Gottes Plan

Erwählung bedeutet nicht Exklusivität (Epheser 3)

Das Geheimnis Gottes ist, dass alle Menschen vor ihm gleich sind. In Galater 3,28-29 schreibt Paulus: „28 Es gibt nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht männlich und weiblich; denn ihr alle seid einer in Christus Jesus. 29 Wenn ihr aber Christus gehört, dann seid ihr Abrahams Nachkommen, Erben gemäß der Verheißung.“

Für uns tönt das normal. Doch in einer hierarchischen Gesellschaft mit Sklaven ist das eine explosive Botschaft. Prägend für das ganze Leben war damals der Stand bei der Geburt (Epheser 2,11).

Viele Menschen gingen keiner Lohnarbeit nach, sondern waren oder hatten Sklaven. Auch bei uns macht es einen Unterschied, ob man in eine gut gestellte Familie hineingeboren wird oder ob man in einer bildungsfernen Umgebung aufwächst. Doch bei uns ist es leichter möglich, einen neuen Status zu erreichen.

In Bezug auf das jüdische Volk hatte sich ein exklusives Verständnis entwickelt. Die Volkszugehörigkeit stand für einen exklusiven Segen und beschrieb nicht mehr ein Königreich von dienenden Priestern (2. Mose 19,6). 

Aufgrund unterschiedlicher Begabungen werden oft Menschen bevorzugt behandelt.

Doch bei Gott gelten jedoch andere Werte. In Vers 17 schreibt Paulus, dass alles in der Liebe zu Gott wurzelt und der Glaube darauf aufbaut. Auch Jesus fragt in Johannes 21 Petrus dreimal allein nach der Liebe (Johannes 21,15-17). Liebe hängt nicht vom sozialen Status ab.

Wir alle sind von Gott geliebt und vor ihm gleichwertig, aber unterschiedlich begabt. Dieser Unterschied fällt uns schwer einzuordnen. Wir neigen heute dazu, zu glauben, dass alle Menschen die gleiche Ausgangslage haben. Deshalb wollen wir allen die gleichen Möglichkeiten zur Entwicklung geben. Gottes Idee ist aber, dass jeder mit seinen Begabungen dem anderen dient und wir uns gegenseitig wertschätzen.

Gott sucht in seiner Liebe auch nach dem Sündenfall nach den Menschen. Er beruft Abraham, damit er zum Segen für alle Menschen wird (1. Mose 12,3). Durch Abrahams Familiengeschichte soll Gott für alle Menschen sichtbar werden. An Israel will sich Gott den Menschen offenbaren, damit sie erkennen, wie Gott ist (Hesekiel 38,16). Und Jesus ist das Licht für alle Völker (Jesaja 49,6).

In Jesus haben wir alle den Zugang zum himmlischen Vater (Vers 12). Er ist das Geheimnis Gottes (Vers 4). In Jesus haben wir Anteil an Gottes Reich (Vers 6).

Die Liebe Gottes in Jesus bedeutet Paulus so viel, dass die Leiden, die er für seinen Glauben einstecken muss, nicht ins Gewicht fallen, sondern eine Ehre für ihn sind (Vers 13).

Die wahre Haltung vor Gott ist die tiefe Anbetung (Vers 14). Der Wunsch von Paulus ist, dass alle Menschen Gottes Zuwendung zu uns in Jesus verstehen und innerlich aufgebaut werden (Vers 16-19).

Dadurch, dass Menschen auf Gottes Liebesangebot einsteigen, sollen alle erkennen (Vers 10), dass Gottes Plan der Liebe und der freiwilligen Dienerschaft (Vers 7) funktioniert.

Alles soll zum Lob Gottes führen (Vers 20-21).

Paulus ist von diesem Gott fasziniert. Seine Worte sollen auch uns ganz neu begeistern und uns dazu anregen, noch tiefer in der Bibel nach Gottes Liebe zu forschen, damit unser Glaube auch in widrigen Umständen aufgebaut wird und uns durchträgt – wie bei Paulus, der für seinen Glauben sogar im Gefängnis war (Epheser 3,1).

Text: Hanspeter Obrist, Oktober 2021

Epheser 3, Einheitsübersetzung 2016

1 Deshalb bin ich, Paulus, der Gefangene Christi Jesu für euch, die Heiden. 2 Ihr habt doch gehört, welches Amt die Gnade Gottes mir für euch verliehen hat. 3 Durch eine Offenbarung wurde mir das Geheimnis kundgetan, wie ich es soeben kurz beschrieben habe. 4 Wenn ihr das lest, könnt ihr erkennen, welche Einsicht in das Geheimnis Christi mir gegeben ist.

5 Den Menschen früherer Generationen wurde es nicht kundgetan, jetzt aber ist es seinen heiligen Aposteln und Propheten durch den Geist offenbart worden: 6 dass nämlich die Heiden Miterben sind, zu demselben Leib gehören und mit teilhaben an der Verheißung in Christus Jesus durch das Evangelium.

7 Dessen Diener bin ich geworden dank des Geschenks der Gnade Gottes, die mir durch das Wirken seiner Macht verliehen wurde. 8 Mir, dem Geringsten unter allen Heiligen, wurde diese Gnade zuteil: Ich soll den Heiden mit dem Evangelium den unergründlichen Reichtum Christi verkünden 9 und enthüllen, was die Verwirklichung des geheimen Ratschlusses beinhaltet, der von Ewigkeit her in Gott, dem Schöpfer des Alls, verborgen war.

10 So soll jetzt den Fürsten und Gewalten des himmlischen Bereichs durch die Kirche die vielfältige Weisheit Gottes kundgetan werden, 11 nach seinem ewigen Plan, den er durch Christus Jesus, unseren Herrn, ausgeführt hat. 12 In ihm (Jesus) haben wir den freien und vertrauensvollen Zugang, den der Glaube an ihn schenkt. 13 Deshalb bitte ich, nicht wegen der Leiden zu verzagen, die ich für euch ertrage, denn sie sind euer Ruhm.

14 Daher beuge ich meine Knie vor dem Vater, 15 von dem jedes Geschlecht im Himmel und auf der Erde seinen Namen hat. 16 Er gebe euch aufgrund des Reichtums seiner Herrlichkeit, dass ihr in Bezug auf den inneren Menschen durch seinen Geist an Kraft und Stärke zunehmt. 17 Durch den Glauben wohne Christus in euren Herzen, in der Liebe verwurzelt und auf sie gegründet. 18 So sollt ihr mit allen Heiligen dazu fähig sein, die Länge und Breite, die Höhe und Tiefe zu ermessen 19 und die Liebe Christi zu erkennen, die alle Erkenntnis übersteigt. So werdet ihr erfüllt werden in die ganze Fülle Gottes hinein.

20 Dem aber, der gemäß der Macht, die in uns wirkt, unendlich viel mehr tun kann, als wir erbitten oder erdenken, 21 ihm (dem Vater) sei die Herrlichkeit in der Kirche und in Christus Jesus bis in alle Generationen für ewige Zeiten. Amen.

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