Eskalation vor dem Eurovision Song Contest

Update 6.Mai 7 Uhr: Die Militärbehörden verkünden die Rückkehr zur Routine. Ein Waffenstillstandsabkommen mit der Hamas wurde erzielt.

Offenbar konnte die Hamas Israels Premierminister Benjamin Netanjahu mit Gewalt Zugeständnisse abringen. Laut Berichten aus Gaza sollen  die Wiederaufnahme von Barzahlungen, Treibstofflieferungen und anderen Zugeständnissen gemacht worden sein. Hamas-Sprecher Sami Abu Suhri prahlte, seiner Organisation sei es gelungen, Israels Militär abzuschrecken und zu demütigen. „Unsere Botschaft ist, dass diese Runde vielleicht vorbei sein mag, aber der Konflikt weitergeht, bis wir alle unsere Rechte erhalten.“ Insgesamt 31 Palästinenser sollen laut dem Gesundheitsministerium in Gaza am Wochenende ihr Leben verloren haben, davon elf Kämpfer der Islamisten.

Israel erlebte Anfangs Mai den massivsten Raketenangriff seit dem Gazakrieg im Sommer 2014. Es wurden 690 Raketen aus dem Gazastreifen abgefeuert. Vier israelische Zivilisten wurden durch Raketeneinschläge getötet. 240 mal kam der Iron Dom zum Einsatz. Israel zerstörte im Gegenschlag in Gaza 350 Ziele, inklusive einem Terrortunnel, der schon bis nach Israel reichte.

Der Anführer der Hamas sagte nach zwei Tagen schweren Raketenbeschusses aus Gaza und israelischen Gegenschlägen, seine Gruppe sei „nicht an einem neuen Krieg interessiert“. Ismail Haniyeh sagte am späten Sonntag in einer Erklärung, dass die militante Gruppe bereit sei, „in den Zustand der Ruhe zurückzukehren“, wenn Israel seine Angriffe stoppt.

Am 9. Mai feiert Israel seinen Unabhängikeitstag und ab dem 14. Mai findet der Eurovision Song Contest statt (Di 14. Mai  / Do 16. Mai / Sa 18. Mai Finale, jeweils 21 Uhr MEZ).

In Ashkelon schlug eine Rakete in ein Fabrikgelände ein. Ein Mensch wurde getötet, zwei weitere verletzt, der Zustand einer der Verletzten wird als schwer beschrieben. Das Barzilai Krankenhaus in der Stadt wurde durch Raketensplitter beschädigt. In der Nähe der Stadt Sderot kam ein 60-jähriger Mann ums Leben, als sein Auto von einer Rakete getroffen wurde. Ein 23-jähriger Mann wurde getötet, als eine Rakete aus Gaza ein Gebäude in Ashdod traf. Ein Mann wurde in Aschkelon getötet als eine Rakete in sein Haus einschlug. Etwa 150 Menschen nehmen an der Beerdigung von Moshe Agadi teil, der starb, als in Ashkelon eine Rakete in der Nähe explodierte. Bei einem Raketeneinschlag in Kiriat Gat wurde eine 80 Jahre alte Frau durch Splitter schwer verletzt, sie befindet sich jedoch nicht in Lebensgefahr. In Ashkelon wurde ein 49-jähriger Mann mittelschwer verletzt, nachdem eine Rakete in der Stadt explodierte. Zwei weitere Menschen wurden leicht verletzt.

Rakteteneinschlag in einer Schule.

Nicht nur in den Gemeinden rund um den Gazastreifen, sondern auch in den nahe gelegenen Städten Ashkelon und Ashdod waren Explosionen zu hören. Etwa die Hälfte der Geschosse wurden vom israelischen Raketenabwehrsystem Iron Dome (Eisenkuppel) abgefangen.

Ein Haus im israelischen Ort Kissufim ist durch eine Rakete getroffen worden. Zwei weitere Raketen trafen Häuser. Eine Rakete landete auf der Schnellstrasse 4 bei Ashkelon. Erstmals seit langer Zeit gab es auch in Rehovot, einer Stadt in der Shfela Ebene, und in Beit Shemesh, nur 20 Kilometer von Jerusalem entfernt, Raketenalarme.

Begonnen hat alles, indem es in der vergangenen Woche vermehrt zu gewaltsamen Protesten am Grenzzaun kam. Die Palästinenser schickten wieder an Ballons befestigte Brandsätze Richtung Israel, welche Brände auslösten. Zwei israelische Soldaten auf Patrouille entlang der Grenze wurden von palästinensischen Scharfschützen angeschossen und verletzt. Der Islamische Jihad ist mit den Verhandlungen nicht einverstanden und hat am Montagabend eine Rakete abgefeuert.

Am vergangenen Dienstag haben die israelischen Streitkräfte damit begonnen, das Raketenabwehrsystem Iron Dome im ganzen Land aufzubauen, insbesondere rund um Tel Aviv. Am 14. Mai startet der Eurovision Song Contest in der Stadt.

Im israelischen Gegenschlag wurde auch ein Terrortunnel zerstört, der bereits unter der Grenze hindurchgegraben war.

In der nächsten Woche feiert Israel seinen Nationalfeiertag (am 9. Mai 2019). Der Islamische Jihad droht, die Austragung des Eurovisions-Wettbewerbs, der ab dem 14. Mai in Tel Aviv stattfindet, zu verhindern. Die Terroristen wissen, dass Israel gerade jetzt, nur wenige Tage vor dem israelischen Unabhängigkeitstag und der Eurovision eine Woche danach, an keiner Eskalation der Situation interessiert ist. Ein großer Teil der Delegationen der am Eurovision Song Contest teilnehmenden Länder befindet sich bereits in Tel Aviv und hat an ersten Proben teilgenommen.

Israelische Sicherheitsexperten zufolge könnte die momentane neue Runde der Gewalt mehrere Tage dauern, nachdem Gespräche über eine Waffenruhe gescheitert waren.

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