Schlagwort-Archive: Israel

Iraner sind nicht unsere Feinde

Israels Staatspräsident Shimon Peres hat sich nach der Einigung bei den Atomgesprächen mit dem Iran in Genf versöhnlich geäußert. „Ich möchte dem iranischen Volk sagen: Ihr seid nicht unsere Feinde und wir nicht eure„, sagte Peres nach Angaben seines Büros am Sonntag. Es sei möglich, den Atomstreit mit diplomatischen Mitteln zu lösen. „Es ist in euren Händen.“ Teheran müsse Terrorismus verurteilen und sein Atomprogramm stoppen. Wenn eine diplomatische Lösung jedoch scheitern sollte, „wird die atomare Option mit anderen Mitteln verhindert“, sagte Peres. „Die Alternative ist viel schlimmer.“

Zuvor hatte das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu von einem „schlechten Abkommen“ gesprochen. Außenminister Avigdor Lieberman sagte der israelischen Nachrichtenseite Ynet, es handele sich um „den größten diplomatischen Sieg des Irans in den letzten Jahren“. Es sei klar, dass die Vereinbarung es Teheran erlaube, weiter Uran anzureichern. Dies werde das Wettrüsten in der Region anheizen.

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Israel-Reisende sollten Polio-Schutz haben

Vor Aufenthalten in Israel, im Westjordanland oder im Gazastreifen sollten Reisende ihren Impfschutz überprüfen. Liegt die Polio-Impfung mehr als zehn Jahre zurück, sollte sie aufgefrischt werden, rät das CRM Centrum für Reisemedizin in einer Mitteilung.

Poliowildviren des Serotyps 1 wurden im April 2013 zuerst in der Stadt Rahat im Abwasser gefunden. Inzwischen konnten die Erreger anhand von 91 Abwasserproben an 27 verschiedenen Stellen in Israel nachgewiesen werden, darunter Israel-Reisende sollten Polio-Schutz haben weiterlesen

5000 Palästinenser erhalten Arbeitserlaubnis für Israel

Israel will einige Beschränkungen für den Gazastreifen und das Westjordanland aufheben. 5000 Palästinensern werde eine neue Arbeitserlaubnis für Israel erteilt, kündigte der israelische Minister für internationale Beziehungen, Juval Steinitz an. Auch die Öffnungszeit der Allenby-Brücke zwischen dem Westjordanland und Jordanien solle verlängert werden. Auch soll der Import bestimmter Baumaterialien in den Gazastreifen erlaubt werden.

Sukkot 2013 Beginn 18. September

Sukkot – Das Laubhüttenfest

Als letztes der drei Wallfahrtsfeste (2. Mose 23,14-17) feiert Israel Sukkot, das Fest der Laubhütten (Beginn 2013: Mittwochabend 18. September). Nach 3. Mose 23,33 ff. wird es acht Tage lang gefeiert. Sukkot beginnt am 15.Tag des siebten Monats Tischri, nur … Weiterlesen


Andere Feste in Israel:

Kreuzerhöhung / Exaltation of the Holy Cross

2013: 14. September / 27. September / 29. September / 13. Oktober / 10. November

Das Fest der Kreuzerhöhung erinnert an die Legende, dass die Kaiserin Helena zur Zeit vom Bau der Grabeskirche in Jerusalem durch Konstantin, ein Stück vom … Weiterlesen

Jom Kippur – Der Versöhnungstag

Wie alle Tage im jüdischen Kalender beginnt der Versöhnungstag am Vorabend des eigentlichen Feiertages, des 10. Tischri (2013: 14. September). Er bezieht sich nicht auf historische Ereignisse oder Gegebenheiten wie Saat und Ernte, sondern allein auf das Verhältnis des Menschen … Weiterlesen

Jüdische Feste:
Rosch HaSchana – Jüdisches Neujahr
Fasten des Gedalja
Jom Kippur – Der Versöhnungstag
Sukkot – Das Laubhüttenfest
Chanukka – Das jüdische Lichterfest
Tu BiSchwat – Das Neujahrsfest der Bäume
Purim – Ende des Antisemitismus – Überwindung vom Fremdartigen
Pessach / Passah – Die Befreiung
Tischa BeAw – Tröstet mein Volk
Unzählbare Feste doch nur drei gesetzliche Feiertage in Israel

Giftgasattacke gegen Israel geplant?

Die gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad kämpfenden Extremisten planen laut einem unbestätigten Fernsehbericht eine Giftgasattacke gegen Israel von dem von Assad kontrollierten Territorium Syriens aus.

Es handele sich um eine groß angelegte (verbale?) Provokation, berichtete der englischsprachige TV-Sender Russia Today am Montag unter Berufung auf nicht genannte „eigene Quellen“. Ziel sei, den Westen zu einem schnellstmöglichen Militärschlag gegen Assad zu bewegen.

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Während die Palästinenser mit den Israelis am Verhandlungstisch sitzen und über Frieden reden, rufen die Al-Aksa-Märtyrerbrigaden zu Terroranschlägen gegen Israel auf

Diese Terrorgruppe steht der Fatah-Partei von Palästinenserpräsident Abbas nahe. In einem Flugblatt, das am Dienstag im Gazastreifen verteilt wurde, werden Angriffe auf den zionistischen Feind gefordert, die am Freitag starten sollen.

Am Freitagabend beginnt Yom Kippur, der höchste jüdische Feiertag, den die Juden überwiegend in den Synagogen verbringen. Die islamistischen Fanatiker begründen ihren Terroraufruf mit der angeblichen „Judaisierung und Teilung“ der al Aksa-Moschee auf dem Jerusalemer Tempelberg.

Die Terroristen fordern einen „Volksaufstand“ und haben zu Konfrontationen mit israelischen Soldaten an den Kontrollstellen zwischen Israel und den Palästinensergebieten aufgerufen. Fatah-Sprecher Ahmed Assaf unterstrich den alleinigen Anspruch der Palästinenser auf den Tempelberg. Dort stand einst die heiligste Stätte des Judentums, heute wird das Areal vom muslimischen Felsendom und der al Aksa-Moschee dominiert. Juden dürfen das Gelände zeitweise betreten, aber dort nicht beten.

Die israelische Fluggesellschaft El Al befürchtet Raketenangriffe auf dem Sinai. Sie hat alle Flüge von Tel Aviv nach Eilat am Roten Meer, die tagsüber stattfinden sollten, gestrichen. Die Anflugrouten sollen künftig geändert werden, so dass israelische Flugzeuge beim Landeanflug nicht mehr bis an die ägyptischen Grenze fliegen müssen.

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Wasser aus dem Roten Meer soll das Tote Meer vor der Austrocknung bewahren

Doch das jordanische Megaprojekt ist umstritten. Das salzhaltigste Gewässer der Welt droht bis 2050 zu versiegen. Jedes Jahr sinkt der Wasserspiegel im Toten Meer im Schnitt um einen Meter. Ein jordanisches Millionenprojekt soll nun das Binnenmeer vor der Austrocknung retten – mit Wasser aus dem Roten Meer. Gleichzeitig könnten Jordanien, Israel und die Palästinensergebiete mit zuvor entsalztem Wasser aus dem Toten Meer versorgt werden. Doch Umweltschützer fürchten um das einzigartige Ökosystem am tiefstgelegenen Gewässer der Erde.

„Während das salzhaltige Wasser in das Tote Meer geht, wird das entsalzte Wasser nach Süden in die jordanische Stadt Akaba gepumpt“, erläuterte Jordaniens Ministerpräsident Abdullah Nsur. 100 Millionen Kubikmeter Wasser soll das 980 Millionen Dollar (740 Millionen Euro) teure Projekt jedes Jahr fördern.

Das Königreich Jordanien dürstet nach Wasser, mehr als 90 Prozent des Landes sind Wüste. Der Süßwasser-Bedarf der Jordanier und ihrer Nachbarn ist indes auch eine der Ursachen, warum das Tote Meer schwindet. Seit den 1960er-Jahren zweigen Jordanien, Israel und Syrien Wasser aus dem Jordan ab – dem Hauptzufluss des Toten Meeres. Darüber hinaus ziehen Israel und Jordanien wertvolle Mineralien aus dem Wasser des Toten Meeres. Die dafür benutzten Verdunstungsteiche haben das Problem weiter verschärft.

Ursprünglich hatte Jordanien mit Israelis und Palästinensern eine gemeinsame Initiative vereinbart, die den Bau einer Pipeline zwischen beiden Meeren vorsah. Wegen der hohen Kosten von elf Milliarden Dollar (acht Milliarden Euro) habe sich die jordanische Regierung aber für die billigere Variante entschieden, erklärte Wasserminister Hasem Nasser nun.

Doch Umweltschützer schlagen Alarm. Sie befürchten, dass sich durch die Vermischung des Wassers aus beiden Meeren Gipskristalle bilden könnten. Zudem würden Rotalgenblüten ins Tote Meer gelangen.

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Neue Töne aus Teheran

Der iranische Präsident Hassan Ruhani hat in einer ungewöhnlichen Botschaft allen Juden zum Neujahrsfest seine besten Wünsche ausgesprochen. „Während die Sonne hier in Teheran untergeht, wünsche ich allen Juden, besonders den iranischen Juden, ein gesegnetes Rosch Haschana“, stand in Ruhanis englischsprachigem Twitter-Account.

Dass Ruhani ausdrücklich „alle Juden“ erwähnte, stellt einen deutlichen Wandel im Vergleich zu seinem Vorgänger Mahmud Ahmadinedschad dar. Der hatte Israel als „Krebsgeschwür“ bezeichnet und gefordert, der jüdische Staat müsse von der Landkarte „ausradiert“ werden.

Das jüdische Neujahrsfest Rosch Haschana (Kopf des Jahres) wird an den ersten zwei Tagen des Monats Tischri im jüdischen Kalender gefeiert, 2013 am 5. und 6. September. Für Juden beginnen damit das Jahr 5774.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte am Samstag: «Ich bin nicht beeindruckt von Wünschen eines Regimes, das in der vergangenen Woche noch gedroht hatte, Israel zu zerstören»,. Das iranische Regime werde nur an seinen Taten gemessen, nicht an seinen Wünschen.

Irans Aussenminister Dschawad Sarif hatte am Freitag in Wünschen zum jüdischen Neujahrsfest den Holocaust als «Massaker an den Juden» verurteilt.

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Schweigen aus Israel zur Syrien-Krise

Auch bei der wöchentlichen Kabinettssitzung in Jerusalem hat der israelische Regierungschef die abwartende Haltung des US-Präsidenten Barack Obama in der Syrien-Krise nicht kommentiert.

Viele Israelis sehen Obamas Zurückhaltung kritisch. Ein Bürger aus Jerusalem erklärt: “Bisher hatte ich immer gedacht, dass Obama entschlossen handeln wird und seinen Versprechen Taten folgen lässt. Aber da das anscheinend nicht passieren wird, denke ich, sollte Israel das Problem Syrien alleine angehen. Auf jeden Fall wird Israel früher oder später handeln müssen, ob gemeinsam mit den USA oder nicht.”

Dass Obama die Entscheidung über einen Militärschlag gegen Syrien dem US-Kongress überlassen will, stößt in Israel auf Unverständnis. Das Land bereitet sich bereits militärisch auf mögliche Raketenangriffe aus dem Nachbarland Syrien vor.

Das israelische Militär hat ein Raketenabwehrsystem am Stadtrand von Jerusalem in Stellung gebracht. Die Nachrichtenagentur AP machte am Sonntag Videoaufnahmen von der Raketen-Batterie des Systems „Iron Dome“.

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Israel fliegt letzte Juden aus Äthiopien ein

Letzte Luftbrücke nach Israel: Die restlichen noch in Äthiopien verbliebenen Juden sollen den Boden des Heiligen Landes am Mittwoch betreten. Rund 450 Einwanderer werden dann in zwei Flugzeugen in ihre neue Heimat Israel gebracht. Damit endet die Operation „Kanfei Jona (Taubenflügel)“, der letzte große Einsatz, mit dem Israel Nachfahren des „verlorenen Stamms“ aus Afrika heimholen will.

Das Drama der äthiopischen Juden ist eine uralte und dennoch fast vergessene Geschichte. In ihrem afrikanischen Geburtsland selbst werden sie von der größtenteils orthodoxen Bevölkerung diskriminiert und beschimpft. Dabei leben sie seit über 2500 Jahren rund um die historische Stadt Gondar im Norden des Landes. „Falascha“ werden die schwarzen Juden in der Landessprache Amharisch genannt – das bedeutet soviel wie Wanderer oder Exilierte.

Tatsächlich sind sie entwurzelt und heimatlos, seit das Christentum im vierten Jahrhundert zur Staatsreligion ernannt wurde. Weil sich viele weigerten, den Glauben zu wechseln, wurde ihr Land einfach konfisziert. Im 18. und 19. Jahrhundert wurden viele Falascha gezwungen, zu konvertieren. Sie hielten aber an ihren Riten fest und kehrten später zum Judentum zurück, wodurch sich im Laufe der Zeit am Horn von Afrika eine ganz eigene Tradition dieser Religion entwickelte.

„Für viele äthiopische Juden ist Israel heute nicht mehr das gelobte Land, da sie unter Rassismus, Verarmung und Diskriminierung leide“, kritisierte der Afrikareferent der Gesellschaft für bedrohte Völker, Ulrich Delius. Aber es gibt auch Beispiele für eine erfolgreiche Integration. Zum ersten Mal wurde in diesem Jahr eine Äthiopierin zu Israels Schönheitskönigin gewählt. Yityish Aynaw sagt, sie habe nie Rassismus am eigenen Leib erfahren.

Der Ursprung der äthiopischen Juden bleibt derweil unklar. Manche glauben, sie seien direkte Nachfahren von König Salomon und der Königin von Saba. Israelische Rabbiner sehen sie als Nachfahren des verlorenen jüdischen Stamms Dan an. Sicher scheint: Das Volk der Falascha ist bis heute höchst geheimnisumwittert – und bleibt eine benachteiligte Minderheit.

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Wie wahrscheinlich ist es, dass Syrien Israel nach einem US-Militärschlag angreift?

Der israelische Syrien-Experte Eyal Zisser sieht im Falle eines US-Angriffs auf Syrien nur wenig Grund zur Sorge für Israel.

Das Letzte, was Assad jetzt braucht, während er sich mit den Rebellen einen Kampf auf Leben und Tod liefert, ist ein Krieg mit Israel. Der US-Angriff wird begrenzt sein. Es ist in Assads Interesse, der Attacke standzuhalten und dann weiter gegen die Rebellen zu kämpfen. Ein Krieg mit den USA und Israel wäre sein Ende.

Auch die Hisbollah hat überhaupt kein Interesse, in einen Krieg mit Israel verwickelt zu werden. Sie kämpft schon an der Seite Assads.

Assad hat noch Raketen. Man kann nicht versprechen, dass er sie nicht einsetzen wird. Israel kann diese Raketen abfangen, aber es gibt keine hundertprozentige Abwehrfähigkeit, die eine oder andere Rakete kann immer durchrutschen.

Israel hat kein Interesse, sich einzumischen.

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Hier ist alles anders

Mit „hier“ meint die junge Frau allerdings keine Party, obwohl es arg danach aussieht. Vielmehr geht es um eine Art alljährliches Klassentreffen der Elite der israelischen Hightechbranche. Etwa 250 Manager und Hacker, Studenten, Gründer und Professoren bevölkern dann zwei Tage lang ein Hotel in Nazareth. Vordergründig ist das Programm der Kinnernet genannten Veranstaltung eine Mischung aus Kunst und Quatsch. Tatsächlich lässt sich dort aber lernen, was junge Unternehmen in Israel so erfolgreich macht und warum es so viele gibt: Bei knapp acht Millionen Einwohnern sind es etwa 4.000 Unternehmensneugründungen aus dem Bereich Informationstechnik (IT) – nur in den USA ist die Quote höher.

Schon am Eingang wird klar: Das ist keine gewöhnliche Konferenz. Der Zeitplan an der Hotelwand ist leer. Niemand scheint eine Ahnung zu haben, was auf ihn zukommt. Nach und nach füllen sich die Spalten: mit Vorträgen über „Hightechgerechtigkeit“ und psychologische Experimente, über Katzenfotos im Netz und darüber, wie man es schafft, auch ohne eigenes Start-up glücklich zu sein. Wie ein Onlineforum besteht die Konferenz ausschließlich aus Inhalten, die Teilnehmer selbst beisteuern. Wer keinen obskuren Vortrag hält, präsentiert zumindest eine bizarre Erfindung.

Der Erfinder des Spektakels heißt Yossi Vardi. Der Mann ist so etwas wie der Übervater der israelischen Hochtechnologieszene. Vor Jahren investierte er als Erster in das Kurznachrichtenprogramm ICQ. Kurze Zeit später hat AOL es gekauft – für 400 Millionen Dollar. Heute unterstützt Vardi Gründungen im ganzen Land. Und von denen gibt es viele: Etwa 600 IT-Firmen wurden allein im vergangenen Jahr gegründet. Einer internationalen Studie zufolge, die der spanische Mobilfunkkonzern Telefónica unterstützt hat, ist Tel Aviv nach dem Silicon Valley weltweit der zweitbeste Standort für junge Internetunternehmen.

Das Erfolgsgeheimnis der Israelis, so Vardi, sei aber nicht nur technisches Know-how. Was die israelische Hochtechnologie-Industrie zu einer der besten der Welt mache, sei Kreativität. Um diese geheime Zutat zu kultivieren, lädt Vardi zu Treffen wie Kinnernet. Im geschützten Raum dieser Veranstaltungen gibt es nur eine Regel: Man darf keine Angst haben, sich lächerlich zu machen. „Es geht darum, verrückt zu sein„, sagt Vardi. Nur so entstünden Geistesblitze. Jede Darbietung, und sei sie auch noch so bizarr, wird bei Kinnernet beklatscht – sie könnte sich ja als the next big thing erweisen. „Feiert die Ideen, auch wenn sie es vielleicht nicht wert sind“, ruft Vardi der Menge denn auch zu.

Wie ernst der Gründerguru dieses Mantra nimmt, hat Erez Naveh erlebt. Vor einigen Jahren saß der heute 33-Jährige in Vardis Wohnzimmer, um ihn als Investor zu gewinnen. Zusammen mit Freunden hatte Naveh eine Webseite für Onlinespiele gegründet und wollte sie nun ausbauen. Naveh hatte eine PowerPoint-Präsentation vorbereitet, wollte Vardi mit Zahlen überzeugen. Doch den interessierte das nicht. „Stattdessen fragte er, was wir in unserer Freizeit machen“, erinnert sich Naveh.

Die meisten Teilnehmer tragen kurze Hosen und Flipflops, balancieren Plastikbecher mit Bier, halten Momente auf Handybildern fest. Doch unter den Lektoren, den verrückten Erfindern, all den Gästen, die nur mit persönlicher Einladung Vardis zu dem exklusiven Geheimtreffen kommen dürfen, sind auch einige der wichtigsten Köpfe der Branche. Mitarbeiter etablierter Hightechkonzerne nehmen an Kinnernet teil, Microsoft und Google sponsern die Veranstaltung. „Der Wert dieses Events ist nicht zu überschätzen“, sagt ein Manager des Suchmaschinenkonzerns. „Auf Konferenzen führst du normalerweise immer dieselben Gespräche. Aber hier – hier ist alles anders.“

Das liegt auch an den geladenen Persönlichkeiten, die recht unterschiedliche Hobbys mit Leidenschaft betreiben. Ein IT-Student etwa ist gleichzeitig Weltmeister im Fliegen von ferngesteuerten Hubschraubern. Ein Professor der Biochemie schreibt nebenbei Kinderbücher. Ein Google-Manager spielt bei einem Jazzkonzert auf der Bühne Klavier, mit Erez Naveh am Schlagzeug.

Wer bei welchem Unternehmen arbeitet, lässt sich allerdings nur erraten. Auf den Namensschildern fehlt die Stellenbezeichnung, Visitenkarten sind streng verboten. Derlei Egalität ist bezeichnend für die israelische Szene, und sie wurzelt im Militärdienst, den sowohl Männer als auch Frauen durchlaufen. Statt blinden Gehorsams lernten die Soldaten dort, in jungem Alter Verantwortung zu übernehmen und Kritik zu üben – auch an Kommandeuren.

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Ban Ki-moon contra Binyamin Netanyahu

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen Ban Ki-moon hat sich am Freitag in Jerusalem mit Ministerpräsident Binyamin Netanyahu getroffen.

Binyamin Netanyahu sagte zu Beginn des Treffens: „Herr Generalsekretär, ich weiß, dass Sie wie ich auf einen erfolgreichen Verlauf des Friedensprozesses hoffen. Sie wissen auch, dass es derzeit das Wichtigste ist, die beteiligten Seiten auf den Frieden einzustimmen. Darum bin ich sicher, dass Sie dem Missbrauch der UNRWA-Camps in Gaza nachgehen, die vorgeblich Friedens-Camps sind, in denen aber palästinensischen Kindern Hass gegen Israel eingeimpft wird. Es ist schwer, die nächste Generation für den Frieden vorzubereiten, wenn Kindern beigebracht wird, dass Juden von Schweinen und Affen abstammen und dass der jüdische Staat kein Existenzrecht hat. Ich vertraue darauf, dass Sie diesen Missbrauch der Ziele und Grundlagen der Vereinten Nationen beenden werden.”

Was die Veränderungen in der arabischen Welt angehe, wünsche Israel diesen Ländern Stabilität, Frieden, Wohlstand und gute Beziehungen zu anderen Nationen – einschließlich Israels. Was den israelisch-palästinensischen Konflikt angehe, sei das Kernproblem die fehlende Anerkennung Israels und nicht, wie oft behauptet würde, die israelischen Siedlungen.

„Der Konflikt begann noch vor der Errichtung einer einzigen Siedlung und nachdem wir alle Siedlungen in Gaza geräumt haben, gingen die Angriffe dennoch weiter. Ich denke, es ist wichtig zu verstehen, dass die neuen Wohnungen, die wir in Gilo oder Ramot oder anderen jüdischen Vierteln Jerusalems bauen, Teil einer zukünftigen Friedenslandkarte Israels sein werden – das ist allen Beteiligten, auch der palästinensischen Verhandlungsgruppe klar. Die eigentliche Frage ist, wie ein demilitarisierter palästinensischer Staat dazu gebracht werden kann, den einen jüdischen Staat anzuerkennen.“

Generalsekretär Ban Ki-moon bedanke sich für die Gastfreundschaft und sagte seinerseits: „Ich denke, dass Herr Ministerpräsident Netanyahu erkennt: solange es keinen Frieden mit den nächsten Nachbarn, den Palästinensern, gibt, wird Israel nie sein ganzes inneres und äußeres Potential umsetzen können. Der Ministerpräsident weiß, dass die Besatzung palästinensischen Lands keine langfristige Lösung für die Herausforderungen Israels in der Region darstellt. Ich bin hier, um alle politischen Führer zu drängen, dem Weg des Friedens weiter zu folgen.

Während seines Treffens mit israelischen Studenten am Nachmittag beantwortete der Generalsekretär die Frage eines Studenten zur Diskriminierung Israels innerhalb der UN. Ban räumte ein, dass es eine unausgewogene Haltung gegenüber Israel und seiner Regierung gebe – dies sei eine „unglückliche Situation“.

(Auszug aus dem Mail der israelischen Botschaft Berlin)

ELAL dreht um und zeigt Herz für krebskrankes Kind

Normalerweise ärgern sich die Passagiere grün und blau, wenn ein Flugzeug an seinen Ursprungsort zurückfliegen muss. Nicht so im Fall des Fluges 007 der El Al nach New York.

Eigentlich wollte die elfjährige Inbar Chomsky ganz regulär an Bord der Maschine mitfliegen. In einer Gruppe sollte das Mädchen in die USA gehen, um dort ein Camp für krebskranke Kinder zu besuchen.

Doch als die Betreuerin alle Pässe der Kinder einsammelte, merkte sie, dass derjenige von Inbar fehlte. 25 Minuten lang suchten alle Beteiligten fieberhaft nach dem Reisedokument. Doch als der Pass nicht auftauchte, blieb der Crew nichts anderes übrig, als Inbar aus Sicherheitsgründen wieder aus dem Flugzeug zu bringen.

Als das Flugzeug einige Minuten in der Luft war, fand ein Mädchen Inbars Pass in ihrem Rucksack. Der Pilot zögerte nicht lange – er flog zurück zum Flughafen, um Inbar doch noch nach New York mitzunehmen.

Als das Mädchen endlich ins Flugzeug steigen durfte, wurde sie von den übrigen Passagieren mit frenetischem Applaus und Freudentränen empfangen.

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80 Prozent der Israelis gehen laut Umfragen nicht davon aus, dass die aktuellen Verhandlungen erfolgreich sein werden

Dies gemäss einer Meinungsumfrage der regierungsnahen Zeitung „Israel Hajom“.

77,5 Prozent der Teilnehmer waren gegen die Freilassung palästinensischer Häftlinge als Geste an die Autonomiebehörde.

Knapp 63 Prozent hätten einen Stopp des Siedlungsbaus in den Palästinensergebieten bevorzugt.

Einer anderen Umfrage zufolge, die in der Zeitung „Maariv“ veröffentlicht wurde, sind 53 Prozent der Israelis allerdings gegen eine Räumung der von Israel besetzten Palästinensergebiete.

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