Schlagwort-Archive: Paulus

Leben im Gegenwind

Impulse zu Apostelgeschichte 4

Die erste Gemeinde fand im Blick auf die Größe Gottes neuen Mut. Durch Psalm 2 erkannten sie: Gegenwind ist normal (Apostelgeschichte 4,25-26). Widerstand gehört zu Gottes Heilsplan. Deshalb bitten sie nicht darum, dass der Gegenwind verschwindet, sondern dass sie sich davon nicht einschüchtern lassen und ohne Hemmungen davon erzählen, dass Jesus den Tod überwunden hat (Apostelgeschichte 4,33). Zeichen und Wunder sollen das Zeugnis bestätigen. Die Reihenfolge in ihrer Bitte ist interessant: Nicht Leben im Gegenwind weiterlesen

Das Wissen um die letzte Gerechtigkeit schenkt Zuversicht in der Erniedrigung

Als Paulus vor dem römischen Statthalter Felix in Cäsarea angeklagt wird (Apostelgeschichte 24,1-23), wird ihm etwas angehängt, was die Kläger selbst verursacht haben. Paulus hat in den sieben Tagen in Jerusalem weder einen Aufstand noch irgendwelche Disputationen angezettelt. Der eigentliche Grund, warum man Anstoß an Paulus nahm, lag darin, dass Paulus Nichtjuden den Glauben an den jüdischen Gott ohne religiöse Rituale wie die Beschneidung zugänglich machte. Schon beim Apostelkonzil hatte Paulus den Glauben an Gott als eine Herzenssache verstanden und erklärt (Apostelgeschichte 15,8-9).

Die Kläger selbst erscheinen nicht vor dem Gericht. Die Gefahr, dass sie selbst angeklagt werden, scheint zu hoch. Es ist immer wieder spannend, dass Leute andere verurteilen oder ihnen das Leben schwer machen, nur weil sie von anderen etwas gehört haben. Der Statthalter Felix dagegen Das Wissen um die letzte Gerechtigkeit schenkt Zuversicht in der Erniedrigung weiterlesen

Gedenktag Peter und Paul – Allein in Gottes Hand

Peter und Paul wird am 29. Juni gefeiert.  Es heißt, dass die beiden Apostel Petrus und Paulus von Tarsus am selben Tag in Rom den Märtyrertod starben. Das Fest hat seinen Ursprung in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts und wird als katholisches Hochfest, sowie auch in den orthodoxen und protestantischen Kirchen begangen.

Peter und Paul ist ein gesetzlicher Feiertag in der Gemeinde Roms und dem Schweizer Kanton Tessin sowie in Teilen von Graubünden und Luzern. In vielen christlichen Gemeinden finden zu Peter und Paul Priesterweihen und Gemeindefeste statt. Auch in Deutschland werden Volksfeste zum Wochenende nach Peter und Paul organisiert. In Österreich und Bayern wird traditionell das Peterlfeuer entzündet.

Weshalb eine Strohpuppe verbrannt wird, darüber Gedenktag Peter und Paul – Allein in Gottes Hand weiterlesen

Tumult um Paulus

In der folgenden Nacht stand Jesu bei ihm und sprach: Sei guten Mutes! Denn wie du meine Sache in Jerusalem bezeugt hast, so musst du sie auch in Rom bezeugen. Apostelgeschichte 23,11

Paulus kommt nach Jerusalem und die lokalen Nachfolger von Jesus empfehlen ihm, sich an einer jüdischen Weihe zu beteiligen, damit klar wird, dass er das Judentum nicht verlassen hat (Apg. 21,24). Doch seine Gegner zetteln einen Aufruhr an und behaupten, er hätte einen Nichtjuden mit in den Tempel genommen (21,28). Als er dann von den Römern vor der Steinigung bewahrt wird (21,31), kann er auf der Treppe zur Festung von seinen Erfahrungen berichten. Als er zum Punkt kommt, dass die Botschaft der Rettung auch für die Nichtjuden gilt, gehen bei seinen jüdischen Zuhörern die Emotionen hoch (22,22). Die Römer verstehen nicht, warum so ein Aufruhr herrscht und möchten Paulus deshalb unter Folter ein Geständnis abzwingen (22,24). Der beruft sich darauf, dass er Römer ist und nicht ohne ein ordentliches Gerichtsverfahren bestraft werden darf.

Wie kommt ein Jude zur Tumult um Paulus weiterlesen

Gemeinschaft mit Gott allein aus Glauben

Paulus verkündet die Gemeinschaft mit Gott allein aus Glauben. Damit stößt er bei den Traditionalisten auf Widerstand. Durch die pointierte Darstellung des Evangeliums fühlen sie sich angegriffen. Wie bei einer guten Flasche Wein braucht es im Glauben beides: eine Form und einen Inhalt. Paulus betonte den Inhalt, da eine Flasche ohne Inhalt wertlos ist. Er erlebte, dass aller Eifer in seinem Leben nicht das brachte, was die Begegnung mit dem auferstandenen Jesus auf der Straße nach Damaskus in ihm bewirkte (Philipper 3,8). Im Glauben geht es nicht um Formen und Normen, sondern um eine vertrauensvolle Beziehung zu Jesus, die sich natürlich auch in Formen und Traditionen ausdrückt – doch immer mit Jesus im Zentrum.

Schon bei Kornelius stellte damals Petrus Gemeinschaft mit Gott allein aus Glauben weiterlesen

Leiden als Schlüsselerfahrung

Paulus ist auf dem Weg nach Jerusalem. Überall wird er durch den Heiligen Geist gewarnt, dass er auf eine Leidenszeit zugeht. Paulus ist sich aber sicher, dass dies der Wille Gottes ist (Apostelgeschichte 21,1-17). Diese Geschichte irritiert uns. Warum warnt der Heilige Geist und gibt Paulus zugleich die Gewissheit, dass dies Gottes Weg ist?

Manches in unserem Leben irritiert auch uns. Doch wenn wir das Leben von Jesus ansehen, beobachten wir ähnliche Muster. Jesus wird bei der Taufe vom Heiligen Geist erfüllt. Dieser führt ihn in die Wüste und setzt ihn dem Versucher aus. Jesus erhält vom Versucher drei Angebote: 1. Hilf dir selbst (Mach aus den Steinen Brot), 2. Zwing Gott zum Handeln (Spring vom Dach des Tempels, dann werden dich die Engel auffangen) und 3. Warum  willst du leiden, wenn ich dir alles ohne Leidensweg anbieten kann? (Der Teufel offeriert Jesus die Welt, wenn er ihn als rechtmäßigen Besitzer der Welt ehrt und anerkennt). Jesus hat alle drei Angebote abgelehnt, da er sein Vertrauen allein auf Gott setzte.  Ein weiteres Mal ringt Jesus im Garten Gethsemane um den Kelch des Leids, bis er in das „Dein Wille geschehe“ einwilligt (Lukas 22,42).

Das Böse wird überwunden, indem es bei uns ins Leere läuft. Wenn wir Leid ertragen und aushalten und dennoch Gott vertrauen, verliert das Leiden die Macht über uns. In Offenbarung Leiden als Schlüsselerfahrung weiterlesen

Leben in der Gewissheit der Totenauferstehung

Mit der Gewissheit der Totenauferstehung reist Paulus in Richtung Gefangennahme. In Alexandria Troas verabschiedet er sich abends von der Gemeinde. Da fällt ein Mann mit dem Namen „Der Glück hat“ aus dem dritten Stock aus dem Fenster. Er hatte sich dorthin gesetzt, weil die vielen Lampen ihm zugesetzt hatten und er frische Luft brauchte. Doch die frische Luft konnte seine Müdigkeit nicht überwinden. Vielleicht war er ein Sklave und hatte den ganzen Tag gearbeitet.

So etwas hatte der Gemeinde gerade noch gefehlt. Der junge Mann fällt herunter und ist tot. Das könnte die ganze Stadt in Aufruhr bringen. Da ist man mitten in einer gesegneten Versammlung, und nun das. Paulus Leben in der Gewissheit der Totenauferstehung weiterlesen

Unerwarteter Aufstand in Korinth

Als Paulus in Korinth war (Apostelgeschichte 18), schien alles einigermaßen normal zu verlaufen. Doch als Gallio Prokonsul wurde, gab es einen Aufstand aus heiterem Himmel. Die Bibel beschreibt uns keinen offensichtlichen Grund. Doch vor einem weltlichen Gericht, braucht es einen Grund, der scheint zu fehlen. Alles war ruhig und nichts Anstößiges war geschehen. Dennoch gab es etwas, was die jüdische Gemeinschaft beunruhigte.

Die Juden waren zu dieser Zeit eine anerkannte Religion und genossen einen gewissen Schutz und Respekt. Herodes der Große hatte gute Verbindung zum Kaiserhaus. Kaiser Augustus pflegte zu den Juden ein gutes Verhältnis, und er ließ auf seine Kosten zweimal täglich im Tempel von Jerusalem ein fürbittendes Opfer für den römischen Kaiser darbringen. Die Römer respektierten den Glauben der eroberten Volksgruppen, solange sie nicht mit dem römischen Gesetz in Konflikt kamen oder die Loyalität zu Rom aufgaben.

Die jüdische Gemeinschaft hatte auch weltweite Beziehungen, da Juden in allen größeren Städten lebten. Die gegenseitige Solidarität und Gastfreundschaft öffnete ihnen gute Handelsbeziehungen. Durch die strengen jüdischen Gebote war ihre Gemeinschaft limitiert.

Nun kam Paulus und  lud alle Menschen in diesen neuen „jüdischen“ Glauben ein. Im Unerwarteter Aufstand in Korinth weiterlesen

Paulus in Athen ein Sinnbild für unsere Zeit

Es fällt aus, dass die vielgerühmte Musterpredigt von Paulus in Athen (Apostelgeschiche 17,19-34), kein Erfolg war. Wir lesen von den wenigen Interessierten anschliessend nichts mehr in der Bibel. Das Gemeindebaukonzept hat versagt. Glaube kommt nicht aus dem Verstehen, sondern aus dem Herzen. Die Situation in Athen war ähnlich, wie heute. Auf der einen Seite die Epikureischen mit ihrem wissenschaftlichen von Gott befreiten Weltbild und auf der anderen Seiten die Stoischen mit ihren von allem durch sprituellen Kräften durchwobenen esoterischen Gedanken.

Zuerst würdigt Paulus Paulus in Athen ein Sinnbild für unsere Zeit weiterlesen

Der Himmel

Jesus sagte zu seinen Jüngern: „In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn’s nicht so wäre, hätte ich dann zu euch gesagt: Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten? Und wenn ich hingehe, euch die Stätte zu bereiten, will ich wiederkommen und euch zu mir nehmen, damit ihr seid, wo ich bin“ (Johannes 14,2-3).

Die Frage ist also, wo ist Jesus?  Stephanus sagt: Apostelgeschichte 7,56  „Siehe, ich sehe den Himmel offen und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen“. Damit meint Stephanus nicht die Wolken sondern ein Ort in einer anderen Dimension. Der Ort an Gott ist. Das Haus Gottes, dass nicht der Tempel in Jerusalem sein konnte.

Paulus spricht vom dritten Himmel. Er schrieb zu den Korinther von sich selbst: „Ich weiß von einem Menschen in Christus, dass er vor vierzehn Jahren – ob im Leib, weiß ich nicht, oder außer dem Leib, weiß ich nicht; Gott weiß es -, dass dieser bis in den dritten Himmel entrückt wurde. Und ich weiß Der Himmel weiterlesen