Schlagwort-Archive: Papst

Franziskus als Visionär

Der Papst besuchte im Irak nicht nur die Katholiken. Er machte sich zum Sprecher einer abrahamitischen Geschwisterlichkeit und zum Anwalt von Rechtsstaatlichkeit und Gemeinwohl.

Gegen die Tendenz zum Konfessionalismus, zur Abschottung in der eigenen Kleingruppe, pries der Papst die christliche Vielfalt der Konfessionen und Riten: Die Kirchen im Irak seien „wie bunte Fäden, die miteinander verflochten einen schönen Teppich bilden„. Gott selbst sei der Künstler, der diesen Teppich gewoben habe. Ein „Zeugnis geschwisterlicher Einheit in einer zersplitterten Welt“ sollten die Christen geben. Franziskus als Visionär weiterlesen

Papstreise in den Irak

Die christliche Gemeinschaft in der irakischen Stadt Karakosch setzt große Hoffnung auf den Papstbesuch in der kommenden Woche.

Wenn der Papst vom 5. bis 8. März den Irak besucht, dann steht auf seinem Besuchsprogramm auch die Kleinstadt Karakosch in der nordirakischen Ninive-Ebene. Karakosch sei zum Sinnbild des Wiederaufbaus und des Nichtaufgebens in schwierigen Momenten geworden, so Pater Jahola, der zu den Mitorganisatoren der Papstreise zählt. Papstreise in den Irak weiterlesen

Papst ermutigt zum Bibellesen

Die Heilige Schrift stellt einen unerschöpflichen Schatz dar, auf den wir stets im Gebet zurückgreifen können. Doch es gelte, sich dem Wort Gottes „ohne Hintergedanken“ zu nähern, ohne es zu instrumentalisieren. Das sagte Papst Franziskus am Mittwoch 27.1.21.

Die Worte in der Bibel seien nicht niedergeschrieben worden, „um auf Papyrus, Pergament oder Papier gefangen zu bleiben“. Vielmehr seien sie dazu bestimmt, von einem betenden Menschen empfangen zu werden, um damit fruchtbar zu werden und ihre Reise um die Welt anzutreten: „Diese Erfahrung machen alle Gläubigen: Eine Schriftstelle, die ich schon oft gehört habe, spricht eines Tages plötzlich zu mir und erhellt eine Situation, die ich gerade erlebe“, so der Papst. Papst ermutigt zum Bibellesen weiterlesen

Der Papst macht einen Schritt Richtung schiitische Welt

Im März will Franziskus als erster Papst den Irak besuchen. Er weiß: Die Muslime müssen gewonnen werden, sollen religiöse Minderheiten eine Zukunft haben.

Vor allem die junge Generation im Irak ist zunehmend Korruption, konfessionelle und tribale Klientelwirtschaft und Inkompetenz der Funktionseliten leid. Ende 2019 sah das Land deshalb Konfessionsgrenzen überschreitende Proteste.

Wenn Papst Franziskus Anfang März 2021 also als erstes katholische Kirchenoberhaupt überhaupt das Land zwischen den beiden Strömen Euphrat und Tigris besuchen wird, wird er in ein alles andere als stabiles Land kommen, aber doch in eines, in dem jeder weiß, was dschihadistischer Terror und konfessioneller Hass anrichten können. Vielleicht keine schlechte Grundlage für seine Botschaft des interreligiösen Dialogs und der Orientierung am Gemeinwohl. Der Papst macht einen Schritt Richtung schiitische Welt weiterlesen

Vatikanische Pachamama Münze

Eine Gedenkmünze mit dem Motiv der Pachamama gibt der Vatikan aus Anlass des 50. „Tages der Erde“ heraus. Wie das vatikanische Münzamt am Mittwoch auf seiner Internetseite bekannt gab, erscheint die Silbermünze zum Preis von 69 Euro am 16. Oktober 2020. Das Motiv zeigt eine schwangere Frau indigener Herkunft, die ihren Bauch umfasst. Auf diesem sind wie auf einem Globus ansatzweise die Erdteile zu sehen. Die Rückseite ziert das Wappen von Papst Franziskus.

Die Pachamama, auch Mutter Erde genannt, ist eine in Teilen Lateinamerikas verehrte mythische Figur oder auch Göttin. Sie verkörpert den Wert allen Lebens auf der Erde, das sie in vielfacher Hinsicht schenkt, nährt und schützt. Im Umfeld der Amazonien-Synode vor einem Jahr in Rom hatten einige Teilnehmer und Gäste unter anderem Holzfiguren mitgebracht, die eine solche Pachamama darstellen sollten. Vatikanische Pachamama Münze weiterlesen

Katholischer Bibelsonntag

Papst Franziskus schlug am katholischen Bibelsonntag 26. Januar 2020 seinen Zuhörern vor, ganz konkret jeden Tag ein paar Sätze aus der Bibel zu lesen.

„Beginnen wir beim Evangelium: Lassen wir es offen auf dem Nachttisch liegen, tragen wir es in der Tasche mit uns, öffnen wir es auf dem Handy, lassen wir zu, dass es uns jeden Tag inspiriert. So werden wir entdecken, dass Gott uns nahe ist…“  Katholischer Bibelsonntag weiterlesen

Brief von Papst Franziskus

Am 29. Juni 2019 hat Franziskus einen Brief  an das pilgernde Volk Gottes in Deutschland geschrieben. Hier einige wichtigen Aussagen:

Heute indes stelle ich gemeinsam mit euch schmerzlich die zunehmende Erosion und den Verfall des Glaubens fest mit all dem, was dies nicht nur auf geistlicher, sondern auch auf sozialer und kultureller Ebene einschließt.  Seite 4

Daher erscheint es mir wichtig, das nicht aus den Augen zu verlieren, was «die Kirche wiederholt gelehrt hat, dass wir nicht durch unsere Werke oder unsere Anstrengungen gerechtfertigt werden, sondern durch die Gnade des Herrn, der die Initiative ergreift». Seite 8 Brief von Papst Franziskus weiterlesen

Pluralismus ist nach dem Dokument von Abu Dhabi von Gott gegeben

Dass Papst Franziskus zusammen mit dem Großimam Ahmad Al-Tayyib aus Kairo ein Dokument unterzeichnen konnte, das auch Nicht-Muslimen volle staatsbürgerliche Gleichberechtigung verspricht, ist ein Meilenstein, auf den sich jeder Christ im Nahen Osten fortan berufen kann.

Weil der IS den Terror auf die Spitze getrieben hat, schlägt das Pendel jetzt zurück. Saudi-Arabiens Kronprinz spricht von Toleranz und Koexistenz. Ägyptens Staatspräsident Sisi besucht christliche Gottesdienste und lässt in Ägyptens neuer Verwaltungshauptstadt die größte Kirche der Region errichten. Die Machthaber der Region suchen nach neuer Legitimität nach außen wie nach innen. Ein staatsnaher, von staatlichen Interessen gelenkter Islam war es, dem Franziskus in Abu Dhabi die Hand schüttelte.

Umfassender Religionsfreiheit und Gleichberechtigung ist in der  islamischen Welt noch weit entfernt. Dennoch, nichts ist wichtiger für die Christen im Orient, als dass ihre muslimischen Nachbarn sie in ihrer Andersheit respektieren.

Hier ist das Dokument von Abu Dhabi

Der schwierige Punkt liegt in der Formulierung „Brüder“ .

Der entscheidende Satz ist folgender:

Der Pluralismus und die Verschiedenheit in Bezug auf Religion, Hautfarbe, Geschlecht, Ethnie und Sprache entsprechen einem weisen göttlichen Willen, mit dem Gott die Menschen erschaffen hat.“

Wenn Gott alle Religionen erschaffen hat, ist auch nach dem Dokument alles gut und im Willen Gottes.

Die Brüderlichkeit aller Menschen

Im Wortlaut: Das Dokument über die Brüderlichkeit aller Menschen für ein friedliches Zusammenleben in der Welt  Pluralismus ist nach dem Dokument von Abu Dhabi von Gott gegeben weiterlesen

Den Teufel wieder ernst nehmen

Immer mehr Theologen plädieren dafür, die Bedeutung des Satans wieder neu zu beachten.

So sagte der Papst Franziskus bei der Messe in Santa Marta am Dienstag, 8. Mai 2018: Es gibt einen Feind und »Verführer«, der »unsere Neugier und unsere Eitelkeit« ausnutzt, indem er »Geschenke« verspricht, die in einem schönen »Päckchen verpackt sind, ohne uns sehen zu lassen, was drin ist«; ein Feind, der wie »ein tollwütiger und angeketteter Hund« ist, dem man sich nicht nähern sollte – denn andernfalls »beißt er dich, er zerstört dich« – und mit dem man sich nie auf einen Dialog einlassen darf, vielmehr muss er mit den Waffen des Gebets, der Buße und des Fastens bekämpft werden. Der Papst ging vom Tagesevangelium (Johannes 16,5-11) aus. Er begann seine Predigt mit der Beobachtung, »dass es der Heilige Geist sein wird, der uns begreifen lässt, dass der Herrscher dieser Welt bereits gerichtet ist«. Folglich Den Teufel wieder ernst nehmen weiterlesen

Der Traum-Papst

Wir haben zwei Päpste. Nein, nicht einen Papst und einen emeritierten Papst, das wäre zu einfach. Es gibt zwei Päpste, die beide Franziskus heißen. Der eine lebt in Rom, der andere lebt in den Köpfen der Menschen. Und auf Facebook.

Dass sich von quasi Tag Eins an Mythos um Papst Franziskus gebildet hat, ist klar. Das berühmte „der Karneval ist vorbei“ ist der erste von vielen Beiträgen, die einen imaginären Papst geschaffen haben. Bald hieß es auch, er habe sich gleich am Abend nach seiner Wahl unerkannt durch Rom chauffieren lassen.

Eine Variante dieser „Unerkannt-durch-Rom“-Geschichte geisterte gerade durch das Netz, bei Facebook (siehe Screenshot). Dazu den Text: „Papa Francesco Der Traum-Papst weiterlesen

Katholische Ex-Muslime schreiben einen Brief an Papst Franziskus

An Seine Heiligkeit Papst Franziskus,

Viele von uns haben wiederholt und seit mehreren Jahren versucht, Sie zu kontaktieren, ohne das wir je eine Empfangsbestätigung unserer Briefe oder Bitten um ein Treffen erhalten haben. Sie mögen keine weltlichen Floskeln, und wir auch nicht, so erlauben wir uns Ihnen offen zu sagen, dass wir Ihre Lehre über den Islam nicht verstehen, so wie wir sie in den Paragraphen 252 und 253 von Evangelium gaudium lesen.

Wenn der Islam an sich eine gute Religion ist, wie Sie zu lehren scheinen, warum sind wir dann katholisch geworden? Stellen Ihre Worte nicht unsere gut begründete Wahl in Frage … die wir auf die Gefahr unseres Lebens getroffen haben? Der Islam schreibt die Tötung von Abtrünnigen vor Katholische Ex-Muslime schreiben einen Brief an Papst Franziskus weiterlesen

Der Papst möchte den Katechismus ändern

Der Papst möchte den Katechismus nach dem neuen Verständnis der christlichen Wahrheit ändern.

Schon Johannes Paul II. und Benedikt XVI. widersprachen dem Katechismus der katholischen Kirche mit Blick auf die Todesstrafe. Jetzt will der amtierende Papst eine Änderung des Katechismus. Der Papst möchte den Katechismus ändern weiterlesen