Schlagwort-Archive: Kirche

Wegen Missbrauchs-Klagen Insolvenz

Eine Gesetzesänderung in Pennsylvania ermöglicht es den Opfern von sexuellem Missbrauch, auch Jahre nach der Tat noch zu klagen. Das Bistum Harrisburg musste darum nun Konkurs anmelden – es kann die Entschädigungen nicht zahlen.

Vor Harrisburg ging im September 2018 die Diözese Rochester im Bundesstaat New York in Konkurs. Wegen Missbrauchs-Klagen Insolvenz weiterlesen

Quo vadis – Wohin gehst du?

Nach dem Vatikan-Kenner Marco Politi, möchte der Papst eine Kirche, die den Menschen im 21. Jahrhundert gerecht wird. Damit löst er viele Ängste und Widerstände aus. Man wirft ihm seine Offenheit gegenüber Christen anderer Konfessionen und Prägungen vor. Politi schreibt im Blick auf die Angriffe und Rücktrittsforderungen gegenüber Franziskus: «In der zweiten Hälfte seines Pontifikats scheint es völlig normal geworden zu sein, dass Kardinäle und Theologen den Papst öffentlich der Häresie beschuldigen und kein Hahn danach kräht.»

Der an der Universität Salzburg lehrende Theologe Gregor Maria Hoff sieht auch eine Woche nach der Veröffentlichung des Papiers «Querida Amazonia» «eine zunehmende Ratlosigkeit». Es dränge sich die Frage auf «Was will der Papst?». Hoff drückte seine Verwunderung über das Schreiben aus, das die Amazonien-Synode und dessen Schlussdokument lediglich kommentiere, jedoch nicht formell bestätige – und dadurch auch nichts entscheide. Weiter meint er: Die Rollenfestlegung der Frauen auf «die Kraft und Zärtlichkeit der Mutter Marias treibt Frauen aus der Kirche». Gleichzeitig offenbare die Argumentation, wofür der Papst stünde, nämlich «für den inneren Widerspruch einer vormodernen Kirche in einer nachmodernen Welt». Quo vadis – Wohin gehst du? weiterlesen

Strukturreformen halten die Entfremdung der Menschen von Gott nicht auf

Die Hirten müssten den Menschen nachzulaufen, „nicht um sie auf Irrwegen zu bestätigen, sondern um sie zur Umkehr und Rückkehr zu bewegen“, so Erzbischof Erwin Josef Ender.

Wenn man manchen Meldungen in den Medien glauben schenke, so Ender, der von 2003 bis 2007 Apostolischer Nuntius in Deutschland war, stehe ein „Umbruch“ wie zur Zeit der Reformation bevor. Man wolle die Kirche neu erfinden.

Mit Verwunderung stelle er fest, dass in der angeregten Diskussion um den „Synodalen Weg“ kaum jemand darüber spricht, dass nicht Gott und die Kirche sich vom Menschen entfernt haben, sondern umgekehrt sich die Menschen von Gott und der Kirche entfernt haben und sich weiter entfremdenStrukturreformen halten die Entfremdung der Menschen von Gott nicht auf weiterlesen

Neuevangelisierung im Licht der Amazonas-Synode

Die Amazonas-Synode öffnet neuen Interpretationen die Tür. Es können durch Orts-Synoden lokale Traditionen aufgenommen und ein eigener Ritus entwickelt werden. Das war bis jetzt auch schon möglich, durch die verschiedenen Glaubensgemeinschaften innerhalb der Römisch Katholischen Kirche. Ein Franziskaner, ein Dominikaner, ein Benediktiner und Jesuit haben unterschiedliche Ausrichtungen und Verpflichtungen. Frauen hatten schon immer die Möglichkeit Gemeinden zu leiten – in der Mission oder als Schwester einer Klostergemeinschaft. Neuevangelisierung im Licht der Amazonas-Synode weiterlesen

Der Katakombenpakt 2019

Während der Amazonien-Synode ist am Sonntagmorgen 20. Oktober 2019 der Katakombenpakt in der Domitilla-Katakombe unterzeichnet worden. Darin verpflichten sich die Teilnehmer auf 15 Grundsätze, egal wie das Abschlussdokument der Synode aussehen wird. Es ist in einem gewissen Sinn eine Vorwegnahme des Synoden-Entscheides. Der Katakombenpakt sei ein Produkt des Konzils, sagte der brasilianische Kardinal Claudio Hummes, Generalrelator der  Amazonien-Synode, in seiner Predigt. Spannend ist, dass Vatican News den Text unkommentiert der Öffentlichkeit zur Verfügung stellt. (Der Katakombenpakt ist kein offizielles Dokument der Kirche, sondern von einer Bewegung innerhalb der Kirche. Offiziell wird erst das Amazonien-Dokument.)

Zuerst fällt auf, dass es um ein gemeinsames Haus und nicht um eine gemeinsame Kirche geht. Vielmehr soll eine Kirche mit amazonischem Gesicht entstehen. Der Katakombenpakt 2019 weiterlesen

Wenn Dekadenz verklärt wird

Heute gilt: Die Berufung auf die Mehrheit reicht als Argument für die eigene Meinung.

Die offensichtlichen Fehlentwicklungen der Demokratie werden übersehen. Sie werden geradezu als Krönung oder Auszeichnung verklärt. Seit der Antike bis hin zur Französischen Revolution hat die Demokratie in ihrer theoretischen wie praktischen Version nämlich vor allem einen Vorwurf einstecken müssen: Die Tyrannei der Mehrheit.

Heute wird der Begriff „Minderheit“ auf eine rein ethnische, sexuelle oder religiöse Komponente reduziert. Der Begriff Minderheit meint aber zuerst eine politische  Minderheit – eine Gruppe die ungleiche Ansichten vom Rest der Mehrheit hat. Das wird so gut wie gar nicht mehr kommuniziert. Es würde sonst das Problem entstehen, dass diese Minderheit dieselben Rechte und Toleranz einfordern dürfte, wie alle anderen Minderheiten auch.

Heute disqualifiziert man mit dem Etikett „Hass“ den unliebsamen politischen Kontrahenten als jemanden, der gar nicht dazu befähigt ist, am politischen Diskurs teilzunehmen.

Der Terror wird zur Tugend einer unbeugsamen „Gerechtigkeit“. Wenn Dekadenz verklärt wird weiterlesen

Homosexualität in der Antike

Man will uns heute den Eindruck vermitteln, dass Homosexualität in der Antike fast nur negativ und ausbeuterisch ausgelebt wurde. Dieses Bild stimmt nicht mit den uns bekannten Fakten überein, analysiert Paul Bruderer auf seinem Blog Daniel Option.

John Boswell hat aus säkularer Sicht einen Klassiker über Homosexualität in der antiken Welt der Bibel geschrieben. Darin zeigt er, dass es zur Zeit des Neuen Testaments vier Arten ausgelebter Homosexualität gab, die gesellschaftlich völlig akzeptiert waren.

  • Zwei Frauen oder zwei Männer hatten eine Liebesbeziehung ohne gesetzliche Bindung.
  • Sklaven, die manchmal viel jünger waren als ihre Herren, wurden von diesen benutzt oder missbraucht.
  • Weiter konnte sich ein Ehemann nebst seiner Frau einen anderen Mann nehmen.
  • Schliesslich gab es die Verheiratung zweier Männer.

Dass man damals eine hoch entwickelte Fähigkeit hatte, positiv und negativ ausgelebte Homosexualität zu unterscheiden und zudem von ‹fixierten› sexuellen Orientierungen ausging, zeigt sich bei Plato. Er lebte einige Jahrhunderte vor der Zeit des Neuen Testaments und wollte den homosexuellen Lebensstil rechtfertigten. Homosexualität in der Antike weiterlesen

Auf das Herz kommt es an

Das Apostelkonzil in Jerusalem

Kirchenfenster Jerusalem mit Kreuz und Menorah als Ausdruck vom Glauben an Jesus in unterschiedlichen Formen.

Nachdem auch nichtjüdische Menschen zum Glauben an Jesus kamen, kommt es zu Meinungsverschiedenheiten darüber, welche Gesetze sie einhalten müssen. Einige Personen aus Jerusalem lehren in Antiochien, dem Zentrum der nichtjüdischen Gemeinde, dass alle an Jesus Glaubenden zum Judentum übertreten und sich beschneiden lassen müssen. Paulus als pharisäischer Schriftgelehrter und Barnabas als Mediator sehen das anders. Da man sich nicht einigen kann, beschließt man, die Frage in Jerusalem mit den Aposteln und Ältesten zu klären.

Petrus vertritt die Position, dass es allein auf den Glauben ankommt und nicht auf äußere Rituale. Das habe der Empfang des Heiligen Geistes bei Kornelius in Cäsarea bestätigt (Apostelgeschichte 10). Auf das Herz kommt es an weiterlesen

Die Vergöttlichung der Natur

Volker Reinhardt schreibt in der NZZ: Der Mensch hat die Natur zu seinem Gott gemacht. Doch die Natur ist nicht für den Menschen gemacht.

Hinter dem veränderten Bild steht, nüchtern betrachtet, eine neue Theologie, die sich als Ökologie ausgibt: Der Mensch ist nicht mehr einem Gott, wie immer man sich ihn auch vorstellen mag, sondern der Urmutter Natur Rechenschaft schuldig. Mehr noch: Die Natur ist selbst Gottheit geworden.

Die heutige Vergöttlichung läuft auf eine Romantisierung hinaus. Und dieser neue Kult wird so hemmungslos betrieben, dass man sich darüber wundert, dass die etablierten Kirchen gegen diese Ersatzgott-Anbetung nicht Widerspruch einlegen. Die Vergöttlichung der Natur weiterlesen

Gottesdienst nach Vereinbarung

Die EKD empfiehlt Gemeinden in einer aktuellen Studie, offen über den Fortbestand des Sonntaggottesdienstes nachzudenken. Doch Kritiker meinen, ein Abschied vom traditionellen Gottesdienst am Sonntag wäre die Preisgabe der eigenen Sichtbarkeit.

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat ihren Gemeinden jüngst in einer Studie empfohlen, über den Fortbestand des Sonntagsgottesdienstes offen zu diskutieren. Für viele sei der traditionelle Sonntagsgottesdienst – so das Ergebnis der Studie – nicht (mehr) attraktiv. „Angesichts schwindender personeller und finanzieller Ressourcen, vor allem aber mit Blick auf die geringe Reichweite sollte vielerorts engagierter und ergebnisoffener über seinen Fortbestand diskutiert werden“, heißt es in der Untersuchung. Gottesdienst nach Vereinbarung weiterlesen

Geburtshaus von den Aposteln Petrus und Andreas gefunden

Die Überreste einer alten Kirche wurden im antiken Bethsaida freigelegt. Es wird davon ausgegangen, dass sie auf dem Geburtshaus der Apostel Petrus und Andreas aufgebaut worden war.

Diese Ausgrabung in Galiläa sorgt auch in der säkularen Presse für Schlagzeilen: Was Mordechai Aviam vom «Kinneret Academic College» zum Fund am Ufer des Sees von Galiläa im Norden Israels zu sagen hat, ist nichts weniger als eine archäologische Sensation. Israelische Archäologen haben eine mindestens 1’500 Jahre alte Kirche entdeckt, die wahrscheinlich über dem Haus der beiden Brüder und späteren Apostel Petrus und Andreas errichtet worden ist. Geburtshaus von den Aposteln Petrus und Andreas gefunden weiterlesen

Volkskirche ein Auslaufmodell

In Deutschland schrumpften im Jahr 2018 die evangelischen Landeskirchen um 216’000 Menschen. Bei den Katholischen waren es 220’000 weniger.

So gibt es zurzeit 23 Millionen katholische und 21 Millionen protestantische Kirchenmitglieder in Deutschland. Insgesamt gehört damit also noch etwas mehr als die Hälfte der Bevölkerung zu einer der beiden grossen Kirchen.

In der Schweiz gehören 37 Prozent der Schweizer Wohnbevölkerung zur katholischen Kirche und nicht ganz 25 Prozent gehören zur Reformierten Kirche. mehr Informationen

Die evangelische Kirche schrumpft schneller als die römisch-katholische Kirche. Das geht aus den am 19. Juli veröffentlichten Statistiken der EKD (Hannover) und der (katholischen) Deutschen Bischofskonferenz (Bonn) hervor. Volkskirche ein Auslaufmodell weiterlesen

Maria Magdalena

22. Juli Katholisches Fest Maria Magdalena

Maria Magdalena wurde 2016 nach einem Beschluss des Vatikans liturgisch mit den Aposteln gleichgestellt. Damit soll die Rolle der Frauen in den Kirchen mehr wertgeschätzt werden.

Maria Magdalena ist als Erste genannt, die dem Auferstandenen begegnete, deshalb wurde sie schon in der Alten Kirche als Apostelgleiche verehrt. Im 3. Jahrhundert begründete Hippolyt von Rom die ehrenvolle Bezeichnung Apostola apostolorum – „Apostelin der Apostel“.

Sie ist eine Frau, die Jesus wirklich die Treue gehalten hat – da, wo andere weggerannt sind, wo andere ihn verleugnet haben. Das ist das Tiefste und der innerste Kern dessen, was wir von ihr lernen können.

Nach den Evangelien Maria Magdalena weiterlesen