Pilger bleiben fern

Die Covid-19 Pandemie bewirkte, was in den letzten 1600 Jahren noch nie geschah: die christlichen Pilger bleiben dem Heiligen Land fern. Einer der stabilsten Tourismuszweige brach lautlos zusammen.

2019 beherbergte Israel eine Rekordzahl von 4,2 Millionen Touristen, von denen eine Million christliche Pilger waren. Zunächst erschien die jetzige Situation noch vorübergehend, mittlerweile ist klar, dass die Gläubigen mindestens noch ein Jahr fernbleiben werden.

Besonders hart getroffen vom Wegfall der Touristen sind die Palästinenser, die ihren Lebensunterhalt mit dem Pilger-Tourismus bestritten. Kunsthandwerker, Souvenirhändler, Reiseführer und Gastronomen stehen vor dem Nichts. Der Markt sei zu etwa zehn Prozent der üblichen Kapazität ausgelastet, Geld ist keines mehr vorhanden. 

Michel Awad, Vorstandsmitglied der Palästinensischen Gesellschaft für Reise- und Tourismusagenten schätzt, dass mittlerweile die Hälfte der im Tourismus beschäftigten Palästinenser in Israel auf dem Bau arbeiten würde. 

Kamen Pilger bis anhin auch in den schwierigsten und gewalttätigsten Zeiten, ignorierten Kriege und Epidemien, Regierungsumwälzungen und Wirtschaftskrisen, ist 2020 alles anders. Wie viele andere Events fällt auch das während Sukkot veranstaltete Laubhüttenfest der Internationalen Christlichen Botschaft Jerusalem aus. 2017 verbrachten rund 6000 Evangelikale insgesamt 10‘000 Nächte in Jerusalemer Hotels und gaben etwa 15 Millionen Schekel während ihres Besuchs aus. Diesen Oktober – nichts.  mehr Informationen

 

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