Schlagwort-Archive: Jerusalem

Hosanna dem Sohn Davids – Palmsonntag

Der Palmsonntag (14.4.2019) ist der Sonntag vor Ostern. Mit ihm beginnt die Karwoche, in der man sich an die Leiden von Jesus, Abendmahl (Pessachfeier), den Kreuzestod und die Auferstehung von Jesus von den Toten erinnert.

Am Palmsonntag erinnert man sich an den Einzug von Jesus Christus (Christus = hebräisch Messias) auf einem Esel in Jerusalem. Zum Zeichen seines Königtums jubelte das Volk ihm „Hosanna dem Sohn Davids!“ zu und streuten Zweige von den Bäumen und Kleidungstücke auf den Weg (Matthäus 21,8-9).

In Israel waren Palmzweige ein Symbol für Hosanna dem Sohn Davids – Palmsonntag weiterlesen

Die Nacht der Himmelfahrt Mohammeds

27. Tag vom Monat Radschab: 2018: Mittwoch 3. April (Beginnt am Vorabend, also Dienstag)

In der vorangehenden Nacht erinnern sich Muslime an die nächtliche Himmelfahrt Mohammeds. In Sure 17,1 steht: „Gepriesen sei der, der mit seinem Diener bei Nacht von der heiligen Kultstätte nach der fernen Kultstätte, deren Umgebung wir gesegnet haben, reiste, um ihn etwas von unseren Zeichen sehen zu lassen!“

Die Nachtreise des Propheten
Die islamischen Gelehrten sind sich darüber einig, dass die Nachtreise des Propheten Die Nacht der Himmelfahrt Mohammeds weiterlesen

Änderung des Status Quo vom Tempelberg

Das Amtsgericht von Jerusalem hat den Staat angewiesen, den Bab el-Rahma-Komplex (Goldenes Tor) unverzüglich zu schließen. Vor einem Monat hatte der Waqf, die islamische Behörde, die den Tempelberg beaufsichtigt, beschlossen, den Komplex wieder zu öffnen und in eine weitere Moschee zu verwandeln, die fünfte auf der heiligsten Stätte des Judentums.

Bis 1967 gab es nur eine aktive Moschee, Al-Aqsa, auf dem Tempelberg. In den 70er Jahren begannen die regelmäßigen Freitagsgebete im Felsendom, bis dahin nur ein heiliger Schrein. 1996 wurden die unterirdischen Ställe Salomos an der südwestlichen Ecke des Tempelbergs in eine dritte Moschee umgewandelt, Al Marwani. Die vierte wurde auch in den späten 1990ern direkt unter der Al-Aqsa-Moschee erbaut, wo sich das Huldah-Tor befindet. Und jetzt die fünfte, Bab el Rahma, die in einem vor 16 Jahren durch Gerichtsbeschluss geschlossenen Gebäude errichtet werdem soll, nachdem es zu einem Zentrum der Hamas geworden war.

Dieser jüngste Versuch, eine weitere Moschee zu errichten, ist eine Antwort der Jordanier und Palästinenser auf die Behauptungen, Israel würde versuchen, den Status Quo auf dem Tempelberg zu ändern, der seit 1994 Bestandteil des Friedensvertrages zwischen Israel und Jordanien ist. Änderung des Status Quo vom Tempelberg weiterlesen

Heilung bedeutet nicht Heil

Heilung bedeutet nicht immer auch Errettung – das zeigt eine Begegnung von Jesus mit einem Kranken am Teich Betesda in Jerusalem auf. Betesda (Beth Chesda) bedeutet: Haus der Gnade.

Die Anlage Betesda besteht aus großen offenen Zisternen mit mehreren Säulenhallen. Es ist ein Ort, an dem es nicht so heiß ist und an dem man Leute trifft, die Wasser holen. So sitzen hier auch Bettler, die sich etwas von den Besuchern erhoffen. Durch ein Kanal-System gibt es verschiedene Becken mit unterschiedlicher Wasserqualität. Der Beiname „Schafteich“ zeigt an, dass das Wasser dieses Beckens auch zur Reinigung der für den Tempeldienst gebrauchten Schafe dient. Da gerade ein Fest stattfindet, herrscht hier Hochbetrieb.

Als einzigen Grund für die Heilung dieses Mannes nennt die Bibel das Erbarmen (Chesed) Jesu über einen Menschen, der 38 Jahre auf Heilung wartet. Der Mann glaubt an ein System, das ihm kein Heil bringt und für ihn unerreichbar ist. Heilung bedeutet nicht Heil weiterlesen

Die mysteriöse Wasserflasche

Leseprobe Kapitel 1 aus dem Buch: Zu Fuß als Ehepaar nach Jerusalem (Hanspeter und Annemarie Obrist)

Am Stephanstag 2010 sitzen wir beide mit leerem Wasserbeutel hinter einer geschlossenen Tankstelle. Zum ersten Mal seit Beginn unserer Wanderung sagt Annemarie: „Jetzt han ich abär würkli Durscht.“[1] Aber woher sollten wir Wasser nehmen?

In Mazedonien haben wir uns entschieden, uns der örtlichen Tradition anzupassen und Weihnachten erst am 7. Januar zu feiern. Vor vier Tagen haben wir nun die griechische Grenze überquert und zu unserer Überraschung festgestellt, dass man Die mysteriöse Wasserflasche weiterlesen

Sigd-Fest der äthiopische Juden

7. November 2018   Sigd ist ein Feiertag der äthiopischen jüdischen Gemeinde, bekannt als „Beta Israel“. Der Name des Feiertages leitet sich aus dem hebräischen Wort für Niederwerfung „sgida“ ab.

Das Fest wird am 29. des jüdischen Monats Cheschwan gefeiert. Das ist 50 Tage nach Jom Kippur (ähnlich dem Feiertag von Shavuot, der 50 Tage nach Pessach gefeiert wird). Sigd markiert die Erneuerung des Bundes  zwischen dem jüdischen Volk, Gott und seiner Thora.  An Sigd beten die äthiopischen Juden zu Gott und bitten darum, sie nach Zion zurückzubringen.

Die äthiopische Gemeinschaft macht – zusätzlich zur individuellen Selbstuntersuchung während Jom Kippurs – eine gemeinschaftliche Prüfung, um würdig zu sein, aus dem Exil nach Jerusalem zurückzukehren.

Sünden der Gemeindemitglieder werden während Jom Kippurs und den folgenden 50 Tagen vergeben. Sigd-Fest der äthiopische Juden weiterlesen

Göttliche Kraft im Namen Jesus

Im Namen Jesus wirkt dieselbe Kraft, in der Jesus unterwegs war. Die Heilung des Schwerstbehinderten an der schönen Pforte in Jerusalem (Apostelgeschichte 3,1-26) ist ein öffentliches Zeichen dafür, dass das „göttliche Wirken durch Jesus“ mit dem Tod von Jesus am Kreuz nicht zu Ende war, sondern sich durch die Glaubenden fortsetzt.

Als Petrus die Hand des seit Geburt Gelähmten ergreift, hat dieser auf einmal Muskeln in seinen Beinen, springt herum und lobt Gott. Jesus hatte vor noch nicht langer Zeit – auch in Jerusalem – einen Blindgeboren geheilt (Johannes 9). In beiden Fällen wird die göttliche Schöpfungskraft wirksam.

Petrus erklärt in seiner zweiten öffentlichen Predigt, dass diese Kraft nicht aus ihnen selbst, sondern durch den Glauben an den Namen des auferstandenen Jesus kommt. Auch heute sind Gebete im Namen Jesu von besonderer Kraft. Dabei geht nicht darum, einfach den Namen Jesu auszusprechen, sondern seinen Willen zu erbitten. Jesus will Menschen heil machen, indem er sie zum Lob Gottes befreit.

Dem Geheilten ist sofort klar, dass nicht Petrus der Urheber dieses Wunders ist, sondern Gott. Wir denken manchmal, es seien Orte oder Personen, die Heilung bewirken. Doch Petrus erklärt, dass es das Vertrauen in Jesus ist. Wie bringt der Gelähmte sein Vertrauen zum Ausdruck? Petrus streckt ihm die Hand entgegen und er ergreift sie. Jesus streckt uns auch heute seine Hand entgegen. Er möchte uns an der Hand nehmen und uns aus unserer Not herausführen. Nicht immer geschieht das durch Spontanheilungen, sondern manchmal auch durch einen langen Lernprozess, in dem wir innerlich heil werden und uns manchmal auch mit unserem Schicksal versöhnen können. Paulus schreibt, dass er lernen musste, dass Gottes Gnade genügt, denn sie ist in der Schwachheit besonders wirksam (2.Korinther 12,9).

Spannend ist auch, dass die Heilung des Gelähmten bei den Zuschauern keinen Glauben bewirkt. Die Leute wundern sich nur und staunen (Apostelgeschichte 3,10). Durch die erste Predigt von Petrus kamen 3000 Menschen zum Glauben. Hier, nach der Heilung, stimmt nur einer das Lob Gottes an.

Petrus offenbart: Ihr habt den Heiligen und Gerechten (Jesus) verleugnet. Verleugnen bedeutet, etwas gegen besseres Wissen nicht wahrhaben wollen. Weiter ergänzt er: Wenn ihr in Unwissenheit gehandelt habt, dann kehrt um und tut Buße. Buße tun heißt, die Zielverfehlung (Sünde) zu erkennen, zu bekennen, zu bereuen (nicht mehr sündigen zu wollen), um Vergebung zu bitten und sich neu auf Gott auszurichten (zu glauben und zu vertrauen).

Petrus zeigt, dass eine Zeit des Aufatmens begonnen hat, in der Gott uns durch seinen Geist (Atem) aufrichtet, bis später die Zeit der Wiederherstellung kommen wird (Apostelgeschichte 3,20-21). Das wird geschehen, wenn Jesus wiederkommt. Bis dahin richtet Gott uns durch seine Kraft auf. Sie ist oft in unserer Schwachheit besonders wirksam und sichtbar – nämlich dann, wenn Menschen trotz Schwierigkeiten am Lob Gottes festhalten und erleben, wie sie Gottes Kraft aufrichtet und sie gesegnet werden  (Apostelgeschichte 3,26).

 

 

Eine heilige Begeisterung

Als Gottes Geist an Pfingsten zu den Menschen kam, die Jesus vertrauten (Apostelgeschichte 2,1-36), bejubelten sie die großen Taten Gottes. Gott und nicht ihre eigene Befindlichkeit standen im Zentrum. Sie erlebten eine neue Realität Gottes.

So wie Gott dem Volk Israel damals bei der Gesetzgebung in der Wüste im Feuer erschien (2. Mose 19,18), so wurde Gottes neues Gesetz durch Feuerzungen an Schawuot in Jerusalem sichtbar. Die Menschen hörten ein Donnern, ähnlich wie in 5. Mose 5,22 und 2. Mose 19,16, wo Eine heilige Begeisterung weiterlesen

Tumult um Paulus

In der folgenden Nacht stand Jesu bei ihm und sprach: Sei guten Mutes! Denn wie du meine Sache in Jerusalem bezeugt hast, so musst du sie auch in Rom bezeugen. Apostelgeschichte 23,11

Paulus kommt nach Jerusalem und die lokalen Nachfolger von Jesus empfehlen ihm, sich an einer jüdischen Weihe zu beteiligen, damit klar wird, dass er das Judentum nicht verlassen hat (Apg. 21,24). Doch seine Gegner zetteln einen Aufruhr an und behaupten, er hätte einen Nichtjuden mit in den Tempel genommen (21,28). Als er dann von den Römern vor der Steinigung bewahrt wird (21,31), kann er auf der Treppe zur Festung von seinen Erfahrungen berichten. Als er zum Punkt kommt, dass die Botschaft der Rettung auch für die Nichtjuden gilt, gehen bei seinen jüdischen Zuhörern die Emotionen hoch (22,22). Die Römer verstehen nicht, warum so ein Aufruhr herrscht und möchten Paulus deshalb unter Folter ein Geständnis abzwingen (22,24). Der beruft sich darauf, dass er Römer ist und nicht ohne ein ordentliches Gerichtsverfahren bestraft werden darf.

Wie kommt ein Jude zur Tumult um Paulus weiterlesen

Fasten am 17. Tammus

2018:  Freitag 31. Mai

Am Fasttag vom 17. Tammus erinnert sich das jüdische Volk an fünf Tragödien. Man enthält sich der Nahrungsaufnahme (Speisen und Getränke) von Tagesanbruch bis Einbruch der Nacht. Der Prophet Sacharja erwähnt diesen Fasttag zum ersten Mal (8,19): „… Das Fasten im vierten Monat …“

Im Traktat Ta’anit (4,6) erklärt die Mischna, dass an diesem Tage wegen fünf Tragödien gefastet wird, die sich an diesem Tag ereigneten: Fasten am 17. Tammus weiterlesen

US-Botschaft ab 14. Mai in Jerusalem

Erwartungsgemäß in den schärfsten Tönen verurteilt die arabische Welt die Ankündigung Washingtons, am 14. Mai die Arbeit der amerikanischen Botschaft im amerikanischen Konsulat in Jerusalem, welches schon immer bestand, aufzunehmen.

Der Palästinensische Nationalrat PNC, das Oberhaus des palästinensischen Parlaments, sprach von einer «krassen Provokation» und einer «Attacke US-Botschaft ab 14. Mai in Jerusalem weiterlesen

Grabeskirche war drei Tage geschlossen

Update 28.2.2018

Aus Protest gegen israelische Gesetzesplanungen und Steuerforderungen hatten die Kirchenverantwortlichen die Pforte der Grabeskirche für drei Tage zugemacht. Jetzt ist sie wieder offen. Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu will ein Team von Experten einsetzen, die eine Lösung für die geplanten Steuerforderungen Jerusalems finden soll.

„Die Schließung der Grabeskirche war grob fahrlässig“. Mit deutlichen Worten kritisiert der Rektor des Österreichischen Hospizes in Jerusalem, Markus Bugnyar, den Protest mehrerer Kirchen im Streit mit den israelischen Behörden. Im Gespräch mit Vatican News begründete der Jerusalem-Kenner am Mittwochmittag sein Urteil. „Diese Maßnahme ist nicht nur unverhältnismäßig, sondern wird längerfristig den kirchlichen Interessen im Heiligen Land schaden – selbst wenn die israelischen Behörden für den Moment den Forderungen nachgeben sollten.“  „Pilger in Geiselhaft zu nehmen“ und sie von der wichtigsten Kirche der Christenheit „fernzuhalten, um ein fragiles Steuerparadies zu prolongieren, ist keine besonders inspirierte Leistung“. „Eine reiche Kirche war noch selten irgendwo auf der Welt ein Grund, um für sie auf die Barrikaden zu gehen.“ Aus Sicht Bugnyars ist die aus osmanischer Zeit stammende Steuerfreiheit aller Kirchengemeinschaften ein „weltweit einzigartiges Privileg“.

Bugnyar verweist auf den seit Jahren in Verhandlung stehenden, jedoch bis dato nicht unterzeichneten Grundlagenvertrag zwischen der katholischen Kirche und Israel. Dem Vernehmen nach, so Bugnyar, werde eine Einigung vorsehen, dass „kirchenbezogene Tätigkeiten“ weiterhin steuerbefreit sind, für „rein erwerbsbezogene Tätigkeiten“ kirchlicher Einrichtungen aber Steuern anfallen. Grabeskirche war drei Tage geschlossen weiterlesen