Die ganze Welt schaut nach Israel und spekuliert, warum es zum jüngsten Gewaltausbruch kam

Einige meinen, der Ursprung liege im Iran, welcher möchte, dass die Welt sich von ihnen, dem Atomprogramm und dem Thema Syrien abwendet. Tatsächlich beherrscht nun Gaza die Schlagzeilen und die rund 200 Toten pro Tag in Syrien treten völlig in den Hintergrund.

Andere vermuten, Netanjahu würde mit dem Ausbruch des Konfliktes das Volk für die nächsten Wahlen hinter sich vereinen. Doch hat er das nötig? Einen wirklichen Konkurrenten gibt es nicht.

Es könnte aber auch die Hamas selbst gewesen sein, die eine Eskalation des Konfliktes erreichen wollte. Es war doch auffällig, dass Abbas gerade zur gleichen Zeit unterwegs war, um für sein Anliegen – einen neuen Status der Palästinenser bei der Uno – zu werben. Das hätte Abbas mehr Gewicht gegeben. Nun ist Abbas ausgeschaltet und die  Hamas wurde zum Ansprechpartner für die palästinensische Sache.

Aber nein, natürlich war es Mursi. Der Grund: Er kam innenpolitisch in eine Zwickmühle. Es gab einfach noch keinen Grund, um mit Israel zu brechen. Deshalb unterstützt er die Hamas und tritt nun als Vermittler auf. Noch nie ist Mursi so im Rampenlicht gewesen und wurde so hofiert wie jetzt.

Oder waren es vielleicht doch die Amerikaner? Gerade als die USA mit Israel die gemeinsamen Tests für das Raketen-Abwehrsystem begonnen hatten, erhielten sie eine Möglichkeit alles in einer realen Situation zu testen.

Aber vielleicht waren ja auch die Europäer die Drahtzieher. Endlich steht nicht mehr die Schuldenkrise im Mittelpunkt aller Nachrichten.

Alle haben nun die Möglichkeit, Statements abzugeben. Doch eine Lösung bietet niemand. Das ist auch nicht unbedingt von Interesse. Solange die Gelder für den Gaza nur fliessen, wenn man ein Opfer der Israeli ist, muss man diese Rolle weiter aufrechterhalten. Die Blockade von Israel im Gazastreifen scheint auch nicht die gewünschten Ergebnisse zu bringen. Schon lange sind es keine selbstgebastelten Raketen mehr, die da fliegen. Schwierig wird es ausserdem, wenn eine Seite Tote verhindern will und die andere Seite Märtyrer verehrt.

Warum stationiert man keine Blauhelme im Gazastreifen und lässt die Bevölkerung für das Geld, das sie erhalten, arbeiten? Warum gehen im Irak, einem islamischen „Haus des Friedens“, die Kämpfe immer weiter? Warum gibt es keine einheitliche syrische Opposition? Vielleicht ist das der Grund, weshalb man immer wieder einen gemeinsamen Feind sucht.

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