War Jesus ein Asylant?

Nach der Genfer Flüchtlingskonvention gilt als Flüchtling eine Person, die „vor Verfolgung wegen ihrer Ethnie, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Überzeugung sich außerhalb des Landes befindet, dessen Staatsangehörigkeit sie besitzt.“ Daher spricht man beim Flüchtlingsstatus nach der Genfer Konvention aufgrund von Verfolgung aus humanitären Gründen auch explizit von Konventionsflüchtling in Abgrenzung zu anderen Fluchtformen. Nicht als Asylanten gelten Kriegsflüchtling oder Wirtschaftsflüchtlinge.

Jesus war aus Rivalität von König Herodes vom Tod bedroht. Jesus und seine Eltern waren ausserhalb vom Wirkkreises von Herodes, doch innerhalb des römischen Reiches in eine andere Gegend umgezogen. Auch finanzierten sie ihren Aufenthalt durch Gold, Weihrauch und Myrre. Kein Staat musste für ihren Unterhalt aufkommen. Deshalb waren Jesus und seine Familie nach heutigem Verständnis keine Asylanten, sondern Zuzügler aus einem anderen römischen Verwaltungsbezirk.

Jesus war in Ägypten ein Fremdling, wie auch unter seinem eigenen Volk, weil seine Lehren fremd anmuteten und nicht von allen akzeptiert wurde. Besonders nicht von der Elite seines Ursprungsgebietes. Er und heute auch seine Nachfolger sind in dieser Welt, aber nicht von dieser Welt (Joh. 17,15-16). Wer Jesus sein Leben anvertraut, für den sorgt der himmlische Vater. Ist das vielleicht ein Grund, warum in Syrien viele Christen vor Ort bleiben?

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