Rettung kommt von Gott

Die Bibel will uns nicht vertrösten, sondern trösten. In den Wirren der Endzeit gibt es kein Durchkommen aus eigener Kraft. Die Rettung kommt von unserem Gott, der auf dem Thron sitzt, und von dem Lamm“ (Offenbarung 7,10).

Das Kapitel Sieben der Offenbarung beantwortet die Frage aus Kapitel Sechs: „Der große Tag des Zorns ist gekommen. Wer kann da bestehen?“ (Offenbarung 6,17).

Alles wird angehalten. Zuerst müssen auf der Erde die auserwählten Knechte Gottes aus den Stämmen Israels versiegelt werden. Sie folgen dem Lamm, wohin es geht. In ihrem Mund findet sich keinerlei Lüge. Sie sind ohne Makel (Offenbarung 14,4-5). Auch nach den Gerichten sind sie wieder vollständig da (Offenbarung 14). Über sie haben die Gerichte keine Macht. Das Siegel ist der Name des Lammes (Jesus) und der Name des Vaters (Abba) (Offenbarung 14,1). Die Knechte Gottes stehen unter dem Schutz dieses Siegels. Sie sind Gottes Eigentum. Wer eine versiegelte Person antastet, tastet den Besitzer an. So sagte Jesus zu Saulus: „Warum verfolgst du mich?“ (Apostelgeschichte 9,4). Paulus schreibt: „Betrübt nicht den Heiligen Geist Gottes, den ihr als Siegel empfangen habt für den Tag der Erlösung!“ (Epheser 4,30). 

Auffallend ist, dass hier nicht die übliche Aufzählung der Stämme erfolgt (Ruben, Simeon, Levi, Juda, Sebulon, Issachar, Dan, Gad, Ascher, Naftali, Josef, Benjamin; vgl. 1.Mose 49). Hier wird unter anderem Juda vorgezogen. Auch fehlt der Stamm Dan. Dafür wird Manasse aufgezählt, der eigentlich ein Teil des Stammes von Josef ist. Josef hatte zwei Söhne: Manasse und Ephraim. Im Neuen Testament wird der Stamm Dan überhaupt nicht erwähnt. Die Spuren von Dan haben sich im assyrischen Exil verlaufen. Ähnlich ist es auch bei anderen Stämmen. In Hesekiel 48,1 wird Dan wie auch den anderen „verlorenen“ Stämmen im Norden ein Erbteil zugewiesen. Dan führte als erster Stamm Israels den Götzendienst ein. In der Stadt Dan im Norden von Israel wurde das goldene Kalb angebetet. Heute heißt die Gegend um Tel Aviv wieder Gusch Dan. Tel Aviv ist heute die Hochburg eines von Gott losgelösten Lebenswandels.

Interessant ist, dass in der Offenbarung die Glaubenden aus Israel (Offenbarung 12,17; 14.12) und die Gläubigen aus den Nationen getrennt genannt werden. Paulus schreibt im Römerbrief, dass Gott sich dem jüdischen Volk zuwenden wird, wenn die Vollzahl der Nichtjuden erreicht ist (Römer 11,25-26).

Die Zahl 144‘000, die Johannes hört, ist ein Geheimnis. Die Zwölf repräsentiert ein Ganzes (zwölf Stämme Israels, zwölf Apostel, zwölf Tore des neuen Jerusalem). Alles das wird hier multipliziert fern menschlicher Logik.

Ab Offenbarung 7,9 richtet sich der Blick des Johannes wieder auf den Thron Gottes. Dort sieht er eine unzählbare Schar von Heiligen aus allen Nationen. Sie haben weiße Gewänder an und tragen Palmzweige in den Händen. Mit Palmzweigen und dem Ruf: „Hosanna! Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn, der König Israels!“ wurde Jesus in Jerusalem willkommen geheißen (Johannes 12,13). In Israel waren Palmzweige ein Symbol für die Befreiung durch den siegreichen König (siehe 1.Makkabäer 13,51).

Wieder wird Johannes Zeuge der Anbetung Gottes.

Wer darf vor dem Thron Gottes erscheinen? Alle aus der großen Bedrängnis, die sich durch das Blut des Lammes reinigen lassen. Jesus sagt in Johannes 16,33: „In der Welt seid ihr in Bedrängnis; aber habt Mut: Ich habe die Welt besiegt.“ Einige Ausleger denken, dass hier nur die Gläubigen aus der großen Trübsalszeit (Bedrängnis) vor dem offenen Erscheinen von Jesus gemeint sind (Matthäus 24,21). Andere sehen das irdische Leben als Bedrängnis und geistliche Schmiede (Prägungsort; vgl. Offenbarung 1,9).

Gott beschirmt seine Kinder und das Lamm versorgt sie und wird allen Schmerz heilen. Das Blut des Lammes ist der Schlüssel, damit man als Kind Gottes aufgenommen wird.

Das Blut des Lammes ist ein Bild für das Passahlamm. Jesus starb am jüdischen Passahfest. Wenn man beim Auszug aus Ägypten das Blut des Passahlamms an die Tür strich, ging das Gericht Gottes an den Bewohnern des Hauses vorüber. Wer für sich das Blut von Jesus in Anspruch nimmt, an dem gehen die Gerichte Gottes vorüber, nicht jedoch Bedrängnis, Mangel und Tränen. Doch wer bis zum Ziel durchhält, der empfängt im Überfluss und wird getröstet (vgl. Offenbarung 2-3).

Spannend ist, dass heute die Samaritaner beim Passahopfer Blut auf ihre Stirnen tupfen. Handelt es sich dabei um ein verborgenes Wissen um das Schutz-Siegel auf der Stirn?

Die Bibel will uns nicht vertrösten, sondern trösten. Sie tut es, indem sie uns inmitten der Kämpfe, Stürme und Auseinandersetzungen dieser Zeit und dieses Lebens mit der Kraft der Hoffnung, einer starken, tragenden und frohmachenden Gewissheit, ausrüstet.

In den Wirren der Endzeit gibt es kein Durchkommen aus eigener Kraft. Nur die Menschen, die Gott festmacht durch den Heiligen Geist, gelangen ans Ziel.

Was hier auf Erden als kleine Herde erscheint, erweist sich am Ziel – vor dem Thron Gottes – als große Menge, die niemand zählen kann. Doch nichts wird der Schar der Glaubenden erspart. Ihr Bekenntnis ist: Die Rettung kommt von unserem Gott, der auf dem Thron sitzt, und von dem Lamm“ (Offenbarung 7,10).

Apokalypse – Das biblische Buch der Offenbarung
Das Buch der Offenbarung (1)
Briefe aus dem Himmel (2)
Jesus sorgt sich um jede Gemeinde (3)
Ein Blick auf den Thron Gottes (4)
Wer ist würdig? (5)
Das Lamm enthüllt die Geheimnisse (6)

Fortsetzung folgt. Beiträge bestellen unter  kontakt@obrist-impulse.net

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