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Synodaler Weg in Deutschland

25.7.22 Rom läutet die finale Etappe ein: Bei vielen wird der Synodale Weg mit einer gewaltigen Enttäuschung enden. Von vornherein war klar, dass Rom Wegmarken setzen wird, um es in Deutschland nicht zu einer Reformation 2.0 kommen zu lassen. Reformen müssen sein. Aber das hat in Einheit mit dem Papst und der universalen Kirche zu geschehen.

In einer Erklärung von diesem Donnerstag, 21.7.22, präzisiert der Vatikan, dass die Gesprächsinitiative des Synodalen Wegs in Deutschland „nicht befugt“ sei, „die Bischöfe und die Gläubigen zur Annahme neuer Formen der Leitung und neuer Ausrichtungen der Lehre und der Moral zu verpflichten“. mehr Informationen

Der Verweis auf den päpstlich gewünschten Fluss der Synodalität – von den Ortskirchen in die Weltkirche und letztlich auf den Schreibtisch des Papstes – wird in der Erklärung abgesichert durch einen Verweis auf das Schreiben an das „Pilgernde Volk Gottes in Deutschland“ von Franziskus aus dem Jahr 2019.

Mitte Juni 22 hatte sich Papst Franziskus kritisch und ironisch über einige Ideen des Reformprojekts „Synodaler Weg“ der katholischen Kirche in Deutschland geäußert. In einem veröffentlichten Interview wiederholte er lachend einen Satz, den er dem deutschen Bischofskonferenz-Vorsitzenden Georg Bätzing gesagt hatte: „Es gibt eine sehr gute evangelische Kirche in Deutschland. Wir brauchen nicht zwei von ihnen.“

Die deutschen Bischöfe und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken weisen die neue Kritik aus dem Vatikan am Synodalen Weg zurück. „Wir werden nicht müde zu betonen: Es gibt keinen deutschen Sonderweg“. Dennoch sei es eine Pflicht, „klar zu benennen, wo aus unserer Sicht Änderungen notwendig sind“. „Wir bemühen uns seit Beginn des Synodalen Weges von Seiten des Präsidiums um direkte Wege der Kommunikation mit den römischen Stellen.“ Dadurch ließen sich offene Fragen klären. „Leider ist das Synodalpräsidium bis heute nicht zu einem Gespräch eingeladen worden.“ Diesen Umstand bezeichnen der Bischofskonferenz-Vorsitzende und die ZdK-Präsidentin als bedauerlich: „Synodale Kirche geht nach unserem Verständnis anders!“ Das gelte auch für die Publikation der Vatikan-Erklärung. Es zeuge von keinem guten Stil der Kommunikation innerhalb der Kirche, wenn nicht namentlich gezeichnete Erklärungen veröffentlicht würden.

Chefredakteur des Kölner „Domradio“, Ingo Brüggenjürgen kommentiert der , die Klarstellung des Vatikans bezüglich des Synodalen Wegs in Deutschland: „Vielleicht dient es dem Verständnis der alten Kirchenmänner hinter ihren hohen Vatikanmauern, wenn man die Euros aus den deutschen Finanztöpfen der Basis einfach mal einfriert – oder gleich für Not und Elend spendet?“ Weiter meint er: „Für die in Rom veröffentlichte Erklärung, die nicht einmal namentlich unterzeichnet ist, gilt die Empfehlung für anonyme Briefe: Ab in die Tonne!“ Außerdem sei „die wenig witzige päpstliche Bemerkung, dass doch eine reformierte Kirche in Deutschland reiche, … völlig fehl am Platz. Nein, irgendwann ist mal Schluss mit lustig!

Die kirchenpolitisch links stehende Zeitschrift „Publik Forum“ titelte: „Dem Synodalen Weg droht der Tod.“ Weiter lautet der Vorspann: „Das jüngste Schreiben aus Rom ist eine Kriegserklärung an das Reformprojekt der deutschen Katholiken. Denen bleibt nur, klein beizugeben oder den harten Konflikt zu wagen – mit unabsehbaren Folgen.“

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Wohin geht die Corona-Reise?

Bei einer Fernwanderung weiß man nie, was auf einem zukommt (siehe Buch: Zu Fuß nach Jerusalem). Vergangenes wird sich nie wiederholen. Doch aus den Erfahrungen lernen wir, auf was es ankommt.

Die neue Normalität ist ein Weg mit Corona und nicht eine Rückkehr in die gewohnte Lebensweise. Hier tun wir uns schwer. Doch im Nebel der «Wer-hat-Recht-Dispute» sitzen zu bleiben, bringt uns nicht weiter.

Nach dem globalen Dorf werden wir uns physisch auf die lokalen Infektionsgemeinschaften beschränken. Jeder Besuch einer Menschenansammlung ist von der Einschätzung begleitet, ist es mir das Risiko wert. Denn die Alternative, vom medialen Treffen ist auch gegeben. Dort allerdings müssen neue Wege beschritten werden, da das mediale Verhalten von konkreten Inhalten und nicht von der Atmosphäre lebt.

Vielleicht ist das Bild des Fernwanderns gar nicht so schlecht. Jeder muss seinen eigenen Rhythmus finden. Sich selbst darum bemühen, dass er die Nahrung zur rechten Zeit bekommt. Dabei geht es nicht nur um Essen, sondern auch um Inspiration und Gedankenaustausch. Wohin geht die Corona-Reise? weiterlesen