Hassverbrechen in Israel

Kriminelle haben ein 15 Zentimeter großes Kreuz vom Gelände der berühmten Kirche der Brotvermehrung in Tabgha am See Genezareth gestohlen. Das bestätigte der Leiter des Gästehauses des Deutschen Vereins vom Heiligen Lande (DVHL) in Tabgha, Georg Röwekamp.

Die Täter kamen vermutlich in einem Boot. Das Kreuz war fest in einen Basaltstein eingelassen, der als „Altar“ für Eucharistiefeiern unter freiem Himmel am Ufer des Sees verwendet wurde.

Das fest in den Basaltstein verankerte Kreuz sei „mit großer physischer Gewalt“, möglicherweise auch mithilfe von Werkzeugen entfernt worden, so Röwekamp. Die Lage der Stätte auf dem Gelände zwischen dem Kloster und dem Gästehaus sowie der notwendige körperliche Aufwand zeigten, dass es sich „um einen bewussten Akt mit antichristlicher Tendenz“ handele.

Die Tat wurde demnach Donnerstagfrüh 19.8.21 bemerkt und bei der Polizei angezeigt. Auch die Deutsche Botschaft in Tel Aviv sowie die Nuntiatur wurden laut Röwekamp informiert. Über den oder die Täter ist derzeit nichts bekannt. Nach Einschätzung des Hausleiters haben sie sich über einen benachbarten Badestrand oder mit einem Boot Zugang zu dem Gelände verschafft.

Vor dem Hintergrund der Brandstiftung in dem Kloster, bei dem im Juni 2015 ein Schaden in Millionenhöhe entstand und Teile des erst 2012 fertiggestellten Gebäudes zerstört wurden, erfülle ihn das unbefugte Eindringen auf das Gelände mit Sorge, sagte Röwekamp. Die Altäre am Seeufer, die vor allem von Pilgergruppen genutzt werden, werden nicht von dem Überwachungssystem der Anlage erfasst.

Das Gelände gehört zum deutschen Dormitio-Mariae-Kloster in Jerusalem und ist für sein Fischmosaik weltberühmt. Die Kirche wurde im Februar 2017 wiedereröffnet, nachdem sie 2015 von antichristlichen Kriminellen verwüstet worden war, die ein hebräisches Graffiti hinterließen, auf dem zu lesen war: „Götzen werden beseitigt oder zerstört.“ Die Renovierungsarbeiten kosteten rund 1 Million Dollar, von denen der Staat Israel  400.000 Dollar beisteuerte. Der jüdische Extremist Yinon Reuveni wurde im August 2018 für das Verbrechen zu vier Jahren Haft verurteilt.

„Wir verurteilen diese abscheuliche Tat, die anscheinend von Menschen begangen wurde, die das Kreuz hassen, aufs Schärfste und fordern die Polizei auf, diesen Vorfall ernsthaft zu untersuchen und die Täter vor Gericht zu stellen“, sagte Wadie Abunassar, ein Beamter der Versammlung der Katholischen Orden des Heiligen Landes.

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