Schlagwort-Archive: Schweigen

Internationaler Holocaust-Gedenktag

27. Januar Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust
KZ – Betroffene brechen ihr Schweigen – Fenster zum Sonntag

Der Völkermord an den europäischen Juden in der Zeit des Nationalsozialismus hinterliess Täter und Opfer. Doch es gibt viel Schweigen auf beiden Seiten. Auffällig ist, dass vor Internationaler Holocaust-Gedenktag weiterlesen

Boualem Sansal hält den Islamismus für eine faschistische, nicht für eine religiöse Bewegung

Im Herbst erschien das Buch „Allahs Narren – Wie der Islamismus die Welt erobert“ des algerischen Autors Boualem Sansal. Darin kritisiert Sansal den Umgang des Westens mit dem Islamismus.

Boualem Sansal, der eine schleichende Islamisierung seines Heimatlandes Algerien erlebt, beobachtet, dass es sich der Westen mit einer Sprachregelung bequem gemacht hat: hier der Islam als Religion wie jede andere auch, dort der Islamismus als extremistischer Auswuchs.

Dabei gehe die Unterteilung in einen guten und einen bösen Islam am Kern des Problems vorbei. „Der Islam definiert sich als Religion der Totalität. Er ist Religion und Boualem Sansal hält den Islamismus für eine faschistische, nicht für eine religiöse Bewegung weiterlesen

Neue Formen von Protest in der Türkei

Auf dem Istanbuler Taksim-Platz ist jeglicher Protest verboten. Trotzdem stand Künstler Duranadam gestern regungslos da – bis ihn die Polizei verjagte. Doch der stumme Protest findet bereits Nachahmer.

Bewegungslos steht er auf dem Istanbuler Taksim-Platz, die Hände in den Taschen, die Augen unverwandt auf ein riesiges Porträt des türkischen Staatsgründers Mustafa Kemal Atatürk an der Fassade des früheren Kulturpalastes gerichtet. Hinter dem Mann haben sich in einigem Abstand hunderte Menschen versammelt. Sie beobachten den einsamen Demonstranten und die Polizei, die auf dem Taksim-Platz nach der Räumung des angrenzenden Gezi-Parks am Wochenende eigentlich jeden Protest verboten hat.

Die eigenwillige Protestaktion des Istanbuler Choreographen machte im Internet rasch die Runde. Einige junge Männer ahmen ihn nach und richten ebenfalls bewegungslos die Augen auf das Atatürk-Porträt. Nach der Räumung des Gezi-Parks unter dem massiven Einsatz von Tränengas und Wasserwerfern hatten die Demonstranten angekündigt, über «neue Protestformen» nachzudenken.

Einen Monat wollte Gunduz auf dem Taksim bleiben, doch am späten Abend schreitet die Polizei ein. Dutzende Polizisten strömen auf den Platz. Während Gunduz im Kreis seiner Unterstützer entkommen kann, werden etliche andere festgenommen und in einem Bus der Polizei fortgebracht. Nach kurzer Zeit ist alles vorbei.

Doch die Aktion bleibt nicht ohne Folgen. Heute Morgen steht bewegungslos eine junge Frau auf dem Taksim-Platz und liest ein Buch – die Augen mit einem Tuch verbunden.

mehr Informationen