Weihnachtsfrieden – eine nicht autorisierte Waffenruhe

1914: Weihnachten im Schützengraben

1914 begann der erster Weltkrieg. Im August 1914 hatten die Generäle den Soldaten versprochen: „Zu Weihnachten seid ihr wieder zuhause!“ – doch ihre Frauen und Freundinnen warteten vergeblich auf ihre Männer. Eltern vermissten ihre Söhne und Kinder ihre Väter. Es war furchtbar!

Bis Weihnachten 1914 waren ca. 160.000 junge englische Männer gefallen und 300.000 Deutsche. Tausende starben an Kälte. Am Fußbrand, der die Körperteile zerfrisst, wenn sie nie trocken werden in den Schlammlöchern der Schützengräben.

In all dem sinnlosen Rumgemetzel beschlossen die Herrführer auf beiden Seiten (Deutschland und England) das doch ein bisschen Weihnachten sein sollte. Und so lieferten die Deutschen Weihnachtsbäumchen an die Front, kleine Kerzen waren bereits an den Zweigen befestigt. Außerdem gab es Geschenke und Briefe von den Lieben zuhause. Die britischen Soldaten erhielten ein Päckchen des Königs mit einer Princess Mary Box. Eine Metall-Schatulle, in der sich Schokolade, Kekse, Zigaretten, Tabak und eine Grußkarte der englischen Prinzessin befand.

Weihnachtsfrieden

Frieden mitten im Krieg

Und weißt Du, was dann passierte? Man tauschte nicht nur die üblichen Weihnachtsgeschenke aus, sondern legte die Waffen nieder. Absolute Stille …. Stille auf dem Schlachtfeld, auf dem sonst  Granaten flogen, tonnenweise Munition verballert wurde und tausende Menschen starben. Die Soldaten hörten auf zu kämpfen, meistens bis zum 2. Feiertag, vereinzelt sogar bis in den Januar hinein. Stattdessen sangen sie Weihnachteslieder: Stille Nacht, heilige Nacht auf der einen Seite, Silent night, holy night, auf der anderen.

In einem englischen Bataillonsbuch wird berichtet, wie plötzlich ein halbes Dutzend deutscher Soldaten ohne Waffen aus den Schützengräben auftauchten:

„Don’t shoot. We don’t want to fight today. We will send you some beer.”
–  „Nicht schießen. Wir wollen heute nicht kämpfen. Wir schicken Euch Bier rüber.“

Dann wurde ein Fass Bier übers Kriegsfeld gerollt. Die Engländer schickten im Gegenzug Christmas Pudding zu den Deutschen.

Manche Quellen berichten, dass Engländer und Deutsche zusammen einen Weihnachtsgottesdienst feierten. Psalm 23: „Der Herr ist mein Hirte“ wurde jeweils auf deutsch und englisch vorgelesen. Es soll sogar Fußballspiele zwischen Engländern und Deutschen, zwischen den Schützengräben gegeben haben.
Weihnachtsfrieden

SO geht Weihnachten! Echtes Weihnachten bedeutet Frieden!

Die Botschaft von Weihnachten lautet:»Habt keine Angst!«, sagte er. »Ich bringe eine gute Botschaft für alle Menschen! Der Retter – ja, Christus, der Herr – ist heute Nacht in Bethlehem, der Stadt Davids, geboren worden! Und daran könnt ihr ihn erkennen: Ihr werdet ein Kind finden, das in Windeln gewickelt in einer Futterkrippe liegt!« Auf einmal war der Engel von den himmlischen Heerscharen umgeben, und sie alle priesen Gott mit den Worten: »Ehre sei Gott im höchsten Himmel und Frieden auf Erden für alle Menschen, an denen Gott Gefallen hat.« Lukas 2, 10-14 NLB

„Habt keine Angst!“ – Mit einem kleinen Jungen in einer Krippe fängt Gottes Frieden an! Ganz klein, ganz unten! Nicht mit Macht und Gewalt. Gottes Frieden geht nicht von großen Politiker, Diktatoren und Königen aus. Er beginnt hier bei jedem von uns, hier in unseren Herzen! Wir können Hass verbreiten oder Liebe leben und Frieden verbreiten.

 

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