Gerüstet fürs Leben

(Epheser 6,10-24)

Wer mit Jesus unterwegs ist, kann sich auf Widerstand gefasst machen. Doch Kinder Gottes sind nicht in der eigenen Kraft unterwegs (Epheser 6,10). Ihr Herr rüstet sie aus. Nicht um Menschen zu bekämpfen, sondern um sich selbst zu schützen und listige Angriffe abzuwehren. Das Böse muss mit Gutem überwunden werden (Römer 12,21). Christen sollen sich nicht ängstlich verkriechen, sondern freimütig für die Wahrheit einstehen (Epheser 6,20).

Als Merkhilfe nimmt Paulus das damals für jedermann bekannte Bild eines römischen Soldaten. Heute würden wir vielleicht von einem Virenschutzprogram sprechen.

„Umgürtet mit Wahrheit“ – Ein römischer Soldat trug ein weites Gewand aus lockerem Stoff. Der Gürtel war nötig, damit sein Gewand ihn nicht an der Bewegung hinderte. Er durfte im Kampf nicht stolpern. Es ist wichtig, den Gürtel der Wahrheit zu tragen, denn Lügen bringen uns zu Fall.

„Brustpanzer der Gerechtigkeit“ – Der Brustpanzer war üblicherweise ein hartes, ärmelloses Kleidungsstück aus Leder oder schwerem Material, das das Herz des Soldaten und andere lebenswichtige Organe schützte. Wer auf Gottes Gerechtigkeit baut, ist geschützt, auch wenn ihm mal ein Fehler unterläuft. In Jesaja 11,5 steht: „Gerechtigkeit ist der Gürtel um seine Hüften und die Treue der Gürtel um seine Lenden.“

„Gestiefelt mit Bereitschaft zum Zeugnis für das Evangelium des Friedens“ – Schuhe waren eine Voraussetzung dafür, dass man unbeschwert überall hingehen konnte. So sollen auch wir allezeit bereit sein, dorthin zu gehen, wo Gott uns hinschickt, um die gute Nachricht vom Frieden mit Gott zu teilen (vgl. auch Jesaja 52,7).

„Schild des Glaubens“ – Der Schild war das Erste, das mit dem der Feind in Kontakt kam. Glaube ist das grundsätzliche Vertrauen in Gott und sein Wort. Vertrauen in Gott ist das Erste, das der Teufel zerstören möchte.

„Helm des Heils“ – Der Helm schützte den Kopf, auf den der Feind am liebsten zielte. Schützen wir unsere Gedanken oder lassen wir uns durch allerlei Ideen den Kopf verdrehen? Heilsgewissheit entsteht, indem wir die göttlichen Wahrheiten aussprechen (vgl. Jesaja 59,17: Er legte die Gerechtigkeit an wie einen Panzer und setzte den Helm des Heils auf).

„Schwert des Geistes“ – Wie das Schwert die einzige Angriffswaffe des Soldaten war, so stellt auch Gottes Wort allein den Feind bloß. So sehen wir es auch bei Jesus in der Versuchungsgeschichte (Matthäus 4,1-11). Deshalb ist es wichtig, dass wir unseren Glauben aus der Bibel nähren, damit wir unterscheiden können, was gut für uns ist.

Wer nicht bei der Wahrheit bleibt, nicht auf Gottes Gerechtigkeit baut, nicht zu Jesus stehen will, Gottes Zusagen nicht vertraut, sein Heil ständig hinterfragt und die Bibel ignoriert, mit dem hat der Durcheinanderbringer ein leichtes Spiel.

Deshalb fordert Paulus uns auf, füreinander zu beten. Paulus wusste, dass wir alle Gottes Hilfe brauchen, auch er selbst. Diese Hilfe wird uns durch das Gebet zuteil. Gott kommt zu den Menschen, die ihn einladen und ihn in ihrem Leben haben wollen. Die erste Gemeinde in Jerusalem betete: „Herr, sieh auf ihre Drohungen und gib deinen Knechten, mit allem Freimut dein Wort zu verkünden!“ (Apostelgeschichte 4,29). Daraufhin wurden sie neu mit dem Heiligen Geist erfüllt.

Friede, Liebe zu Jesus, Vertrauen in Gott (Glaube) und Gottes Erbarmen (Gnade) sind die Eckpfeiler eines Lebens mit Gott.

Diese erhalten wir durch die Gemeinschaft mit Gott im persönlichen Gespräch und das Studium der Heiligen Schrift.

Wer ist der Teufel? Der Diabolos (Durcheinanderbringer) ist ein ehemaliger Engel, der sich dagegen auflehnte, wie und zu was ihn Gott gemacht hatte. Er verdreht Gottes Aussagen. Böses erscheint bei ihm in einem guten Licht. Ebenfalls rebellierende Engel, die sich von ihm anstiften ließen, werden Dämonen (böse Geister) genannt. Sie versuchen sich zwischen den Menschen und Gott zu stellen. Bildlich gesprochen tun sie das im „himmlischen Bereich“ oder im „Bereich der Lüfte“ (Epheser 6,12 / 2,2).

Welches sind die beliebtesten Methoden des Teufels? Er streut Zweifel an Gott (1. Mose 3,1: „Hat Gott wirklich gesagt“). Er stiftet zu einem Verlangen nach Macht und Wissen an („Ihr werdet wie Gott“ (1. Mose 3,5). Das bedeutet: „Ihr bestimmt selbst, was gut für euch ist“. Praktiziert werden Flüche, Bann und Wahrsagerei). Des Teufels beliebteste Methode ist, sich selbst als Witzfigur und Karikatur zu verharmlosen.

Wie können wir auf ihn reagieren? Wir sollen seinen Lügen keinen Raum geben (Epheser 4,27), uns Gott anvertrauen und Gottes Wahrheiten über unserem Leben aussprechen. In Jakobus 4,7 steht: „Ordnet euch also Gott unter, leistet dem Teufel Widerstand und er wird vor euch fliehen.“

Hanspeter Obrist, Februar 2022

Epheserbrief
Drei Gründe, Gott zu loben, , Epheser 1,1-14
Jesus ist die Schlüsselperson,
Aufruf zur Einheit, 11. November 2021, Epheser 4,1-16
Erneuert euer Denken, 22. November 2021, Epheser 4,17-32
Lebt als Kinder des Lichts, 10. Januar 2022, Epheser 5,1-20
Verhalten in der Familie und im Beruf , 28. Januar 2022, Epheser 5,21-6,9
Gerüstet fürs Leben,

 

Epheser 6,10-24

Einheitsübersetzung 2016

10 Schließlich: Werdet stark durch die Kraft und Macht des Herrn!

11 Zieht an die Waffenrüstung Gottes, um den listigen Anschlägen des Teufels zu widerstehen! 12 Denn wir haben nicht gegen Menschen aus Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern gegen Mächte und Gewalten, gegen die Weltherrscher dieser Finsternis, gegen die bösen Geister in den himmlischen Bereichen.

13 Darum legt die Waffenrüstung Gottes an, damit ihr am Tag des Unheils widerstehen, alles vollbringen und standhalten könnt!

14 Steht also da, eure Hüften umgürtet mit Wahrheit, angetan mit dem Brustpanzer der Gerechtigkeit, 15 die Füße beschuht mit der Bereitschaft für das Evangelium des Friedens. 16 Vor allem greift zum Schild des Glaubens! Mit ihm könnt ihr alle feurigen Geschosse des Bösen auslöschen. 17 Und nehmt den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, das ist das Wort Gottes!

18 Hört nicht auf, zu beten und zu flehen! Betet jederzeit im Geist; seid wachsam, harrt aus und bittet für alle Heiligen, 19 auch für mich, dass mir das rechte Wort gegeben werde, sooft ich meinen Mund auftue, mit Freimut das Geheimnis des Evangeliums zu verkünden; 20 als dessen Gesandter bin ich in Ketten, damit ich in ihm freimütig zu reden vermag, wie es meine Pflicht ist.

 GRUSS UND SEGENSWUNSCH

21 Damit auch ihr erfahrt, wie es mir geht und was ich tue, wird euch Tychikus, der geliebte Bruder und treue Diener im Herrn, alles berichten. 22 Ihn habe ich eigens zu euch gesandt, damit ihr alles über uns erfahrt und er eure Herzen ermutige.

23 Friede sei mit den Brüdern, Liebe und Glaube von Gott, dem Vater, und dem Herrn Jesus Christus. 24 Gnade mit allen, die unseren Herrn Jesus Christus lieben – in Unvergänglichkeit.

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