Wir sind Ohr

Knapp 5400 Menschen haben sich an der «Wir sind Ohr»-Umfrage zum synodalen Prozess im Bistum Basel beteiligt. Nun liegen die Ergebnisse vor. Die Menschen fühlen sich von Papst Franziskus besser gehört als von Führungspersonen im Bistum Basel.

Als Hindernis, «besser aufeinander hören zu können», nennen 59 Prozent «enttäuschende oder verletzende Erfahrungen mit der Kirche».

Die Gruppen setzten sich laut «GFS Bern» aus 3202 Frauen und 2197 Männern zusammen – mit knapp 60 Prozent haben sich mehr Frauen an dem Umfrageprozess engagiert. An der Basis werde der Glauben häufig viel stärker so gelebt, wie es den heutigen Lebensrealitäten und Wünschen der Gläubigen entspreche.

«Allen Wünschen nach einer moderneren und progressiveren Kirche zum Trotze gibt es ganz klar auch Stimmen, die sich wieder eine stärkere Rückbesinnung auf traditionelle Werte und Normen wünschen. Und für viele ist es zunehmend so, dass sie sich als gläubige und bekennende Katholiken selber marginalisiert fühlen

Die Ergebnisse der Umfrage werden nächste Woche in einer synodalen Versammlung in Basel diskutiert. Daraus wird ein Bericht erstellt, der erst auf nationaler Ebene in der Bischofskonferenz diskutiert wird und dann nach Rom geht.

Hintergrund der Umfrage ist der synodale Prozess, den Papst Franziskus am 17. Oktober weltweit gestartet hat. 2023 diskutieren die Bischöfe in Rom darüber. mehr Informationen

Beitrag SRF 1

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Für viele ist eine Orientierung am Christentum/dem Evangelium beim Entscheiden wichtig, da dies als Richtlinie dient. Oft genannt werden Gebete, Predigten, die Bibel oder Eucharistiefeiern, die bei Entscheidungen weiterhelfen. Dabei vertrauen sie auf Gottes Hilfe und darauf, dass er sie begleiten wird. Besonders häufig wird durch Gebete um seinen Rat gebeten. Dabei weisen viele darauf, dass man auch bereit sein muss, zuzuhören.

Auf die Frage, in welchen Augenblicken die Dialoggruppen in der Kirche in ihrem Umfeld einen guten Dialog erleben, geben 17 Prozent eine selbst verfasste Antwort ab. Die Dialoggruppen nennen dabei häufig individuelle und konkrete Beispiele (z.B. im Klosterladen oder der gemeinsamen Bibelgruppe).

Die meisten offenen Rückmeldungen zu den Entscheidungsprozessen, welche als geistliche Prozesse wahrgenommen werden, sind vielfältige Hinweise auf konkrete Momente im Zusammenhang mit dem gemeinsamen Gebet, Denken an Gott, Singen, Bibelgesprächen, Gesprächsrunden oder allgemein dem Austausch in der Kirche (z.B: Krankengebet, Meditationsgruppe, Eucharistie, Kerze anzünden etc.).

Am meisten orientieren sich die Dialoggruppen bei der Entscheidungsfindung an den Grundwerten des Christentums (64%). Jeweils eine Mehrheit sucht Rat in Gottes Wort (54%) oder findet Orientierung im Dialog mit anderen Menschen, wie den Liebsten, Freunden oder der Familie (53%). Ebenfalls das Wort Gottes, aber in Form der Liturgie oder der Bibellektüre bestärkt 44 Prozent der Dialoggruppen. In Rückbesinnung auf sich selbst treffen 23 Prozent ihre Entscheidungen. Noch 14 Prozent suchen bei Entscheidungen den Rat der Seelsorge.

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