Der gute Hirte

Das Bild, dass Gott ein Hirte ist, kommt zum ersten Mal bei Jakob vor. In 1.Mose 48,15 steht: Er (Jakob) segnete Josef und sprach: Gott, vor dem meine Väter Abraham und Isaak ihren Weg gegangen sind, Gott, der mein Hirt war mein Lebtag bis heute.

Als David berufen wurde, wird er als Hirte für das Volk eingesetzt. In 2. Samuel 5,1-2 steht: Alle Stämme Israels kamen zu David nach Hebron und sagten: … Der HERR hat zu dir gesagt: Du sollst der Hirt meines Volkes Israel sein, du sollst Israels Fürst werden (2.Samuel 5,1-2).

David zeichnet uns in Psalm 23 das Bild von Gott als meinem Hirten. Gott sorgt für mich. Nichts wird mir fehlen. Er versorgt mich mit geistlicher und leiblicher Nahrung. Er gibt neue Lebenskraft. Er sorgt für Gerechtigkeit. In der Not werden wir mit Gott „per du“. Gott kämpft für uns. Mit dem Stock hält er uns die Feinde fern. Er hält Tischgemeinschaft mit uns. Er heilt unsere Wunden und erwählt uns zu einem überfließenden Leben im Angesicht der Feinde. Daheim bin ich bei Gott, der wohlwollend für mich da ist.

Rund 250 Jahre später schreibt Jesaja auch von Gott als dem Hirten. Jesaja 40: 9 Erheb deine Stimme mit Macht, Jerusalem, … Sag den Städten in Juda: Siehe, da ist euer Gott. 10 Siehe, GOTT, der Herr, kommt mit Macht, er herrscht mit starkem Arm. …. 11 Wie ein Hirt weidet er seine Herde, auf seinem Arm sammelt er die Lämmer, an seiner Brust trägt er sie, die Mutterschafe führt er behutsam.

Zur gleichen Zeit wie Jesaja schreibt Micha etwas Interessantes über den Hirten: Micha 5,1 Aber du, Betlehem-Efrata, bist zwar klein unter den Sippen Judas, aus dir wird mir einer hervorgehen, der über Israel herrschen soll. Seine Ursprünge liegen in ferner Vorzeit, in längst vergangenen Tagen. 3 Er wird auftreten und ihr Hirt sein in der Kraft des HERRN, in der Hoheit des Namens des HERRN, seines Gottes. Sie werden in Sicherheit wohnen; denn nun wird er groß sein bis an die Grenzen der Erde. 4 Und er wird der Friede sein.

Rund 150 Jahre später schreibt Hesekiel: Hesekiel 34,5: Und weil kein Hirt da war, zerstreuten sie sich … 11 so spricht GOTT, der Herr: Siehe, ich selbst bin es, ich will nach meinen Schafen fragen und mich um sie kümmern. 12 Wie ein Hirt sich um seine Herde kümmert an dem Tag, an dem er inmitten seiner Schafe ist, die sich verirrt haben, so werde ich mich um meine Schafe kümmern und ich werde sie retten15 Ich, ich selber werde meine Schafe weiden und ich, ich selber werde sie ruhen lassen – Spruch GOTTES, des Herrn. 16 Das Verlorene werde ich suchen, das Vertriebene werde ich zurückbringen, das Verletzte werde ich verbinden, das Kranke werde ich kräftigen.

Hesekiel spricht wie Micha von einem bestimmten Hirten: Hesekiel 34,23: Ich werde über sie einen einzigen Hirten einsetzen, der sie weiden wird, meinen Knecht David. Er ist es, der sie weiden wird. Er ist es, der für sie Hirt sein wird.

Jesus sagt in Johannes 10,11: Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe.

Und in Johannes 10,14: Ich bin der gute Hirt; ich kenne die Meinen und die Meinen kennen mich, 15 wie mich der Vater kennt und ich den Vater kenne; und ich gebe mein Leben hin für die Schafe. 16 Ich habe noch andere Schafe, die nicht aus diesem Stall sind; auch sie muss ich führen und sie werden auf meine Stimme hören; dann wird es nur eine Herde geben und einen Hirten. …. 27 Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie und sie folgen mir. 28 Ich gebe ihnen ewiges Leben. Sie werden niemals zugrunde gehen und niemand wird sie meiner Hand entreißen. 29 Mein Vater, der sie mir gab, ist größer als alle und niemand kann sie der Hand meines Vaters entreißen. 30 Ich und der Vater sind eins.

Jesus sagt in Johannes 21,15-17 zu Petrus dreimal: Weide meine Schafe!“

Der himmlische Vater sieht die Leiter seines Volkes nicht als Herrscher, sondern als Hirten. Er selbst ist wie ein Hirte. Den Umgang, den er vorgibst, ist ein ganz anderer, als wir ihn oft in dieser Welt erleben. Ein Hirte sorgt sich um die, die ihm anvertraut sind. Das Erleben von Gott als dem guten Hirten, verändert unsere Sichtweise über uns und unsere Mitmenschen.

Text: Hanspeter Obrist, September 2021

Beten zum guten Hirten

Das Bild des Hirten begleitet uns durch die Bibel. Wir gehen diesen Stellen nach und kommen mit Jesus ins Gespräch, der von sich selbst gesagt hat, dass er der gute Hirte ist.

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