Abraham – mit Gott im Bund

Abraham wird als Vater der monotheistischen Religionen verstanden. Gott hat mit Abraham einen Bund gemacht. Dieser Bund hat es in sich. Daraus können wir sehen, wie auch Gott auch heute mit uns umgeht. Ein spannender Einblick, wie Gott die Dinge sieht.

Sendung Spiritualität, Montag, 1. März, 14.00 bis 14.50 Uhr, Radio Maria Schweiz

Die Sendung kann auch auf dem Podcast von Radio Maria Schweiz gehört werden: Link zu den Sendungen im Radio Maria  https://www.radiomaria.ch/de/podcasts?combine=Hanspeter+Obrist 

Die Geschichte von Abraham ist zentral für den Dialog der drei monotheistischen Religionen. Die Juden sehen in Abraham ihren Stammvater, bei dem die Grundlagen für ihre Identität gelegt wurde. Für Christen ist Abraham der Vater des Glaubens, bei dem die „Gerechtigkeit aufgrund des Glaubens“ beginnt. Muslime sehen in Abraham oder Ibrahim, wie sie ihn nennen, den Menschen, der den wahren Gottesglauben wieder herstellte und mit seinem Sohn Ismael die Kaaba in Mekka baute. Obwohl sich alle drei Religionen auf Abraham beziehen, projizieren alle etwas anderes in Abraham hinein.

Wir beschäftigen uns heute damit, was in unserer Bibel über Abraham berichtet wird. Nachdem Gott Abraham aus seiner gewohnten Umgebung in Ur und Haran herausgerufen und ihm viele Nachkommen und ein Land verheißen hatte, kam Abraham mit 75 Jahren im heutigen Israel an. Er baute in Sichem (1.Mose 12,7), Bet-El (1.Mose 12,8), Moriah-Jerusalem (1.Mose 22,9), Hebron (1.Mose 13,18) und Beerscheba (1.Mose 26,25) Altäre und zog mit seinen Herden im Land umher.

Wir betrachten die entscheidenden Punkte im Leben von Abraham. Ganz entscheidend ist die persönliche Gottesbegegnung und die Verheißung an ihn, dass durch ihn alle Völker gesegnet sein sollen. Über diese zwei Punkte gibt es schon zwei Beiträge . Doch Abraham war schon über 90 Jahre alt und seine Frau war über 80 Jahre alt und die beiden hatten keine Kinder. Abraham war verunsichert. Da begegnete ihm Gott in einer Vision. An dieser Stelle steigen wir heute in 1. Mose 15 ein.

1. Mose 15,1 Nach diesen Ereignissen erging das Wort des HERRN in einer Vision an Abram: Fürchte dich nicht, Abram, ich selbst bin dir ein Schild; dein Lohn wird sehr groß sein. 2 Abram antwortete: Herr und GOTT, was kannst du mir geben? Ich gehe kinderlos dahin und Erbe meines Hauses ist Eliëser aus Damaskus. 3 Und Abram sagte: Siehe, du hast mir keine Nachkommen gegeben; so wird mich mein Haussklave beerben.

Hier zählt Abraham seinen ganzen Frust auf. Mit großen Erwartungen ist er in dieses unbekannte Land gezogen, weil Gott ihm die wundervolle Verheißung gegeben hatte, dass er auch in seinem hohen Alter von über 75 Jahren noch Kinder bekommen und Land besitzen werde. Doch beides ist nicht in Erfüllung gegangen. Es sah aus, als würde sein Meisterknecht alles erben und sich Gottes Zusagen damit ins Nichts auflösen. Spannend ist, dass nicht einmal Abrahams Neffe Lot, der mit ihm gereist war, als Erbe in Frage kam.

Was an dieser Stelle ermutigend ist: Wir dürfen und sollen Gott unseren Frust sagen. Ihm unsere Probleme hinlegen und gespannt darauf warten, wie er alles lösen wird. Doch dass unsere Lösungen nicht Gottes Lösungen sind, werden wir gleich sehen.

4 Aber siehe, das Wort des HERRN erging an ihn: Nicht er wird dich beerben, sondern dein leiblicher Sohn wird dein Erbe sein. 5 Er führte ihn hinaus und sprach: Sieh doch zum Himmel hinauf und zähl die Sterne, wenn du sie zählen kannst! Und er sprach zu ihm: So zahlreich werden deine Nachkommen sein. 6 Und er glaubte dem HERRN und das rechnete er ihm als Gerechtigkeit an.

Jetzt passiert etwas Wichtiges. Gott wiederholt sein Versprechen, dass Abraham einen leiblichen Sohn und viele Nachkommen haben wird. Weil Gott es sagt, glaubt Abraham. Dieses Vertrauen in Gott und darauf, dass Gott tun wird, was er verheißt, ist der Grund, warum Abraham trotz seiner Fehler von Gott angenommen wird.

Paulus weist darauf hin, dass Abraham nur deshalb vor Gott gerecht ist, weil er glaubt, dass Gott alles möglich ist und er darauf vertraut, dass Gott es auch macht. Paulus zeigt auch auf, dass wir alle nur durch den Glauben daran, dass Jesus uns durch den Tod am Kreuz gerecht macht, vor Gott bestehen können (Römer 3,26). Natürlich wird jeder, der das erkennt und annimmt, auch nach den Geboten Gottes leben wollen. Sonst hat er gar nicht verstanden, dass Gott sich mit uns in Jesus zu einem neuen ewigen Leben mit Gott versöhnt. Einer, der in Todesgefahr aus dem Wasser gerettet wurde, wird sich nicht wieder in die stürmische Flut stürzen, um zu schauen, ob er wieder gerettet wird.

Hier sehen wir, was Glauben bedeutet. Glauben heißt, Gott zu vertrauen, dass er sein Wort erfüllt. Sich mit ihm auf den Weg zu machen. Dranzubleiben, auch wenn nicht alles so kommt, wie wir es erwartet haben. Und mit Gott im Gespräch zu bleiben, besonders dann, wenn wir offene Fragen haben. So macht es auch Abraham.

7 Er sprach zu ihm: Ich bin der HERR, der dich aus Ur in Chaldäa herausgeführt hat, um dir dieses Land zu eigen zu geben. 8 Da sagte Abram: Herr und GOTT, woran soll ich erkennen, dass ich es zu eigen bekomme?

Abraham glaubt Gott. Doch er möchte ein Zeichen, an dem er sich festhalten kann. Und Gott geht auf diesen Wunsch ein. Es ist gut zu wissen, dass Gott immer wieder auf uns eingeht und uns auf unserem Weg Zeichen gibt, die uns ermutigen. So steht hier:

9 Der HERR antwortete ihm: Hol mir ein dreijähriges Rind, eine dreijährige Ziege, einen dreijährigen Widder, eine Turteltaube und eine junge Taube! 10 Abram brachte ihm alle diese Tiere, schnitt sie in der Mitte durch und legte je einen Teil dem andern gegenüber; die Vögel aber zerschnitt er nicht.

Was bedeuten diese Tiere, die da zerteilt werden?

Hier fehlen für uns die Anweisungen, warum Abraham das so machen soll. Doch Abraham wusste, was damit gemeint war. Es war die Art, wie man damals einen Bund besiegelte. Man traf eine Vereinbarung, legte die Tiere aus und schritt zwischen den Teilen hindurch. Das bedeutete: Wenn einer der Vertragspartner sich nicht an diesen Bund hält, dann soll es ihm wie diesen Tieren ergehen.

Abraham wollte ein Zeichen. Deshalb forderte Gott ihn auf, etwas zu tun. Danach war die Vision zu Ende und Abraham bekam einen Auftrag, damit der Bund für ihn real wurde und nicht nur ein Traum blieb. Er sollte ein Rind, eine Ziege, einen Widder und Tauben töten, aufschneiden und auslegen.

So weit, so gut. Doch Gott ließ auf sich warten, denn wir lesen:

11 Da stießen Raubvögel auf die toten Tiere herab, doch Abram verscheuchte sie. 12 Bei Sonnenuntergang fiel auf Abram ein tiefer Schlaf. Und siehe, Angst und großes Dunkel fielen auf ihn.

Zuvor war es eine Vision gewesen, also eine Erscheinung mitten am Tag. Nun fiel Abraham in den Schlaf und hatte einen Traum.

13 Er (Gott) sprach zu Abram: Du sollst wissen: Deine Nachkommen werden als Fremde in einem Land wohnen, das ihnen nicht gehört. Sie werden dort als Sklaven dienen und man wird sie vierhundert Jahre lang unterdrücken. 14 Aber auch über das Volk, dem sie als Sklaven dienen, werde ich Gericht halten und nachher werden sie mit reicher Habe ausziehen. 15 Du aber wirst in Frieden zu deinen Vätern heimgehen; im glücklichen Alter wirst du begraben werden. 16 Erst die vierte Generation wird hierher zurückkehren; denn noch hat die Schuld der Amoriter nicht ihr volles Maß erreicht.

Jetzt geht Gott noch einen Schritt weiter. Nicht nur ein Volk und Land wird Abraham verheißen. Ihm wird auch gezeigt, was seine Nachkommen durchmachen müssen. Sie werden vierhundert Jahre lang Sklaven sein, aber Gott wird ihre Unterdrücker richten und sie werden in dieses Land zurückkehren. In diesem Traum ist also die ganze Geschichte vom jüdischen Volk vorgezeichnet.

In Vers 16 finden wir einen wichtigen Hinweis. Die lokale Bevölkerung hat das Maß ihrer Schuld noch nicht erreicht. Als Israel mehrere Hundert Jahre später das Land einnahm, war das Maß voll. Die Bevölkerung Kanaans wollte sich auch nicht wie die Prostituierte Rahab vor dem Gott beugen, dem dieses Land gehört.

Wir erkennen: Gott sieht unser Leben aus einer anderen Perspektive. Deshalb macht manches Sinn, das wir noch nicht erkennen können, weil wir noch nicht sehen, was hinter der nächsten Kurve passiert. In dieser Spannung leben wir. Im Vertrauen, dass Gott uns zum Ziel bringt. Das ist das Wesen des Glaubens.

17 Die Sonne war untergegangen und es war dunkel geworden. Und siehe, ein rauchender Ofen und eine lodernde Fackel waren da; sie fuhren zwischen jenen Fleischstücken hindurch. 18 An diesem Tag schloss der HERR mit Abram folgenden Bund: Deinen Nachkommen gebe ich dieses Land vom Strom Ägyptens bis zum großen Strom, dem Eufrat-Strom, 19 die Keniter, die Kenasiter, die Kadmoniter, 20 die Hetiter, die Perisiter, die Rafaïter, 21 die Amoriter, die Kanaaniter, die Girgaschiter und die Jebusiter.

Und wieder gibt es ein Paradox in der Geschichte. Der Bund mit Gott ist einseitig. Er ist eine Zusage an Abraham. Es gibt keine Verpflichtung von Abrahams Seite. Er wurde bereits aufgrund seines Glaubens, seines Vertrauens in Gott, als würdig erachtet, mit Gott Geschichte zu schreiben. Normalerweise hätte es bei einem solchen Bund Bedingungen gegeben. Doch Gott nimmt die Menschen, die ihm vertrauen, bedingungslos an.

So erging es auch dem Verbrecher am Kreuz. Weil er seine Schuld einsah und verstand, dass Jesus der Gerechte ist, versprach Jesus ihm das Paradies, ohne dass er irgendetwas für sein Heil tun konnte.

Gott ist es, der uns gerecht macht. Unser Beitrag ist, dass wir daran glauben, dass er es macht, und uns mit ihm auf den Weg machen. Alles, was im Leben von Abraham wesentlich ist, hat Gott gemacht.

So möchte auch Gott trotz unserer Schwachheit in und an uns handeln, damit sein Handeln in unserem Leben sichtbar wird. So hat Gott in 2.Korinther 12,9-10 gesagt: „Meine Gnade genügt dir; denn die Kraft wird in der Schwachheit vollendet.“  Paulus setzt fort: „Viel lieber also will ich mich meiner Schwachheit rühmen, damit die Kraft Christi auf mich herabkommt. … 10 denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark.“

Für wen gilt der Abrahamsbund?

Abraham hatte zwei Söhne und alle drei monotheistischen Religionen beziehen sich auf Abraham.

Dazu betrachten wir in 1. Mose 17,1 Als Abram neunundneunzig Jahre alt war, erschien der HERR dem Abram und sprach zu ihm: Ich bin El-Schaddai. Geh vor mir und sei untadelig! 2 Ich will meinen Bund stiften zwischen mir und dir und ich werde dich über alle Maßen mehren. 3 Abram fiel nieder auf sein Angesicht. Und Gott redete mit ihm und sprach: 4 Ich bin es. Siehe, das ist mein Bund mit dir: Du wirst Stammvater einer Menge von Völkern. 5 Man wird dich nicht mehr Abram nennen. Abraham, Vater der Menge, wird dein Name sein; denn zum Stammvater einer Menge von Völkern habe ich dich bestimmt. 6 Ich mache dich über alle Maßen fruchtbar und lasse dich zu Völkern werden; Könige werden von dir abstammen. 7 Ich richte meinen Bund auf zwischen mir und dir und mit deinen Nachkommen nach dir, Generation um Generation, einen ewigen Bund: Für dich und deine Nachkommen nach dir werde ich Gott sein.

Ganz spannend. Gott schließt einen Bund mit Abraham. Was Abraham ihn auszeichnet, steht in Vers 1: „Geh vor mir und sei untadelig“. Abraham geht mit Gott und setzt um, was er verstanden hat. Wichtig ist auch die Aussage: „Für dich und deine Nachkommen nach dir werde ich Gott sein.“

Das Zentrale (an diesem Bund) ist die enge Verbindung mit Gott. Weiter heißt es:

8 Dir und deinen Nachkommen nach dir gebe ich das Land, in dem du als Fremder weilst, das ganze Land Kanaan zum ewigen Besitz und ich werde für sie Gott sein. 9 Und Gott sprach zu Abraham: Du aber sollst meinen Bund bewahren, du und deine Nachkommen nach dir, Generation um Generation. 10 Dies ist mein Bund zwischen mir und euch und deinen Nachkommen nach dir, den ihr bewahren sollt: Alles, was männlich ist, muss bei euch beschnitten werden. 11 Am Fleisch eurer Vorhaut müsst ihr euch beschneiden lassen. Das soll geschehen zum Zeichen des Bundes zwischen mir und euch. 12 Alle männlichen Kinder bei euch müssen, sobald sie acht Tage alt sind, beschnitten werden in jeder eurer Generationen, seien sie im Haus geboren oder um Geld erworben von irgendeinem Fremden, der nicht von dir abstammt. 13 Beschnitten werden muss der in deinem Haus Geborene und der um Geld Erworbene. So soll mein Bund, dessen Zeichen ihr an eurem Fleisch tragt, ein ewiger Bund sein. 14 Ein Unbeschnittener, eine männliche Person, die am Fleisch ihrer Vorhaut nicht beschnitten ist, soll aus ihrem Stammesverband ausgemerzt werden. Er hat meinen Bund gebrochen. 15 Weiter sprach Gott zu Abraham: Du sollst deine Frau nicht mehr Sarai nennen: Sara, Herrin, soll ihr Name sein. 16 Ich will sie segnen und dir auch von ihr einen Sohn geben. Ich segne sie: Völker gehen von ihr aus; Könige von Völkern werden ihr entstammen.

Das Bundeszeichen ist die Beschneidung am achten Tag. Beschnitten werden auch die Muslime, obwohl das nach dem Koran nicht gefordert ist. Viele werden beschnitten, bevor sie in die Pubertät kommen. Die Christen beschneiden ihre Kinder nicht. Wir müssen also noch schauen, was weiter über den Bund dasteht.

17 Da fiel Abraham auf sein Angesicht nieder und lachte. Er sprach in seinem Herzen: Können einem Hundertjährigen noch Kinder geboren werden und kann Sara als Neunzigjährige noch gebären? 18 Dann sagte Abraham zu Gott: Wenn nur Ismael vor dir am Leben bleibt! 19 Gott entgegnete: Nein, deine Frau Sara wird dir einen Sohn gebären und du sollst ihm den Namen Isaak geben. Ich werde meinen Bund mit ihm aufrichten als einen ewigen Bund für seine Nachkommen nach ihm. 20 Auch was Ismael angeht, erhöre ich dich: Siehe, ich segne ihn, ich mache ihn fruchtbar und mehre ihn über alle Maßen. Zwölf Fürsten wird er zeugen und ich mache ihn zu einem großen Volk. 21 Meinen Bund aber richte ich mit Isaak auf, den dir Sara im nächsten Jahr um diese Zeit gebären wird. 22 Als er aufgehört hatte, mit ihm zu reden, fuhr Gott zur Höhe empor.

Vom Text her ist es klar, dass der Bund durch den Sohn von Sara, also Isaak, weitergeht. Gott wiederholt den Bund auch bei Isaak in 1.Mose 26,2-5: „2 Da erschien ihm (Isaak) der HERR und sprach: …. Ich werde mit dir sein und dich segnen. Denn dir und deinen Nachkommen gebe ich alle diese Länder und stehe zu dem Eid, den ich deinem Vater Abraham geleistet habe. 4 Ich mache deine Nachkommen zahlreich wie die Sterne am Himmel und gebe ihnen alle diese Länder. Mit deinen Nachkommen werden alle Völker der Erde sich segnen, 5 weil Abraham auf meine Stimme gehört und weil er auf meine Anordnungen, Gebote, Satzungen und Weisungen geachtet hat.“

Doch es gibt auch eine versteckte Botschaft im Text. Durch Isaak entstand ein Volk, das jüdische Volk. Doch Abraham wird verheißen, dass er der Vater vieler Völker sein wird. Gottes Bund mit Abraham hat also noch eine zweite Ebene.

Paulus erklärt uns diese in Römer 4,16-18: 16 Deshalb gilt: aus Glauben, damit auch gilt: aus Gnade. Nur so bleibt die Verheißung für die ganze Nachkommenschaft gültig, nicht nur für die, welche aus dem Gesetz, sondern auch für die, welche aus dem Glauben Abrahams leben. Er ist unser aller Vater, 17 wie geschrieben steht: Ich habe dich zum Vater vieler Völker bestimmt – im Angesicht des Gottes, dem er geglaubt hat, des Gottes, der die Toten lebendig macht und das, was nicht ist, ins Dasein ruft. 18 Gegen alle Hoffnung hat er voll Hoffnung geglaubt, dass er der Vater vieler Völker werde“

Beim Abrahamsbund gibt es eine irdische Ebene. Die betrifft das jüdische Volk. Es gibt aber auch eine spirituelle Ebene. Wer glaubt wie Abraham und mit Gott unterwegs ist, der hat Anteil an diesem geistlichen Bund.

Das zentrale Element ist: Wir glauben den Worten von Gott, dass alles von Gott kommt und dass er uns ans Ziel bringt, auch wenn wir noch nicht sehen, wie das geschehen wird.

Auf den Punkt gebracht: Wir vertrauen auf Gott und nicht auf uns selbst. Viele Menschen vertrauen auf sich selbst und möchten damit vor Gott bestehen. Doch Glauben ist gerade umgekehrt. Ich vertraue auf Gott und baue nicht auf mich selbst, weil ich weiß, dass ich aus mir heraus nie so leben kann, wie es die heilige Gegenwart Gottes erfordern würde.

Deshalb versöhnt uns Gott durch Jesus am Kreuz. Wenn wir einsehen, dass die Folge unseres Lebens der ewige Tod wäre, dann schenkt uns Gott durch Jesus ewiges Leben. Der entscheidende Punkt ist, dass wir einsehen, dass nur Gott uns gerecht machen kann und wir ihm vertrauen.

Paulus schreibt, dass die Beschneidung nichts nützt, wenn sich das Herz nicht neu ausrichtet. In Römer 4,11-12 schreibt er: „11 Und das Zeichen der Beschneidung empfing er (Abraham) zur Besiegelung der Glaubensgerechtigkeit, die ihm als Unbeschnittenem zuteilwurde; also ist er der Vater aller, die als Unbeschnittene glauben, sodass ihnen die Gerechtigkeit angerechnet wird, 12 und er ist der Vater jener Beschnittenen, die nicht nur beschnitten sind, sondern auch den Spuren des Glaubens folgen, des Glaubens, den unser Vater Abraham schon vor seiner Beschneidung hatte.“

Nicht die Beschneidung, sondern der Glaube ist entscheidend. Denn man kann auch beschnitten sein und nicht „glauben wie Abraham“.

Da Gottes Geist in der Apostelgeschichte auch über die Unbeschnitten kam, war klar, dass für Jesusnachfolger der Glaube allein genügte. So schreibt Paulus in 1.Korinther 7,18-19: „Wenn einer als Beschnittener berufen wurde, soll er beschnitten bleiben. Wenn einer als Unbeschnittener berufen wurde, soll er sich nicht beschneiden lassen. Es kommt nicht darauf an, beschnitten oder unbeschnitten zu sein, sondern darauf, die Gebote Gottes zu halten.“

Der Abrahmsbund hat also zwei Ebenen. Die irdische Ebene gilt für das jüdische Volk und betrifft die Verheißung der fortwährenden Existenz und einer irdischen Heimat.

Daneben gibt es eine geistliche Ebene, in der allen Völkern der Segen Gottes verheißen wird, wenn sie glauben wie Abraham. Wer also Gottes Wort vertraut, mit ihm unterwegs ist und auch in schwierigen Situationen an ihm festhält, ist ein Teilhaber von Gottes Bund.

In diesem Sinne gilt der Abrahamsbund für alle, die Gott glauben. Er gilt aber nicht aber für die, welche auf sich selbst bauen anstatt auf Gott.

In der letzten Sendung haben wir gehört, dass Jesus Zachäus als Sohn Abrahams bezeichnete, weil er zu glauben begann. Heute nehmen wir als Schlusspunkt Paulus, der in Galater 3,7 sagt: „Erkennt also: Die aus dem Glauben leben, sind Söhne Abrahams.“

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