101 vermeintliche Widersprüche in der Bibel

Liebevoll entkräftet von Kurt Beutler  (schwarze Schrift) / Antwort an Shabir Ally (seine Auflistung der Wiedersprüche in blauer Schrift, um Menschen die Wiedersprüche der Bibel aufzuzeigen)

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 1
Wer spornte David an die Kämpfer Israels zu zählen?
a) Gott (2. Samuel 24:1)
b) Satan (1. Chronik 21:1)
ANTWORT 1: Satan ist letztlich nur ein Instrument Gottes, das Seinen Zwecken dienen muss. Er ist nicht unabhängig und kann ohne die Erlaubnis Gottes nichts tun. Dies bekennt der Teufel auch im Koran, wenn er zu Gott sagt: „Du hast mich irregehen lassen“. Also ist es kein Widerspruch, wenn die Bibel sagt, dass Gott den Satan dazu benutzte, um David zur Volkszählung zu bewegen. Im 2. Buch Samuel wird der Urheber, in 1. Chronik dagegen das Werkzeug betont. Vergleiche dazu auch das Buch Hiob.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 2
Wie viele Kämpfer sind in Israel gefunden worden?
a) 800.000 (2. Samuel 24:9)
b) 1.100.000 (1. Chronik 21:5)
ANTWORT 2: Wer den Text genau liest, stellt fest, dass bei den 800 000 nur die kampferfahrenen Männer (hebräisch: isch chajil) gezählt sind, bei der grösseren Anzahl dagegen die gesamte Armee. Es waren also offensichtlich 300 000 Neulinge dabei, die noch nie im Krieg waren.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 3
Wie viele Kämpfer sind in Juda gefunden worden?
a) 500.000 (2. Samuel 24:9)
b) 470.000 (1. Chronik 21:5)
ANTWORT 3: Dieser Unterschied ergibt sich aus dem gleichen Grund wie bei Punkt zwei. Diesmal ist es 1. Chronik, wo betont wird, es habe sich um isch chajil, also Veteranen gehandelt, während in 2. Samuel auch die Neulinge dazugezählt werden.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 4
Gott lässt David die Wahl zwischen drei Formen der Bestrafung. Eine davon ist, dass Gott eine bestimmte Zeit lang Hungersnot über das Land kommen lässt. Wie viele Jahre?
a) Sieben (2. Samuel 24:13)
b) Drei (1. Chronik 21:12)
ANTWORT 4: In 1. Chronik 21:1 wird erzählt, dass es bereits vor der Volkszählung eine mehrjährige Hungersnot gab. Es passt also, wenn in der Folge nur von drei weiteren Jahren gesprochen wird. In den Königsbüchern dagegen werden die zwei Hungersnöte nicht separat erwähnt, sondern einfach zu einer siebenjährigen zusammengefasst.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 5
Wie alt war Ahasja als er König von Jerusalem wurde?
a) 22 (2. Könige 8:26)
b) 42 (2. Chronik 22:2)
ANTWORT 5:  Da sein Vater Joram bei der Thronbesteigung 32 Jahre alt war und nur acht Jahre regierte, konnte Ahasja zu diesem Zeitpunkt unmöglich 42 Jahre alt gewesen sein. Er wäre ja älter als sein Vater gewesen. 22 Jahre alt war er also. Doch wieso steht dann in 2. Chronik „42 Jahre“? Ganz genau steht dort: „Er war ein Sohn von 42 Jahren“. Die Frage ist, Sohn von wem oder was?  In der ältesten jüdischen Chronologie (Seder Olam) wird erklärt, dass damit die Dynastie seines Grossvaters Omri gemeint sei, zu der er gehörte. Das wurde von den Juden offenbar so verstanden, darum hat auch niemand die Zahl korrigiert.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 6
Wie alt war Jojachin als er zum König von Jerusalem wurde?
a) 18 (2. Könige 24:8)
b)   8  (2. Chronik 36:9)
ANTWORT 6: Es ist klar, dass ein Achtjähriger zwar offiziell zum König erklärt werden kann, aber niemals in der Lage ist, die Regierungsgeschäfte auszuführen. Viele Kinder würden sich wünschen, Könige zu sein. Aber sie haben keine Ahnung von der Verantwortung, welche dieses Amt mit sich bringt. Erst als Jojachin 18 war, endete seine Bevormundung.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 7
Wie lange regierte Jojachin in Jerusalem?
a) drei Monate (2. Könige 24:8)
b) drei Monate und zehn Tage (2. Chronik 36:9)
ANTWORT 7: Seine Regierungszeit betrug offiziell drei Monate. Für diejenigen, die es genauer wissen wollen: es waren sogar noch zehn Tage mehr. Man muss nicht immer alle Details nennen.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 8
Der vornehmste Held Davids Joaobeam hob seinen Spieß auf und schlug wie viele Männer auf einmal?
a) 800 (2. Samuel 23:8)
b) 300 (1. Chronik 11:11)
ANTWORT 8: Die Namen genau zu lesen, ist wichtig. Einmal ist die Rede von Joscheb-Baschebet, dem Tachkemoniter, und das andere Mal von Jaschobam, dem Sohn Hakmonis.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 9
Wann brachte David die Bundeslade nach Jerusalem, vor oder nach dem Sieg über die Philister?
a) nachher (2. Samuel 5 und 6)
b) vorher (1. Chronik 13 und 14)
ANTWORT 9: Wer den ganzen Text liest, wird bald einmal feststellen, dass die Lade in zwei Schritten nach Jerusalem gebracht wurde. Zuerst einmal bis ins Haus Obed-Edoms und später noch den Rest des Weges.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 10
Wie viele von den reinen Paaren befahl Gott Noah mit in die Arche zu nehmen?
a) eins (1. Mose 6:19,20)
b) sieben (1. Mose 7:2), aber trotz dieser Anweisung ging letztendlich eins von den reinen Paaren in die Arche. (1. Mose 7:8,9)
ANTWORT 10: In 1. Mose 7:2 wird die Gesamtzahl der reinen Tiere genannt, die mitgenommen wurden. Davon wurden manche im Laufe der Flut verspeist, oder danach geopfert. In 1. Mose 6 dagegen wird ausdrücklich gesagt, dass es um die Zahl der Tiere geht, „die am Leben bleiben sollen“. Es wurden also sieben Paare von jedem reinen Tier mitgenommen, aber nur ein Paar blieb am Leben.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 11
Wie viele Reiter nahm David gefangen, als er den König von Zoba in Hamath schlug?
a) 1.700 (2. Samuel 8:4)
b) 7.000 (1. Chronik 18:4)
ANTWORT 11: Auffällig an diesen beiden Versen ist, dass bei Samuel nur die Reiter erwähnt werden, während in der Chronik auch noch von 1000 Wagen die Rede ist, welche genommen wurden. Da zu Wagen auch Pferde gehören, wird die grössere die Anzahl Gefangener wohl ihren Grund darin haben, dass die eigentlichen Reiter mit den Wagenbesatzungen zusammengezählt wurden.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 12
Wie viele Wagenpferde hatte Salomo?
a) 40.000 (1. Könige 4:26)
b)   4.000 (2. Chronik 9:25)
ANTWORT 12: In 2. Chronik ist die Rede von 4000 Ständen für Pferden und Wagen. In 1. Könige dagegen geht es um Stände für Pferde für seine Wagen. Er hatte also 4000 Wagen, dazu aber noch andere Ställe, an denen Austauschpferde warteten, die dann eingesetzt wurden, wenn jene ersten Pferde müde wurden.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 13
In welchem Jahr der Regierungszeit des Königs Asas stirbt Baesa, König von Israel?
a) im 26. Jahr (1. Könige 15:33-16:8)
b) im 36. Jahr lebte er noch (2. Chronik 16:1)
ANTWORT 13: Baesa regierte nur 24 Jahre, Asa dagegen 41. Baesa wurde drei Jahre später eingesetzt als Asa. So starb er also im 27. Jahr Asas und kann nicht in dessen 36. Jahr noch Städte gebaut haben. Hier gilt es, die genaue Bedeutung der Worte im Hebräischen zu beachten. In 2. Chronik 16.1 wird für „Regierung“ nämlich das unübliche malchut verwendet. Bei den anderen Königen wird meist das Verb malach benutzt. Malach betont die Herrschaft eines Einzelnen (als König herrschen), während malchut die Dynastie beschreibt. Es geht also hier wie beim vermeintlichen Widerspruch 5 um die Angabe der Dauer einer Dynastie anstatt einer Person.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 14
Wie viele Aufseher hatte Salomon für den Bau des Tempels berufen?
a) 3.600 (2. Chronik 2:2)
b) 3.300 (1. Könige 5:16)
ANTWORT 14: Nicht nur in 2. Chronik 2 und 1. Könige 5 ist von den Aufsehern die Rede. Gemäss 1. Könige 9:23 gab es 550 und in 2. Chronik 8:10 waren es 250 Oberaufseher. Wie passt das nun alles zusammen?
Wenn man die 3600 mit den 250 zusammenzählt, kommt man auf eine Gesamtzahl von 3850. Auch die Zahlen, welche in den Königsbüchern genannt werden, ergeben zusammen die gleiche Summe: 3300 und 550 addieren zu 3850. So wird also klar, dass die Gesamtzahl der Aufseher in den Chronik und Königsbüchern übereinstimmt, sie aber irgendwie anders unterteilt werden. Jedenfalls sind sich die Königs- und Chronikbücher darin einig, dass es Menschen und nicht Dämonen waren, welche den Tempel Salomos bauten, wie der Koran fälschlicherweise behauptet. 

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 15
Salomon baute eine Anlage. Wieviel Bath konnte sie aufnehmen?
a) 2000 (72.880 Liter) (1. Könige 7:26)
b) über 3.000 (109.320 Liter) (2. Chronik 4:5)
1 Kor = 364,4 Liter und 1 Bath= 36,44 Liter
ANTWORT 15: Das Waschbecken, welches Salome baute, fasste 3000 Bath, wurde aber nur mit 2000 gefüllt. Das ergibt sich aus einem genauen Vergleich der in den beiden aufgeführten Stellen benutzten Worte. In 1. Könige 7:26 steht nur das Wort jachil, welches die tatsächlich eingefüllte Menge bezeichnet, in 2. Chronik 4:5 dagegen wird machsiq hinzugefügt, was das gesamte mögliche Fassungsvermögen meint. 

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 16
Wie viele israelische Kinder von den Parath Moab sind aus der babylonischen Gefangenschaft befreit worden?
a) 2.812 (Esra 2:6)
b) 2.818 (Nehemia 7:11)
ANTWORT 16: Siehe Antwort 23

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 17
Wie viele Kinder waren von Zattu?
a) 945 (Esra 2:8)
b) 845 (Nehemia 7:13)
ANTWORT 17: Siehe Antwort 23

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 18
Wie viele Kinder waren von Azgad?
a) 1.222 (Esra 2:12)
b) 2.322 (Nehemia 7:17)
ANTWORT 18: Siehe Antwort 23

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 19
Wie viele Kinder waren von Adin?
a) 454 (Esra 2:15)
b) 655 (Nehemia 7:20)
ANTWORT 19: Siehe Antwort 23

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 20
Wie viele Kinder waren von Haschun?
a) 223 (Esra 2:19)
b) 328 (Nehemia 7:22)
ANTWORT 20: Siehe Antwort 23

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 21
Wie viele Kinder waren von Bethel und Ai?
a) 223 (Esra 2:28)
b) 123 (Nehemia 7:32)
ANTWORT 21: Siehe Antwort 23

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 22
Esra 2:64 und Nehemia 7:66 stimmen überein, dass die Anzahl der Personen in der Gemeinde 42.360 war. Doch in Wirklichkeit kommen beide Bücher noch nicht einmal in die Höhe dieses Ergebnisses. Die Zählung ergab unterschiedliche Ergebnisse:
a) 818 Personen bei Esra
b) 31.089 Personen bei Nehemia
ANTWORT 22: Siehe Antwort 23

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 23
Wie viele Sänger begleiteten die Gemeinde?
a) 200 (Esra 2:65)
b) 245 (Nehemia 7:67)
ANTWORT 16 – 23: Tatsächlich stimmen die Zahlen nicht nur bei den oben genannten, sondern sogar bei 19 der 40 erwähnten Familien nicht überein. Die Gesamtzahl stimmt aber. Sowohl Esra als auch Nehemja überliefern, dass insgesamt 42360 Personen von Babylon nach Jerusalem und Umgebung zurückgekehrt sind. Bei Esra werden 29818 Personen einer bekannten Familie zugeordnet, bei Nehemja sind es 31089. Das heisst aber nicht, dass sie nicht rechnen konnten, sondern dass es viele Personen gab, die man keiner Familie zuordnen konnte. Die übereinstimmende Gesamtzahl bedeutet, dass niemand vergessen wurde, weder bei Esra, noch bei Nehemja. Manche Personen wurden von ihnen aber anders zugeordnet, weil es nicht eindeutig war, zu welcher Sippe sie gehörten. Der Grund mag sein, dass die Stammbäume beim Brand von Jerusalem oder bei der Gefangenschaft verloren gingen. Als die Familien bei der Rückkehr erklärten, von wem sie abstammten, wurden sie anfangs so auf der einen Liste eingetragen.  Später aber wurde die Liste revidiert, denn man wollte nur noch diejenigen Familien drin haben, die auch beweisen konnten, von wem sie abstammten. So gab es umgekehrt auch Familien, die anfangs ihre Herkunft nicht beweisen konnten, aber nachher durch Verwandte die verloren gegangenen Belege doch wieder fanden.  Einige Ausleger erklärten die unterschiedlichen Zahlen damit, dass die eine Liste von der Zählung bei der Abreise von Babylon stammte, während die andere bei der Ankunft erstellt worden sei. Auf dem Weg mögen Menschen gestorben oder geboren worden sein. Doch diese Erklärung ist weniger überzeugend, weil ja die Gesamtzahl bei Esra und Nehemja übereinstimmt. Gott weiss es.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 24
Wie heißt die Mutter vom König Abija?
a) Michaja, Tochter von Uriel von Gibea (2. Chronik 13:2)
b) Maacha, Tochter von Absalom (2. Chronik 11:20)
Aber Absalom hatte nur eine Tochter, welche Tamar hieß (2. Samuel 14:24)
ANTWORT 24: Auch in 2. Chronik 13:2 wird Michaja die Tochter Uriels von Gibea und damit die Enkelin von Absalom genannt. Sie hatte zwei Namen, was in der Bibel durchaus vorkommt. So hiess auch Sara, die Frau Abrahams, zugleich Sarah, und Naomi war Mara. Abram und Abraham ist die gleiche Person, genauso Jakob und Israel. Auch Saul wird nicht zum Paulus, sondern trägt gleichzeitig die beiden Namen, wie Simon und Petrus. Vor diesem Hintergrund ist es nicht erstaunlich, dass auch Michaja und Maacha die zwei Namen derselben Person sind. Dass sie die Tochter Absaloms genannt wird, obwohl sie eigentlich seine Enkelin ist, gehört zur jüdischen Kultur. In Ahnenregistern werden selten alle Generationen aufgezählt. Vergleiche dazu Matthäus 1, wo Jesus als der Sohn Davids, des Sohnes Abrahams bezeichnet wird (siehe dazu Antwort auf vermeintlichen Widerspruch 29).   

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 25
Hat Josua mit den Israeliten Jerusalem erobert?
a) Ja (Josua 10:23,40)
b) Nein ( Josua 15:63)
ANTWORT 25: Josua hat tatsächlich eine Schlacht gegen den jebusitischen König von Jerusalem gewonnen und dieser wurde getötet. Dass aber die Stadt Jerusalem zu jener Zeit erobert worden sei, steht nicht in Josua 10:23. Ganz im Gegenteil, in Kapitel 15:63 lesen wir, dass die Jebusiter weiterhin dort wohnten.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 26
Wer war der Vater von Josef, dem Ehemann der Maria?
a) Jakob (Matthäus 1:16)
b) Elis (Lukas3:23)
ANTWORT 26: In Matthäus lesen wir den rechtlichen Stammbaum von Jesus. Der Vater von Josef war Jakob. Bei Lukas dagegen geht es um Maria, die Mutter, deren Vater Eli war. Dabei wird eingeschoben, dass die Leute annahmen, Jesus sei der Sohn Josefs. Doch in Wirklichkeit war er „des Eli“ bzw. dessen Tochter Maria.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 27
Von welchem Sohn Davids stammt Jesus ab?
a) Salomon (Matthäus 1:6)
b) Nathan (Lukas3:31)
ANTWORT 27: In Antwort 26 haben wir dargelegt, dass Matthäus den Stammbaum Josefs, Lukas dagegen denjenigen Marias darlegt. Damit ist klar, dass es sich um ganz unterschiedliche Personen handelt, die auch von anderen Söhnen Davids abstammen.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 28
Wer war der Vater von Seathiel?
a) Jechonja (Matthäus 1:12)
b) Neris (Lukas3:27)
ANTWORT 28: Auch hier löst sich das Problem bald, wenn man sich bewusst ist, dass es sich um ganz unterschiedliche Stammbäume handelt. Zufällig gibt es in beiden Familien einen Vorfahren mit dem Namen Sealthiel, aber das bedeutet nicht, dass es die gleiche Person gewesen wäre.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 29
Welcher Sohn von Zerubabel war ein Vorfahre von Jesus?
a) Abiud (Matthäus 1:13)
b) Resa (Lukas 3:27)
Aber in 1. Chronik 3:19,20 kommen weder Abiud noch Resa vor. Die 7 Söhne Zerubabels sind : Meshullam, Hananja, Hasuba, Ohel, Berechja, Hasadja, Jusabhesed.
ANTWORT 29: Das Matthäusevangelium beginnt mit folgenden Worten: „Stammbaum Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams.“ Jedermann weiss, dass David nicht der Vater von Jesus war, noch Abraham der Vater Davids. In den jüdischen Ahnenlisten ist es völlig normal, dass manche Generationen übersprungen wurden, und nur die wichtigen Vorfahren aufgeführt sind, damit die Listen nicht zu lang und damit sie auch aussagekräftig werden.
So ist es nun auch hier: Weder Schealthiel noch Serubabel sind die gleichen Personen in den beiden Ahnenregistern. Und wenn weder Abiud noch Resa in den Chronikbüchern vorkommen, so spielt das keine Rolle, denn die Juden hatten noch ganz andere Register. Es bedeutet einfach, dass auch in den Chronikbüchern wie überall sonst Generationen übersprungen wurden. Wenn man das mit anderen Völkern vergleicht,  die z.T. gar keine Ahnenregister haben, sind die Details, die in der Bibel stehen, jedenfalls trotzdem sehr verblüffend.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 30
Wer war Vater von Usia?
a) Joram (Matthäus 1:8)
b) Amazja (2. Chronik 26:1)
ANTWORT 30 – 31: In 2. Chronik wird ausführlich die Geschichte der einzelnen Könige erzählt. In Matthäus 1 dagegen handelt es sich nur um eine Ahnenliste. Diese zählt von den Königen Israels nur vierzehn auf, und lässt bewusst einige aus, wie es eben bei diesen Listen gemäss jüdischen Gebräuchen üblich war.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 31
Wer war der Vater von Jechonia?
a) Josia (Matthäus 1:11)
b) Jeholakim (1. Chronik 3:16)
ANTWORT 31: Siehe Antwort 30

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 32
Wie viele Generationen gab es zwischen den babilonischen Exil und Christus?
a) Matthäus sagt 14 (Matthäus 1:17)
b) Wenn man jedoch genauer hinschaut so sind es nur 13 Generationen (Matthäus 1:12-16)
ANTWORT 32: Tatsächlich gibt es in der Ahnenliste in Matthäus Kapitel eins zwar vierzehn Patriarchen und vierzehn Könige, aber danach nur dreizehn neue Namen bis zur Geburt von Jesus. Doch steht in Vers 17, es seien drei mal vierzehn Generationen. Immerhin war Matthäus ein gebildeter Mann und es ist anzunehmen, dass er bis vierzehn zählen konnte. Tatsächlich fällt bei noch genauerem Hinschauen auf, dass der Name Jechonjas zweimal genannt wird, sowohl als letzter der König, als auch als erster in der Zeit der babylonischen Gefangenschaft. Es heisst eben in Vers 17 nicht, es seien vierzehn Königsgenerationen bis zu Jechonja gewesen, sondern bis zur babylonischen Gefangenschaft. Dazu gehörte Jechonja, denn er war ja ein König. Danach allerdings verbrachte er 36 Jahre im Gefängnis in Babylon. Erst da zeugte er Kinder. Schliesslich wurde er vom Sohn des babylonischen Königs Nebukadnezar begnadigt. Jedenfalls hatte er ein Leben vor und eines nach der babylonischen Gefangenschaft und wird deswegen an beiden Stellen genannt.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 33
Wer war der Vater von Salah?
a) Kenan (Lukas 3:35-36)
b) Arphachsad (1. Moses 11:12)
ANTWORT 33: Wir haben nun schon einige Erfahrung mit Ahnenlisten und wissen, dass wir von keiner Liste erwarten können, dass sie vollständig alle Generationen enthält. Immerhin haben die Juden Ahnenlisten, während die meisten Menschen ihren Stammbaum nur wenige Generationen zurückverfolgen können. Gemäss 1. Mose 11 ist also Arphachsad der Vater von Salah, Lukas dagegen fügt noch eine Generation ein. Es muss also noch andere detailliertere Ahnenlisten gegeben haben, aus denen er diese Information hatte.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 34
War es Johannes der Täufer, der von den Schriftgelehrten erwähnte Elia der kommen müsse?
a) Ja (Matthäus 11:14, 17:10-13)
b) Nein (Johannes 1:19-21)
ANTWORT 34: Matthäus 11:14 und Johannes 1:19-21 scheinen sich zu widersprechen. Doch in Lukas 1:17 steht die Erklärung, wie das gemeint ist: Johannes der Täufer war zwar nicht Elia, er war aber im Geist und der Kraft des Elia gekommen. Der Auftrag Elias war gemäss der Prophezeiung des Propheten Malachi Kapitel 3:23: „Er wird das Herz der Väter den Söhnen zuwenden und das Herz der Söhne den Vätern. Er wird sie miteinander versöhnen…“. Das tat Johannes der Täufer, doch dann wurde er gefangen genommen und von König Herodes geköpft. Er konnte also seinen Auftrag nicht zu Ende ausführen, denn – wie Jesus sagt – „sie taten mit ihm, wie sie wollten“. Daher muss Elia noch einmal kommen, denn die Prophetie muss erfüllt werden.
Damit stimmen auch die Worte von Jesus in Matthäus 17:11-12 überein: „Er aber antwortete: `Ja, Elia kommt und wird alles wiederherstellen. Ich aber sage euch: Er ist schon gekommen, und sie haben ihn nicht erkannt, sondern haben mit ihm gemacht, was sie wollten. Ebenso wird auch der Menschensohn unter ihnen leiden.“
So hat also Johannes die Prophetien über Elia nur teilweise erfüllt und zugleich war sein Leben wiederum eine Prophetie auf das Leiden von Jesus hin.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 35
Wird Jesus den Thron Davids erben?
a) Ja, sagt der Engel (Lukas 1:32)
b) Nein, wenn er ein Nachkomme Jojakims ist (vergleiche Matthäus 1:11, 1.Chronik 3:16). Und Jojakim wurde von Gott verflucht, sodass keiner seiner Nachkommenschaft den Thron Davids erben kann. (Jeremia 36:30)
ANTWORT 35: Wie wir bereits festgestellt haben, findet sich in Matthäus 1 der Stammbaum von Josef, der nicht der leibliche Vater von Jesus war. Die Jungfrauengeburt wird übrigens auch im Koran bestätigt. Der Stammbaum Marias befindet sich dagegen im Lukas Kapitel 3. Diese Ahnenliste wird zwar auch auf David zurückgeführt, aber nicht über Jojakim und Salomo, sondern über einen anderen Sohn Davids namens Natam.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 36
Mit wie vielen Tieren reitet Jesus in Jerusalem hinein?
a) Mit einem Fohlen (Markus 11:7, Lukas 19:35)
b) Mit zwei, einem Fohlen und einem Esel (Matthäus 21:7)
ANTWORT 36: Nur Matthäus erwähnt die Mutter des Eselfohlens, weil es ihm wichtig ist, dass sich damit eine Vorhersage des Propheten   Sacharja (Kapitel 9:9) erfüllte: „Freue dich, Tochter Zion, und du, Tochter Jerusalem, jauchze! Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm und reitet auf einem Esel, auf einem Füllen der Eselin.“ Doch von Widerspruch ist dabei keine Spur zu finden. Es handelt sich vielmehr um eine Ergänzung.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 37
Wie fand Simon, genannt Petrus heraus, dass Jesus der Christus ist?
a) Durch eine Offenbarung vom Himmel (Matthäus 16:17)
b) Durch seinen BruderAndreas (Johannes 1:40-41)
ANTWORT 37: Das Jesus der Christus (hebräisch für Messias) ist, das wissen Milliarden von Menschen. Und doch verstehen nur wenige, was das bedeutet. Petrus hörte zuerst von seinem Bruder Andreas, dass Jesus der Messias sei. Doch die Überzeugung, dass es wirklich stimmt, die erhielt er später durch eine göttliche Offenbarung. Und es ist jedem von uns zu wünschen, dass wir ebenfalls diese zweite Erfahrung machen.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 38
Wo hat Jesus den Simon, der auch Petrus heisst, und Andreas getroffen?
a) An dem galiläischen Meer (Matthäus 4:18-22)
b) Am Ufer des Jordans. Danach entscheidet Jesus nach Galilea zu gehen (Johannes 1:42-43)
ANTWORT 38: Zum ersten Mal traf Jesus die beiden Brüder am Jordan in Zusammenhang mit Johannes dem Täufer. Davon berichtet das erste Kapitel des Johannesevangeliums. Sie verbrachten in der Folge den Tag miteinander. Später traf Jesus die beiden noch einmal am See Genezareth, wo sie eigentlich zuhause waren. Da berief er sie zu seinen Jüngern, und sie blieben dann mehrere Jahre zusammen.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 39
Als Jesus Jairus traf, war dessen Tochter bereits tod?
a) Ja, nach Matthäus 9:18: „Herr, meine Tochter ist jetzt gestorben;…“
b) Nein, nach Markus 5:23: „Meine Tochter ist in den letzten Zügen, ….“
ANTWORT 39: Die beiden Bitten von Jairus widersprechen sich nicht. Offensichtlich kam er, als seine Tochter noch lebte und bat den Messias, seine Tochter zu heilen. Als er dann Bericht erhielt, sein Kind sei bereits gestorben, bat er Jesus, sie aufzuerwecken. Kein Biograph kann alle Details aufschreiben. Doch hier handelt es sich um ergänzende, nicht widersprüchliche Bitten.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 40
Hat Jesus seinen Jüngern erlaubt einen Stab bei sich zu tragen, wenn sie auf dem Wege sind?
a) Ja (Markus 6:8)
b) Nein (Matthäus 10:9 und Lukas 9:3)
ANTWORT 40: Interessant ist an dieser Stelle, dass Matthäus und Lukas ein anderes Verb benutzen als Markus. Sie sollen sich keinen Stock „beschaffen“ (ktaomai). Sie sollen also nicht aktiv herumsuchen, und sich einen Stab beschaffen, weil Gott für alles sorgen wird. Wenn sie aber schon einen Stab dabei hatten, so durften sie diesen durchaus behalten.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 41
Hat Herodes gedacht, dass Jesus der wieder auferstandene Johannes der Täufer war?
a) Ja (Matthäus 14:2 und Markus 6:16)
b) Nein (Lukas 9:9)
ANTWORT 41: Nun ja, Herodes war halt ein Zweifler, der einmal so und ein anderes Mal das Gegenteil dachte.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 42
Erkannte Johannes der Täufer Jesus bevor er ihn getauft hat?
a) Ja (Matthäus 3:13,14)
b) Nein (Johannes1:32,33)
ANTWORT 43: Natürlich kannten Jesus und Johannes der Täufer einander. Sie waren ja Verwandte. Doch zuerst wusste Johannes nur, dass Jesus sein Cousin sei. Erst danach erkannte er die geistliche Natur des Herrn Jesus. Er erkannte ihn als den Messias, den wahren Ayatollah, die Brücke zwischen Gott und Mensch,  das Fenster zum Himmel und zum ewigen Leben.  Das ist jedem Menschen zu wünschen!

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 43
Erkannte Johannes der Täufer Jesus nachdem er ihn getauft hat?
a) Ja (Johannes 1:32,33)
b) Nein (Matthäus11:2)
ANTWORT 43: Als Johannes den Jesus getauft hatte, erkannte er, dass dieser der Messias sei. Er erwartete offenbar, dass es nun von Sieg zu Sieg gehe. Doch stattdessen wurde er ins Gefängnis geworfen und Jesus befreite ihn nicht. Das plagte ihn. Daher sandte er zwei Jünger zu ihm, die ihn provokativ fragten, ob er nun eigentlich der Messias sei oder nicht. Jesus nahm diese Frage nicht übel, sondern beantwortete sie mit dem Hinweis auf seine einzigartigen Werke: „Blinde werden sehend, Lahme gehend, Aussätzige rein, Taube hörend, Tote auferweckt,…“ D.h. er schickt die Botschaft an Johannes, dass Gott am Wirken ist, auch wenn er trotzdem im Gefängnis bleiben musste.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 44
Was sagt Jesus über sein Zeugnis gemäß dem Johannes Evangelium?
a) So ich von mir selbst zeuge so ist mein Zeugnis nicht war (Johannes 5:31)
b) So ich von mir selbst zeugen würde, so ist mein Zeugnis wahr (Johannes 8:14)
ANTWORT 44: Natürlich ist alles, was Jesus sagt, wahr. Wer den Kontext in Johannes 5 liest, der merkt bald einmal, worum es geht: Nicht um die Frage, ob Jesus die Wahrheit sagt, sondern wie die Menschen herausfinden, dass sie an ihn glauben können. Wenn Jesus nur selber von sich Zeugnis geben würde, so wäre es verständlich, dass die Leute zweifeln. Und auch wenn es nur Johannes der Täufer wäre, der auf ihn hinweist, so wäre das nicht genug. Es sind die Werke, die Jesus tut, und die alten Schriften, die von ihm Zeugnis ablegen. Und tatsächlich gibt es jede Menge direkte und indirekte Prophezeiungen über das Leben des Messias, die sich in Jesus erfüllt haben.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 45
Hat Jesus den Tempel am selben Tag gereinigt, an dem er Jerusalem betrat?
a) Ja (Matthäus 21:12)
b) Nein. Er ging in den Tempel und sah sich um und da es Abend war ging er mit den Jüngern nach Bethanien um dort die Nacht zu verbringen. Am nächsten Tag ging er wieder zum Tempel um ihn zu reinigen (Markus 11:11-17)
ANTWORT 45: Ein weiterer Unterschied ist auch, dass die Tempelreinigung bei Matthäus am Morgen, bei Markus am Abend stattfand. Es scheint also, dass es mehr als eine Tempelreinigung gab.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 46
Die Evangelien sagen, dass Jesus einen Feigenbaum verfluchte. Verwelkte er sofort?
a) Ja (Matthäus 21:19)
b) Nein. Er verwelkte über Nacht (Markus 11:20)
ANTWORT 46: Der Baum begann sofort, zu verdorren, wie Matthäus feststellt. Als die Jünger aber am nächsten Morgen vorbeigingen, fiel ihnen noch etwas auf: dass der Baum von der Wurzel her verdorrt war. Er war also nicht von aussen nach innen, sondern von innen nach aussen vollständig abgestorben. Das war ihnen am ersten Tag noch nicht aufgefallen.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 47
Hat Judas Jesus geküsst?
a) Ja (Matthäus 26:48-50)
b) Nein. Judas kam nicht nahe genug heran, um Jesus zu küssen. (Johannes 18:3-12)
ANTWORT 47: Drei Evangelien berichten übereinstimmend, dass Judas den Messias geküsst habe. Johannes schrieb sein Evangelium später und kannte ohne Zweifel die früheren Evangelien bereits. So fand er es nicht nötig, dieses Detail zu erwähnen. Er schreibt aber nicht, wie Shabir Ally behauptet, dass er ihn nicht geküsst habe, sondern lässt  diesen Punkt einfach aus.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 48
Was hat Jesus über Petrus Verleugnung gesagt?
a) „Der Hahn wird nicht krähen, bis du mich 3 x habest verleugnet. (Johannes 13:38)
b) „Ehe denn der Hahn 2 x kräht, wirst du mich 3 x verleugnen (Markus 14:30)
Als der Hahn 1 x krähte waren die drei Leugnungen von Petrus noch nicht vollendet worden (siehe Markus 14:72). Deshalb fällt die Voraussage in a) durch.
ANTWORT 48: Matthäus, Lukas und Johannes erzählen die Geschichte ähnlich. Sie erwähnen nur ein Krähen des Hahnes. Markus dagegen war ein direkter Jünger von Petrus. Er kannte die Geschichte direkt von diesem und interessierte sich für das Detail, dass der Hahn zweimal krähte. Die Aussagen der anderen Evangelisten sind also eher in dem Sinn zu verstehen, dass Petrus Jesus schon dreimal verleugnet, bevor der Hahn sein Krähen zu Ende bringen wird.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 49
Hat Jesus sein Kreuz getragen?
a) Ja (Johannes 19:17)
b) Nein (Matthäus27:31,32)
ANTWORT 49: Wer die ganzen Texte liest, wird bald einmal feststellen, dass zuerst Jesus das Kreuz trug. Irgendwann unterwegs wurde es dem Simon von Kyrene aufgeladen. Der Grund ist nicht so ganz klar. Vermutlich weil Jesus zusammenbrach.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 50
Starb Jesus bevor der Vorhang im Tempel in zwei Stücke zerriss?
a) Ja (Matthäus 27:50,51 und Markus 15:37,38)
b) Nein (Lukas 23:45,46)
ANTWORT 50: Weder bei Matthäus noch bei Markus steht, dass Jesus zuerst gestorben sei, und erst dann der Vorhang zerrissen sei. Es steht an beiden Stellen ein „und“. Sogar bei Lukas wird das Zerreissen des Vorhanges und die letzte Aussage von Jesus vor seinem Tod mit einem „und“ verbunden. Die Behauptung, dass Jesus einmal vor und einmal nach dem Zerreissen des Vorhanges gestorben sei, ist also offensichtlich falsch.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 51
Hat Jesus etwas im Verborgenen geredet?
a) Nein. „… Und habe nichts im Verborgenen geredet.“
b) Ja. „Und ohne Gleichnis redete er nichts zu ihnen, aber in Sonderheit legte er es seinen Jüngern alles aus.“ (Markus 4:34) „Und seine Jünger traten zu ihm und sprachen: Warum redest du zu ihnen durch Gleichnisse? Er antwortete und sprach: Euch ist`s gegeben, dass ihr das Geheimnis des Himmelreichs versteht, diesen aber ist`s nicht gegeben.“ (Matthäus 13:10,11)
ANTWORT 51: Jesus redete öffentlich vor grossen Volksmengen. Er redete also nicht im Verborgenen. Aber er verpackte seine Lehre mit Vorliebe in Gleichnisse, die eigentlich schwer verständlich waren. Dadurch ergab sich automatisch eine Teilung der Zuhörer. Diejenigen, welche wirklich wissen wollten, um was es ging, blieben, um die Auslegung zu hören. Das waren die Jünger. Die anderen gingen weg, ohne etwas verstanden zu haben.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 52
Wo war Jesus zur sechsten Stunde am Tage der Kreuzigung?
a) Auf dem Kreuz (Markus 15:25-33)
b) Im Gefängnis von Pilatus (Johannes19:14)
ANTWORT 52: Matthäus, Markus und Lukas benutzten die normale jüdische Einteilung des Tages, wobei der neue Tag am Spätnachmittag um 18 Uhr beginnt. Johannes dagegen benutzte die römische Zeitrechnung, welche den Tag ähnlich wie in der modernen Welt einteilte. So erklären sich die Unterschiede in den Angaben der Stunden.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 53
Die Evangelien sagen, dass zwei Diebe mit Jesus gekreuzigt wurden. Haben beide Jesus verspottet?
a) Ja (Markus 15:32)
b) Nein. Der eine verspottete ihn, der andere verteidigte Jesus. (Lukas 23:42,43)
ANTWORT 53: Beides ist richtig. Viele Leute verspotteten Jesus und anfangs machten beide der Gekreuzigten mit. Danach aber änderte einer von ihnen seine Meinung. Er hatte wohl Jesus beobachtet und seine erstaunlichen Worte gehört, die er als Gekreuzigter sagte. Er änderte seine Meinung und bat Jesus, ihn in sein Reich einzulassen. Es lässt sich nur hoffen, dass alle Leser dieser Zeilen das Gleiche tun!

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 54
Ist Jesus am selben Tag, an dem er gekreuzigt wurde hinauf gefahren ins Paradies?
a) Ja. Er sagte zu dem Dieb, der ihn verteidigte: „Wahrlich ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradiese sein.“ (Lukas 23:43)
b) Nein. Er sagte zu Maria Magdalena zwei Tage später: „Rühre mich nicht an! Denn ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem Vater…“ (Johannes 20:17)
ANTWORT 54: Wenn er dem Verbrecher das Paradies verspricht, so geht es offensichtlich nicht um den Körper, sondern um den Geist, der gerettet wurde. Bei Johannes ist aber eindeutig der Leib gemeint. Die zwei Stellen können also nicht miteinander in Gegensatz gebracht werden.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 55
Als Paulus auf dem Weg nach Damaskus war sah er ein Licht und hörte eine Stimme. Haben die beiden, die mit ihm waren auch die Stimme gehört?
a) Ja (Apostelgeschichte 9:7)
b) Nein (Apostelgeschichte 22:9)
ANTWORT 55: Bevor man von „Widerspruch“ redet, lohnt es sich häufig, einen Blick in die Ursprache zu werfen. Die Apostelgeschichte ist ja wie die Evangelien ursprünglich auf griechisch geschrieben worden. Das Schlüsselwort ist in beiden Verse akouo d.h. hören. Wenn nun nach akouo ein Genitiv folgt, wird auf etwas Allgemeines hingewiesen. Wird ein Akkusativ benutzt, dann liegt die Betonung auf dem konkreten Inhalt.
In Apostelgeschichte 9:7 wird ein Genitiv benutzt: „akouontes men des phones“. Sie haben also etwas gehört, aber nichts Konkretes verstanden.
In Apostelgeschichte 22:9 dagegen liegt der Akkusativ vor: „ten de phonen buk ekousan“. Hier wird ausdrücklich betont, dass sie den Inhalt nicht verstanden. Jeder griechische Leser wird es von Anfang an richtig verstehen, so etwa, wie wenn jemand sagt: „Ich höre dich nicht“, obwohl er durchaus etwas hört. Aber er will sagen: „Ich verstehe dich nicht.“

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 56
Als Paulus das Licht sah, fiel er zu Boden. Taten dies die anderen auch?
a) Ja (Apostelgeschichte 26:14)
b) Nein (Apostelgeschichte 9:7)
ANTWORT 56: Wenn man die drei Berichte aus Apostelgeschichte 9, 22 und 26 zusammennimmt, ergibt sich folgendes Bild: Am Anfang fielen alle vor Schreck zu Boden (oder wurden wohl von den Pferden abgeworfen). Danach standen die Begleiter wieder auf und wunderten sich, warum Paulus liegen blieb und mit wem er redete. Sie hörten wohl etwas, verstanden aber nicht, was da genau geschah.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 57
Hat die Stimme Paulus an Ort und Stelle erzählt, was seine Aufgaben seien?
a) Ja (Apostelgeschichte 26:16-18)
b) Nein. Die Stimme befahl Paulus in die Stadt Damaskus zu gehen, dort würde ihm gesagt was zu tun ist. (Apostelgeschichte 9:7 und 22:10)
ANTWORT 57: Jesus hat dem Paulus gemäss Apostelgeschichte 26 bei jener Begegnung bereits eine Vorausschau seiner zukünftigen Lebensaufgabe gegeben. Er, der Christenhasser wird von nun an selber für Jesus missionieren und verfolgt werden. Doch die konkreten Anweisungen für die nächsten Tage erhielt er dann erst von Ananias in Damaskus.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 58
Als die Israelis in Sittim Hurerei mit den Töchtern Moabs und Abgötterei begingen, bestrafte sie Gott mit einer Plage. Wie viele kamen dabei um?
a) 24.000 (4. Mose 25:1,9)
b) 23.000 (1. Korinther 10:8)
ANTWORT 58: Ob sich die beiden Bibelstellen auf das gleiche Ereignis beziehen, ist nicht ganz sicher. So oder so betont 1. Korinther 10:8, dass an einem einzigen Tag 23 000 starben, während es in 4. Mose 25 um die Zahl derer geht, die insgesamt ums Leben kamen.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 59
Wie viele Seelen des Hauses Jakob kamen nach Ägypten?
a) 70 (1. Mose 46:27)
b) 75 (Apostelgeschichte 7:14)
ANTWORT 59: Es kommt drauf an, wie man zählt. 70 waren es auf jeden Fall. In 1. Mose 46 geht es um die Personen, die direkt von Jakob abstammten, in Apostelgeschichte 7:14 dagegen um die „gesamte Verwandtschaft“. Offenbar waren noch fünf Personen mit ihnen nach Ägypten gezogen, die zwar nicht direkt von Jakob stammten, aber doch mit ihm verwandt waren.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 60
Was tat Judas mit dem Blutgeld, welches er für den Verrat an Jesus erhielt?
a) Er kaufte einen Acker (Apostelgeschichte 1:18)
b) Er warf alles in den Tempel und ging weg. Da die Priester dieses Geld nicht für den Tempel verwenden durften, kauften sie einen Acker auf dem sie Fremde begruben. (Matthäus 27:5)
ANTWORT 60: Wenn man beide Stellen zusammennimmt, ergibt sich folgendes Bild: Judas war im Prozess, den Acker zu kaufen. In seiner Verzweiflung warf er aber das Geld in einer Kurzschlusshandlung in den Tempel. Auch die Priester wollten das Blutgeld aber nicht haben und gaben es nur zu gerne für den Acker, den Judas damit sowieso hatte kaufen wollen. Sie beruhigten ihr Gewissen damit, dass der Acker einem guten Zweck dienen werde.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 61
Wie starb Judas?
a) Er erhängte sich (Matthäus 27:5)
b) Er ist gestürzt und mitten entzweigeborsten und all seine Eingeweide ausgeschüttet. (Apostelgeschichte 1:18)
ANTWORT 61: Judas erhängte sich. Doch wer wird nun den Leichnam eines Selbstmörders vom Baum holen und in seinem Grab bestatten? Damit würde er sich ja für alle Zeiten in Schande stürzen. Also blieb der Leichnam dort, bis er zu modern begann und von selber runterfiel. Niemand wollte ihn haben, und es sah immer schlimmer aus.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 62
Warum wird dieses Feld Blutacker genannt?
a) Weil die Priester es mit diesem Blutgeld erkauften (Matthäus 27:8)
b) Aufgrund des blutigen Todes Judas (Apostelgeschichte 1:19)
ANTWORT 62: Nun ja, wenn es mehr als einen Grund gab, den Acker Blutacker zu nennen, war das für die Bevölkerung umso eindrücklicher.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 63
Wer ist für wen Auslösung?
a) „Denn auch des Menschen Sohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben zur Bezahlung für viele.“ (Markus 10:45) „der sich selbst gegeben hat für alle zur Erlösung….“ (1. Timotheus 2:6)
b) „Der Gottlose muss für den Gerechten gegeben werden und der Ungläubige für den Frommen.“ (Sprüche 21:18)
ANTWORT 63: Der Vers in Sprüche 21:18 sagt, dass die Gerechtigkeit siegen wird und schlussendlich der Gottlose das Leid, das er auf den Unschuldigen geworfen hat, selber wird tragen müssen.  Im Neuen Testament tritt dann aber Jesus auf, der Gerechte, der freiwillig den Platz des Schuldigen einnimmt. Wer die Bibel als Ganzes liest, versteht auch klar, dass dieses Angebot für alle gilt, aber nur diejenigen davon profitieren, welche sich darauf einlassen.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 64
Ist das Gesetz Mose nutzbar?
a)  Ja. „Denn alle Schrift, von Gott eingegeben ist nütze….“ (2. Timotheus 3:16)
b)  Nein.„Denn damit wird das vorige Gebot aufgehoben ,darum dass es zu schwach und nicht nütze war.“ (Hebräer 7:18)
ANTWORT 64: Manipulativ wird hier der Vers aus 2. Timotheus 3:16 nur teilweise zitiert. Wenn man ihn nämlich zu Ende liest, löst sich das Rätsel: „Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit“. Es geht hier offensichtlich um zwei ganz unterschiedliche Themen. Im Hebräerbrief wird der Weg zur Erlösung erklärt. Hier kann das Schariagesetz (ob das mosaische oder islamische) nicht helfen. Es ist schwach und unnütz, denn es verlangt vom Menschen eine Vollkommenheit, die er nicht besitzt. Wenn es aber um die Lehre, um die Überführung von Sünde, um die Zurechtweisung auf dem Weg zu einem gerechten Leben geht, dann ist das Schariagesetz des Moses bis heute unübertroffen. Denken wir nur an die genialen zehn Gebote!

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 65
Was stand auf dem Kreuz genau geschrieben?
a) Dies ist Jesus, der Juden König (Matthäus 27:37)
b) Der König der Juden (Markus 15:26), Dies ist der Juden König (Lukas 23:38)
c) Jesus von Nazareth der Juden König (Johannes 19:19)
ANTWORT 65: Johannes erzählt, dass die Inschrift in drei Sprachen geschrieben wurde: Hebräisch, lateinisch und griechisch. Sobald man etwas übersetzt, beginnt es, unterschiedlich zu tönen. Widersprüche jedenfalls sind nicht erkennbar.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 66
Wollte Herodes den Tod von Johannes dem Täufer?
a) Ja (Matthäus 14:5)
b) Nein. Es war Herodias, die Frau seines Bruders Philippus, die er gefreit hatte. Sie wollte seinen Tod. „Herodes aber fürchtete Johannes, denn er wusste, dass er ein frommer und heiliger Mann war und vertraute und gehorchte ihm und gehorchte ihm in vielen Sachen und hörte ihn gern.“ (Markus 6:20)
ANTWORT 66: Einerseits verspürte Herodes gemäss dem Bericht des Matthäus den Wunsch, den Täufer zu töten. So erzählt Matthäus in Kapitel 14. Als ihn die Tochter der Herodias dann aber dazu zwang, dies zu tun, habe ihn dies allerdings sehr geschmerzt. Auch dies erzählt der gleiche Bericht des Matthäus nur wenige Verse danach (Vers 9). Er war also offensichtlich eine widersprüchliche Persönlichkeit. Darin stimmen alle Evangelien überein.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 67
Wer war der zehnte Apostel in der Liste der zwölf?
a) Thaddeus (Matthäus 10:1-4 und Markus 3:13-19)
b) Judas, des Jakobus Sohn (Lukas 6:12-16)
ANTWORT 67: Wie wir bereits mehrmals festgestellt haben, waren Personen mit zwei Namen durchaus üblich. Unter den zwölf Jüngern von Jesus gab es zwei mit dem Namen Judas. Da macht es Sinn, dem einen von ihnen einen anderen Namen zuzuschreiben.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 68
Jesus sah einen Menschen am Zoll sitzen und fordert ihn auf ihm zu folgen. Wie hieß dieser Apostel?
a) Matthäus (Matthäus 9:9)
b) Levi (Markus 2:14 und Lukas 5:27)
ANTWORT 68: In der Liste der zwölf Jünger in Matthäus 10 wird Matthäus „der Zöllner“ genannt. Er war der einzige Zöllner unter den Jüngern. Damit fällt es nicht schwer, ihn mit dem Zöllner Levi, der in Markus 2:14 zum Jünger Jesu berufen wurde, zu identifizieren, zumal die Berufung des Mattäus in Matth. 9:9 in praktisch denselben Worten geschildert wird. Es ist dieselbe Person. Doppelnamen waren ja zu jener Zeit häufig, so wie etwa auch Petrus zugleich Simon und sogar auch noch Kephas hiess.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 69
Ist Jesus vor oder nach dem Passafest gekreuzigt worden?
a) Danach (Markus 14:12-17)
b) Vorher (Johannes 1)
Judas nahm einen Bissen und ging hinaus. Und es war Nacht. (Johannes 13:30). Die anderen Apostel dachten er gehe raus um Notwendiges für das Passafest zu besorgen oder dass er den Armen etwas gäbe (Johannes 13:29). Als Jesus vor das Richthaus geführt worden ist, betraten die Juden dieses nicht, da sie nicht unrein werden wollten vor dem Passafest (Johannes 18:28). Als das Urteil über Jesus gesprochen wurde, war es die 6. Stunde am Rüsttag zum Passafest (Johannes 19:14)
ANTWORT 69: Die Berichte von Markus und Johannes stimmen darin überein, dass Jesus mit den Jüngern das Passamahl hielt. Also stimmt es nicht, dass Jesus vor dem Passafest gekreuzigt wurde. Das ist ein Missverständnis.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 70
Hat Jesus Gott gebeten, ihn vor der Kreuzigung zu bewahren?
a) Ja (Matthäus 26:39, Markus 14:36, Lukas 22:42)
b) Nein (Johannes 12:27)
ANTWORT 70: Alle diese Verse zeigen Jesus im Kampf mit dem schrecklichen Auftrag, den er auszuführen hat. In Johannes 12:27 sagt er: „Jetzt ist meine Seele betrübt. Und was soll ich sagen? Vater rette mich aus dieser Stunde. Aber dafür bin ich ja in diese Stunde gekommen.“ Er wünscht sich einerseits, es nicht tun zu müssen, weiss aber andererseits, dass es keinen anderen Weg gibt. Und das ist eigentlich dasselbe, was auch in den anderen Evangelien steht.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 71
Die Evangelien sagen, dass Jesus betete um den Kreuzestod zu entgehen. Wie oft entfernte er sich von seinen Aposteln um zu beten?
a) 3 x (Matthäus 26:36-46 und Markus 14:32-42)
b) 1 x Kein Raum bleibt für die anderen zwei übrig. (Lukas 22:39-46)
ANTWORT 71: Wenn wir die Texte zusammennehmen, so ergibt sich folgendes Bild: Jesus entfernte sich 3x von seinen Jüngern. Lukas findet es nicht für nötig, diese Details zu erwähnen. Er behauptet aber auch nicht, dass Jesus sein Gebet nie unterbrochen hätte. Ihm kommt es mehr auf den Inhalt, als auf die Unterbrechungen des Gebetes an.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 72
Matthäus und Markus stimmen überein, dass Jesus 3 x wegging und betete. Was sind die Worte des zwiten Gebetes?
a) Zwar schreibt Markus nicht was diese Worte sind, sagt jedoch, dass es dieselben seien, wie die beim ersten Gebet. (Markus 14:39)
b) Bei Matthäus kann man erkennen, dass es nicht dieselben Worte sind wie beim ersten Gebet. (Matthäus 26:42)
ANTWORT 72: Keines der Evangelien enthält den gesamten Wortlaut, den Jesus in jener langen Nacht betete. Es ist ziemlich pietätlos, an den Gebeten des Messias Fehler zu suchen, anstatt mit ihm in dieser schwierigen Situation mitzufühlen.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 73
Was sagte der Hauptmann als Jesus starb?
a) Fürwahr, dieser ist ein frommer Mensch gewesen! (Lukas 23:47)
b) Wahrlich dieser Mensch ist Gottes Sohn gewesen! (Markus15:39)
ANTWORT 73: Er wird wohl beides gesagt haben. Jedenfalls ist es eindrücklich, dass das Herz dieses kaltblütigen Soldaten und vielfachen Mörders berührt wurde. Möge es jedem, der diese Worte liest, ebenso ergehen!

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 74
Als Jesus sprach: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“, in welcher Sprache sagte er das?
a) hebräisch: „Eli, Eli…..?“ (Matthäus 27:46)
b) aramäisch: „Eloi, Eloi……?“ (Markus 15:34)
ANTWORT 74: Nun, er hatte ja stundenlang Zeit, um zu rufen. Es kann sehr wohl sein, dass er auch in beiden Sprachen rief. Es gibt schon herzlose Menschen, die noch im Todesruf eines leidenden Menschen nichts als Widersprüche erkennen wollen!

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 75
Was waren die letzten Worte Jesus als er starb?
a) Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände! (Lukas 23:46)
b) Es ist vollbracht! (Johannes 19:30)
ANTWORT 75: Es gibt sieben Aussprüche des Messias am Kreuz. Allerdings enthält keines der Evangelien alle sieben. Aber es steht auch nirgends geschrieben, er habe diesen oder jenen Ausspruch nicht getan. Von Widersprüchen kann also nicht die Rede sein.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 76
Jesus heilte eines Hauptmannes Knecht. Kam der Hauptmann persönlich um darum zu bitten?
a) Ja (Matthäus 8:5)
b) Nein. Er sandte die Ältesten der Juden und Freunde des Hauptmanns. (Lukas 7:3,6)
ANTWORT 76: Falls es sich wirklich um die selbe Geschichte handelt, so beschreibt Lukas sie viel detaillierter, während Matthäus sich auf das Wesentliche beschränkt. Im Nahen Osten macht es Sinn, Vermittler zu schicken. Und es wird verstanden, wer der Motor hinter der Sache ist. Jeder Chef erledigt seine Arbeit durch seine Mitarbeiter und rühmt sich doch am Ende für alles, was er erreicht hat.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 77
Was geschieht mit Adam falls er von dem Baum der Erkenntnis isst?
a) Adam wurde gesagt, dass er an dem Tag, an dem er von dem Baum der Erkenntnis esse, sterben werde. (1 Mose 2:17)
b) Adam isst von dem Baum und zeugt danach Söhne und Töchter und wird 930 Jahre alt. (1. Mose 5:4,5)
ANTWORT 77: Gute Frage, die auch eine Antwort wert ist! Wegen der Sünde Adams kam der Tod in die Welt. Der leibliche Tod kam aber nicht sofort. Gott ermöglicht es ihm aus Gnade, noch lange zu leben, und Söhne und Töchter zu zeugen. Und doch starb der Mensch an jenem Tag, als er vom Baum ass: Die Beziehung, die er mit Gott genossen hatte, starb. Es war ein geistlicher Tod. Darum sagt Jesus, dass wir ein zweites Mal, aus dem Geist Gottes, geboren werden müssen. Es ist unsere einzige Chance, wieder in Gottes Reich zu kommen, das Adam einst verlor. All unsere guten Werke nützen nichts, weil sie nichts an unserem geistlichen Tod ändern.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 78
Wie lange sollen die Menschen gemäß 1 Mose leben?
a) Gott beschränkt die Lebensspanne eines Menschen auf 120 Jahre. (1 Mose 6:3)
b) Doch viele Menschen lebten hiernach länger als 120 Jahre. Arphachsad lebte 438 Jahre. Sein Sohn Salah lebte 433 Jahre. Dessen Sohn wiederum lebte 464 Jahre lang usw. (1. Mose 11:12ff).
ANTWORT 78: Der Vers in 1. Mose 63 wird tatsächlich oft falsch ausgelegt. Er kann offensichtlich nicht bedeuten, dass Gott in jenem Moment die maximale Lebensdauer aller Menschen auf 120 Jahre begrenzte, da es ja nachher noch viele gab, die länger lebten. Das Rätsel löst sich, wenn man den Kontext liest. Es geht hier gar nicht um alle Menschen, sondern um eine bestimmte Generation. Kapitel 6 ist ja der Beginn der Geschichte Noahs und beschreibt die Sünde seiner Zeitgenossen. Gott gab ihnen noch 120 Jahre bis zum Gericht. In dieser langen Zeit hatten sie die Möglichkeit, Busse zu tun. Doch sie nutzten sie nicht.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 79
Ist irgendjemand abgesehen von Jesus in den Himmel aufgefahren?
a) Nein (Johannes 3:13)
b) Ja (2. Könige 2:11)
ANTWORT 79: Nicht nur Jesus, sondern auch Elia fuhren gemäss den Aussagen der Heiligen Schrift in den Himmel. Und doch gab es einen grossen Unterschied: Jesus fuhr aus eigener Kraft dorthin, während Gott den Elia im Sturmwind auffahren liess. Jesus ist also tatsächlich der Einzige, der ohne Hilfsmittel in den Himmel aufgefahren ist.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 80
Wer war der Hohepriester als David das Haus Gottes betrat und die Schaubrote aß?
a) Abjathars (Markus 2:26)
b) Akimelech, der Vater von Abjathar (1. Samuel 1:1, 22:20)
ANTWORT 80: Der Vers aus Markus 2:26 behauptet nicht, dass Abjathar zu jener Zeit bereits Hohepriester gewesen sei, sondern dass er jener Abjathar ist, der bekannt ist, weil er später Hohepriester wurde. Jedenfalls war er in dem Moment, als David die Schaubrote ass, bereits mit seinem Vater, dem damals amtierenden Hohepriester, dort gegenwärtig.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 81
Ist Jesus Leichnam in Übereinstimmung mit den jüdischen Bestattungsriten in Spezerei eingelegt worden bevor man ihn bestattete?
a) Ja und seine weiblichen Jünger bezeugten seine Bestattung. (Johannes 19:39-40)
b) Nein. Jesus ist einfach in Leinentücher eingewickelt worden. Danach haben die Frauen Spezerei gekauft und vorbereitet, sodass sie Jesus salben konnten. (Markus 16:1)
ANTWORT 81: Markus 16:1 sagt zwar, dass die Frauen sich vorbereiteten, den Leichnam zu salben. Er sagt aber nicht, dass er vorher nicht auch schon gesalbt worden sei. Die ganze Geschichte ist also, dass man bei der Einwicklung in die Leichentücher schon Spezereien einlegte, aber zu wenig. Man musste ja fertig werden, bevor der Sabbat anbrach und kam in Zeitnot. Daher kamen die Frauen am Sonntag nach Ende des Sabbats nochmals zum Grab, um die Salbung zu vollenden.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 82
Wann kauften die Frauen die Spezerei?
a) Nach dem Sabbat. (Markus 16:1)
b) Vor dem Sabbat. Die Frauen “bereiteten Spezerei und Salben. Und den Sabbat über waren sie still nach dem Gesetz.“ (Lukas 23:55-24:1)
ANTWORT 82: Einige der Salben werden wohl vor und andere nach dem Sabbat eingekauft worden sein.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 83
Zu welcher Tageszeit besuchten die Frauen das Grab?
a) während der Morgendämmerung (Matthäus 28:1)
b) Als die Sonne aufging (Markus 16:2)
ANTWORT 83: Auf diese Frage muss man ja wohl nicht antworten, denn sie ist lächerlich. Wenn man sich bei der Morgendämmerung auf den Weg macht, ist man bei Sonnenaufgang am Grab.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 84
Zu welchem Zweck gingen die Frauen zum Grab?
a) Um Jesus Leichnam einzusalben mit Spezerei. (Markus 16:1 und Lukas 23:55- 24:1)
b) Um das Grab zu sehen. Nichts über Spezereien. (Matthäus 28:1)
c) Aus keinem besonderen Grund. In diesem Evangelium ist das Einwickeln in Spezereien bereits vor dem Sabbat gemacht worden. (Johannes 20:1)
ANTWORT 84: Wie wir schon gesehen haben, waren bereits Spezereien in die Grabtücher eingewickelt worden, aber in Eile und die Frauen wollten ihr Werk später vollenden. Andere Frauen sind wohl einfach mitgegangen, ohne Öle mitzubringen. Man kann ja ein Grab auch aus Liebe zum Verstorbenen besuchen.
Spezerei = bestimmte Gewürze zum einsalben der Leichen.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 85
Ein großer Stein versperrte den Eingang des Grabes. Wo war der Stein als die Frauen eintrafen?
a) Sie sahen, dass der Stein abgewälzt war. (Lukas 16:4) Sie fanden den Stein abgewälzt vom Grabe. (Lukas 24:2) Maria Magdalena sieht dass der Stein vom Grabe hinweg war. (Johannes 20:1)
b) Als die Frauen sich näherten, sahen sie sahen sie einen Engel den Stein zur Seite rollen. Dieser sprach sie an. Matthäus macht di Frauen zu Zeugen der Auferstehung Jesus. (Matthäus 28:1-6)
ANTWORT 85: Wichtig ist, dass der Stein weg war! Ob sie nun gerade noch sahen, wer ihn wegrollte, oder ob sie ein wenig später kamen, spielt doch eigentlich keine Rolle. Jedenfalls streitet keines der Evangelien die Version von Matthäus ab.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 86
Hat irgendjemand den Frauen gesagt, was mit dem Leichnam Jesus geschah?
a) Ja. Ein junger Mann in einer weißen Robe. (Markus 16:5)
Zwei Männer mit glänzender Kleidung (Lukas 24:4), später als Engel beschrieben. Ein Engel trat hinzu und wälzte den Stein von der Tür und setzte sich darauf. (Matthäus 28:2) In jedem Fall ist den Frauen gesagt worden, dass Jesus auferstanden ist. (Matthäus 28:7, Markus 16:6 und Lukas 24:5, Fußnote)
b) Nein. Maria Magdalena hat niemanden getroffen und zurückgekommen sagt sie: „Sie haben den Herrn weg genommen aus dem Grabe und wir wissen nicht wo sie ihn hin gelegt haben.“ (Johannes 20:2)
ANTWORT 86: Maria Magdalena ging zuerst alleine zum Grab. Dabei traf sie niemanden. Später gingen die anderen Frauen und trafen die beiden Engel, von denen einer sich auf den Stein setzte.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 87
Wann traf Maria Magdalena zum ersten mal den Widerauferstandenen Jesus? Und wie reagierte sie?
a) Maria und die andere Frau trafen Jesus auf dem Weg zurück von ihrem ersten und einzigen Besuch des Grabes. Sie traten zu ihm und griffen an seine Füße und fielen vor ihm nieder. (Matthäus 28:9)
b) Beim zweiten Besuch des Grabes traf Maria Jesus außerhalb des Grabes. Als sie ihn sah erkannte sie ihn nicht. Sie verwechselte ihn mit einem Gärtner und dachte, dass Jesus Leichnam irgendwohin weg getragen wurde. Sie forderte ihn auf ihr zu verraten wo dieser sei. Als Jesus sie bei ihrem Namen rief erkannte sie ihn sogleich und nannte ihn Meister (Rabbuni). Jesus sprach: „Rühre mich nicht an!…“ (Johannes 20:11-17)
ANTWORT 87: Es sind wiederum zwei verschiedene Geschichten. Sie traf zwei Mal mit Jesus zusammen. Einmal erkannte sie ihn sofort, das andere mal nicht. Das widerspricht sich ja nicht, denn Jesus war verklärt.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 88
Was für Anweisungen gab Jesus seinen Aposteln?
a) „Gehet hin und verkündigte es meinen Brüdern, dass sie gehen nach Galiläa daselbst werden sie mich sehen. (Matthäus 28:10)
b)  Gehe aber hin zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinen Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und eurem Gott. (Johannes 20:17)
ANTWORT 88: Es sind auch hier wieder unterschiedliche Botschaften bei unterschiedlichen Gelegenheiten. Selig ist, wer den Inhalt beachtet und gehorcht!

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 89
Wann gingen die Apostel zurück nach Galiläa?
a) Sofort, weil als sie Jesus in Galiläa sahen “zweifelten etliche“. (Matthäus 28:17) Dieser Zeitraum dürfte nicht andauern.
b) Nach mindestens 40 Tagen. An diesem Abend waren die Apostel immer noch in Jerusalem. (Lukas 24:33). Jesus erschien ihnen dort und sagte ihnen, dass sie in der Stadt zu bleiben haben bis sie von der Kraft aus der Höhe angetan werden. (Lukas 24:49). „Und ließe sich sehen unter ihnen 40 Tage lang und redete mit ihnen vom Reich Gottes“. (Apostelgeschichte 1:3) und befahl ihnen von Jerusalem nicht zu weichen sondern auf die Verheißung des Vaters zu warten. (Apostelgeschichte 1:4)
ANTWORT 89: Die Auffahrt von Jesus fand offensichtlich in Jerusalem statt. Matthäus erzählt in den letzten Versen seines Evangeliums von einer anderen Begegnung mit dem Auferstandenen, die auf einem Berg in Galiläa stattfand. Auch in Johannes 21 lesen wir von einer Begegnung am See Genezareth. Die Jünger trafen Jesus also in den 40 Tagen nach der Auferstehung an verschiedenen Orten. Die Aufforderung von Jesus in Lukas 24:49 und Apostelgeschichte 1:4, nicht von Jerusalem wegzugehen, bezog sich offensichtlich nur auf die Zeit zwischen Auffahrt und Pfingsten.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 90
Wem verkauften die Midianiter Josef?
a) Den Ismaeliten (1. Mose 37:28)
b) Dem Potiphan, dem Kämmerer und Hauptmann der Leibwache Pharaos. (1. Mose 37:36)
ANTWORT 90: Die Midianiter verkauften Josef an die Ismaeliter und die verkauften ihn dem Potiphar. Um die Geschichte abzukürzen, kann man auch sagen, die Midianiter verkauften ihn an Potiphar. Auf jeden Fall haben sie alle an ihm verdient.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 91
Wer brachte Josef nach Ägypten?
a) Die Ismaeliten kauften Josef und brachten ihn nach Ägypten. (1. Mose 37:28)
b) Die Midianiter verkauften in Ägypten. (1. Mose 37:36)
c) „Und er sprach: Ich bin Josef, euer Bruder den ihr nach Ägypten verkauft habt. (1. Mose 45:4)
ANTWORT 91: Das ist eigentlich die gleiche unnötige Frage wie 90. Die Brüder wussten natürlich, dass die Händler, denen sie Josef verkauften, auf dem Weg nach Ägypten waren.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 92
Hat Gott seine Meinung geändert?
a) Ja. „Da geschah des Herrn Wort zu Samuel und sprach: Es reut mich, dass ich Saul zum König gemacht habe; denn er hat sich hinter mir abgewandt und meine Worte nicht erfüllt.“ (1. Samuel 15:10 und 11)
b) Nein. Gott lügt nicht, noch bereut etwas “denn er ist kein Mensch, dass ihm gereuen sollte.“(Samuel 15:29)
c) Ja. „… dass es den Herrn gereut hatte, dass er Saul zum König über Israel gemacht hatte.“ (1. Samuel 15:35). Zu bemerken ist, dass alle drei Punkte von dem selben Kapitel und dem selben Buch stammen. Hinzuzufügen ist, dass die Bibel Gott an vielen anderen Gelegenheiten bereuen lässt: „Da reute es ihn, dass er die Menschen gemacht hatte auf Erden, und es bekümmerte ihn in seinem Herzen.“ (1. Mose 6:6). „… denn es reut mich, dass ich sie gemacht habe.“ (1. Mose 6:6) „Also gereute den Herrn das Übel dass er drohte seinem Volk zu tun.“ (2. Mose 32:14). Und viele weitere Quellenangaben.
ANTWORT 92: Wenn man die ganze Geschichte in 1. Samuel 15 liest, dann findet man bald einmal heraus, was dort wirklich gemeint ist: Weil der König Saul seine Sünde gar nicht bereut, wird es Gott nicht gereuen, ihn zu strafen. Dagegen reut es ihn, dass er ihn zum König gemacht hatte. Das bedeutet nicht, dass Gott damit einen Fehler gemacht hätte, sondern dass er ein Herz hat für sein Volk und es nicht leiden lassen will. Es gereut ihn auch, sein Volk zu strafen. Er ist ein Gott mit Herz, nicht ein entfernter Gott, von dem man nichts Anderes weiss, als dass er „grösser“ sei.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 93
Die Bibel sagt, dass für jedes Wunder, dass Moses und Aaron demonstrierten Magier das Selbe mit ihrem Beschwören taten. Dann geschah folgendes:
a) Moses und Aaron verwandelten alles vorhandene Wasser in Blut. (2. Mose 7:20,21)
b) Die Magier taten das Selbe. (2. Mose 7:22) Das ist nicht möglich, da es doch kein Wasser mehr gab, welches sie in Blut hätten verwandeln können.
ANTWORT 93: Das ist wohl eher eine geografische Frage. Die Wasser von Ägypten kommen mit dem Nil aus dem Sudan. In jedem Augenblick fliesst neues Wasser nach. Also, sogar, wenn man alles vorhandene Wasser in Blut verwandeln würde, so gäbe es gleich im darauf folgenden Augenblick schon wieder neues Wasser. Wenn es nicht so wäre, so hätten ja alle Ägypter verdursten müssen.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 94
Wer tötete Goliath?
a) David (1. Samuel 17:23,50)
b) Elhanan (2. Samuel 21:19)
ANTWORT 94: Es ist offensichtlich ein anderer Mann mit demselben Namen. Normalerweise wird angenommen, dass Goliath ein Eigenname sei. In dem Fall gab es bei den Philistern noch viele andere Männer, ausser dem Feind Davids, die Goliath hiessen. Falls es aber ein Titel (wie Pharao, Abimelech oder Agag) sein sollte, so wäre auch verständlich, dass nach dem Tod des ersten Goliath ein anderer seine Stellung einnahm.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 95
Wer tötete Saul?
a) „… da nahm Saul das Schwert und fiel hinein. Da nun sein Waffenträger sah, dass Saul tot war, fiel auch er in sein Schwert und starb mit ihm.“ (1. Samuel 31:4,5)
b) Ein Amalekiter tötete ihn. (2. Samuel 1:1-16)
ANTWORT 95: Wer diese Frage aufgestellt hat, hat offensichtlich nicht die ganze Geschichte gelesen. Saul tötete sich selber, um nicht lebend in die Hände der Feinde zu fallen. Ein Amalekiter nahm ihm nach seinem Tod das Diadem und die Armspange ab. Diese brachte er zu David, weil er dachte, sich damit bei diesem beliebt zu machen. Er behauptete, eigenhändig Saul getötet zu haben, denn er wusste um die Feindschaft Sauls gegen David. Doch David freute sich nicht, sondern strafte den Lügner.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 96
Sündigen alle Menschen?
a) Ja, es gibt keinen Menschen, der nicht sündigt. (1. Könige 8:46, 2. Chronik 6:36, Sprüche 20:9, Prediger 7:20 und 1. Johannes 1:8-10)
b) Nein. Wahre Christen sündigen einfach nicht, denn sie sind Kinder Gottes. „Wer da glaubt, dass Jesus der Christus sei, der ist von Gott geboren…..“ (1. Johannes 5:1)  „Gottes Kinder sollen wir heißen.“ (1.Johannes 3:1).  „…und wer lieb hat, der ist von Gott geboren und kennt Gott.“ (1. Johannes 4:7) „Wer aus Gott geboren ist, der tut nicht Sünde, denn sein Same bleibt bei ihm und kann nicht sündigen, denn er ist von Gott geboren. (1. Johannes 3:9)
c) Aber dann wieder ja! „So wir sagen, wir haben keine Sünde, so verführen wir uns selbst und die Wahrheit ist nicht in uns.“(1. Johannes 1:8)
ANTWORT 96: Natürlich gibt es keinen Menschen der nicht sündigt, auch keinen Propheten, abgesehen vom Messias, der das unfehlbare Wort Gottes ist. Das lehrt nicht nur die Bibel, sondern auch der Koran. Und wer sündigt, ist auch bald schon gefangen darin. Auch wenn wir meinen, ein gutes Leben zu führen, so ist „das Herz des Menschen doch zum Bösen geneigt“, wie Sure 12 übereinstimmend mit der Bibel feststellt. Daher wird das Problem auch nicht durch die Vergebung der Sünden gelöst, denn schon bald türmt sich wieder neue Sünde auf. Die Bibel offeriert mehr als nur Vergebung: Eine neue Geburt, die dann geschieht, wenn der Heilige Geist in den Menschen kommt und bleibt. Nun ist die Macht der Sünde gebrochen, was aber nicht automatisch auch umgesetzt wird. Es beginnt der Befreiungskampf, aber auf einer ganz anderen Ebene, weil Gott nun selber in dem Menschen wohnt.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 97
Wer wird wessen Last tragen?
a) Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. (Galater 6:2)
b) Denn ein jeglicher wird seine Last tragen. (Galater 6:5)
ANTWORT 97: Das wäre ja ein eigenartiger Schreiber, der innerhalb von drei Versen gerade das genaue Gegenteil schreibt, ohne es zu merken. Doch im Griechischen werden hier zwei verschiedene Worte benutzt. In Vers 2 ist es baros, das etwas Schweres, Drückendes. bedeutet. Helfen wir einander also, die Sorgen, Ängste und Schwachheiten zu tragen. Das ist Liebe. In Vers fünf dagegen wird phortion benutzt. Das bedeutet die Last, die man auf der Reise mit sich führt. Damit sind Verantwortungen, Pflichten und Aufgaben gemeint, die einem niemandem abnehmen kann.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 98
Wie vielen Apostel ist Jesus nach seiner Auferstehung erschienen?
a) zwölf (1. Korinther 15:5)
b) elf (Matthäus 27:3-5,28:16, Apostelgeschichte 1:9-26, Markus 16:14 und Lukas 24:9,33)
ANTWORT 98: Genau genommen waren die Apostel Jesu nach dem Verrat von Judas nur noch elf. Und doch waren sie als „die Zwölf“ bekannt, denn sie waren ein Bild für das neue Israel, welches ja auch auf zwölf Stämmen beruhte. Und bald schon wurde der leere Platz des Judas ersetzt durch einen neuen Apostel namens Matthias. Doch schon zuvor wurden die Apostel „die Zwölf“ genannt. Für uns spielt es  aber keine grosse Rolle, denn auch das Zeugnis der elf ist für jeden aufrichtigen Menschen genug, um an die Auferstehung Jesu zu glauben.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 99
Wo war Jesus drei Tage nach seiner Taufe?
a) Nach der Taufe „trieb ihn der Geist in die Wüste und er war allda in der Wüste 40 Tage…“ (Markus 1:12,13)
b) Nach der Taufe, am nächsten Tag wählte Jesus zwei seiner Jünger aus. Am zweiten Tag geht er nach Galiläa und erwählt die nächsten zwei. Am dritten Tag war er auf einer Hochzeit in Kana in Galiläa. (Johannes 1:35-37, 43 und 2:1-11)
ANTWORT 99: Die Evangelien sind nicht unbedingt chronologisch geordnet. Manchmal ist es auch thematisch oder theologisch. Hier nun ist es wahrscheinlich, dass Jesus nach der Taufe direkt 40 Tage in der Wüste verbrachte, wo er ja sowieso schon war. Es kann aber auch sein, dass er in den ersten Tagen Jünger berief, sich dann in die Wüste zurückzog, und sie später wieder holte, als sie am Fischen waren.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 100
War das Leben des Neugeborenen Jesus in Jerusalem gefährdet?
a) Ja. Joseph floh mit ihm nach Ägypten und blieb dort bis Herodes starb. (Matthäus 2:13-23)
b) Nein. Seine Familie floh nirgendwo hin. Sie zeigten friedlich ihm den Tempel in Jerusalem nach dem jüdischen Brauch und kehrten nach Galiläa zurück. (Lukas 2:21-40)
ANTWORT 100: Herodes war sowohl über Bethlehem als auch über Nazareth König. Wenn er das Kind töten wollte, so konnte er es sowohl hier als auch dort erreichen. Die Rückkehr nach Nazareth konnte also das Kind nicht retten. Tatsächlich erzählt Lukas nicht von der Flucht nach Ägypten, was aber nicht bedeutet, dass sie nicht stattfand. Wie lange genau die junge Familie sich in Bethlehem aufhielt, wann sie nach Nazareth zog, ob sie von dort nach Ägypten zog oder zuvor nochmals in ihre Vaterstadt Bethlehem zurückkehrten, wird alles nicht so klar. Gott weiss es.

VERMEINTLICHER WIDERSPRUCH 101
Als Jesus über das Wasser ging, wie reagierten die Jünger darauf?
a) Sie fielen vor ihm nieder und sprachen: „du bist wahrlich Gottes Sohn.“ (Matthäus 14:33)
b) „… und sie entsetzten und verwunderten sich über die Maßen; denn sie waren nichts verständiger gewesen worden über den Broten und ihre Herzen waren erstarrt.“ (Markus 6:51-52)
ANTWORT 101: Sie fielen vor ihm nieder und bekannten, dass er Gottes Sohn sei, aber es war ein äusserliches Lippenbekenntnis. Wirkliche Erkenntnis über die göttliche Natur des Messias erhielten sie ja erst nach der Auferstehung. Und so geht es auch heute vielen Namenschristen, die dem Auferstandenen noch nicht begegnet sind.

ZWISCHEN KAMEL UND MÜCKE
Jesus sagte zu den religiösen Leitern seiner Zeit: Ihr siebt die Mücke, verschluckt aber das Kamel! Genauso ist es auch mit denjenigen, welche die Bibel nur lesen, um darin Widersprüche zu suchen. Wenn diese Grundhaltung im Herzen bleibt, werden auch alle meine Antworten nichts nützen.

Es ist mir aber klar, dass diese Art von manipulativen Kritik ursprünglich nicht von islamischer Seite stammt, denn der Koran redet immer voller Respekt von der Thora, Zabur, Ingil und allen Prophetenbüchern. Leider sind manche Muslime in die Falle getappt, sich von liberalen „Christen“ beeinflussen zu lassen, welche meinen, die Bibel zerreissen zu müssen. Mit „copy-paste“ ist das ja einfach geworden. Doch ich habe mir die Mühe genommen, jede einzelne Kritik zu beantworten, ohne copy-paste. Aus Liebe zu Gott, zu Seinen Propheten, zu meinen muslimischen Brüdern und zu den westlichen Kritikern.

Ich möchte allerdings meine muslimischen Freunde darauf hinweisen, dass diese liberalen „Christen“ keine Freunde des Islam sind. Sie wenden ihre Kritik nicht nur auf die Bibel, sondern auch auf Koran, Sira und Hadithen an, und dann bleibt davon nicht viel übrig. Manche von ihnen würden sogar sagen, dass es Mohammed selber – historisch gesehen – gar nie gegeben habe, sondern, dass er nur eine Erfindung späterer Generationen sei.

Der Muslim, der sich also die Hände reibt, wenn die Bibel auseinander gerissen wird, muss sich bewusst sein, dass das kritische Denken nicht vor dem Koran halt machen wird.

Die Bibel kann aber derartigen Angriffen viel eher Stand halten, weil sie aus 66 sehr alten Teilen besteht, welche einander im Prinzip als Zeugen gegenseitig bestätigen, auch wenn sie hier und dort ein wenig aneinander reiben. Der Koran allerdings entstand erst nach 600 n. Chr. und stammt aus einer einzigen Quelle. Er ist also noch viel verletzlicher für historisch-kritisch denkende Angriffe! Er enthält auch viel weniger Namen, Zeitangaben und Details, die ein Original normalerweise erst vertrauenswürdig machen.

Darum halten wir uns doch lieber an das, was der Koran selber erklärt: dass er nämlich nicht die Bibel bekämpfen, korrigieren, kritisieren oder ersetzen, sondern sie bestätigen will. Viele Geschichten und Lehren des Korans gewinnen an Vertrauenswürdigkeit und werden genauer, wenn sie bis zur Bibel zurück verfolgt werden.

Es kann auch sein, dass die eine oder andere Antwort, die ich gegeben habe, nicht ganz überzeugt. Das wäre nicht schlimm. Die Bibel behauptet von sich im Gegensatz zum Koran nicht, seit Ewigkeit im Himmel aufbewahrt worden zu sein. Sie ist von Menschen geschrieben worden, die aber von göttlichen Erlebnissen berichten. Die Bibelschreiber vermitteln, was Gott ihnen gesagt oder gezeigt hat. Prinzipiell sind sie Zeugen und ihr Zeugnis wird dadurch noch verstärkt, dass sie sich hier und dort in Details unterscheiden. Dadurch wird nämlich klar, dass sie sich nicht miteinander abgesprochen haben, sondern echte unabhängige Zeugen sind.

Anstatt äusserliche Mücken rauszusieben, sollen wir über den Inhalt staunen: Es ist möglich, Gott zu erleben und mit ihm in eine Beziehung zu treten! Es ist möglich, durch den Messias ewiges Leben zu erhalten und mit dem lebendigen Gott versöhnt zu werden. Und wir sollen nicht eher ruhen, als bis wir Gewissheit über diesen Fragen gefunden haben. Denn im Gericht Gottes wird jeder alleine dastehen. Und wer sich über Gottes Bücher lustig gemacht hat, wird dort keinen Spass mehr haben.

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