Die Kirche ist kein Sozialprogramm

Die Kirche ist kein „Sozialprogramm“ sondern Ort der Verkündigung des Evangeliums: Das hat Papst Franziskus mit drastischen Worten Europas Bischöfen am Donnerstag, 23.9.21, ans Herz gelegt. Er forderte sie auf, sich nicht nur über die wachsende Säkularisierung und den damit einhergehenden Glaubensverlust Sorgen zu machen, sondern etwas dagegen zu tun: Die Bischöfe in den europäischen Ländern müssen den Menschen die Freude an der Begegnung mit Jesus nahebringen, so der Papst.

„So viele Menschen werden dazu verleitet, nur noch materielle Bedürfnisse zu empfinden und nicht mehr das Bedürfnis nach Gott“, sagte Papst Franziskus bei einer Messe am 23. September im Petersdom. „Gewiss, das beschäftigt uns, aber sind wir auch wirklich damit beschäftigt, darauf zu reagieren?“

„Es ist leicht, aber letztlich sinnlos, diejenigen zu verurteilen, die nicht glauben, oder die Gründe für die Säkularisierung aufzuzählen“, betonte er. „Das Wort Gottes fordert uns heraus, auf uns selbst zu schauen. Empfinden wir Sorge und Mitgefühl für diejenigen, die nicht die Freude hatten, Jesus zu begegnen, oder die diese Freude verloren haben? Fühlen wir uns wohl, weil unser Leben so weitergeht wie bisher, oder sind wir beunruhigt, wenn wir sehen, dass so viele unserer Brüder und Schwestern von der Freude Jesu weit entfernt sind?“

Papst Franziskus wandte sich während einer Messe für den Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) an 39 Bischöfe aus Europa.  In seiner Predigt knüpfte der Papst an seine Anweisung, dass Pfarreien „pulsierende Orte“ der Mission werden müssen – und seinen Brief an die deutschen Katholiken. Dabei betrachtete Franziskus eine Lesung aus dem Buch des Propheten Haggai.

Franziskus forderte Europas Hirten auf, darüber nachzudenken, wie viele Menschen ihren Hunger und Durst nach Gott verloren haben, weil „es niemanden gibt, der in ihnen den Hunger nach dem Glauben weckt und diesen Durst im menschlichen Herzen stillt.

Papst Franziskus warnte auch davor, den Glauben als „ein Relikt der Vergangenheit“ zu sehen. Das passiere, wenn die Menschen Jesus nicht in ihrem eigenen Leben am Werk gesehen haben, betonte der Pontifex.

„Gott zeigt sich in den Gesichtern und Handlungen von Männern und Frauen, die durch seine Gegenwart verwandelt werden„, sagte er. „Wenn die Christen, anstatt die ansteckende Freude des Evangeliums auszustrahlen, weiterhin in einer überholten intellektualistischen und moralistischen religiösen Sprache sprechen, werden die Menschen den Guten Hirten nicht sehen können“.

Papst Franziskus zufolge „bittet uns Jesus nicht, Argumente für Gott vorzubringen, sondern ihn durch unser Leben zu zeigen.“ mehr Informationen

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