Jesus, eine göttliche Inkarnation

Im Neuen Testament steht, Jesus sei eine Verkörperung Gottes auf dieser Erde. Stammt dieser Gedanke aus der griechischen Mythologie? Ist es hellenistisches Gedankengut?

Jesus wurde als Jude geboren und ist als Jude gestorben. Er hatte keine philosophische Ausbildung. Er zitierte vor allem die hebräische Bibel (Tanach / Erstes Testament). Kennt also die jüdische Bibel eine Inkarnation Gottes?

Gott erscheint als Mensch
In 1. Mose 18 erschien Gott dem Abraham. In 1. Mose 18,1-2 steht: „Der HERR (JHWH) erschien Abraham … 2 Er erhob seine Augen und schaute auf, siehe, da standen drei Männer vor ihm.“

Später gingen zwei dieser Männer weiter nach Sodom, einer blieb zurück. Wir lesen in 1. Mose 18,22: „Die Männer wandten sich ab von dort und gingen auf Sodom zu. Abraham aber stand noch immer vor dem HERRN.“ Und in 1. Mose 19,1 steht: „Die beiden Engel kamen am Abend nach Sodom.“

Folglich muss der verbliebene Mann Gott (JHWH) gewesen sein. Offensichtlich ist Gott hier Abraham als Mensch erschienen. Wenn das möglich war, warum sollte es Gott nicht möglich sein, Mensch zu werden? Schließlich heißt es in 1. Mose 18,4: Ist denn beim HERRN etwas unmöglich?“

Natürlich kann man auch argumentieren, dass Gott die Gestalt eines erwachsenen Menschen annahm, aber nie so richtig Mensch war.

Gezeugt und nicht geschaffen

In Psalm 2,7 steht: „Den Beschluss des HERRN will ich kundtun. Er sprach zu mir: Mein Sohn bist du. Ich selber habe dich heute gezeugt.“

Die Rabbiner beziehen diesen Vers auf den Messias. Der Messias wird also von Gott gezeugt. Bei der Zeugung verschmelzen zwei Personen zu einer. Das ist der Unterschied zu einer Schöpfung. Sollte der Messias also Mensch und Gott zugleich sein?

Ein Kind mit göttlichen Titeln
In Jesaja 9,5 steht: „Denn ein Kind wurde uns geboren, ein Sohn wurde uns geschenkt. Die Herrschaft wurde auf seine Schulter gelegt. Man rief seinen Namen aus: Wunderbarer Ratgeber, Starker Gott, Vater in Ewigkeit, Fürst des Friedens.“

Diese Titel sind in der jüdischen Bibel ausschließlich Gott vorbehalten. So lässt der Text keine andere Deutung zu, als dass ein Kind geboren wird, das mit Gott in Verbindung gebracht wird. Jesus sagte: „Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen“ (Johannes 14,9). Jesus repräsentiert den himmlischen Vater.

Das Wunder seiner Geburt
In Jesaja 7,14 steht: „Darum wird der Herr selbst euch ein Zeichen geben: Siehe, die Jungfrau hat empfangen, sie gebiert einen Sohn und wird ihm den Namen Immanuel geben.“

„Immanuel“ bedeutet: „Gott mit uns“. Einige behaupten, diese Aussage beziehe sich nur auf die Zeit von Ahas (Jesaja 7,12). Dann wird auch darauf hingewiesen, dass das Wort „alma“, welches mit „Jungfrau“ übersetzt wird, einfach „junge Frau“ bedeutet. Das Wort „alma“ wird jedoch in der Bibel nie für eine Frau verwendet, die nicht auch Jungfrau ist.

Bei der griechischen Übersetzung der jüdischen Bibel Septuaginta (LXX) übersetzten die jüdischen Gelehrten etwa 250 v. Chr. das Wort mit „Jungfrau“. Für sie war es klar, dass es sich um eine Jungfrau handeln musste, um ein Zeichen Gottes zu sein. Denn dass eine junge Frau ein Kind zur Welt bringt, ist nichts Außergewöhnliches, das besonders erwähnt werden müsste.

Nach dem Neuen Testament (und auch dem Koran) war Maria eine Jungfrau bis zur Geburt (Matthäus 1,25: „Er (Josef) erkannte sie aber nicht, bis sie ihren Sohn gebar. Und er gab ihm den Namen Jesus.“ Die Bezeichnung „erkennen“ wird in der Bibel als Umschreibung für den ehelichen Verkehr gebraucht.)

Eine Jungfrauengeburt widerspricht den Gesetzen der Natur und war somit ein Wunder. Die einzige Deutung ist somit, dass die Zeugung nicht menschlich, sondern göttlich war.

Menschensohn

Eine wichtige Stelle ist auch Daniel 7,13-14. Daniel schreibt: „Immer noch hatte ich die nächtlichen Visionen: Da kam mit den Wolken des Himmels einer wie ein Menschensohn. Er gelangte bis zu dem Hochbetagten und wurde vor ihn geführt. 14 Ihm wurden Herrschaft, Würde und Königtum gegeben. Alle Völker, Nationen und Sprachen dienten ihm. Seine Herrschaft ist eine ewige, unvergängliche Herrschaft. Sein Reich geht niemals unter.“

Jesus bezeichnet sich selbst als Menschensohn (zum Beispiel Matthäus 9,6; Matthäus 24,30).

In der Vision von Daniel wird beschrieben, wie der Menschensohn aus dem Himmel kommt, und alle Macht erhält und angebetet wird. Die hebräische Bedeutung des hier verwendeten Wortes „dienen“ ist „anbeten“ (יִפְלְח֑וּן iflehun – Ehrerbietung erweisen, dienen).

In Johannes 16,28 sagt Jesus: „Ich bin vom Vater ausgegangen und in die Welt gekommen; ich verlasse die Welt wieder und gehe zum Vater.“

Fazit:
Die verschiedenen Stellen in der jüdischen Bibel lassen nur den Schluss zu, dass der Messias gleichzeitig Mensch und Gott ist. Jesus sagt: „Ich und der Vater sind eins“ (Johannes 10,30).

Im Menschen Jesus wurde Gott für uns Menschen erlebbar. Jesus war ganz Mensch, mit menschlichen Eigenschaften wie Hunger, Durst, Müdigkeit und Trauer. Gleichzeitig war er aber eins mit dem himmlischen Vater. Deshalb ist in seinem Reden und Handeln der himmlische Vater erkennbar.

Indem der Menschensohn geboren wurde, wird sichtbar, dass der König aus dem Himmel wirklich Mensch war und nicht nur eine menschliche Erscheinung. Er kennt aus eigener Erfahrung, was es bedeutet, Mensch zu sein. Deshalb versteht er uns. Zugleich sehen und erleben wir, was mit der Hilfe Gottes möglich ist. Es wird klar, dass Gott mit uns sein will („Immanuel“). Er ist nicht ein ferner Gott, sondern interessiert sich für uns. Er sucht uns und möchte, dass sich unsere Persönlichkeit entfalten kann und wir mit seiner Hilfe ein erfülltes Leben haben.

Letztlich kann man dieses Wunder, dass Gott uns besucht, nicht menschlich erklären, sondern nur im Glauben annehmen, wie es auch Jesus in Johannes 14,11 gesagt hat: Glaubt mir doch, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist; wenn nicht, dann glaubt aufgrund eben dieser Werke!“

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Eine Frage aus dem Netz: Jesaja 7,16 impliziert, dass der versprochene Junge geboren wird während die Könige Rezim und Pekach noch da sind und wenn er entscheiden kann werden sie weg sein.

Antwort: In Jesaja 7 geht es darum, ob die Verheissungslinie von David durch Rezin und Pekach beendet wird (Vers 6). Gott sagt Nein. Es kommt der Immanuel. Er wird Rahm und Honig essen (Vers 15), bedeutet: Durch die wertvollen Geschenke der Weisen, gingen Maria und Josef in die Diaspora nach Ägypten. Als er 3-4 Jahre alt war. Also dann, wenn ein Kind seine Handlungen abschätzen kann (Vers 16), dann ist seine Gegenspieler (Herodes), der die Zerstörungslinie fortsetzt, tot. Doch es werden Tage kommen, die noch nie waren. Die Römer werden alles zerstören (Vers 24). Aber erst nachdem der «Gott mit uns» die Verheissungslinie fortführt.

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