Schlagwort-Archive: Jesus

Harmonie in Unterschiedlichkeit

Jesus ist sechs Tage vor seinem Tod bei Marta, Maria und Lazarus zum Essen eingeladen. Auf einmal steht Maria auf, holt ein exklusives Duftöl und salbt damit die Füße von Jesus (Johannes 12,1-11).

In der Bibel werden Könige, Priester und Propheten gesalbt. Jesus vereint alle drei Funktionen in sich: Kurze Zeit, nachdem er gesalbt wurde, Harmonie in Unterschiedlichkeit weiterlesen

Jesus war Jude

In der jüdischen Onlineplattform HaOlam und in der jüdischen Rundschau erschien ein Artikel aus der NZZ mit dem Titel: Jesus war Jude – eine gern vergessene Tatsache. Es geht darin um die Beschneidung von Jesus, die von der Katholischen Kirche nach dem alten Festkalender als Fest „die Beschneidung des Herrn“ gefeiert wurde. Durch das II. Vatikanischen Konzil wurde dieses Fest abgeschafft. Nach dem Autor Jan-Heiner Tück,  Professor am Institut für Systematische Theologie der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Wien, hat dieses Fest gerade für das Verhältnis zum Judentum eine zentrale Bedeutung.

Jesus von Nazareth war nicht Christ, sondern Jude. Er ist als Sohn einer jüdischen Mutter geboren und nach den Vorschriften des Gesetzes am achten Tag beschnitten worden. Jesus war Jude weiterlesen

Darstellung des Herren – Mariä Lichtmess

Am 2. Februar feiert die Kirche das Fest der Darstellung des Herrn, volkstümlich auch unter dem Namen  Mariä Lichtmess.

Die Propheten Simeon und Hanna erkennen Jesus als den verheißenen Messias, als er von seinen Eltern in den Tempel gebracht worden war. Sie preisen ihn als Retter und als das „Licht der Welt“.

Traditionell werden Darstellung des Herren – Mariä Lichtmess weiterlesen

Heilung bedeutet nicht Heil

Heilung bedeutet nicht immer auch Errettung – das zeigt eine Begegnung von Jesus mit einem Kranken am Teich Betesda in Jerusalem auf. Betesda (Beth Chesda) bedeutet: Haus der Gnade.

Die Anlage Betesda besteht aus großen offenen Zisternen mit mehreren Säulenhallen. Es ist ein Ort, an dem es nicht so heiß ist und an dem man Leute trifft, die Wasser holen. So sitzen hier auch Bettler, die sich etwas von den Besuchern erhoffen. Durch ein Kanal-System gibt es verschiedene Becken mit unterschiedlicher Wasserqualität. Der Beiname „Schafteich“ zeigt an, dass das Wasser dieses Beckens auch zur Reinigung der für den Tempeldienst gebrauchten Schafe dient. Da gerade ein Fest stattfindet, herrscht hier Hochbetrieb.

Als einzigen Grund für die Heilung dieses Mannes nennt die Bibel das Erbarmen (Chesed) Jesu über einen Menschen, der 38 Jahre auf Heilung wartet. Der Mann glaubt an ein System, das ihm kein Heil bringt und für ihn unerreichbar ist. Heilung bedeutet nicht Heil weiterlesen

Jesus auf dem Prüfstand – die Ehebrecherin

Die jüdische Elite sucht einen Grund, um Jesus bei den Römern anzuklagen. Mit einer Ehebrecherin ergibt sich für sie eine gute Gelegenheit dazu (Johannes 8,2-11), denn die jüdische Torah (5 Bücher Mose) sagt, dass eine Ehebrecherin sowie der Ehebrecher den Tod verdient haben (3.Mose 20,10). Doch den Juden ist es von den Römern verboten worden, selbst Todesurteile auszusprechen und sie zu vollziehen (siehe Johannes 18,31: „Dann nehmt ihn mit und verurteilt ihn nach eurem Gesetz!“, entgegnete Pilatus. „Aber wir dürfen doch niemanden hinrichten“, wandten sie ein). Allerdings gab es zu dieser Zeit durchaus Volksjustiz wie bei Stephanus (Apostelgeschichte 7,58) oder bei dem Versuch Jesus in Nazareth zu töten (Lukas 4,29).

Jesus sitzt in der Klemme. Achtet er das biblische Gesetz oder wird er durch das Aussprechen eines Todesurteils gegenüber den Römern straffällig? Ganz gleich, wie Jesus auf die Frage der Pharisäer antwortet: Er muss zu Fall kommen. Jesus durchschaut jedoch seine Gegner. Er verhält sich anders als erwartet und antwortet gar nicht. Er verweigert eine Diskussion.

Stattdessen konfrontiert Jesus die Ankläger mit sich selbst: Jesus auf dem Prüfstand – die Ehebrecherin weiterlesen

Fest der Taufe des Herrn

Die römisch katholische Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils verlegte das Fest auf den Sonntag (13. Januar 19) nach Erscheinung des Herrn, wo es den Abschluss der Weihnachtszeit bildet. Oft wird in der Messe des Festes Taufe des Herrn die Taufe gespendet oder der eigenen Taufe im Taufgedächtnis gedacht. So ist es im Vatikan Brauch, dass der Papst die Messe zum Fest in der Sixtinischen Kapelle feiert und dabei zahlreichen Kindern die Taufe spendet. Dieser Sonntag gilt als der 1. Sonntag im römisch katholischen Jahreskreis und die auf ihn folgende Woche ist die 1. Woche im Jahreskreis.

Im evangelischen Kirchenjahr steht am ersten Sonntag nach Epiphanias mit dem Evangelium Matthäus 3,13–17 die Taufe Jesu im Mittelpunkt, ohne dass dieser Tag als „Fest der Taufe Jesu“ bezeichnet würde.

Ich wusste nicht, wer es ist

Johannes der Täufer bezeichnet Jesus als Gottes Opferlamm und als Gottes Sohn, der mit Gottes Geist tauft (Johannes 1,29-34).

Woher hat Johannes diese Gewissheit? Er sagt: „Ich wusste vorher nicht, wer er ist.“ Das verwundert uns, waren doch Jesus und Johannes miteinander verwandt. Bei den drei jährlichen Festen in Jerusalem traf man normalerweise seine Verwandten. Johannes musste schon früh Fest der Taufe des Herrn weiterlesen

Neue Töne aus Israel

Jesus war ein klassischer Jude… der größte Jude aller Zeiten… Das Mindeste, was er in Israel verdient, ist ein nach ihm benannter Stadtplatz“, schrieb Roger Alpher, ein leidenschaftlicher israelischer Journalist, in Haaretz im Artikel Jesus, the Disavowed Jew,  (31/12/2018).

In den israelischen Medien gab es eine Fülle von Artikeln und Videos, die sehr positiv über das Thema Jesus und seine Geschichte berichteten. Es beginnt eine neue Ära mit viel positiverer Einstellungen gegenüber Jesus in Israel.

Neue Töne aus Israel weiterlesen

Christen in China

Die NZZ berichtete am 29.12.2018 (Zusammenfassung):

Seit den achtziger Jahren wendet sich eine wachsende Zahl an Chinesen dem Christentum zu. In den vergangenen Monaten haben die Repressionen gegen die protestantischen Hauskirchen zugenommen.

Den Gläubigen gibt der christliche Glaube jenen Halt, den ihr die Kommunistische Partei trotz allen Heilsversprechen nie wird bieten können. Die älteren Gemeindemitglieder erzählen von ihrer Zeit während der Kulturrevolution zwischen 1966 und 1976. Sie habe damals nur Hass gekannt, sagt eine Frau. Ihre Stimme wird brüchig, sie hat mit den Tränen zu kämpfen. Erst als sie Jesus getroffen habe, sei ihr bewusst geworden, dass es auch Liebe gebe. Jesus sei das Kostbarste, was sie in ihrem Leben bekommen habe, fügt sie an.

Gegenüber den neunziger Jahren Christen in China weiterlesen

Die Geschichte von der Geburt von Jesus

Nacherzählt nach den beiden Berichten, wie sie im Matthäus- und Lukasevangelium überliefert sind.

Der Priester Zacharias ist an der Reihe im Tempel in Jerusalem, den Leuchter zu reinigen und Öl nachzufüllen und das Rauchopfer darzubringen. Plötzlich wird es hell. Ein Engel steht neben dem Räucheraltar. Zacharias erschrickt zutiefst.
Der Engel sagt zu ihm: „Fürchte dich nicht. Du Die Geschichte von der Geburt von Jesus weiterlesen

Willkommen

Die Begegnung von Jesus mit einer Frau im Haus des Pharisäers Simon ist voller Gegensätze (Lukas 7,36-50). Simon ist es peinlich, dass es gerade in seinem frommen Haus passieren muss, dass ungebeten eine Frau hereinkommt, deren Leben voll daneben ist (Sünde = Zielverfehlung). Ihr Verhalten ist dazu noch total unangebracht. Doch Jesus lässt die Frau gewähren. Wenn Jesus ein Prophet wäre, schließt Simon daraus, würde er nicht zulassen, dass sie ihn berührt und ihn dadurch unrein macht (Lukas 7,39).

Jesus sieht das anders. Er weiß, was Simon denkt und somit auch, was in dieser Frau vorgehtWillkommen weiterlesen

Alt werden mit Vision

Alte reife Menschen sind etwas Kostbares. Drei Dinge zeichnen sie aus: Sie leben nicht in der Vergangenheit, haben einen aufmerksamen Blick für Mitmenschen und leben mit der Sehnsucht nach Jesus und verbreiten Hoffnung. Die Bibel berichtet von zwei alten Menschen, welche am Rande der Gesellschaft, aber mitten im Zentrum des Weltgeschehens, stehen (Lukas 2,22-40).  Alt werden mit Vision weiterlesen

Die „Heiligen Drei Könige“– drei Worte – drei Irrtümer

DreiKoenige56Erstens waren sie keine „Heiligen“, sondern ganz normale Menschen. Zweitens weiß niemand, ob sie zu dritt kamen. Es könnten ebenso gut zwei oder beliebig viele gewesen sein. Nur die Anzahl der Geschenke ist bekannt. Und drittens waren es keine Könige, sondern Gelehrte und Sterndeuter.

Dennoch kommen in der Weihnachtsgeschichte drei Könige vor. Die „Heiligen Drei Könige“– drei Worte – drei Irrtümer weiterlesen

Der Mythos von Weihnachten

 Oder müsste man besser von den Mythen der Weihnachtsgeschichte sprechen? Der biblische Text wurde durch die Jahrhunderte aus seinem Kontext herausgelöst. Dadurch entstanden herzerwärmende Geschichten. Doch so manches, was für uns „zu Weihnachten dazugehört“, erhält beim näheren Hinsehen ein anderes Gesicht.

Schon das Datum von Weihnachten wirft erste Fragen auf: Eine genaue Zeitangabe, wann Jesus geboren wurde, sucht man vergeblich in der Bibel. Erst im Jahr 354 erschien im Werk „Chronographen“ des römischen Schreibers Furius Dionysius Filocalus der 25. Dezember als offizielles Datum für Weihnachten. Diesen Termin hatte Papst Liberius festgelegt. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte man die Geburt von Jesus auch an Ostern gefeiert.

Spannend ist auch die Beobachtung, welchen Beruf Josef eigentlich hatte. Im griechischen Text steht das Wort „tekton“ (τέκτων). Das ist einer, der Häuser baut (Matthäus 13,55 / Markus 6,3). Das bedeutete damals Der Mythos von Weihnachten weiterlesen