Tag der Deutschen Einheit und Tag der offenen Moschee

Der 3. Oktober ist als Tag der Deutschen Einheit ein gesetzlicher Feiertag. Als deutscher Nationalfeiertag, übrigens der einzige Feiertag nach Bundesrecht, erinnert dieses Datum seit dem Jahr 1990 an das „Wirksamwerden des Beitritts der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) zur Bundesrepublik Deutschland“.

2018 fordern die Migrantenverbänden auch einen „Tag der deutschen Vielfalt“, der die positiven Aspekte der Einwanderungsgesellschaft würdigt. „Es ist wichtig, dass die Wiedervereinigung jedes Jahr symbolisch gefeiert wird“, heißt es in einem Appell, den die Verbände am Mittwoch veröffentlichten. Auch die Einwanderungsgesellschaft brauche einen symbolischen Akt – als Anerkennung der gesellschaftlichen Vielfalt in Deutschland. Unterzeichnet haben den Appell unter anderen die Türkische Gemeinde in Deutschland, der Bundeszuwanderungs- und Integrationsrat, die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland, der Verband Deutsch-Syrischer Hilfsvereine und die Iranische Gemeinde.

Am 3. Oktober 1990 um null Uhr hörte die DDR als souveräner Staat auf zu existieren und trat der Bundesrepublik Deutschland bei.

Im Sommer 1990 spitzte sich die Lage in der DDR zu, die Regierung drohte von den Ereignissen überrollt zu werden. Die Wirtschaft stand nach der Einführung der D-Mark vor dem Kollaps, gleichzeitig siedelten nach wie vor hunderttausende DDR-Bürger in den Westen über. Gerüchte machten die Runde, Stasi, Armee und Volkspolizei würden putschen.

Aus Furcht, das Land könne im Chaos versinken, trat der DDR-Ministerpräsident die Offensive an und schlug am 3. August im Alleingang vor, den Beitritt der DDR wie die ersten gesamtdeutschen Bundestagswahlen auf den 14. Oktober vorzuziehen.

Der Zerfall der DDR war kaum mehr aufzuhalten. Und so einigten sich die Parteien in der Volkskammer in einer dramatischen Sitzung im August auf den 3. Oktober. Warum? Dieser Tag war der erstmögliche nach dem Abschluss der Zwei-plus-vier-Gespräche.

Während mit der Wiedervereinigung die geografische Grenze endgültig verschwunden sein mag, hinterlassen die Jahre der Teilung auch eine Generation später ihre Spuren. Noch immer bestehen in vielen Bereichen erhebliche Unterschiede zwischen Ost und West.

So verdienen Ostdeutsche nur rund drei Viertel des Durchschnittseinkommens von Westdeutschen. Auch arbeiten sie im Jahresdurchschnitt länger, weisen aber dennoch eine geringere Produktivität aus. Die fünf ostdeutschen Bundesländer haben seit der Wiedervereinigung massiv an Bevölkerung verloren. Gleichzeitig liegt der Westen in Sachen Kinderbetreuung und Erwerbsbeteiligung von Frauen noch weit unter dem Ostniveau. Angenähert hat man sich insbesondere in Bezug auf die Konsumgewohnheiten, die Lebenserwartung, die Bildungsabschlüsse oder die Kinderzahl.   mehr Informationen

Auch wenn es den Bundesbürgern noch längst nicht wirklich bewusst ist: Nach der Vereinigung von „BRD“ und „DDR“ ist Deutschland zum Amerika Europas geworden, zum Fluchtpunkt weltweiter Sehnsüchte, zum sicheren Hafen für Millionen Menschen. „Deutsche, ihr könnt stolz sein auf euer Land!“ Willy Brandt. Nach Deutschland geht man, um zu bleiben.

Von 1954 bis 1990 war der 17. Juni in der Bundesrepublik Deutschland zum Gedenken an den Volksaufstand 1953 in der DDR gesetzlicher Feiertag.

In der DDR war der 7. Oktober, der Tag der Staatsgründung im Jahr 1949 (Tag der Republik), bis zum 40-jährigen Jubiläum 1989 Nationalfeiertag.

Nach der Wende war ursprünglich der Tag des Mauerfalls von 1989, der 9. November, als Nationalfeiertag in der Diskussion. Wegen der Datumsgleichheit mit der Reichspogromnacht 1938 galt dieses Datum als ungeeignet.

Die Volkskammer erklärt den Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland gemäß Artikel 23 des Grundgesetzes mit der Wirkung vom 3. Oktober 1990. Dies wurde nun zum Tag der Deutschen Einheit. Dieser Feiertag ist der einzige nach Bundesrecht. Alle anderen Feiertage sind Ländersache.

Moscheen öffnen ihre Türen – 15.000 Besucher erwartet

Seit 1997 findet parallel zum Tag der Deutschen Einheit „Der Tag der Offenen Moschee“ statt. Der Zentralrat der Muslime rechnet damit, dass sich rund 700 der 1000 Moschee-Gemeinden deutschlandweit beteiligen. Jährlich wird von mehr als 100.000 Besuchern die Möglichkeit der Begegnung wahrgenommen werden. Mit diesen Tagen soll das Gegenüber nicht als der „Andere“ oder der „Fremde“ wahrgenommen werden, sondern als das „Wir“ in der Gesellschaft.

Die Mottos der vergangenen Jahre lauteten:
• 2007: „Moscheen – Brücken für eine gemeinsame Zukunft“
• 2008: „Moscheen – Orte der Besinnung und des Feierns“
• 2009: „Moscheen – Ein fester Teil der Gesellschaft. 60 Jahre Bundesrepublik und ihre Muslime“
• 2010: „Der Koran – 1400 Jahre, aktuell und mitten im Leben“
• 2011: „Muhammad – Prophet der Barmherzigkeit“
• 2012: „Islamische Kunst und Kultur“
• 2013: „Umweltschutz – Moscheen setzen sich ein“
• 2014: „Pflichten – Soziale Verantwortung“
• 2015: „Jugend – Junge Muslime in Deutschland“
• 2016: „Hidschra – Migration als Herausforderung und Chance“
• 2017: „Gute Nachbarschaft – Bessere Gesellschaft“
• 2018: „Religiosität  individuell, natürlich, normal“

Ihr selbst formuliertes Ziel: Die Muslime werden beim „Tag der offenen Moschee“ für Gespräche zur Verfügung zu stehen und ihr Bestes geben, um Fragen der Besucher zu beantworten. Dabei wird nicht so sehr auf ein einwandfreies Beherrschen der Sprache ankommen, als vielmehr auf den aufrichtigen Wunsch, miteinander in guter Weise umzugehen und gemeinsam diesen Feiertag im doppelten Sinne zu begehen.         

Adam Elknakhal schreibt: Das islamische Gegenprogramm am höchsten staatlichen Feiertag der Bundesrepublik Deutschland ist ein Frontalangriff auf den deutschen Nationalfeiertag und verrät die Geringschätzung deutscher Staatssymbolik.

Die zentrale Feier zum 20. Jahrestag der Deutschen Einheit (2010) fand in Bremen statt. In seiner Rede in der Stadthalle sagte Bundespräsident Christian Wulff zur Debatte um die Integration von Muslimen in Deutschland: „Zuallererst brauchen wir aber eine klare Haltung. Ein Verständnis von Deutschland, das Zugehörigkeit nicht auf einen Pass, eine Familiengeschichte oder einen Glauben verengt, sondern breiter angelegt ist. Das Christentum gehört zweifelsfrei zu Deutschland. Das Judentum gehört zweifelsfrei zu Deutschland. Das ist unsere christlich-jüdische Geschichte. Aber der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland.“

Im Oktober 2015 sagte der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck: »Ich meine, wir müssen Nation neu definieren: als eine Gemeinschaft der Verschiedenen, die allerdings eine gemeinsame Wertebasis zu akzeptieren hat.« (vergleiche: Deutschland ist nicht mehr deutsch)

In der Schweiz ist der Tag der offenen Moschee im November.

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