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Die Gefahr der Sozialmedien

1.  Ich bin nicht mehr wer ich bin, sondern wie ich mich darstelle. Wir kleistern ständig an unseren Masken.

2.  Das Ego wird völlig überbewertet. Muss wirklich jeder wissen, was ich gerade mache oder denke? Momente des Rückzugs und der Entspannung gehen verloren.

3. Wissen wird oberflächlich. Kaum jemand nimmt sich noch die Zeit, etwas genauer durchzudenken oder zu reflektieren. Ein Wissensstress stellt sich ein. Man will die Schlagzeile vor den anderen wissen. Viele sind nicht mehr fähig, aufbauende Gedankengänge zu erfassen.

4. Die Werte verflachen. Wichtig ist nicht mehr das Fachwissen, sondern die Masse, die gedankenlos repetiert und zustimmt. Irgendwelche Behauptungen können als Fakten erscheinen, auch wenn das Gegenteil fakt ist. Was alle mögen (liken) ist richtig und was man nicht mag ist falsch. Wie man sich fühlt ist wichtiger, als was ist.

5. Der respektvolle Umgang verschwindet. Filterlos wird Die Gefahr der Sozialmedien weiterlesen

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IRAN – Keine Online-Chats ausserhalb der Familie

Das Online-Chatten zwischen Männern und Frauen, die nicht durch Blutsverwandtschaft oder Heirat miteinander verbunden sind, ist in Iran ab sofort verboten. Das befand laut iranischen Medienberichten Ayatollah Ali Khameinei, der oberste religiöse Führer der Islamischen Republik.

«Angesicht der damit oft verbundenen Unmoral ist es nicht gestattet», schrieb der Ayatollah auf seiner Website. – Seit den kontroversen iranischen Präsidentschaftswahlen von 2009 und anschließenden sozialen Protesten haben die Teheraner Behörden den Zugang zu sozialen Netzwerken, einschließlich Facebook und Twitter, aus Angst vor künftigen Unruhen stark eingeschränkt.

Nicht alle iranischen Offiziellen sind einverstanden mit den Einschränkungen für soziale Medien. Präsident Rohani, dessen Twitter-Account eine Gefolgschaft von 163’000 Menschen hat, verpflichtete sich unlängst laut einem Bericht von El Arabyia News, die «Polizeimethoden» gegen das Privatleben von Bürgern zu erleichtern.

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Hier ist alles anders

Mit „hier“ meint die junge Frau allerdings keine Party, obwohl es arg danach aussieht. Vielmehr geht es um eine Art alljährliches Klassentreffen der Elite der israelischen Hightechbranche. Etwa 250 Manager und Hacker, Studenten, Gründer und Professoren bevölkern dann zwei Tage lang ein Hotel in Nazareth. Vordergründig ist das Programm der Kinnernet genannten Veranstaltung eine Mischung aus Kunst und Quatsch. Tatsächlich lässt sich dort aber lernen, was junge Unternehmen in Israel so erfolgreich macht und warum es so viele gibt: Bei knapp acht Millionen Einwohnern sind es etwa 4.000 Unternehmensneugründungen aus dem Bereich Informationstechnik (IT) – nur in den USA ist die Quote höher.

Schon am Eingang wird klar: Das ist keine gewöhnliche Konferenz. Der Zeitplan an der Hotelwand ist leer. Niemand scheint eine Ahnung zu haben, was auf ihn zukommt. Nach und nach füllen sich die Spalten: mit Vorträgen über „Hightechgerechtigkeit“ und psychologische Experimente, über Katzenfotos im Netz und darüber, wie man es schafft, auch ohne eigenes Start-up glücklich zu sein. Wie ein Onlineforum besteht die Konferenz ausschließlich aus Inhalten, die Teilnehmer selbst beisteuern. Wer keinen obskuren Vortrag hält, präsentiert zumindest eine bizarre Erfindung.

Der Erfinder des Spektakels heißt Yossi Vardi. Der Mann ist so etwas wie der Übervater der israelischen Hochtechnologieszene. Vor Jahren investierte er als Erster in das Kurznachrichtenprogramm ICQ. Kurze Zeit später hat AOL es gekauft – für 400 Millionen Dollar. Heute unterstützt Vardi Gründungen im ganzen Land. Und von denen gibt es viele: Etwa 600 IT-Firmen wurden allein im vergangenen Jahr gegründet. Einer internationalen Studie zufolge, die der spanische Mobilfunkkonzern Telefónica unterstützt hat, ist Tel Aviv nach dem Silicon Valley weltweit der zweitbeste Standort für junge Internetunternehmen.

Das Erfolgsgeheimnis der Israelis, so Vardi, sei aber nicht nur technisches Know-how. Was die israelische Hochtechnologie-Industrie zu einer der besten der Welt mache, sei Kreativität. Um diese geheime Zutat zu kultivieren, lädt Vardi zu Treffen wie Kinnernet. Im geschützten Raum dieser Veranstaltungen gibt es nur eine Regel: Man darf keine Angst haben, sich lächerlich zu machen. „Es geht darum, verrückt zu sein„, sagt Vardi. Nur so entstünden Geistesblitze. Jede Darbietung, und sei sie auch noch so bizarr, wird bei Kinnernet beklatscht – sie könnte sich ja als the next big thing erweisen. „Feiert die Ideen, auch wenn sie es vielleicht nicht wert sind“, ruft Vardi der Menge denn auch zu.

Wie ernst der Gründerguru dieses Mantra nimmt, hat Erez Naveh erlebt. Vor einigen Jahren saß der heute 33-Jährige in Vardis Wohnzimmer, um ihn als Investor zu gewinnen. Zusammen mit Freunden hatte Naveh eine Webseite für Onlinespiele gegründet und wollte sie nun ausbauen. Naveh hatte eine PowerPoint-Präsentation vorbereitet, wollte Vardi mit Zahlen überzeugen. Doch den interessierte das nicht. „Stattdessen fragte er, was wir in unserer Freizeit machen“, erinnert sich Naveh.

Die meisten Teilnehmer tragen kurze Hosen und Flipflops, balancieren Plastikbecher mit Bier, halten Momente auf Handybildern fest. Doch unter den Lektoren, den verrückten Erfindern, all den Gästen, die nur mit persönlicher Einladung Vardis zu dem exklusiven Geheimtreffen kommen dürfen, sind auch einige der wichtigsten Köpfe der Branche. Mitarbeiter etablierter Hightechkonzerne nehmen an Kinnernet teil, Microsoft und Google sponsern die Veranstaltung. „Der Wert dieses Events ist nicht zu überschätzen“, sagt ein Manager des Suchmaschinenkonzerns. „Auf Konferenzen führst du normalerweise immer dieselben Gespräche. Aber hier – hier ist alles anders.“

Das liegt auch an den geladenen Persönlichkeiten, die recht unterschiedliche Hobbys mit Leidenschaft betreiben. Ein IT-Student etwa ist gleichzeitig Weltmeister im Fliegen von ferngesteuerten Hubschraubern. Ein Professor der Biochemie schreibt nebenbei Kinderbücher. Ein Google-Manager spielt bei einem Jazzkonzert auf der Bühne Klavier, mit Erez Naveh am Schlagzeug.

Wer bei welchem Unternehmen arbeitet, lässt sich allerdings nur erraten. Auf den Namensschildern fehlt die Stellenbezeichnung, Visitenkarten sind streng verboten. Derlei Egalität ist bezeichnend für die israelische Szene, und sie wurzelt im Militärdienst, den sowohl Männer als auch Frauen durchlaufen. Statt blinden Gehorsams lernten die Soldaten dort, in jungem Alter Verantwortung zu übernehmen und Kritik zu üben – auch an Kommandeuren.

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