Archiv der Kategorie: 3 Infos aus aller Welt

Lebhafte Auseinandersetzung zur Weltsynode

In Frankreich ist diese Woche die erste Phase der Weltsynode zu Ende gegangen. Die Veröffentlichung von Synthese und Begleittext haben eine lebhafte Auseinandersetzung in der französischen Presse ausgelöst.

Die aus den Beratungen in den Bistümern entstandene Synthese enthält unter anderem Forderungen nach einer Reform des Priestertums, Laienpredigt und dem Diakonat der Frau. An den diözesanen Beratungen zur Synode haben sich rund 150.000 Personen beteiligt, was etwa 10 Prozent der aktiven Kirchgänger in Frankreich entspricht. Die Altersgruppe der 20- bis 45jährigen blieb den Beratungen weitestgehend fern, wie die französische Synodenkommission mitgeteilt hat.

Der Kirchenexperte des „Figaro“ wirft den französischen Bischöfen vor, mit der Weitergabe der Reformforderungen einen „Big bang“ in der Kirche und besonders im Priestertum einzuleiten. „Niemals zuvor hat die französische Kirche einen so radikal reformorientierten Text angenommen“, schreibt Jean-Marie Guénois. Lebhafte Auseinandersetzung zur Weltsynode weiterlesen

Trauma Nordkorea

16.6.22 Das Coronavirus trifft in Nordkorea auf Millionen Menschen, die ungeimpft und unterernährt sind. Das Einzige, was der politischen Führung dagegen einfällt, sind Lockdowns – und absurde Behandlungstipps im nordkoreanischen Fernsehen. Genug Schlaf, Flüssigkeit und leicht verdauliches Essen sollen demnach helfen. Und den Mund mit Salzwasser auszuspülen. Wie die Coronalage im bitterarmen Nordkorea genau aussieht, lässt sich von außen nicht genau sagen. Am 12. Mai gab Nordkorea die ersten Corona-Fälle bekannt. Das Virus breitete sich unter den 25 Millionen nicht geimpften Einwohnern des Landes rasch aus. Es wurden laut Staatsmedien 4,5 Millionen Fälle von „Fieber“ und 73 Todesfälle gezählt. Impfungen aus dem Ausland wurden abgelehnt. ZDF-Korrespondent Ulf Röller spricht mit denjenigen, die es geschafft haben, aus Nordkorea zu fliehen.

Nordkorea hat am Freitag den Befall von mehreren hundert Familien mit einer nicht näher identifizierten Darmkrankheit vermeldet. Machthaber Kim Jong Un rief die Behörden laut dem Staatssender KCNA auf, die Epidemie in der Provinz Süd-Hwanghae „schnellstmöglich“ zu beenden. Kims Schwester Kim Yo Jong überbrachte Medizin, um den Betroffenen zu helfen. Nach den ersten Statistiken waren 1600 Menschen von der Darmkrankheit betroffen. Trauma Nordkorea weiterlesen

Zweifel an Mohammeds Nachtreise von Jerusalem

Im Februar 22 wurde in Ägypten gegen den bekannten Journalisten, Ibrahim Issa, ermittelt, weil er die Nachtreise des Propheten Mohammed nach Jerusalem auf einem beflügelten Pferd, welche die Grundlage der Heiligkeit der Stadt im Islam ist, in Frage gestellt hatte.

In einer Talkshow hat Ibrahim Issa im ägyptischen Fernsehen öffentlich die Nachtreise/Himmelfahrt „Isra und Miraj“ als eine „völlig wahnhafte Geschichte“ bezeichnete. Für diese Äußerungen wurde er von islamischen Theologen in Ägypten und auch in den sozialen Medien stark kritisiert und anschließend von staatlichen Behörden kurzzeitig verhaftet. Zweifel an Mohammeds Nachtreise von Jerusalem weiterlesen

Die Rückhol-Aktion Russlands

Wladimir Putin hat am Donnerstag, 9.6.22, den von ihm befohlenen Krieg gegen die Ukraine auf eine Ebene mit dem Großen Nordischen Krieg unter Russlands Zar Peter I. gestellt und von einer Rückholaktion russischer Erde gesprochen.

Peter I. habe das Gebiet um die heutige Millionenstadt St. Petersburg nicht von den Schweden erobert, sondern zurückgewonnen. Gleiches gelte in ähnlicher Weise auch für Narva (Stadt in Estland), das direkt an der Grenze zur Russland liegt. „Offenbar ist es auch unser Los: Zurückzuholen und zu stärken“, zog Putin laut der Nachrichtenagentur Interfax am Donnerstag Parallelen zum Krieg gegen die Ukraine. Am 9. Juni ist der 350. Geburtstag von Peter dem Großen, der sich als erster russischer Zar den Titel Imperator gab und mit Eroberungen im Norden Russland einen Zugang zur Ostsee sicherte – als so genanntes „Fenster nach Europa“.

Wladimir Putin redet ganz offen über seine Ziele. Er fordert einen russischen Herrschaftsbereich, wie ihn das Zarenreich hatte. Das schließt die Baltischen Staaten, Finnland und den Großteil Polens mit ein. Überall, wo irgendwann einmal Russen lebten oder herrschten, soll Moskau wieder das Sagen haben. Das ist Putins Weltbild.

„Wir werden niemals zulassen, dass unsere historischen Gebiete und Menschen, die uns nahe stehen, gegen Russland eingesetzt werden. Und denen, die einen solchen Versuch unternehmen, möchte ich sagen, dass sie auf diese Weise ihr Land zerstören werden.“ W. Putin 1. Juli 2021

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Warum gibt es eine Kirchensteuer?

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden in Europa die Kirchen enteignet. Klöster wurden aufgelöst und kirchliche Herrschaften fielen in weltliche Hände. Um hier einen Ausgleich zu schaffen, damit die Kirchen als Institutionen zum Wohl der Allgemeinheit handlungsfähig bleiben, hat sich ein System der Finanzierung herausgebildet.

Kirchen werden nun finanziert, durch Steuerprozente von Privatpersonen, von der öffentlichen Hand oder rechtlichen Personen und Spenden. Jedes Land hat da seine eigenen Regelungen. Warum gibt es eine Kirchensteuer? weiterlesen

Pakistan: Entführt, zwangsverheiratet

Die Eltern eines 15-jährigen katholischen Mädchens in Pakistan berichten, dass ihre Tochter vor zwei Wochen von einem muslimischen Mann entführt wurde. Er zwang sie zum Islam und zur Heirat.

Nadeem Masih, Reinigungskraft in einer Textilfabrik, erklärte, dass seine Tochter Saba Masih am 20. Mai im Stadtteil Madina Town in Faisalabad entführt wurde. Sie war gerade mit ihrer älteren Schwester auf dem Weg zur Arbeit, berichtet «Morning Star News».

Als Täter wurde der muslimische Nachbar der Familie, Muhammad Yasir (45), identifiziert. Er hatte Saba gewaltsam in eine Rikscha gezerrt und entführt. «Yasir war bereits dreimal verheiratet, hat aber von keiner seiner Frauen Kinder.» Umgehend rief die Familie des christlichen Mädchens die Polizei. Pakistan: Entführt, zwangsverheiratet weiterlesen

Kehrtwende USA – Saudi-Arabien

Joe Bidens Haltung im Wahlkampf war glasklar: Die Saudis müssen einen Preis zahlen für die Ermordung des kritischen Journalisten Jamal Khashoggi im saudischen Konsulat in Istanbul in der Türkei.

Wegen des Jemen-Krieges stoppte Biden die Lieferung schwerer Waffen an Saudi-Arabien und liess die rebellischen Houthis von der Terrorliste streichen.

Er versuchte, das Atomabkommen mit dem Iran wiederzubeleben, also mit dem Erzfeind der Saudis.

Biden ging auch persönlich auf Distanz: kein Besuch in Riad, keine Einladung an den starken Mann des Regimes, an Kronprinz Mohammed bin-Salman nach Washington, nicht mal ein Telefongespräch. Es war das Ende einer achtzigjährigen Freundschaft zwischen den USA und Saudi-Arabien.

Nun kommt Bidens Kehrtwende. Höchst unfreiwillig. Er will im Juli nach Riad reisen und signalisiert über seinen Aussenminister und seine Berater eine Wiederannäherung. Auf einmal brauchen die USA die Saudis.

Das «Wall Street Journal» vermeldet in Berufung auf anonyme Quellen im Weisse Haus, dass Biden im Rahmen einer Nahost-Reise im Juli tatsächlich den saudischen Kronprinzen Muhammad bin Salman (MbS) treffen wil.

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Scherbenhaufen der Ökumene

Wenn der Ökumenische Rat der Kirchen im September in Karlsruhe zusammentritt, wird man sich auf weniger Gemeinsamkeiten denn je berufen können.

Über Nacht scheinen die Bemühungen von Generationen Christen, die sich in der Ökumenischen Bewegung engagierten, zunichte gemacht. Es wäre Naivität zu meinen, man könne nach dem 24. Februar 2022 in der Ökumene weitermachen, als habe es ihn nie gegeben.

Die geistliche Schwäche, die sich bereits beim Ausbruch der Pandemie abzeichnete, hat sich verschärft. Es fehlt an vielen Orten eine vereinende Gebetsbewegung der Christen, um das Unheil abzuwenden. Scherbenhaufen der Ökumene weiterlesen

Das Neue Testament sieht keine Priester vor

Die katholische Kirche ist heute nicht ohne Priester zu denken. Doch das war nicht immer so, betont der emeritierte katholische Neutestamentler Martin Ebner. Das Besondere des Christentums sei eigentlich, gerade keine Priester zu brauchen.

„Für christliche Gemeinden sind Priester nicht vorgesehen. Und zwar nicht deshalb, weil es keine gegeben hätte“, so der Theologe. Zwar seien nach Apostelgeschichte 6,7 auch Tempelpriester christusgläubig geworden, sie erhielten jedoch keine besonderen Funktionen in den Gemeinden. In den neutestamentlichen Gemeinden habe es keine Priester und auch keine Opfer gegeben. Das Neue Testament sieht keine Priester vor weiterlesen

Das dritte Imperium

Die russische Kulturwissenschaftlerin Dina Khapaeva sagt: „Ohne die Ablehnung des Westens existiert die russische Identität nicht.“ Die Kulturwissenschaftlerin verweist auf einen russischen Roman aus dem Jahr 2006: „Das dritte Imperium“ von Michail Jurjew.

Das Buch spielt in der Zukunft, es beschreibt, wie Russland Europa unterwirft. Darin beginnt der Aufbau des russischen Imperiums mit einem Krieg gegen die Ukraine. Russland wird in diesem Roman von einer Militärpolizei regiert und terrorisiert. Aus Khapaevas Sicht ist das heutige Russland auf dem Weg in ein solches System: „Was wir heute erleben, ist eine Nachfrage nach staatlichem Terror„, sagt sie im Interview mit ntv.de. „Leider glaubt ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung, dass Staatsterror, wenn er passiert, zum Wohle Russlands ist.“ Das dritte Imperium weiterlesen

Saudis offen für Israelis

Offiziell ist Saudi-Arabien vorsichtig mit öffentlichen Beziehungen zu Israel. Die Saudis machen bei jeder Gelegenheit klar, dass Fortschritte mit Israel nur nach Fortschritten mit den Palästinensern kommen werden.

Inoffiziell machen die Saudis jedoch, wie in den sozialen Medien zum Ausdruck kommt, auch die Palästinenser verantwortlich. Bilder von Steinen, Molotow-Cocktails und anderen improvisierten Waffen, die von jungen Palästinensern in die Al-Aqsa-Moschee in Jerusalem gebracht wurden, lösten in Saudi-Arabien massive Empörung aus.

Der diplomatische Wechsel gegenüber Israel wird wohl erst nach der offiziellen Machtübergabe von König Salman an seinen Sohn Mohammed erfolgen. Aber der wirtschaftliche Wandel ist bereits da, und das Tempo nimmt zu. Saudis offen für Israelis weiterlesen

Das Ende des Pazifismus

Du kannst nur Pazifistin sein, wenn du nicht bedroht wirst, wenn dich niemand vergewaltigen, dein Land angreifen, deine Existenz zerstören will.

Die litauische Künstlerin Neringa Rekasiute erzählt, wieso sie sich an der Waffe ausbilden lässt und wie der Krieg ihre Einstellungen verändert hat.

Vor dem Krieg war ich Pazifistin, jetzt nicht mehr. Denn: Zivilisten sind die Opfer der modernen Kriegsführung. Das Ende des Pazifismus weiterlesen

Was Erdogan fordert und Schweden nicht geben kann

Update 29.6.22  Nach dem türkischen Einlenken im Streit um einen Nato-Beitritt Schwedens und Finnlands dringt die schwedische Ministerpräsidentin Magdalena Andersson auf raschen Vollzug. Die Türkei hat ihren Widerstand gegen die Aufnahme von Schweden und Finnland in die Nato aufgegeben. Die Türkei werde während des Nato-Gipfels in Madrid die Einladung an die beiden nordischen Länder, Bündnismitglied zu werden, unterstützen, teilte der finnische Präsident Sauli Niinistö am Dienstagabend mit. Ein entsprechendes Memorandum wurde nach einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg, Schwedens Ministerpräsidentin Magdalena Andersson und dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan von den Außenministern der drei Länder unterschrieben. Das gemeinsame Memorandum unterstreiche die Verpflichtung Finnlands, Schwedens und der Türkei, ihre volle Unterstützung gegen die Bedrohung der Sicherheit des jeweils anderen Landes zu gewährleisten, hieß es in der Mitteilung des finnischen Präsidenten.

Im Rahmen des neuen Abkommens mit den beiden Ländern erinnere das Justizministerium daran, dass die Türkei die Auslieferung von insgesamt 33 Personen beantragt habe, sagte Justizminister Bekir Bozdag nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu am Mittwoch. Von Finnland verlange man die Aushändigung von zwölf mutmaßlichen Terroristen, von Schweden die Überstellung von 21 Verdächtigen. Dabei gehe es um Anhänger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und der sogenannten Gülen-Bewegung.

Die Einigung im Streit mit der Türkei um eine Nato-Aufnahme von Schweden und Finnland hat in Stockholm für Kritik gesorgt. Amineh Kakabaveh sprach von einem «schwarzen Tag in der schwedischen politischen Geschichte». Die einflussreiche kurdischstämmige Abgeordnete äußerte sich am Mittwoch im schwedischen Rundfunk zum Entscheid. Sie drohte mit einem Misstrauensvotum gegen Außenministerin Ann Linde. Linde selbst versicherte im schwedischen Radio: «Wir werden die demokratischen Rechte nicht ändern, die Menschen haben. Aber andererseits wird es eine erhebliche Verschärfung geben, wenn es darum geht, verschiedene Teile terroristischer Aktivitäten zu kriminalisieren.» Schweden dürfe kein Zufluchtsort für Terroristen sein.

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