tode gekommen waren. Darin werden beide Länder kritisiert, die Gaza-Blockade hingegen als rechtmäßig gewertet.

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