Die USA verabschiedet sich aus Syrien

Für die Machtverhältnisse im Bürgerkriegsland wird der Rückzug der US-Truppen weitreichende Folgen haben und die Situation weiter verschärfen. Laut dem Weißen Haus hat der Rückzug bereits begonnen und soll in 30 Tagen abgeschlossen sein.

Der US-Rückzug wird von Kritikern denn auch als Verrat an den Kurden betrachtet. Diese kämpfen einerseits gegen den IS, müssen nun aber auch einen Angriff der türkischen Armee befürchten. Auch die Regierungen in Jordanien und im Libanon, Verbündete der USA, gehören zu den Verlierern. Bei Verhandlungen über Syriens Zukunft haben sie nun nicht mehr viel Einfluss.

Neben der Türkei profitieren auch das Assad-Regime und seine Verbündeten in Moskau und Teheran vom Abzug. Russland wird zur dominierenden militärischen Kraft im Bürgerkriegsland, der Iran kann seine Präsenz in Syrien ausbauen und die syrische Regierung so ihre Kontrolle über noch mehr Gebiete im Land ausbauen, inklusive ölreicher Gebiete, in denen US-Truppen stationiert waren. mehr Informationen

Während die USA in Syrien nur rund 2.000 Soldaten am Boden hatten, kontrollierten oder überwachten sie die Hauptübergänge zwischen Syrien und dem Irak. Liberman erklärte: „Wir reden jetzt über ein zusammenhängendes schiitisches Land zwischen Iran, Irak und Syrien“, was mit großer Wahrscheinlichkeit eine Stärkung der iranischen Militärposition in Syrien und mehr modernere Waffen für die Hisbollah bedeutet.” Laut den israelischen Kanal 10-Nachrichten versuchte Premierminister Benjamin Netanjahu, Trump von seiner Entscheidung abzubringen, jedoch ohne Erfolg. mehr Informationen

Trump will das Wahlversprechen einlösen, so unsinnig sie sein mögen. „America first“, das heißt für ihn auch: Unter Trump verzichten die USA auf die Rolle des Weltpolizisten. Sie ziehen sich aus den Konfliktherden der Welt zurück.

Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate haben Streitkräfte in Gebiete geschickt, die von der kurdischen YPG-Gruppe im Nordosten Syriens kontrolliert werden, berichtete die türkische Zeitung Yenisafak Ende November 2018. mehr Informationen

Die zweitgrößte Nato-Armee führt einen Dschihad, einen „heiligen Krieg“. So nennt die Türkei ihre Angriffe auf die Kurdengebiete in Syrien. Aber was heißt hier Dschihad? Der richtet sich normalerweise gegen „Ungläubige“, und die Kurden sind mehrheitlich Muslime.

Nach Erdoğans nationalislamistischen Ideologie sind Kurden heute nicht mehr „separatistische Terroristen“, wie in der laizistischen Türkei, sondern „Ungläubige“, deren Vernichtung im Sinne Allahs ist. Die muslimischen Kurden werden zu Verrätern am Islam erklärt. Die einst sehr gläubigen Kurden sind heute die einzig wehrhafte säkulare Kraft der Region. Sie versuchen, unter Kriegsbedingungen Demokratie zu etablieren.

In der Bibel steht, dass die Meder (Kurden) im Nahen Osten nochmals eine Rolle spielen werden (Jesaja 13,17-20). Denn die Übernahme der Meder von Babel zur Zeit Daniels war nicht mit dem Untergang von Sodom und Gomorra zu vergleichen.

Die Kurden müssen sich entweder selbst organisieren oder gehen unter. Die Beschreibung in Jesaja 13 scheint so ein radikaler Überlebenskampf zu sein.

17 Siehe, ich stachle die Meder gegen sie auf, denen das Silber nichts gilt und das Gold nichts bedeutet. 18 Und Bogen werden junge Männer niederstrecken; mit der Leibesfrucht haben sie kein Erbarmen, mit Kindern hat ihr Auge kein Mitleid. 19 Und Babel, die Zierde der Königreiche, die hochmütige Pracht der Chaldäer, wird wie Sodom und Gomorra sein, als Gott sie zerstörte. 20 Für immer wird sie unbewohnt sein, bis zu den fernsten Generationen wird sie nicht mehr besiedelt.

Damaskus hat Israel gewarnt, dass ab jetzt jeder Angriff in Syrien mit einem Angriff auf ein Ziel in Israel beantwortet würde, während die Russen die israelische Regierung gewarnt haben, dass sie russisches Militärpersonal auf Stützpunkten und Einrichtungen der Quds Brigaden des IRGC stationiert habe.

Elijah J. Magnier, ein erfahrender Kriegskorrespondentin, berichtete in dieser Woche, dass „Russland Israel informiert hat, dass an jedem syrischen oder iranischen Militärstützpunkt russische Offiziere anwesend sind und dass jeder Angriff gegen syrische oder iranische Ziele auch russische Truppen treffen würde. Putin wird nicht zulassen, dass seine Soldaten und Offiziere direkten oder indirekten Bombenanschlägen Israels ausgesetzt werden.“

Seinem Bericht folgte später ein Artikel der russischen Tageszeitung Kommersant, in dem es heißt, dass Moskau den Hisbollah-Einheiten und schiitischen Milizen in Syrien erlaube, russische Fahnen zum Schutz vor israelischen Luftangriffen einzusetzen. mehr Informationen

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