Wo sind das Wissen und die Weisheit der Muslime heute geblieben?

Die muslimische Gemeinschaft sei in einem erschreckenden Zustand, sagte Abdelfattah Mourou im islamischen Zentrum von Paterson im US-Bundesstaat New Jersey. Er rief die amerikanischen Muslime dazu auf, als Vorbilder für einen modernen Islam zu dienen und der Religion „neue Hoffnung“ einzuimpfen.

In Tunesien ist Abdelfattah Mourou ein einflussreicher Mann: Der Rechtsanwalt ist Mitgründer der islamistischen Partei Ennahdha und Vizepräsident des Parlaments in Tunis. Der 67-Jährige ist aber auch ein Islamgelehrter, und in dieser Funktion hielt er am 1. Januar dieses Jahres als Gast in einer amerikanischen Moschee eine erstaunliche Predigt.

30 Prozent der Muslime seien Analphabeten, beklagte der islamistische Politiker. Im Durchschnitt liest ein Araber 0.79 Bücher in einem Jahr. Die Japaner lesen 80 Bücher in zwei Jahren. Keine einzige islamische Universität bringe Gelehrte hervor, die die Welt voranbrächten. „Wir sind eine Nation, die weder liest noch schreibt“, so Mourou.

In seiner Predigt, die von der unabhängigen Organisation The Middle East Media Research Institute (MEMRI) mit Englischen Untertiteln auf veröffentlicht wurde, nahm Mourou Bezug auf das „goldene Zeitalter“ des Islams. „Wo sind das Wissen und die Weisheit der Muslime heute geblieben?“ Es sei eine Sünde, wenn es keine islamischen Ärzte von Weltruf gebe und in muslimischen Ländern keine Mobiltelefone hergestellt würden, sagte der Prediger.

Deshalb, so Mourou, sollten die Muslime den Westen nicht bekämpfen, sondern ihn als Inspiration nehmen. Die amerikanischen Muslime sollten sich als Bürger für ihr Land einbringen und am politischen Prozess teilnehmen. „Ihr habt das Recht, gleichwertige Bürger zu sein“, so Mourou, „aber ihr müsst die respektieren, die sich in ihrer Religion, ihren politischen Überzeugungen und in ihrem Lebensstil von euch unterscheiden.“  mehr Informationen

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