Bibel und Koran

Der große Unterschied zwischen der Bibel und dem Koran ist, dass die Bibel von sich selbst sagt, dass sie eine Sammlung von verschiedenen Texten von rund 40 Schreibern über 1500 Jahre ist.

Der Koran sagt von sich selbst (Sure 85,21-22), dass er eine göttliche Offenbarung des himmlischen Korans an Mohammed ist (610-632). Mohammed hat die mündlichen Botschaften rezitiert und so wurde der Koran von Generation zu Generation weitergeben. Mohammed soll den Koran in 7 Dialekten erhalten haben. Mit der Zeit machten sich einige Muslime Notizen. Der dritte Kalif ʿUthmān ibn ʿAffān (574-656) erstellte dann den Koran im quraischitischen Dialekt und verbrannte alle anderen Versionen, wie uns Al Bukhari (gest. 870) berichtet (Al Bukhari Band 6, Buch 61,510).

Das Verwirrende ist, dass 63 Fundstücke gebraucht werden, um 96 Prozent des Korans bis ins Jahr 719 zu dokumentieren. Das Schriftstück, welches die meisten Korantexte enthält, weist nur rund 53% vom Koran aus, obwohl seit 656 der Koran in 7 Städte geschickt wurde und er unverändert rezitiert werden muss. Viele der 63 Fundstücke sind nicht datierbar oder werden von Gelehrten nicht anerkannt. Auch das Hauptdokument 2165 ist nicht klar datierbar und stammt aus dem 8. Jahrhundert.

Es entstanden über die Jahrhunderte verschiedene arabische Koranversionen (siehe Artikel: 30 arabische Koranversionen).

Da die Bibel von sich nie behauptet eine Niederschrift eines himmlischen Buches zu sein, sondern Gottes Offenbarungsgeschichte über Jahrhunderte erzählt, sind die Fragen der Bibel anderer Art.

Mose tritt als erster Schreiber auf. Er lernte in Ägypten die Hieroglyphenschrift und die Alphabetschrift, welche von semitischen Arbeitern um das Jahr 2000 v. Chr. in Zentralägypten verwendet wurde. Er schrieb die Torah, die fünf Bücher Moses.

Menschen sammelten die Worte, Erzählungen, Dichtungen und Sprüche, aber auch amtliche Mitteilungen, etwa aus der Umgebung der Königshöfe. Stellenweise gibt das Alte Testament selbst Hinweise darauf, welche Quellen dabei benutzt wurden oder wo weiteres Material zu finden ist.

Ab dem 5. Jahrhundert v.Chr. haben jüdische Gelehrte die heiligen Schriften dann zu größeren Einheiten zusammengefügt. Die jüngsten Bücher wurden erst im 2. Jahrhundert v.Chr. niedergeschrieben.

Welche Bücher für den Gottesdienst geeignet sind, war im Judentum lange umstritten. Mit der Übersetzung der Septuaginta (LXX) einer griechischen Übersetzung der hebräischen Texte um das Jahr 250 v.Chr. entstand eine Auswahl. Erst nach der Zerstörung des Tempels und Jerusalems durch die Römer im Jahr 70 n.Chr. fixierten jüdische Gelehrte die Gestalt des Textes. In Qumran wurden alle Bücher der jüdischen Bibel gefunden, ausser Ester und Haggai. Leder-, Papyrus- und Stoffreste aus den Höhlen ließen sich mit der C14-Methode in den Zeitraum 250 v. Chr. bis 70 n. Chr. datieren. Die meisten davon stammen aus 100 v. Chr. bis 30 n. Chr.

Das Neue Testament wurde bis zum Ende des ersten Jahrhunderts geschrieben. Die klare Struktur der Bergpredigt lässt darauf zurückschießen, dass Matthäus als schriftkundiger Zöllner und Jünger von Jesus (Levi, Lukas 5,27 ) sich Notizen gemacht hat, die er später ausformuliert hat. Markus hat aufgeschrieben, wie Petrus die Zeit mit Jesus erlebt hat. Lukas hat zusammen mit Paulus recherchiert und Johannes hat gegen das Ende vom ersten Jahrhundert noch die ergänzenden Begegnungen mit Jesus aufgeschrieben, da er durch die Offenbarung verstand, dass es noch länger geht, bis Jesus wiederkommt. Die Briefe von Paulus sind ein wichtiger Bestandteil des neuen Testamentes. Da er oft in Gefangenschaft war, konnte er nur durch Briefe in Verbindung bleiben.

Sehr schnell waren die vier Evangelien und die Briefe von Paulus allgemein anerkannte Grundlagen für die Gottesdienste. Am Ende des 2. Jahrhunderts n.Chr. stand das Neue Testament im Wesentlichen in seinem heutigen Umfang fest. Der Kirchenvater Justin zitiert in der Mitte des 2. Jh. neutestamentliche Schriften (die Evangelien) als „Schrift“ neben dem Alten Testament. Der Kanon des Neuen Testaments ist in der uns vertrauten Gestalt erstmals im Jahre 367 durch den Bischof Athanasius von Alexandria in seinem 39. Osterfestbrief fixiert worden. Andere Schriften wurden abgelehnt und wurden nicht anerkannt. Diese Schriften wurden aber nicht vernichtet, sondern kursieren bis heute. So gab es immer wieder Diskussion, welche Schriften anerkannt werden sollten. Die Auseinandersetzungen der Folgezeit führten im 4. Jahrhundert zur endgültigen Festlegung eines Kanons (d.h. wörtlich »Richtschnur«) von 27 Schriften, der seitdem in allen großen Kirchen Geltung hat.

Über den Umfang des Alten Testamentes haben die Kirchen unterschiedliche Auffassungen. Die Reformatoren hielten sich an die jüdische Auswahl. Die katholische Kirche an die Auswahl der Septuaginta.

Update

Das älteste mehr oder wenig vollständigste Manuskript vom Koran ist in China. Laut renommierten Experten im Inland wurde dieser in Xunhua erhaltene, wertvolle und seltene Schatz von den Vorfahren der Salar beim Umzug in den Osten vor mehr als 800 Jahren von Turkmenistan in Zentralasien nach China gebracht. Er wurde zwischen dem 8. und dem 13. Jahrhundert geschrieben. Im Allgemeinen meint man in wissenschaftlichen Kreisen, es handele sich um das weltweit älteste und am vollständigsten erhaltene Manuskript vom „Koran“.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.