Zahl der Selbstmorde wird laut Wissenschaftlern oft unterschätzt

Jedes Jahr nehmen sich hunderttausende Menschen weltweit das Leben. Forscher glauben jedoch, dass die Zahl der Menschen, die sich selbst töten, deutlich unterschätzt wird.

Bei weiblichen Jugendlichen sei Suizid inzwischen die häufigste Todesursache, fanden Wissenschaftler aus mehreren Ländern heraus. Bei männlichen Jugendlichen stehe Selbstmord an dritter Stelle hinter Verkehrsunfällen und Gewaltverbrechen.

Die britische Wissenschaftszeitschrift „The Lancet“ veröffentlicht in ihrer aktuellen Ausgabe mehrere internationale Studien zum Thema Selbstverletzungen und -tötungen.

Offizielle Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO gehen davon aus, dass sich weltweit fast eine Million Menschen pro Jahr das Leben nehmen.

In Weltregionen, wo Selbstmord als Verbrechen gewertet wird, würden viele Suizide verheimlicht, um die Angehörigen zu schützen.

In Indien sei Selbstmord gerade dabei, Todesursache Nummer eins bei Frauen zu werden. Die höchsten Selbstmordraten gibt es dort in der jungen, weiblichen und gebildeten Bevölkerungsgruppe.

„Durch Suizid sterben fast genauso viele männliche Inder im Alter zwischen 15 und 29 Jahren wie bei Verkehrsunfällen und fast genauso viele junge Frauen wie durch Komplikationen in der Schwangerschaft und bei der Geburt“, sagte Vikram Patel von der London School of Hygiene and Tropical Medicine.

Verwitwete oder geschiedene Inderinnen und Chinesinnen haben Patel zufolge eine vergleichsweise geringere Selbstmordrate als verheiratete. In vielen anderen Ländern wie etwa den USA sei dies umgekehrt.

Die Folgen von einem Suizid für die Angehörigen sind enorm. Oft wird nicht nur ein Leben zerstört, sondern das ganze Umfeld leidet mit. Dabei ist jeder Mensch einmalig und auf seine Weise kostbar. Vielleicht sollten wir viel mehr ausdrücken, was wir aneinander schätzen.

Sei aber auch nicht gewissenlos und unvernünftig! Warum willst du sterben, bevor deine Zeit gekommen ist?  (Bibel Prediger 7,17)

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