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Türkei erschüttert

7.1.22 Erdoğan treibt viele Türken in die Armut

Mit seinen Vorstellungen zur Zinspolitik treibt Präsident Recep Tayyip Erdogan die Türkei immer tiefer in die Krise. Die Lebenshaltungskosten sind kräftig gestiegen und liegen nun 36,1 Prozent höher als vor einem Jahr. Die Kosten für Nahrungsmittel kletterten nach Angaben des türkischen Statistikamtes zum Jahresende sogar um 44 Prozent, die im Verkehrswesen um 54 Prozent. Ein großer Teil des Preisanstiegs geht auf den dramatischen Verfall der Landeswährung zurück, die im vergangenen Jahr etwa 44 Prozent abgewertet hat. Zum Jahreswechsel stiegen die Preise für Strom und Gas für das Gewerbe um bis zu 125 Prozent, für Verbraucher um bis zu 50 Prozent. Solche Preissprünge relativieren die ebenfalls zum Jahreswechsel verordnete Erhöhung der Mindestlöhne um die Hälfte. Damit können sich gewisse Betriebe Mitarbeiter nicht mehr leisten.

Während in aller Welt Notenbanken auf steigende Inflationsrisiken mit steigenden Zinsen reagieren, senkte die türkische Zentralbank auf Geheiß des Präsidenten die Zinsen: seit September um volle 5 Prozentpunkte auf 14 Prozent. Diese Politik hat das Vertrauen in die Wertbeständigkeit der Lira zutiefst erschüttert. Erdoğan verspricht, der Staat werde etwaige Währungsverluste für in Lira gehaltene Einlagen ausgleichen. Kaum war Erdoğan kurz vor Weihnachten mit der Idee auf den Markt gekommen, hatte die Lira sich von den Kursverlusten der letzten Wochen schlagartig erholt. Seither hat die Währung wieder an Wert verloren. Das nährt Zweifel an der Tragfähigkeit von Erdoğans Modell, die Währungsrisiken dem Staatshaushalt und damit den künftigen Steuerzahlern aufzubürden. Zudem sucht Erdoğan Finanzhilfe im befreundeten nicht-westlichen Ausland: in China, Qatar und den Arabischen Emiraten. Am Ende ist alles eine Frage des Vertrauens. Aber Vertrauen in ihren wie ein Alleinherrscher regierenden Staatspräsidenten haben die Türken immer weniger.  mehr Informationen

Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Metropoll glaubten 94 Prozent der Befragten, die Inflation liege bei über 50 Prozent. Laut der unabhängigen Expertengruppe Enag könnten es sogar mehr als 80 Prozent sein. 

Aus Angst vor noch höheren Inflationsraten bunkern viele Menschen mittlerweile große Teile ihrer Ersparnisse in Fremdwährungen und in Gold – das schwächt die eigene Währung zusätzlich. Viele Unternehmen leiden auch unter der hohen Volatilität der türkischen Landeswährung, die es zunehmend erschwert Ausgaben durch Einnahmen zu decken. „Es ist nahezu unmöglich in diesem Chaos Geschäfte zu machen“, beklagte ein Unternehmer Ende Dezember gegenüber Bloomberg. „Ich kann nicht etwas zu 18 Lira pro Dollar einkaufen und es dann zu 12 Lira verkaufen.“

Der türkische Präsident verteidigt seine Linie vehement und greift dabei auch auf religiöse Argumente zurück. So verbiete der Islam sehr hohe Zinssätze oder Spargewinne, bekräftigte Erdogan vergangene Woche. Beobachter stimmt diese Argumentation allerdings skeptisch. „Nicht hohe Zinsen sind im Islam verboten, sondern Zinsen allgemein“, erklärt Salim Çevik, Wissenschaftler am Zentrum für Angewandte Türkeistudien (CATS) der Stiftung Wissenschaft und Politik. „Von einem religiösen Standpunkt aus macht es also keinen Unterschied, ob der Leitzins hoch oder niedrig ist.“

Die Arbeitslosenquote liegt bei zwölf Prozent, Schätzungen zufolge arbeitet knapp ein Drittel der Menschen im Land schwarz. Der Tourismus, der in guten Jahren mehr als zehn Prozent des türkischen Bruttoinlandsproduktes ausmachte, brach während der Pandemie deutlich ein und erholte sich auch 2021 nur mäßig.  mehr Informationen

Recep Tayyip Erdoğan bekräftigte in einem Gespräch mit seinem kasachischen Amtskollegen Kassym-Jomart Tokayev die Solidarität der Türkei mit Kasachstan, als die zentralasiatische Nation von Protesten getroffen wurde. Der Präsident betonte, dass die Türkei glaubt, dass Kasachstan die aktuellen Probleme überwinden wird, und dass die türkische Regierung bereit ist, bei Bedarf jede Hilfe zu leisten.

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Türkei und Griechenland auf Konfrontationskurs

13.8.20  Mittelmeeranrainer Israel unterstützte die griechische Position. «Israel drückt seine volle Unterstützung und Solidarität mit Griechenland aus – in seinem Recht, Seezonen und seine AWZ abzugrenzen», erklärte das israelische Aussenministerium am Mittwochmorgen. Nachdem das türkische Forschungsschiff den östlichsten Zipfel des Gebietes erreichte, das Ankara für Forschungen freigegeben hatte, änderte es seinen Kurs um 180 Grad und fuhr am Mittwochmorgen in nordöstlicher Richtung; parallel aber entgegengesetzt zum Kurs, den es am Vortag hatte. Die griechische Marine ging davon aus, dass die «Oruc Reis» die Region systematisch absuche und mit Ultraschallwellen den Boden des Mittelmeeres erforsche. Die Suche der Türkei ist aus Sicht Athens illegal, weil die Region zur sogenannten Ausschliesslichen Wirtschaftszone des EU-Landes gehöre. Auch die EU hat die türkischen Aktionen verurteilt und Ankara aufgefordert, sie einzustellen. Nach türkischer Lesart haben Inseln wie Kreta zwar Hoheitsgewässer, aber keine Ausschliessliche Wirtschaftszone. Türkei und Griechenland auf Konfrontationskurs weiterlesen

Türkische Christen unter Verdacht

Obwohl Christen in der Türkei weniger als ein halbes Prozent der Bevölkerung ausmachen, stellen Präsident Recep Tayyip Erdogan und seine regierende Partei Gerechtigkeit und Versöhnung (Adalet ve Kalkınma Partisi, AKP) sie als eine ernste Bedrohung für die Stabilität der Nation dar.

Infolge von Erdogans dschihadistischer Rhetorik, in der christliche türkische Bürger oft stereotyp als Menschen dargestellt werden, die keine echten Türken, sondern westliche Handlanger und Kollaborateure seien, tendieren viele Türken offenbar zu einer „eliminatorisch, antichristlichen Mentalität“.

Da war es kein Wunder, dass kürzlich Türkische Christen unter Verdacht weiterlesen

Das Neo-Osmanisch-Türkische Reich fordert ein

Erdoğan meint: „Diejenigen, die meinen, wir hätten das Land, aus dem wir uns vor hundert Jahren (siehe Karte unten) unter Tränen zurückgezogen haben, aus unseren Herzen getilgt, haben Unrecht.“

„Wir sagen bei jeder Gelegenheit, dass Syrien, Irak und andere Orte der Geographie in unseren Herzen nicht anders sind als in unserer eigenen Heimat. Wir kämpfen darum, dass eine fremde Flagge nirgends geschwenkt wird, wo der adhan [islamischer Gebetsruf in Moscheen] rezitiert wird“ (da überall auf der Welt Moscheen gibt, ist das ein Aufruf die ganze Welt zu unterwerfen).

„Die Dinge, die wir bisher getan haben, verblassen im Vergleich zu den noch größeren Dingen und Angriffen, die wir in den nächsten Tagen planen, inshallah [so Allah will].“  (Türkischer Präsident Recep Tayyip Erdoğan, 12. Februar 2018) Das Neo-Osmanisch-Türkische Reich fordert ein weiterlesen

Ein „heiliger“ Krieg gegen die Kurden

Die zweitgrößte Nato-Armee führt einen Dschihad, einen „heiligen Krieg“. So nennt die Türkei ihre Angriffe auf die Kurdengebiete in Syrien. Aber was heißt hier Dschihad? Der richtet sich normalerweise gegen „Ungläubige“, und die Kurden sind mehrheitlich Muslime.

Der türkische Parlamentspräsident Kahraman hatte am 26. Januar mit Bezug auf die bombardierte Enklave Afrin gesagt, „dass es ohne Dschihad im Krieg keine Fortschritte geben kann„. Und Erdoğan behauptete, es gebe einen „postmodernen Kreuzzug“ gegen die Muslime – und „die Kurden der YPG sind die neuen Kollaborateure der postmodernen Kreuzzügler„. Die Kurden als Söldner christlicher Imperialisten, die gegen die islamische Religion antreten? Bitte wo? Kurden werden Ein „heiliger“ Krieg gegen die Kurden weiterlesen

Judenhass in unserer Zeit

Diejenigen, die glauben, dass sie (die Juden) heute die Besitzer von Jerusalem sind, werden morgen nicht einmal Bäume finden können, um sich dahinter zu verstecken“, sagte Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan während einer Veranstaltung zum Tag der Menschenrechte am 10. Dezember in Ankara.

Obwohl die Anerkennung Jerusalems als israelische Hauptstadt durch US-Präsident Donald Trump am 6. Dezember von einem Großteil der muslimischen Welt verurteilt wurde, stach seine Reaktion besonders heraus.

Erdoğan bezog sich (in seiner Warnung gegenüber Juden und Amerika) auf einen Hadith (ein bezeugter Ausspruch des islamischen Propheten Mohammed) über den Tag des Jüngsten Gerichts 6985: Judenhass in unserer Zeit weiterlesen

Türkei: Neues Gesetz fördert Lynchjustiz

Präsident Erdogan stellt per Notdekret jeden Bürger straffrei, der „gegen die Fortsetzung des Putsches vom Juli 2016“ Handlungen setzt. Mit anderen Wort: Zivilisten könnten zur Verteidigung des Regimes zu Gewalt und Lynchjustiz greifen.

Erdogan wollte von Anfang an die moderne Türkei in eine streng islamische Selbstherrschaft verwandeln. Der Türkei: Neues Gesetz fördert Lynchjustiz weiterlesen

Türkisch-islamische Revolution

Recep Tayyip Erdoğan ersetzt eine westliche-orientierte Demokratie in der Türkei seit Jahren. Jetzt ist seine Chance gekommen, ein „islamisch-türkisches Kalifat“ zu errichten.

Massenverhaftungen, schnelle Verhandlungen und angedrohte Todesurteile. Das ist die Richtung weg von westlich-demokratischen Strukturen. Pressefreiheit, Gewaltenteilung und Trennung von Staat und Religion hatte Erdoğan de facto bereits abgeschafft. Eine Staatsreform wollte Erdoğan schon immer.

Im April 1998 wurde Erdoğan Türkisch-islamische Revolution weiterlesen

Die zweite muslimische Eroberung Konstantinopels – Hagia Sophia

Die Türkei wandelt die weltberühmte Hagia Sophia in Istanbul schrittweise wieder in eine Moschee um. Dahinter steckt politisches Kalkül von Präsident Erdogan.

Am Samstag hat erstmals seit 85 Jahren ein Imam vom Inneren des riesigen Gotteshauses zum Morgengebet aufgerufen, live übertragen vom türkischen Staatsfernsehen. Auch der Leiter Die zweite muslimische Eroberung Konstantinopels – Hagia Sophia weiterlesen

Erdogans Traum-a

Der türkische Präsident Erdoğan sieht sich als Weltvertreter aller Muslime und artikuliert sich immer deutlicher: Da sind die Muslime – und die Feinde der Muslime.

Klar erkennbar geht Erdoğans Führungsanspruch inzwischen weit über sein Land hinaus, stößt aber international auch an Grenzen.

Frustriert kehrte der Präsident Erdogans Traum-a weiterlesen

Islamischer Staat verurteilt Erdogan als „Verräter gegen den Islam“ per Fatwa zum Tode

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan steht nun auf der Todesliste vom Islamischen Staat. Im Rechtsgutachten (Fatwa) steht, dass es bereits „Abtrünnige und Verräter“ zu Beginn des Islam im 7. Jahrhundert christlicher Zeitrechnung gegeben habe, die Muslime bekämpft hätten und damit zu „Ungläubigen“ geworden seien. „Erdogan geht den gleichen Weg, somit ist auch er ein Verräter gegen den Islam“. Der Islamische Staat lässt außer Acht lässt, dass er selbst permanent Glaubensbrüder in Syrien und im Irak tötet. Islamischer Staat verurteilt Erdogan als „Verräter gegen den Islam“ per Fatwa zum Tode weiterlesen