Weltweiter Gebetstag für verfolgte Christen

Der weltweite Gebetstag ist am 12. November 2017. In der Schweiz ist der «Sonntag der verfolgten Kirche» jeweils am 2. und 3. Sonntag des Monats November statt:  So. 12. und 19. Nov. 2017

Christen in über 100 Ländern werden sich am 12. November am „Gebetstag für verfolgte Christen“ beteiligen. Betroffen sind mehr als 100 Millionen Christen in aller Welt, vor allem in islamischen und kommunistischen Staaten. Im Mittelpunkt steht 2017 die Fürbitte für Christen in Eritrea, im Jemen und auf der Inselgruppe Malediven (Indischer Ozean).

Eritrea   Die Hauptstadt ist Asmara. Die Bevölkerung ist rund 5,8 Mio., geschätzte weitere 800.000 leben im Exil. Die Religionen sind 50 % Christen (überwiegend orthodox); 50 % sunnitische Muslime.

Das Regime der einzigen Partei „Volksfront für Demokratie und Gerechtigkeit“ (PFDJ) versucht, alle Lebensbereiche der Bevölkerung zu kontrollieren. Meinungs- und Pressefreiheit existieren nicht. Religionsfreiheit gibt es nur in engen Grenzen für Angehörige der eritreisch-orthodoxen Kirche, Katholiken, Lutheraner und sunnitische Muslime.

Die eritreische Regierung hat klar zum Ausdruck gebracht, dass im Land ausschließlich die vier offiziell anerkannten Religionsgemeinschaften arbeiten dürfen. Alle anderen, insbesondere die protestantischen Freikirchen, sind illegal. Christen aus evangelikalen und Pfingstgemeinden werden als „Agenten des Westens“ gesehen. Christliche Gefangene werden unter unmenschlichen Bedingungen in Gefängnissen oder auch in Frachtcontainern festgehalten.

In besonderem Maß von Verfolgung betroffen sind Konvertiten, die die eritreisch-orthodoxe Kirche verlassen und sich protestantischen Freikirchen anschließen sowie christliche Konvertiten aus dem Islam. Abgesehen von der Verfolgung durch den Staat erfährt die erste Gruppe Verfolgung durch die orthodoxe Kirche, die zweite durch ihre Familien und die muslimische Gesellschaft. Die Regierung rekrutiert Spitzel, um alle christlichen Aktivitäten zu überwachen.

Jemen  hat mehr als 28 Mio. Einwohner (meist bevölkertes Land der Arabischen Halbinsel) 99,1 % sind Muslime (Schiiten 45 %, Sunniten 54 %), 3-6.000 Jemen-Christen (0,05 %).

Im Zuge der arabischen Frühlings-Proteste wurde das langjährige Regime von Präsident Ali Abdallah Saleh im Jahr 2011 gestürzt. Mit westlicher Hilfe wurde der von Saudi-Arabien gestützte, erste sunnitische Präsident, Abdu Rabbo Mansour Hadi, eingesetzt. Dies, obwohl das Volk nicht hinter ihm stand. Seitdem haben sich die religiösen Konflikte des halb schiitischen und halb sunnitischen Jemens erst richtig entzündet.

Laut UNO-Experten ist der Jemen viel schlimmer dran als Syrien und erlebt gegenwärtig die schlimmste humanitäre Krise. 50 % der Bevölkerung sind unter 15 Jahre alt.Ab dem Jahr 525 wurde der ganze Jemen ein christliches Land. Später wurden sie zwangsislamisiert. Danach kam das Christentum erst 1839 mit der britischen Besetzung Adens und Südjemens bis 1967 wieder. Als 1967 die Kommunisten den Südjemen übernahmen und in ein Blutbad stürzten, verschwanden auch die 22 Kirchen und Tausende einheimischer Konvertiten. Zusammen mit Somalia hat der Jemen weltweit die geringste Präsenz von Christen im Land. Seit 2005 aber haben sich Jemens Untergrundchristen, alles Konvertiten, aus verschiedenen Landesteilen zusammengeschlossen. Seitdem wächst die einheimische Kirche im Untergrund – trotz massiver Bedrohung durch die Islamisten. Leiter der jemenitischen Christen sagen: „Wir Christen wissen, dass leiden für Jesus dazu gehört; das haben uns die ausländischen und einheimischen Märtyrer in unserem Land gezeigt. Wir wollen von ihnen lernen und im Glauben stark werden.“

Malediven  Die Schattenseiten dieses Inselstaats bleiben den meisten Touristen verborgen. Das Land folgt einer strengen Auslegung des Islams. Nach der Verfassung der Malediven ist das Land zu 100 Prozent muslimisch, ein Nicht-Muslim kann nicht maledivischer Staatsbürger werden. Geborene Malediver verlieren ihre Staatsbürgerschaft, wenn sie zu einer anderen Religion konvertieren. Es herrscht ein extrem hoher Grad an sozialer Kontrolle. Wer nicht die Moschee besucht oder sich nicht entsprechend der islamischen Tradition kleidet, wird zur Rede gestellt. Gemessen an der geringen Einwohnerzahl kämpfen überproportional viele junge Malediver an der Seite islamistischer Milizen in Syrien und im Irak. Einheimische Christen gibt es offiziell nicht. Die Zahl der Untergrundchristen wird auf nur wenige Hundert geschätzt. Christliche Konvertiten dürfen sich nicht versammeln. Die Einfuhr von Bibeln oder christlicher Literatur in der Landessprache Dhivehi ist verboten. Ausländische Christen und Arbeitsmigranten werden streng überwacht und können sich nur versammeln, solange sie unter sich bleiben. Die meisten von ihnen kommen aus Indien oder Sri Lanka und arbeiten im Tourismussektor.

Auch in Europa wird der Druck auf Christen weiter zunehmen. Von verfolgten Christen könne man lernen, Jesus trotz Bedrängnis treu zu bleiben, den Glauben öffentlich zu bekennen und verstärkt die Gemeinschaft mit anderen Glaubensgeschwistern zu suchen. Schreibt Pfarrer Ekkehard Graf (Owen bei Stuttgart) vom Arbeitskreis der Allianz für Religionsfreiheit – Menschenrechte – verfolgte Christen.  mehr Informationen

In Westeuropa nimmt die Akzeptanz für die Meinungsäußerungs- und Religionsfreiheit von glaubenstreuen Katholiken ab, schreibt Giuseppe Gracia in „Die Tagespost“.

Über Social Media kann heute fast jeder sagen, was er denkt. Doch Katholiken, die ihrem Glauben verpflichtet sind, zahlen dafür einen Preis: sie sinken im öffentlichen Ansehen und riskieren die gesellschaftliche und berufliche Ausgrenzung. Im Grunde geht es um eine Hetzjagd auf politisch unerwünschte Personen, um einen maßen medial ausgeführten Rufmord. Am Ende scheint man in Westeuropa das Christentum selbst heruntermachen zu wollen, damit es aus dem öffentlichen Leben verschwindetmehr Informationen

Verfolgung offenbart christliche Hoffnung

Auf ihrer Tournee durch die USA sprach eine Christin aus dem Nahen Osten eine Bitte aus, die eher ungewöhnlich klingt: Statt für ein Ende der Verfolgung zu beten, sollten Christen im Westen lieber für einen starken Glauben ihrer Geschwister beten. Viele Christen, insbesondere im Nahen Osten, müssen aufgrund ihres Glaubens unter schlimmen Umständen leben und … weiterlesen

Die lautlose Christenverfolgung: „Christenverfolgung? – Das gab´s doch nur im alten Rom“

Ein schwerer Irrtum. Über 100 Millionen Christen sind weltweit bedroht, immer mehr islamische Länder sind zu christenfreien Zone geworden, und trotzdem besteht ein völliges öffentliches Desinteresse am Thema Christenverfolgung. Es gibt Leute, die sich für alles und jeden einsetzen, von Homosexuellenehen bis hin zur Abholzung des Regenwaldes. Doch beim Thema Christenverfolgung zeigen alle eine ausgesprochene … weiterlesen

„Und wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit.“  1. Korinther 12,26

Ein Teil der Christen sind in ständiger Angst und leben mit Bedrohungen, weil sie in den Augen von Verwandten, Nachbarn, Regierung oder religiösen Fanatikern Feinde sind. Neben praktischer Hilfe bitten verfolgte Christen immer wieder darum: „Bitte betet für uns, damit wir in dieser Bedrängnis durchhalten!

Verfolgung hat sich verändert

Es gibt immer weniger staatliche Verfolgung. Dafür kommt eine neue Art von Verfolgung auf. Früher waren die Verfolger in der Regel Menschen ausserhalb einer Gemeinschaft. Sie versuchten Subkulturen zu zerstören, weil sie ihnen fremd und gefährlich erschienen.

In der islamischen Welt kommen die Verfolger oft nicht von aussen, sondern von innen. Der Verfolger isst oft am Frühstücksttisch oder schläft in der gleichen Wohung.

Früher verbargen Eltern oder Grosseltern einen anders glaubenden oder denkenden Sohn oder Tochter vor der Regierung. Im islamischen Umfeld sind es jedoch die Angehörigen, die dafür sorgen, dass sie eingesperrt, verbannt oder getötet werden.

Die Familienehre und das gesellschaftliche Ansehen sind wichtiger als das Leben der eigenen Angehörigen. In anderen Kulturen werden andersdenkende Menschen manchmal ausgestossen oder ausgeschlossen. Muslime neigen dazu, aktiv Verschwunde zu suchen und sie auszumerzen.

Das stellt das westliche Denken vor neue Herausforderungen. Jeder kann jederzeit Opfer eines Anschlages werden, weil er jemanden mit irgendetwas in seiner Ehre verletzt hat.

Jesus hat schon gesagt Lk 21,16: Ihr werdet aber verraten werden von Eltern, Brüdern, Verwandten und Freunden; und man wird einige von euch töten.“

Warum ist Gebet wichtig?

Gebet ist Begegnung mit Gott. Darin erfahren Menschen Kraft, Ermutigung und Hoffnung in schweren Lebenssituationen. Beten heißt, mit Gott zu reden und ihn um Hilfe zu bitten. Die Bibel fordert Christen auf, auch füreinander zu beten und besonders für diejenigen, die für ihren Glauben an Jesus verfolgt werden. Im Hebräer 13,3 heißt es: „Denkt an die Gefangenen und nehmt an ihrem Schicksal Anteil, als wärt ihr selbst mit ihnen im Gefängnis. Habt Mitgefühl mit den Misshandelten, als wäre es euer Körper, dem die Schmerzen zugefügt werden.“

Gebet ist auch das erste, um das uns verfolgte Christen immer wieder bitten. Gerade in Verfolgung und Bedrängnis brauchen sie Gottes Beistand, um in einem feindlich gesinnten Umfeld ihrem Glauben treu bleiben und die schweren Zeiten bewältigen zu können.

Verfolgung wird nicht durch Gebet beendet. Aber Zeugnisse von Christen aus Verfolgungsländern belegen, wie sehr sie durch Gebet ermutigt und durchgetragen werden.   (mehr Informationen)

Hier eine Diskussion bei Anne Will:

Christen werden in Deutschland verfolgt, belästigt und getötet

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2 Gedanken zu „Weltweiter Gebetstag für verfolgte Christen“

  1. Moin, Moin! Ich danke Dir für die Aufbereitung dieses umfangreichen Artikels.
    Leider ist einer der von Dir gesetzten Links „kaputt“. Vielleicht willst DU das ja noch ändern : Verfolgung wird nicht durch Gebet beendet. Aber Zeugnisse von Christen aus Verfolgungsländern belegen, wie sehr sie durch Gebet ermutigt und durchgetragen werden. (mehr Informationen)

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