Chaos bei den Ultraorthodoxen

Die Charedim machen, was sie wollen.  Wer geglaubt haben sollte, dass diese sich an die Corona-Regeln halten würden, kann nur als naiv abgestempelt werden.  Doch gleichzeitig gärt und rumort es in der charedischen Gemeinschaft.

In den letzten Tagen kam es zu heftigen Auseinandersetzungen mit der Polizei in den Hochburgen der Frommen in Israel. Chaos brach überall aus. Das liegt aber auch daran, dass die Ultraorthodoxie immer mehr in viele kleine, vor allem extreme Gruppierungen zerfällt. Den Mainstream gibt es immer weniger, rabbinische Autoritäten wie früher Raw Schach oder zuletzt Rabbi Aharon Leib Shteinman sind rar geworden, also rabbinische Persönlichkeiten deren Entscheidungen verbindlich für fast alle aschkenasischen Frommen war.

Es gibt immer mehr Rabbiner, die nur noch für ihre Gruppen zuständig sind, die von anderen nicht weiter geachtet oder beachtet werden. Und sie werden radikaler. Sie interessieren sich nicht mehr für das, was der Staat will. Zugleich zerfällt damit allmählich auch die Autorität der orthodoxen Parteien. Mittelfristig könnte das dazu führen, dass sie als Koalitionspartner nicht mehr gebraucht oder gewollt werden.

Die Synagogen sind «versiegelt», die Fenster verhängt. Aber drinnen wird gefeiert und getanzt, als ob es das Virus nicht gäbe. Hunderte von Menschen kommen zusammen. Ganz nach der stillschweigenden Vereinbarung, dass alles ok ist, solange niemand fotografiert oder filmt. Dafür wird von Seiten der Chassidim gesorgt.

Wie einfallsreich die Frommen sein können, um die Virus-Regelungen zu umgehen, berichtete ein Mann aus Modiin Ilit. Dort habe es einen Tag zuvor eine Veranstaltung der Bratzlaver gegeben, bei der jeder mit Kopfhörern getanzt habe, damit man draussen die Musik nicht hören konnte.  mehr Informationen

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