Leiden fördert Glauben  

Schwimmen lernt man im Wasser. Ein Muskel baut sich auf, indem er gebraucht wird. So wächst auch der Glaube, in den Herausforderungen des Lebens. Glauben ist nicht nur ein Für-Wahr-Halten, sondern baut auf ein inneres Wissen, dass man sich Gott anvertrauen kann, auch wenn die aktuelle Wahrnehmung nicht damit übereinstimmt.

In Jakobus 2,19 steht, dass auch Dämonen wissen, dass Gott existiert, aber nicht mit ihm leben wollen. Glauben meint: Gott sein Leben anzuvertrauen und sich von ihm führen zu lassen, auch wenn wir nicht alles verstehen und erklären können.

Was ich sehe, muss ich nicht glauben. Glauben muss man genau dann, wenn nicht alles wie erwartet verläuft und man trotzdem vertraut. Ein Mensch der Gott schon erlebt hat, vertraut ihm auch in neuen Situationen. Deshalb ermutigt die Bibel immer wieder, dass wir nicht vergessen sollen, was Gott Gutes in unserem Leben getan hat. Wenn alles rund läuft, dann ist es einfach an Gott zu glauben. Doch wenn alles gegen den Strich läuft, ist Glauben gefordert. Glauben meint zu vertrauen, trotz einer Realität, die ich nicht einordnen kann.

Noah glaubte Gott, obwohl niemand sich vorstellen konnte, wie so ein Holzkasten schwimmen kann. Abraham vertraute Gott, obwohl nicht eintraf, was Gott ihm verheißen hatte. Er besaß weder Land, noch hatte er viele Nachkommen.

Leiden ist wie ein Katalysator. Entweder es steigert das Vertrauen in Gott, oder man wird frustriert. Glauben kann man nicht anordnen, man muss selbst herausfinden, wie er funktioniert.

Jakobus schreibt sehr provokant: „Achtet es für lauter Freude, meine Brüder, wenn ihr in mancherlei Versuchungen oder Glaubensproben geratet, indem ihr erkennt, dass durch solche Bewährungsproben euer Glaube fest und unerschütterlich wird“ (Jakobus 1,2-3).

Deshalb ist Leiden nicht die Folge mangelnden Glaubens, sondern eine Frage, wie stark unser Glaube ist, dass Gott uns so viel zumuten kann. Durch unsere Erfahrungen können wir andere ermutigen, auch im Tiefpunkt des Lebens an Gott festzuhalten.

Siehe auch:
Leid ist eine Konsequenz der Liebe Gottes
Durch Leid entsteht die Erkenntnis über Gut und Böse
Heilung bedeutet nicht Heil
Leiden fördert Glauben 
Im Leid erleben wir Gottes Gegenwart

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