WM in Katar

Fußballfans, die während der bevorstehenden WM-Spiele 2022 in Katar die Regenbogen-Flagge zeigen, könnten laut einer Entscheidung der katarischen Behörden zu 7 bis 10 Jahren Haft verurteilt werden. Der Direktor der Anti-Terror-Behörde in Katar stellte klar: „Wir begrüßen die LGBT-Gemeinschaft in unserem Land, verbieten jedoch das Hissen der Flagge zum Wohle der Gemeinschaft, da wir ihnen sonst keinen Schutz bieten können.

Drei von 69 angefragten Hotels in Katar haben es einer TV-Recherche zufolge abgelehnt, homosexuelle Gäste aufzunehmen. Weitere wollen dies nur bei angepasstem Verhalten tun. Sexuelle Handlungen unter zwei oder mehreren Menschen gleichen Geschlechts können gemäss Strafgesetzbuch mit bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafen geahndet werden.

Laut katarischem Recht dürfen sexuelle Handlungen nur zwischen Männern und Frauen, die verheiratet sind, stattfinden. Ansonsten drohen gar siebenjährige Haftstrafen.

Alkoholverbot im Stadion Während sich die Fans schon auf ein kühles Bier im Stadion freuen, will die katarische Herrscherfamilie ein Alkoholverbot. Die Fifa dürfte sich darüber nicht freuen. Vor allem auch, weil ein Bierproduzent unter den Sponsoren ist. In Katar gibts alkoholische Getränke normalerweise nur in Hotel-Bars und Restaurants. Neben dem Stadion war auch Alkohol an den Festen neben den WM-Spielen ein Diskussionspunkt. Auch hier besteht noch keine Übereinkunft zwischen Fifa und der Herrscherfamilie, die Alkohol an Festen verbieten will.

Dass es an internationalen Fussballspielen keinen Alkohol gibt, ist nicht neu. An Spielen der Uefa – beispielsweise bei der Champions League – gibt es keinen Alkohol im Stadion. Und auch an der letzten WM in Russland 2018 gab es im Stadion kein Bier. In Russland besteht bereits seit einigen Jahren ein Ausschankverbot in Sportstätten.

Das Staatsoberhaupt Katars, Scheich Tamim bin Hamad Al Thani, hatte am 20. Mai bei seinem Staatsbesuch in Deutschland klargemacht, dass alle Menschen willkommen seien. «Wir werden niemanden hindern, uns zu besuchen, unabhängig von den eigenen Ansichten.» Der Scheich sagte aber auch: «Wir erwarten, dass unsere Kultur respektiert wird.» Heisst: Wer die Gesetze missachtet, muss nun mal mit Konsequenzen rechnen. Oder in anderen Worten: Es wird für Fussballfans keine Ausnahmen geben.

Aus westlicher Sicht ist Katar sicherlich nicht der optimale Gastgeber für eine Weltmeisterschaft.

Das Thema Transgender wird im Sport immer wichtiger. Zuletzt hatte der Schwimm-Weltverband Fina seine Regeln für die Teilnahme von Transmenschen an Wettbewerben verändert, von denen besonders die Frauenwettbewerbe betroffen sind. So dürfen Transfrauen nicht bei den Frauen starten, es sei denn, die Geschlechtsangleichung ist mit dem 12. Lebensjahr abgeschlossen, was so gut wie nie der Fall ist. Nun arbeitet auch der Fußball-Weltverband Fifa an neuen Richtlinien zum Umgang mit Transmenschen. „Die Fifa überarbeitet derzeit ihr Reglement zur Geschlechtergerechtigkeit in Absprache mit Experten“, teilte ein Fifa-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag mit.

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