Terror statt 1001 Nacht

Die islamische Welt verstrickt sich immer mehr in die Spirale der Vergeltung und Rache statt einen friedlichen tugendhaften islamischen Staat zu bauen, der den Muslimen zur Ehre gereicht und ihre angebliche Schwäche und Demütigung gegenüber dem Rest der Menschheit vergessen lässt.

Die angebliche große Mehrheit friedlicher Muslime ist nicht sichtbar. Dafür wird die Kluft zwischen der islamischen Welt und dem Westen immer grösser. Es gibt kein islamisches Vorzeige-Modell. Man definiert sich als unschuldiges Opfer und will Vergeltung.

Das zeigen die Reaktionen auf die Anschläge in Paris. Bei Al Dschazira, hinter dem das katarische Herrscherhaus steht, waren die prominenteste Schlagzeile zu den Anschlägen von Paris: „Israel zündet in Europa eine Multimedia-Kampagne gegen den Islam!“ Al Dschazira verbreitet die Ansicht, jüdische Organisationen nutzten die Anschläge, um Muslime in Europa in Verruf zu bringen.

Leser-Kommentare zu den Berichten über den Terror von Paris machen deutlich, wie weit sich Europa und die arabische Welt voneinander entfernt haben. Mitgefühl für die Opfer widerspiegelt sich nur in wenigen Lesermeinungen auf Facebook oder arabischen Websites. Stattdessen wird offen Sympathie für Islamisten bekundet, Unrecht aus der Kolonialzeit aufgerechnet und tiefe Verachtung für westliche Medien geäußert.

„Die Teufel Amerika, Frankreich, Großbritannien und Israel töten Unschuldige jeden Tag!“ ist da zu lesen, oder: „Sie bombardieren muslimische Länder, unsere Söhne, zeichnen die scheußlichsten Karikaturen des Propheten Mohammed und stellen sich nun als Opfer dar? Was für Heuchler!“; „Dies ist die Rache für das, was mit uns geschieht in Syrien, im Irak, gegen den Islam. Jede Aktion ruft eine Reaktion hervor!“; „Der Westen treibt sein unappetitliches Spiel mit uns zwei Milliarden Muslimen. Sie zerstören unsere Länder und wollen Tyrannei, den Reichtum unserer Heimat vor unseren Augen plündern.“

Auf Facebook machen wilde Verschwörungstheorien die Runde: Israel stecke hinter den Anschlägen von Paris: „Israel und die USA haben mit der Entsorgung von Millionen Muslimen im Westen begonnen, indem sie erfolgreich diese Explosionen zündeten“; „Israel steckt dahinter, hat den Attentätern die falschen Pässe besorgt. Weil am Ende Israel der einzige Begünstigte ist und das Ziel verfolgt, seine Siedlungen zu vermarkten und noch mehr Juden zur Auswanderung in den Nahen Osten zu bringen“; „Was jetzt in Frankreich passiert, hat nichts mit Religion zu tun, sondern ist ein zionistischer Plan zur Auslöschung der Muslime. Sie wollen uns nur eine Wahl lassen: unsere Religion abzulegen und dem Glaubensbekenntnis der Juden und Christen zu folgen. Aber Allah ist der beste Planer!“

Die Stimmung in den Kommentarspalten der großen Websites, auch bei Facebook, ist aufgeheizt. Dort äußern sich mehr als neunzig Prozent in irgendeiner Weise antiwestlich oder zumindest kritisch gegenüber der medialen Spiegelung der Anschläge bei uns.

Anders die Königin Rania von Jordanien. Sie twitterte: „Terrorismus kennt keine Grenzen oder Religion. Die internationale Gemeinschaft muss vereint stehen im Angesicht der Feinde der Menschheit.“

Viele haben vor allem die Sorge, dass nun eine Welle der Ablehnung und Fremdenfeindlichkeit in Deutschland entstehen könnte.    mehr Informationen

Der IS begründet seine Handlungen mit Bezügen auf kanonische islamische Texte und auf die belegte islamische Geschichte. Andere Muslime interpretieren den Islam friedlich.

Der Islam selbst macht keine Unterscheidung. Der Prophet ist der Prophet – egal, ob er in Mekka oder Medina war. Diese Unterscheidung ist modern, man versucht damit, die Religion zu entpolitisieren. Manche Muslime tun das, die meisten aber nicht. Für sie ist der Prophet ein idealer Mann, dem man in jeder Phase des Islam zu gehorchen hat.

Wenn sich der Konflikt weiter aufwiegelt, könnte es sein, dass wir uns bald in einer ähnlichen Situation wie Israel befinden und wir uns an eine ständige terroristische Bedrohung gewöhnen müssen.

Es ist weder Armut noch Besatzung, weder Unterdrückung, noch ein Mangel an Bildung, der diese sinnlosen, selbstmörderischen Hassaktionen hervorruft. Vielmehr ist es eine kompromisslose religiöse Ideologie, die immer mehr junge Menschen aus aller Welt in ihren Bann zieht. Nicht Hoffnungslosigkeit treibt sie in den Tod, sondern die Hoffnung auf eine Welt, in der sich alle der Scharia, dem islamischen Recht, unterwerfen.

Europäer und Amerikaner träumen immer noch von einer besseren Welt, in der alle, unabhängig von ihrer kulturellen, religiösen oder ethnischen Prägung friedlich nebeneinander leben. Europa ist zutiefst vom Guten im Menschen überzeugt und meint noch immer, seine eigenen Überzeugungen, seine Lebens- und Gesellschaftsform seien letztendlich maßgebend und zukunftsträchtig für die ganze Menschheit.

Israel dagegen scheint sich damit abgefunden zu haben, dass es Todfeinde hat, und dass man mit einer Bedrohung, die sich ständig wandelt, leben muss. Dem Herrschaftsanspruch von Terror und Tod setzt die israelische Gesellschaft ganz bewusst die Zelebration des Lebens entgegen. Selbst Familienmitglieder von islamistischen Terrorführern aus dem Gazastreifen oder verletzte Kämpfer aus der syrischen Hölle erfahren in Israel medizinische Hilfe auf höchstem Niveau.   mehr Informationen

Der Westen muss lernen, dass nicht alle seine Lebensweise als ideal betrachten und die islamische Welt muss einsehen, dass nicht alle in der Welt von 1001 Nacht leben möchten. Früher konnte man sich ab-Grenzen. Heute muss jeder einen Beitrag zu eigenen Sicherheit leisten.

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