Wie gefährlich ist der islamische Extremismus?

Diese Frage stellt sich angesichts der Mordanschläge in Südfrankreich. Dort hatte der 23-jährige Mohammed Merah am 11. und 15. März drei Soldaten getötet; am 19. März ermordete er in der jüdischen Ozar-Hatorah-Schule in Toulouse drei Kinder und einen Rabbiner. Am 22. März stürmte ein Spezialkommando der Polizei das Haus des Täters nach 32-stündiger Belagerung. Als er aus dem Fenster sprang, wurde er durch den Kopfschuss eines Scharfschützen getötet.

Bei seiner Leiche sei ein großkalibriger Colt gefunden worden, so die Staatsanwaltschaft. Französischen Medien zufolge war Merah von seiner alleinerziehenden Mutter nach streng islamischen Regeln erzogen worden. Der als ruhig und höflich beschriebene Mann kam in den vergangenen Jahren 18mal mit den französischen Gesetzen in Konflikt. Zweimal musste er ins Gefängnis. Zweimal soll er nach Pakistan und Afghanistan zur Terrorausbildung gereist sein. Merah bezeichnete sich als Kämpfer des Terrornetzwerks El Kaida. Als Motivation für seine Taten gab er an, wütend auf das französische Militär wegen dessen Auslandseinsätzen zu sein. Zudem wolle er Rache für palästinensische Kinder üben, die im Nahen Osten getötet worden seien.

Der Nationalrat der Evangelikalen in Frankreich, der rund 70 Prozent der Protestanten vertritt, hat Beileidsschreiben an die jüdische Gemeinschaft in Toulouse geschickt. Darin verurteilt er die kriminelle Aktion aufs Schärfste. Jeder Bürger müsse seinen Glauben ungehindert ausüben können. Ein Vorstandsmitglied, Missionsleiter Daniel Liechti (Paris), ergänzte gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea, dass auch die französischen Muslim-Organisationen das Verbrechen „ohne Wenn und Aber“ kritisierten. Die Taten würden als Werk eines Fanatikers angesehen und hätten mit dem Islam nichts zu tun.

Nach Angaben eines deutschen evangelikalen Islamexperten, Pfarrer Eberhard Troeger (Wiehl bei Köln) könnten sich ähnliche Verbrechen überall wiederholen. Auch der 22-jährige deutsche Muslim Arid Uka, der am 2. März 2011 am Flughafen Frankfurt zwei unbewaffnete US-Soldaten aus nächster Nähe erschossen und zwei andere lebensgefährlich verletzt hatte, sei ein Einzeltäter gewesen. Er habe sich ebenfalls auf El Kaida berufen. Inspiriert würden diese Jugendlichen vor allem von Internetseiten, auf denen zum Heiligen Krieg gegen Ungläubige und Abtrünnige aufgerufen werde. Auch in einigen Moscheen werde Hass gepredigt. „Wer den Koran wörtlich nimmt, versteht auch den Heiligen Krieg als Aufforderung, mit Gewalt gegen Feinde des Islam vorzugehen“, sagte Troeger gegenüber idea. Im Gegensatz zu Christen, von denen Jesus Christus sogar Feindesliebe verlange, könnten sich islamische Terroristen auf ihre heiligen Schriften berufen.

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