Irak – Quo vadis

23.7.21 Das Wall Street Journal berichtet, dass hochrangige amerikanische Beamte bestätigt haben, dass es ein amerikanisch-irakisches Abkommen über einen vollständigen Abzug aller US-Streitkräfte aus dem Irak bis Ende 2021 gibt. 

10.7.21 Großer Cyberangriff auf iranische Regierungsinfrastrukturen in den letzten Tagen. Angefangen hat es mit den Computern der nationalen Bahngesellschaft und heute auf den Computern des Verkehrsministeriums. 

7.7.21 Großangriff auf US-Stützpunkt im Nordirak Irbil. 20 Raketen und 4 Selbstmorddrohnen treffen die Basis. Nach Angaben der schiitischen Milizen wurden heute drei US-Stützpunkte angegriffen: Im Irak der Stützpunkt Ain Al-Assad in der Provinz Anbar und der US-Stützpunkt im Nordirak Irbil. In Syrien die US-Basis in Deir Az-Zour. 

6.7.21 Das iranische Kraftwerk in der Provinz Mazandaran ist ausgefallen und weite Teile des Iran tappen im Dunkeln. Viele wütende Demonstrationen im ganzen Iran gegen auf die Strasse, wegen den Stromausfällen. Großangriff von 4 Selbstmorddrohnen auf die US-Botschaft in Bagdad, Irak. Im Westen der Hauptstadt Teheran unweit der Stadt Karaj wurde in der letzten Stunde ein Großbrand gemeldet. Berichten zufolge handelt es sich dabei um Lagerhallen des iranischen Regimes. Anderen Berichten zufolge handelt es sich um eine Fabrik in der Nähe einer Militärbasis. 

3.7.21 In den letzten 24 Stunden haben Stromausfälle das ganze Land erfasst. Der Iran hat beschlossen, seine Stromversorgung an den Irak von 1.400 Megawatt auf 200 Megawatt zu reduzieren. Im internationalen Bereich ist in Bagdad der Strom abgestellt. Infolge des Zusammenbruchs des Stromnetzes wurde der Strom am internationalen Flughafen von Bagdad abgestellt. Im ganzen Irak fliesst durch den Stromunterbruch das Trinkwasser nicht mehr. Die Ölraffinerien im ganzen Irak haben es schwer zu funktionieren und vor allem ist es im Irak richtig heiß.

Im Irak herrschen derzeit ungewöhnlich hohe Temperaturen: Vielerorts werden mehr als 50 Grad Celsius im Schatten gemessen – das ist auch für den Irak mit seinen heißen Sommern außergewöhnlich. Nachts ist es 40 Grad. Das ohne Klimaanlage und Wasser.

Trotz Bestrebungen innerer und äußerer Kräfte ist es nicht gelungen, eine Stabilisierung des Krisenlandes herbeizuführen.

Aktivisten fürchten vom Iran unterstützte schiitische Milizen, die im Irak immer mächtiger werden und die, sofern sie niemand aufhält, die Kontrolle im ganzen Land übernehmen könnten. Seit Beginn der Proteste wurden fast 600 Menschen getötet und rund 24.000 Menschen verletzt. Manchmal exekutieren die Milizen ihre Opfer mitten auf der Straße.

Dabei schien es gerade noch, als würde sich der Irak erholen. Nachdem der sogenannte „Islamische Staat“ (IS) im Irak 2017 als besiegt galt, atmete die Welt auf. Auch die Irakerinnen und Iraker hofften auf ein wenig Normalität.

Der Irak erlebt eine Finanzkrise, Korruption blockiert den Wiederaufbau. Die Vertreibung des IS hat im Land ein Machtvakuum hinterlassen, um das nun Milizen ringen, die teilweise untereinander verfeindet sind.

Der Terror der proiranischen Gruppen erschüttert das Land. Diese Milizen sind Teil der Al-Haschd asch-Schaʿbī, der sogenannten Volksmobilisierungseinheiten, eines Bündnisses schiitischer paramilitärischer Gruppen, das 2014 gebildet wurde, um den IS zurückzuschlagen. Der Einsatz der Milizen war damals kriegsentscheidend, denn die irakische Armee war im Kampf gegen den IS unterlegen.

Mit dem Sieg über den IS wurden die Milizen mächtiger als je zuvor. Formell unterstehen sie dem irakischen Premierminister und sind Teil der irakischen Sicherheitskräfte, doch viele Milizen hören auf das Kommando der Revolutionsgarden in Teheran, von denen sie ausgebildet und beraten, teils auch finanziert werden; dazu gehört etwa die Kata’ib Hisbollah, die von den USA als Terrororganisation eingestuft wird.

Viele Milizen sind berüchtigt für ihre kriminellen Machenschaften und ihre Brutalität. Sie feuern Raketen auf US-Stützpunkte und attackieren Fahrzeuge ausländischer Diplomaten. Und sie räumen jene aus dem Weg, die sich für einen demokratischen Irak einsetzen. Die Verbrechen an den Aktivisten werden von einigen wenigen, besonders radikalen Milizen verübt, die immer grausamer vorgehen. Viele Aktivistinnen nennen vor allem zwei Milizen: Asa’ib Ahl al-Haqq, die von einer Kampfeinheit der iranischen Revolutionsgarde gegründet wurde, und Kata’ib Hisbollah. Eine Recherche der BBC stützt diese Annahme.

Aber jeder, der sich gegen die schlechten Zustände erhebt, wird umgebracht.

Dass sie ihr Leben riskieren, wenn sie ihre Meinung sagen, gibt den Menschen das Gefühl, das letzte bisschen Würde zu verlieren. Oder, wie jemand formulierte: „Wir Iraker werden geradewegs ins Mittelalter zurückkatapultiert.

Die Milizen verbreiten in den sozialen Medien auch Fotos von Aktivisten und brandmarken sie als Spione oder Homosexuelle. Viele werden nach solchen Kampagnen getötet.

Bisher sei kein einziger Mord aufgeklärt worden. Manchmal würde die Regierung Mitglieder von Milizen festnehmen, sie dann aber gleich wieder freilassen, angeblich aus Mangel an Beweisen.

Die Revolutionsgarden in Teheran stehen wegen der US-Sanktionen finanziell unter Druck, sie brauchen den Irak als Drehscheibe. Denn sie kontrollierten über ihre Milizen nicht nur Iraks Wirtschaft und das Bankenwesen, sondern betrieben im Irak auch Geldwäsche und Waffenhandel.

Der Iran hat im Irak einen Staat im Staate errichtet. Irans Führung will über die Milizen ein persisches Imperium schaffen und die westlichen Führungen tun nichts, um diese Milizen zu stoppen.  mehr Informationen

 

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