Burkina Faso: Kirche entsetzt über Massaker

In Burkina Faso haben Terroristen mehr als 170 Menschen in der nordöstlichen Provinz Yagha getötet. In der Nacht auf den Samstag, 5. Juni 21, überfielen sie das unweit zum Nachbarland Niger gelegene Dorf Solham und ermordeten 160 Bewohner. In der Ortschaft Tadaryat wurden weitere 14 Menschen umgebracht. Hinter den Angriffen sollen mutmaßlich islamische Extremisten stecken.

Die Opfer, darunter auch Frauen und Kinder, seien teils systematisch hingerichtet worden, berichten Sicherheitskräfte. Es handelt sich um den schlimmsten Anschlag, seit 2015 zunehmend islamistisch motivierte Gewalttaten ausgebrochen sind. Infolge des Anschlages wurde eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen.

Wie der Pressesprecher des überkonfessionellen Hilfswerks Open Doors Deutschland (Kelkheim bei Frankfurt am Main), Ado Greve, auf Nachfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA erklärte, wollen Islamisten das Land durch Angriffe wie diese in Angst und Chaos stürzen. Die Angriffe durch islamistische Gruppierungen hätten vor allem im Norden des Landes seit 2015 zugenommen. Seit 2018 sei landesweit die Zahl ermordeter Christen und der Attacken auf Kirchen stark angestiegen. Wie ein Pastor dem Hilfswerk erklärt habe, sind aufgrund der Gewalt aus vielen Dörfern alle Christen geflohen: „Die Angreifer schlachten und enthaupten ohne Erbarmen.“

Von den rund 20 Millionen Einwohnern Burkina Fasos sind 60 Prozent Muslime und 25 Prozent Christen. mehr Informationen

Paul Dah, Sprecher der Bischofskonferenz von Burkina Faso und Niger, betonte: „Wir sind tief betrübt.“ Beide Orte liegen in der Provinz Yagha, in der es Goldminen gibt und die an den Nachbarstaat Niger grenzt. Offiziell ist noch nicht bekannt, wer für die Gewalt verantwortlich ist. In Burkina Faso sind Terrorgruppen aktiv, die Al-Qaida nahe stehen, sowie der Islamische Staat in der größeren Sahara (ISGS). War zunächst vor allem der Norden betroffen, kommt es zunehmend zu Anschlägen im Osten des Landes. „Afrika braucht Frieden, keine Gewalt“, betonte der Papst. mehr Informationen

„Ich verneige mich im Gedenken an die Hunderte von zivilen Opfern dieses barbarischen Angriffs und spreche ihren Familien mein Beileid aus,“ twitterte der Präsident von Burkina Faso, Roch Marc Christian Kaboré, nach dem Angriff. Außerdem bestätigte er auf Twitter, dass es drei Tage Staatstrauer geben werde: 2Die Sicherheits- und Verteidigungskräfte arbeiten daran, die Täter dieser abscheulichen Tat zu finden und zu neutralisieren“, fügte er hinzu und forderte die Bürger auf, „gegen die Kräfte des Bösen vereint zu bleiben“.

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