Warum kämpfen junge Russen für den IS?

Russland kämpft, wie viele andere Staaten auch, mit einer neuen Erscheinung: Junge Menschen schließen sich freiwillig radikalislamischen Gruppierungen an. Nach Angaben des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB konnte der IS mehr als 1 700 russische Staatsbürger anwerben. Experten gehen davon aus, dass die tatsächliche Zahl noch weitaus höher sein dürfte.

Woher kommt die Faszination der Jugend für den radikalen Islam?

Der russische Psychologe Pawel Ponomarew ist überzeugt, dass sich nicht-religiöse junge Menschen dem Islam zuwenden, weil sie keine andere Möglichkeit sehen, sich selbst zu verwirklichen. „Viele junge Menschen erleben eine Krise, die Gesellschaft lässt sie nicht zu Wort kommen und erlegt ihnen starke Einschränkungen auf. Das Vorhaben, aus seinem sozialen Umfeld auszubrechen und in irgendeinem anderen System sofort alles zu bekommen, erscheint so großartig, dass die Menschen bereit sind, auch ihren wahrscheinlichen Tod in Kauf zu nehmen.“

Der Orientwissenschaftler Georgi Mirskij vergleicht die Faszination, die der islamische Extremismus auf die Jugend ausübt mit der Faszination für radikale Strömungen vergangener Zeiten, etwa dem Faschismus oder Kommunismus der 1930er-Jahre. Er warnt davor, die Bedrohung durch den Islamismus in Russland zu unterschätzen.

Trotz der steigenden Popularität des Extremismus unter nicht-religiösen Jugendlichen bleibt die Hauptzielgruppe des IS muslimische Gläubige. Warwara Pachomenko, Kaukasusexpertin und Beraterin des internationalen Krisenstabs, nimmt an, dass es drei Hauptgründe gibt, warum radikale Strömungen unter Muslimen immer beliebter werden.

Der erste sei die Unzufriedenheit mit der Staatsführung. „Korruption und der Zerfall der Gesellschaft führen dazu, dass die Menschen glauben, es sei äußerst schwierig oder gar unmöglich, die eigene Situation zu verbessern, und vielen Muslimen scheint es, dass man Gerechtigkeit nur erreichen könne, wenn die weltliche Regierung durch ein Kalifat, in dem nach der Scharia gelebt wird, ersetzt wird.“

Der zweite Grund sei das allzu eifrige Vorgehen offizieller Stellen bei der Bekämpfung radikalislamischer Strömungen: „Wenn Menschen nicht wegen eines Gesetzesübertritts verfolgt werden, sondern nur, weil sie lange Bärte tragen oder in die falsche Moschee gehen, wird das letztendlich dazu führen, dass sich auch eindeutig gemäßigte Muslime radikalisieren„, erklärt Pachomenko.

Der dritte Grund seien die inzwischen intensiveren Beziehungen zwischen den Muslimen im russischen Kaukasus und denen im Nahen Osten. Das trägt zur Steigerung der Popularität radikaler Strömungen bei.“

Jesus sagte einmal: „Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke!“ Johannes 7,37  und „Ich bin gekommen, damit sie das Leben und volle Genüge haben sollen.“ Johannes 10,10. Ein anderer Ansatz mit offenen Fragen umzugehen  weiterlesen

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