Tod oder Flucht – Christen fliehen nach Ultimatum der Dschihadisten aus Mossul

Nach einem Ultimatum der Dschihadisten sind die christlichen Einwohner Mossuls am Freitag aus der nordirakischen Stadt geflohen. „Christliche Familien sind auf dem Weg nach Dohuk und Erbil“, sagte der christliche Patriarch Louis Sako der Nachrichtenagentur AFP.

„Erstmals in der Geschichte des Irak gibt es keine Christen mehr in Mossul.“ Augenzeugen berichteten, die Christen seien am Freitag über die Lautsprecher der Moscheen aufgefordert worden, die Stadt bis Samstag zu verlassen.

Sie waren bereits vergangene Woche in einer Erklärung der Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS), die Mossul und die umliegenden Gebiete vor einem Monat in ihre Gewalt gebracht hatte, aufgerufen worden, zum Islam zu konvertieren und eine Sondersteuer zu zahlen. Andernfalls müssten sie ihre Häuser und die Stadt verlassen.
Weigerten sie sich, „wird es für sie nichts als das Schwert geben„, hiess es in dem Flugblatt.

Der Patriarch sagte, sie seien schockiert über den Aufruf gewesen. Laut der Erklärung würden die Häuser der Christen an den Islamischen Staat fallen. Der Patriarch, der zu den höchsten christlichen Geistlichen des Landes zählt, und Augenzeugen berichteten, Rebellenkämpfer hätten in den vergangenen Tagen die Häuser von Christen mit einem N für Nassarah markiert. Dies ist der im Koran verwendete Begriff für Christen.

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