Fokus Pakistan

Sieben Tage beten für verfolgte Christen (AVC)

In Pakistan gewährt die Verfassung Religionsfreiheit. Christen haben theoretisch die Möglichkeit, Gemeinden zu gründen und Gottesdienste zu feiern. Letzteres tun sie aber oft unter Lebensgefahr. Christen und Angehörige anderer religiöser Minderheiten werden immer wieder Opfer von Terror, Gewalt und Selbstjustiz.

Eine stetige Quelle der Bedrohung ist Paragraf 295c im Strafgesetzbuch, der jede Äußerung gegen Mohammed oder den Islam als Blasphemie mit der Todesstrafe bedroht. Nur drei Prozent der Bevölkerung sind Nichtmuslime, aber vierzig Prozent der Blasphemie-Prozesse werden Anhängern des Christentums und anderer Religionen gemacht. Viele Christen sind deshalb in Haft. Oft genügt ein Gerücht, dass ein Christ gegen Mohammed gelästert hätte, um Lynchmorde oder Brandschatzungen auszulösen.

Im Falle Asia Bibi soll sie aus einem Becher mit anderen getrunken haben und mit dieser „Verunreinigung“ den Zorn von Musliminnen auf sich zogen haben, die sie anschließend der Beleidigung des Propheten beschuldigten. Asia hingegen sagte aus, die anderen Frauen hätten von ihr verlangt, zum Islam überzutreten.

Andere Opfer des Blasphemie-Paragrafen, haben den Staat kritisiert, nicht den Propheten. Der Journalistik-Student Mashal Khan etwa hatte Worte Mohammeds sogar an seiner Zimmerwand stehen. Sein einziger Frevel war, dass er hohe Studiengebühren kritisierte. Bevor es zu einem Prozess kommen konnte, prügelte ihn ein Mob zu Tode.

Entführungen von jungen Frauen, Christinnen wie Hindus, und deren erzwungene Heirat mit Muslimen, verbunden mit Zwangsübertritt zum Islam, sind ein alltägliches Phänomen. Da Angehörige religiöser Minderheiten im Bildungswesen diskriminiert werden, sind Christen auch im Berufsleben benachteiligt.

Saleem Masih (22) lädt Spreu ab auf den Feldern um das Dorf Baguyana (Distrikt Karsur). Nach der Arbeit wäscht er sich am Brunnen – ein tödlicher Fehler.

Der Landbesitzer Sher Dogar und andere Männer eilen herbei und beginnen, auf ihn einzuschlagen. Saleems Vater Ghafoor Masih berichtet später: »Sie nannten ihn einen ›dreckigen Christen‹, der das Wasser verschmutzt habe und verfluchten ihn. Dann schleppten sie ihn zu ihrer Farm, wo sie seine Hände und Füsse anketteten und ihn weiter quälten. Er erlitt mehrere Brüche in seinem linken Arm und an Rippen.«

Saleems Familie wird daraufhin von Polizeibeamten aufgefordert, zu Dogars Farm zu kommen. »Als wir dort ankamen, fanden wir Saleem bewusstlos am Boden liegend, Gesicht und Körper durch die Folter blutverschmiert. Dogar hatte offenbar selbst die Polizei gerufen. Es war offensichtlich, dass er die Beamten bestochen hatte, denn sie suchten uns zu einer ›gütlichen Regelung der Angelegenheit‹ zu zwingen. Dogars Beschuldigung lautete, Saleem habe ein Verbrechen begangen, indem er das Brunnenwasser verschmutzt habe; seine Bestrafung sei gerechtfertigt.«

Die Familie Masih fleht den Landbesitzer an, Saleem herauszugeben. Nach vielen Bitten gibt er nach. Während der ganzen Zeit verhalten sich die Polizisten wie Zuschauer. Die Familie bringt Saleem in ein Bezirkskrankenhaus. Wegen der Schwere seiner inneren Verletzungen muss er ins Krankenhaus von Lahore verlegt werden, wo er drei Tage später stirbt.

Der Polizeichef des Bezirks, Zahid Nawaz Marwat, bestreitet, dass die Polizei Nichtmuslime diskriminiere.

Wir beten für …
> die Abschaffung des Blasphemie-Gesetzes.
> Schutz und Gerechtigkeit für Christen durch Polizei und Justiz.
> Stärkung der Christen in Pakistan.

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Dieser Film ist ermutigend und macht zugleich nachdenklich.

weitere Informationen https://www.obrist-impulse.net/?s=pakistan

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Achtung der folgende Film zeigt die Abgründe Pakistans und zeigt schockierende Bilder.

Arte Film: Blasphemie – Pakistans tödliches Gesetz

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