Schlagwort-Archive: Pakistan

Asia Bibi freigesprochen

Update 18.2.19: Entgegen ursprünglichen Meldungen, hat Asia Bibi laut der Associated Press (AP) Pakistan noch nicht verlassen können. Trotz rechtsgültigen Freispruchs halten pakistanische Behörden die 54-jährige Mutter in einem geheimen Versteck in Karatschi gegen ihren Willen fest, berichtet Aman Ullah der AP.  Premierminister Trudeau erklärt, er sei bereits im Gespräch mit der pakistanischen Regierung.  Obwohl Bibis Töchter bereits in Kanada sind, die Mutter einen positiven Asylbescheid bekommen hat und sie laut Gerichtsurteil Pakistan verlassen dürfte, wird ihre Ausreise, laut pakistanischen Diplomaten nicht bald erfolgen, sondern „in medium term“, also erst mittelfristig.    mehr Informationen

Update 12.2.19: Asia Bibi durfte Pakistan anscheinend doch nicht verlassen. Sie wurde von einem geheimen Ort in der Nähe von Karachi gebracht, nachdem er zuvor an einem anderen Ort in der Nähe von Islamabad, der Hauptstadt der Nation, versteckt worden war, berichtete The Associated Press am Samstag. mehr Informationen

Update 8.2.19  Asia Bibi ist am Donnerstag  in Toronto eingetroffen und wieder mit ihrer Familie vereint, wie aus einem Beitrag in  Winnipeg Sun zu entnehmen ist.

Update 3.2.19 Nach Angaben des katholischen Hilfswerks „Kirche in Not“ hält sich die zum Tode verurteilte und wieder freigesprochene Christin Asia Bibi offenbar immer noch in Pakistan auf. „Nach den Informationen, die wir von der Familie bekommen haben, ist Asia Bibi nicht in Kanada. Sie ist weiterhin in Pakistan“, sagte eine Sprecherin der Organisation der Zeitung „Bild am Sonntag“. „Kirche in Not“ steht nach eigenen Angaben mit Bibis Familie in Kontakt.

Update 1.2.19 abends: Anwalt, Saif ul Malook, hatte der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z.) am Freitagmorgen telefonisch gesagt, sie habe Pakistan verlassen und befinde sich in Kanada. „Sie ist mit ihrer Familie vereint“, sagte der Anwalt.

Später bestätigte er diese Aussage gegenüber anderen Journalisten nicht mehr oder schränkte sie dahingehend ein, dass er nicht sicher wisse, ob sie schon ausgereist sei. Weiteren Quellen zufolge soll Asia Bibi sich nach wie vor in Pakistan aufhalten, in der Hauptstadt Islamabad.

Ob das nur taktisch ist, um die Demonstationen zu beruhigen ist unklar.

Update 1.2.19: Asia Bibi hat Pakistan verlassen und befindet sich jetzt in Kanada. „Sie ist mit ihrer Familie vereint“, bestätigte ihr Anwalt, Saif ul Malook, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z.) am Freitagmorgen telefonisch. Es hatte zuvor geheißen, dass sie nicht mit einem regulären Flug aus Pakistan ausreisen könne.

Der Anwalt Malook bestätigte, dass Asia Bibi und ihr Mann nun nach Kanada übergesiedelt seien. Dort hielten sich seit dem 24. Dezember schon ihre zwei Töchter auf.

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100 Menschen ins Gefängnis, weil sie auf einer Beerdigung gebetet hatten

Auf der Abdankung des Anwalts und Aktivisten Asma Jahangir beteten muslimische Frauen und Männer gemeinsam, bis jemand das «gemischte Gebet» als blasphemisch deklarierte. «Der Mann, der nun die Anklage einzugeben versucht, könnte noch weiter gehen und es als Sünde darstellen, dass Frauen bei einer Beerdigung dabei sind», sagt Bruce Allen von «Forgotten Missionaries International» (FMI). «Es ist bereits ein Tabu in der pakistanischen Kultur, dass eine Frau bei der Beerdigung bis ans Grab geht, auch wenn manche Islam-Lehrer sagen, dass dieser Bann nicht im Sinne Mohammeds sei.»

Grundsätzlich gilt gegenwärtig in Pakistan, dass Frauen nicht an Beerdigungen teilzunehmen haben. 100 Menschen ins Gefängnis, weil sie auf einer Beerdigung gebetet hatten weiterlesen

Tote wegen Ahmadi Muslimen

Seit dem 8. November versuchen etwa 1500 Mitglieder der pakistanischen Bewegung Tehreek-e-Labaik mit den Blockaden der wichtigsten Straßen von Islamabad, die Amtsenthebung von Justizminister Zahid Hamid zu erreichen. Sie werfen ihm Gotteslästerung vor.

Im September war ein Formular, das Kandidaten für eine Parlamentswahl unterschreiben müssen, überarbeitet worden. Ein Glaubensbekenntnis zu Mohammed war in dem Papier leicht abgeschwächt worden, zu sehr allerdings für die einflussreichen islamistischen Hardliner in Pakistan.

Der Zorn der Islamisten hatte sich an dem Ersatz des Wortes „Eid“ durch „Erklärung“ entzündet. Darin sehen sie eine Unterminierung der Rolle des Islam in Pakistan. Der neue Wortlaut, der den Schwur auch für Nicht-Muslime möglich machen soll, wird von Extremisten als Beleidigung für den Islam aufgefasst.

Nach ihrer Meinung wurde der Eid zugunsten einer umstrittenen religiösen Minderheit – der Ahmadi – abgeändert. Ahmadis sind eine islamische Sondergemeinschaft, die in Pakistan (auch Saudia-Arabien) nicht als Muslime anerkannt werden. (In Europa vertreten sie oft den Islam). Die Änderung der Eidesformel war schnell wieder zurückgezogen worden. Das stoppte die Demonstranten allerdings nicht. Tote wegen Ahmadi Muslimen weiterlesen

Mohammed im göttlichen Status

Update: „In Pakistan ist das Todesurteil gegen die Christin Asia Bibi wegen Gotteslästerung aufgehoben worden. Der Oberste Gerichtshof des Landes sprach die Frau, deren Fall international für Aufsehen gesorgt hatte, am Mittwoch 31.10.2018 frei. „Sie wurde von allen Vorwürfen freigesprochen“, sagte Richter Saqib Nisar.“

Mehr als 3.000 muslimische Demonstranten haben in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad erneut die Hinrichtung der Katholikin Asia Bibi (Multan) gefordert.

Was sie angeblich gesagt haben soll, ist keine Aussage über Gott sondern über Mohammed. Da es als Gotteslästerung bezeichnet wird, erreicht Mohammed göttlichen Status.

Sie war 2010 wegen angeblicher Blasphemie zum Tode verurteilt worden, weil die Mutter von fünf Kindern als „Ungläubige“ durch Berührung eines Gefäßes das Wasser für muslimische Feldarbeiterinnen unrein gemacht haben soll. Der vorgeworfenen Tat soll ein Streit zwischen muslimischen Arbeiterinnen auf der Farm in Ittanwali und Asia Bibi vorausgegangen sein. Demnach habe Bibi für die Gruppe Wasser geholt und sei daraufhin aufgefordert worden, sich zum Islam zu bekennen, da die anderen Frauen einwandten, das Wasser sonst nicht trinken zu können. Infolgedessen sei eine Diskussion zwischen den Anwesenden entbrannt. Die Schilderungen aller Beteiligten stimmen bis zu diesem Punkt überein. Nach Aussage der Frauen soll Asia Bibi dann behauptet haben, dass Jesus Christus und nicht Mohammed der wahre Prophet Gottes sei, was sie abstreitet.

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Nachfahre von Mohammed: Jesus hat mich gerettet

Der Pakistaner Ali Hasnain (25) ist überzeugt: Jesus hat ihn nach einem Angriff durch radikale Muslime vor dem Tod gerettet. Nach Angaben des Internetportals Christian Post (Washington) gehört Hasnain – der Name wurde aus Sicherheitsgründen geändert – zu einer muslimischen Familie, deren Stammbaum bis zum Propheten Mohammed zurückreicht. Das Nachfahre von Mohammed: Jesus hat mich gerettet weiterlesen

In Afghanistan und Pakistan vergeht kaum ein Tag ohne Anschlag im Krieg der innermuslimischen Ideologien

Kaum ein Tag vergeht in Pakistan, an dem die Taliban nicht mit einem Anschlag für Aufsehen sorgen. Studien zufolge hat die Zahl der Selbstmordanschläge in Pakistan im Jahr 2013 um 20 Prozent zugenommen.

Auch im Nachbarland Afghanistan erreicht die Gewalt einen neuen Höhepunkt. Die Nato will aus Afghanistan abziehen, die gesamte Region steht vor einem Wandel – nur in welche Richtung ist noch unklar. Sowohl in Afghanistan als auch in Pakistan gab es immer wieder Signale, man wolle mit den Taliban verhandeln, sie in künftige Machtstrukturen einbinden. Schließlich könne man nicht alle Menschen mit extremistischen Ansichten töten.

In einer zynischen Geste erklärte Taliban-Sprecher Shahid, man sei In Afghanistan und Pakistan vergeht kaum ein Tag ohne Anschlag im Krieg der innermuslimischen Ideologien weiterlesen

Imame verteufeln die Impfkampagnen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Versuch des Westens, Muslime mit Aids zu infizieren und ihre Töchter zu sterilisieren

Seitdem der US-Geheimdienst 2011 eine Impfaktion im pakistanischen Abbottabad inszenierte, um an DNA-Proben von Osama bin Ladens Kindern heranzukommen, hat sich die Lage verschärft. Im muslimischen Norden Nigerias und den von Paschtunen kontrollierten Gebieten Pakistans und Afghanistans werden regelmäßig Impfaktivisten ermordet. Weil sie mit Kreide an den Häusern die Zahl der Geimpften festhielten, wurde den WHO-Mitarbeitern sogar unterstellt, Ziele für die gefürchteten Drohnenangriffe der USA zu markieren.

Mehrere Stammesführer, die mit den Impfkampagnen kooperierten, wurden von Taliban getötet. Inzwischen wagen sich WHO-Vertreter kaum noch in das Paschtunengebiet. Wie die Impfkampagnen nach dem Rückzug der Nato aus Afghanistan fortgeführt werden sollen, ist unklar.

An Masern sterben fast 160 000 Menschen im Jahr, die meisten davon Kleinkinder in Entwicklungsländern – obwohl es seit vier Jahrzehnten einen Impfstoff gibt.

Die Epizentren der Masernpandemie sind in Pakistan, Afghanistan und Nigeria, und auch die Kinderlähmung ist in diesen Ländern immer noch außer Kontrolle. Dabei sind uns die Seuchen der Entwicklungsländer näher, als man vermuten möchte. In Mitteleuropa werden Masernausbrüche mittlerweile häufig durch importierte Virusstämme ausgelöst.

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Junge pakistanische Frau zu Tode gesteinigt wegen dem Besitz eines Mobiltelefons

Arifa, eine Mutter von zwei Kindern, wurde auf Befehl eines pakistanischen Landgerichtes, wegen dem Besitz eines Handys, zu Tode gesteinigt. Die Steinigung wurde am 11. Juli im Bezirk Dera Ghazi Khan in der Provinz Punjab ausgeführt. Ihr eigener Onkel soll sie angezeigt haben und Verwandte hätten sich an der Tötung mitbeteiligt. Sie wurde ohne offizielle Benachrichtungen vergraben. Der Mann ist unbekannt. Die Polizei hat niemanden verhaftet.

Der Vorfall zeigt wie stark die patriarchalische Gesellschaft in Pakistan ist und wie eine Rechtsstaatlichkeit fehlt. Frauen sind oft Opfer dieser illegalen Justiz. Wie kann es dazu kommen, dass der Besitz eines Mobiltelefons ein schlimmeres Verbrechen ist, als Mord, Bombenanschläge und Vergewaltigung?

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Wegen SMS lebenslang ins Gefängnis – ihm droht Todesstrafe

Weil er Textnachrichten verschickt hatte, in denen der Prophet Mohammed beleidigt wurde, muss ein 21-jähriger Pakistaner hinter Gitter. Er wurde zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.

Der heute 21-jährige Christ war bereits vor zwei Jahren festgenommen worden, weil er Textnachrichten an muslimische Geistliche verschickt haben soll, in denen er den Prophet Mohammed beleidigte. Der junge Mann wurde nun zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe und zu einer Geldstrafe in Höhe von etwa 1.560 Euro verurteilt.

Damit sei der Christ noch mit einer milden Strafe davongekommen. Gotteslästerung wird in Pakistan üblicherweise mit dem Tode bestraft. Der Staatsanwalt teilte mit, dass er Revision einlegen wolle, um ein Todesurteil zu erreichen.

Das Blasphemiegesetzt ist in den 1980er Jahren in Pakistan eingeführt worden. Häufig wird das Gesetz nach persönlichem Nutzen verwendet und die Opfer sind meist arme und unterdrückte Menschen. In über 90 Prozent der Fälle, in denen das Gesetz angewendet wird, geschieht dies missbräuchlich und trifft Unschuldige. Manchmal werden sogar Kinder wegen Blasphemie angeklagt.

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